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La Societé Köln

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  • La Societé Köln

    Guten Tag zusammen, kann jemand aus Erfahrung etwas zu dem Restaurant sagen? Da ich Montagsabend in Köln bin, leider eine der wenigen offenen guten Adressen.

  • #2
    Kann ich, wenn ich später Zeit habe, aber vorab vor allen Dingen der Hinweis, dass das Restaurant meist ausgebucht ist. Ohne Reservierung lohnt es sich nicht, weitere Gedanken zu machen.

    Im Übrigen ist es das Schwesterrestaurant vom Gut Lärchenhof und war bisher bei meinen Besuchen nicht überragend aber in Ordnung.

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    • #3
      Ich war vor kurzem erst da, und kann dazu morgen eine kleine Zusammenfassung posten. Heute habe ich leider keine Zeit mehr

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      • #4











        So hier also mein kleiner Bericht.
        Vorweg muss ich sagen dass dies mein erster Besuch in einem Sternerestaurant war. Sternerestaurants und das Handwerk des Kochs interessieren mich zwar mittlerweile schon Jahre, aber bis zu meinem Besuch in Köln, hat sich aus verschiedenen Gründen leider nie die Möglichkeit ergeben, selber eines zu besuchen.

        Den Tisch hatte ich schon einen Monat im voraus gebucht, was wohl auch nötig war, denn das Restaurant war bei meiner Ankunft schon komplett voll.
        Begrüßt wurde ich von dem sehr freundlichen und lockeren Restaurantleiter, der sich den ganzen Abend super um mich kümmerte.
        Das Restaurant selber machte einen sehr netten und gemütlichen Eindruck, war aber meiner Meinung nach ein bisschen zu schwach beleuchtet.
        Gut gefallen hat mir auch die offene Küche, die ich von meinem Tisch gut im Blick hatte.
        Sofort wurde mir ein Aperitif angeboten, und zwei kleine Knabbereien mit Hirschschinken gebracht.
        Darauf folgte sofort das Brot und die Karte. Besonders hervorzuheben ist hier das Olivenbrot, dass ich auch gerne für zu Hause zum Frühstück hätte.
        Ich wählte das Degustationsmenü.
        Als Amuse-bouche wurden mir die Kölsche-Tapas auf einem eigens angefertigtem Holzbrett serviert. Sie bestanden aus einer Erbsensuppe, Himmel und Erd, Einem kleinen Käsebrot und einem Miniatur-Kölsch.
        Alles lecker, aber nicht wirklich besonderes.
        Es folgte die Vorspeise:
        Marinierte Kalbhaxenscheiben mit Bries, Carne cruda, Perigord Trüffel und Blumenkohl.
        Mit das beste Gericht des Abends. Die Kalbshaxenscheiben waren sehr dün aufgeschnitten und gestapelt. Dazwischen eine würzige Marinade. Das Tartar hat wunderbar frisch geschmeckt und das Bries war schön zart. (Ich habe bis jetzt erst ein paar mal Bries gegessen und es war jedesmal sehr zart. Weiß also gar nicht ob man das auch anders hinbekommen kann.) Der Blumenkohl zeigte sich in ziemlich nichtssagenden, gebratenen Stücken am Teller und in einem wahnsinnig leckeren Espuma. Man schmeckte zwar dass sicher viel Sahne und/oder Eigelb in dem Schaum waren, trotzdem wirkte es ungeheuer leicht.
        Den Trüffel hätte ich persönlich nicht gebraucht.
        Es folgte: Carpaccio, Praline und Gebratenes von der Jakobsmuschel mit Zitrusaromen.
        Die Praline war frittiert, was den Eigengeschmack der Jakobsmuschel etwas übertönte fand ich. Das Carpaccio war eine sehr kleine,einzelne, dünne Scheibe, welche die Zwischenschicht zwischen einer Kafir-Limonenblatt Panna-cottta und der gebratenen Jakobsmuschel bildete. Lecker war besonders die Kombination von der Jakobsmuschel mit einer leicht bitteren Orange oder Zitrone, deren Name mir gerade leider nicht einfällt.
        Nächster Gang: Bretonische Rotbarbe mit Tortellini und Aufguß von Hummer, Safran und Vanille.
        Das Fischfilet war natürlich perfekt gebraten und hat auch mit dem Safran-sud super geschmeckt. Da ich bis dahin noch nie Hummer gegessen hatte, hatte ich hohe Erwartungen, welche leider nicht ganz befriedigt wurden. Die Ravioli, bzw. der Raviolo war mir zu salzig und die Hummerschere hatte auch keinen besonderen Eigengeschmack.
        Fruchtiges Intermezzo:
        Besstand aus einem leicht scharfen Curry-Espuma mit kleinen Mangowürfeln. Nichts besonderes aber angenehm frisch.
        Es folgte der Hauptgang und mein Highlight:
        Essiggeschmorte Ochsenbacke mit Entenstopfleber Spitzkohl und Orange.
        Ich liebe sowieso Schmorgerichte, aber diese Ochsenbacke war besonders lecker. Butterzart und mit einer leichten Essig-Note (ich vermute Balsamico).
        Als Kontrast dazu die eher milde Leber mit einem super Eigengeschmack war ein Traum. ( Da es ebenfalls dass erste Mal war, dass ich Entenstopfleber gegessen hab, hab ich natürlich keine Vergleichwerte)
        Dazu gab es noch schön fluffige Kartoffelkrapfen und einen Orangen-Parmesan Chip, welcher wohl ausschließlich für die Textur da war.
        Einziger Kritikpunkt war der Spitzkohl, der mir zu salzig war.
        Als Vordessert wurde mir ein Pistazienflan mit Ingwergelee und Parfait gebracht.
        Wunderbar leichtes Dessert, die Kombination von Pistazien und Ingwer kannte ich nicht, passte aber super zusammen. Das Gelee hätte ich nicht gebraucht. War ähnlich einem großen nach Ingwer schmeckendem Gummibärchen zwischen Flan und Parfait.
        Das eigentliche Dessert: Dies und Das von der Guanaja Schokolade.
        Wenn ich mich nicht täusche bestand es aus einem Parfait, einem Espuma in einer Knusperrolle aus Schokolade und einem extra servierten kleinen Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern (Moelleux ist glaube ich das Fachwort).
        Dazu mehrere verschiedene Fruchtsaucen. Alle Komponenten waren lecker, zusammen aber ein bisschen zu Schwer fand ich. Außerdem hätte eine Fruchtsauce mit mehr Eigengeschmack vollkommen gereicht.
        Abschließend gab es noch eine kleine Auswahl leckerer Petit fours zum Espresso.

        Insgesamt habe ich den Abend sehr genossen. Auch wenn meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden (vielleicht waren sie auch zu hoch), hat sich jeder Cent gelohnt. Ich habe noch nie in meinem Leben einen ähnlich guten Service erlebt. Wie gesagt ich habe ja (noch) keine Vergleichswerte, aber meiner Meinung nach ist der Stern voll und ganz verdient.
        Noch zum erwähnen ist, dass eine Kellnerin mein Interesse für die Küche gemerkt hat und ich so nach dem Essen noch in die Küche konnte und ein bisschen mit den Köchen reden konnte.

        Zum Wein kann ich wegen mangelnden Wissens leider nicht viel sagen außer dass ich zu der Jakobsmuschel einen schön leichten Weißwein (glaube aus Deutschland) und zur Ochsenbacke einen sehr sehr kräftigen spanischen Rotwein trank. Dieser war schon fast schwarz.
        Ich bitte die Fotoqualität zu entschuldigen, mir ist ein bisschen unangenehm gewesen die Gerichte zu fotografieren.

        Grüße
        ossobuco
        Zuletzt geändert von ossobuco; 26.03.2010, 16:20.

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        • #5
          Lieber ossobucco,

          danke für Ihren Bericht. Auch wenn Sie betonen, dass Sie noch keine große "Vergleichsbasis" hätten, fand ich Ihren Bericht sehr spannend. Bewahren Sie sich auf jeden Fall die Neugier und die Unvoreingenommenheit, die Ihren Bericht auszeichnet!

          Herzliche Grüße
          le_mink

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          • #6
            Werter Ossobucco, kann mich den Aussagen von le_mink nur anschliessen. Vielen Dank

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            • #7
              Lieber ossobuco,

              auch ich danke Ihnen herzlichst für diesen anschaulichen Bericht!

              Gruß
              T.
              Zuletzt geändert von Tofu; 31.07.2010, 01:52.

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              • #8
                Gerade habe ich erfahren, dass scheinbar Mario Kotaska, das La Societé schon vor einigen Wochen verlassen hat.
                Weiß da jemand was genaueres drüber?
                mfg Hannes Buchner

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                • #9
                  Mario Kotaska, hat das La Societé bereits Anfang 2011 verlassen.
                  Calvados
                  Zuletzt geändert von calvados*; 10.11.2011, 08:55.

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                  • #10
                    Ein Halbsatz von I. Scheuermann in der aktuellen Effilee berichtet lediglich, dass MK das La Societe im Februar verlassen hat.

                    Mohnkalb

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                    • #11
                      Das La Societé scheint in diesem Forum nicht allzu viele Anhänger zu haben, wenn ich mir das Datum des letzten Eintrags vor Augen führe. Sei's drum - wir waren kürzlich dort zu Gast und haben einen launigen und kulinarisch durchaus interessanten Abend verbracht. Ich habe nicht jeden Gang dokumentiert, hoffe aber mit den nachfolgenden Bildern ein paar Eindrücke des neuen Küchenteams um Chefkoch Leon Hofmockel (zuvor Sous-Chef im Aqua in Wolfsburg) vermitteln zu können.

                      Beim Menü kann man sich zwischen 4, 6 und 8 Gängen (zzgl. Käse entscheiden). Die Preise sind im Vergleich zu einigen anderen besternten Restaurants in Köln relativ ambitioniert (150€ für die 6-Gänge-Variante), aber seit der Wiedereröffnung hat so manches Restaurant die Preise etwas nach oben angepasst.

                      Nach einigen nicht vermerkten Appetizern begann der Auftakt in das Menü - es handelt sich wohlgemerkt noch um ein Amuse - mit einer Kombination aus Räucheraal, weiße Zwiebel & Liebstöckel. Das Gericht war sehr hübsch anzuschauen und kräftig durch den Rauchgeschmack her, was aber durch eine klug gewählte Portionierung nicht zu überbordend wurde.



                      Es folgte der erste Gang - Tatar vom Rind, Escabeche Vinaigrette, Rauchmandel-Parmesancreme & Krustentieröl. Dies war eines der besten Tartar-Gerichte, die ich seit längerer Zeit genießen durfte. Alles griff hier ineinander, angefangen von den frischen Kräuter obenauf hin zu der intensiven Vinaigrette.



                      Im Anschluss gab es ein Wohlfühl-Löffelgericht: Confiertes Eigelb - Topinambur, Meerrettich & Brunnenkresse. Dies war schön schlotzig und erneut intensiv im Geschmack. Sehr umami-betont, aber durchaus lecker.



                      Es folgte Kalbsbries mit Lauch und zweierlei Saucen. Das Bries war makellos gegart, allerdings waren die Mitspieler nach meinem persönlichen Empfinden etwas zu dominant und haben dem feinen Geschmack des Bries etwas die Show gestohlen. Dennoch in Summe ein guter Gang.



                      Darauf folgte Wolfsbarsch mit einer Zitrus Beurre Blanc (ich meine auf Yuzu-Basis), von dem allerdings kein Foto vorhanden ist. Dieser Gang war leider auch der schwächste des Abends - der Fisch war etwas übergart und schmeckte zudem leicht fischig. Die Sauce war dennoch ordentlich.

                      Im Hauptgang gab es Taube mit Purple Curry, Quinoa und rote Beete. Eine sehr schöne Kombination, insbesondere die rote Beete passte wunderbar zur Taube. Auch die Sauce war hervorragend gearbeitet.



                      Mein persönliches Fazit fällt positiv aus. Zwar kann an der ein oder anderen Stellschraube sicherlich noch gedreht werden, was aufgrund der kurzen Einspielzeit des Teams (das Restaurant öffnete mWn Anfang August) nicht weiter verwundern dürfte. Aber die beherzt kräftigen Aromen und die durchweg sehr hübsch angerichteten Gerichte machen definitiv Lust auf mehr. Nicht unerwähnt bleiben sollte das freundliche und humorvolle Service-Team, das den Abend perfekt abgerundet hat.

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