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Setzkasten*, Düsseldorf

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  • QWERTZ
    antwortet
    Danke für den Hinweis, leider hatten wir vom Restaurant keine direkte Info erhalten...

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  • Tilla
    antwortet
    Ich wollte kurz etwas auf der Homepage von Edeka Zurheide nachsehen, da stoße ich auf ein Foto des Setzkasten-Teams – doch ohne Küchenchef Anton Pahl. Des Rätsels Lösung folgt sogleich in Form dieser Pressemitteilung von vor zwei Wochen. Demnach ist der bisherige Souschef Egor Hopp nun gleichberechtigter Küchenchef neben Maximilian Schmidt. Wohin es Anton Pahl verschlägt ist nicht zu erfahren. Dem neuen Duo wünsche ich alles Gute und für Egor Hopp freue ich mich sehr, denn in ihm habe ich bereits von Anfang an einen wesentlichen Erfolgsfaktor des Restaurants gesehen.

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  • Tilla
    antwortet
    QWERTZ Ich habe den Beitrag nochmal neu veröffentlicht, da ich unten die URL nicht entfernen konnte (man konnte danach nicht mehr speichern ohne gültige URL); daher bitte diesen Beitrag löschen.
    Zuletzt geändert von Tilla; 15.09.2022, 18:19.

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  • Tilla
    antwortet
    Zitat von statist Beitrag anzeigen
    Hinsichtlich der Weinkarte lohnt sich ein vorheriger Blick auf die umfangreiche Weinauswahl des Supermarkts. Man kann nämlich jede Flasche zum Ladenverkaufspreis zuzüglich eines moderaten Korkgelds (von um die 20€, wenn ich mich nicht täusche) auch im Restaurant trinken. Gerade bei höherwertigen Weinen ist das dann natürlich äußerst kundenfreundlich.
    Genau so ist es (dies hatte ich sogar schon formuliert, nur noch nicht abgesendet).

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  • statist
    antwortet
    Hinsichtlich der Weinkarte lohnt sich ein vorheriger Blick auf die umfangreiche Weinauswahl des Supermarkts. Man kann nämlich jede Flasche zum Ladenverkaufspreis zuzüglich eines moderaten Korkgelds (von um die 20€, wenn ich mich nicht täusche) auch im Restaurant trinken. Gerade bei höherwertigen Weinen ist das dann natürlich äußerst kundenfreundlich.

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  • thomashaj
    antwortet
    Der „Setzkasten“ im Düsseldorfer Zurheide-Feinkost-Supermarkt gehört in vielerlei Hinsicht zu den originellsten Restaurants, die ich kenne. Nicht nur, dass alleine schon die Location in einem der bestsortierten Supermärkte einmalig ist, besticht auch die Küche von Anton Pahl mit einer nahezu überbordenden Kreativität.

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    Interieur

    Bewiesen hatte er dies mit seinem Team im vergangenen Jahr auch mit einem der spannendsten Take Away-Angebote, das es in unsere persönliche Top 5-Liste schaffte.
    Im Restaurant hingegen, umgeben von den feinsten Viktualien, die man sich als Koch wünschen kann, kann Pahl seine Fähigkeiten jedoch noch hemmungsloser zeigen.
    Das Abendmenü in sechs Gängen ist zu 129 Euro zu bekommen. Preislich attraktiv ist aber auch der Business-Lunch in vier Gängen zu 59 Euro, der sich aus Gängen des Abendmenüs zusammensetzt. Mutmaßlich wird dann bei den Grüßen vielleicht etwas abgespeckt, aber an den eigentlichen Gängen und Qualitäten spart man hier nicht. Für den eiligeren Gast gibt es mittags auch noch den Setzkasten mit drei Gängen aus dem Menü in kleinen Portionen zu 39 Euro.
    Wir sind aber nun mal abends da und nachdem wir schon mal den Wochenendeinkauf eruiert haben, den wir uns nach dem Essen vorgenommen haben, widmen wir uns dem vollen Programm, das in diesem Monat, so erklärt man uns, ein Best Of der vergangenen Jahre präsentiert.

    Es beginnt mit vier Apéros, die gleichzeitig serviert werden. Ein Blini, gefüllt mit Blumenkohlcreme und getoppt mit Osietra-Kaviar gefällt zwar, hinterlässt aber einen recht fettigen Eindruck, in dem der Kaviar etwas untergeht.

    Ein Ei mit Hühnchenragout, Kartoffelespuma und Périgord-Trüffel besticht mit flaumiger Textur und einem süffigen Gesamtakkord, in dem der Trüffel die eindeutige Hauptrolle spielt. Sehr gut.

    Deutlich frischer und mit asiatischem Einschlag präsentiert sich die Tartelette mit Lachsbauch, Kräutermayo, Fingerlimes und Korianderkresse.

    Den Abschluss bildet eine Foie Gras-Terrine auf einem Rote Bete-Baiser mit einem Apfel-Quitten-Gelee. Das ist klassisch mit sehr schönem Schmelz und demonstriert feines Handwerk.


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    Amuses Bouches

    Zum Brot mit dreierlei aromatisierter Butter (Pfeffer, Kresse, Bottarga) gibt es Öl mit einer ausgezeichnet intensiven Tomatenessenz, die mir schon bei unserem ersten Besuch vor zwei Jahren ausgesprochen gut gefallen hat.


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    Brot, Butter, Öl

    Im ersten Gang spielt Hiramasa Gelbflossenmakrele die Hauptrolle. Anton Pahl flämmt sie nur leicht ab, lässt sie ansonsten recht pur und aromatisiert sie mit Sesam. Dazu gibt es eine mit Kohlrabi-Apfelsalat und etwas Wasabi gefüllte Kohlrabitasche. Da auch die angegossene Bonito-Vinaigrette recht mild ist, liefert vor allem der Wasabi die als Gegenpol nötigen Schärfeakzente.
    Separat gibt es noch einen Kürbis-Apfel-Salat mit Nüssen und einem Basmati-Reis-Espuma. Sollte darin auch Fisch vorgesehen sein, dann war der zwar nicht erkennbar. Aber als Ergänzung funktioniert das trotzdem gut. Und in Summe ist das eine komplexe und elegante Vorspeise.


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    Hiramasa / Bonito / Kohlrabi / Basmati

    Weiter geht es mit gehobelter Languste auf Pastinakenpüree mit Erdnüssen und Curryschaum. In gehobelter Form ist uns Krustentier das erste Mal in der Take Away-Box des „Setzkasten“ begegnet. Seinerzeit zwar von der Garnele, aber schon damals fand ich diese Form sehr ungewöhnlich. Hier als Languste und in größeren Segmenten vermag die Textur noch mehr zu überzeugen. Getoppt wird das Gericht mit Gel von der Kalamansi, was für sich genommen sehr intensiv uns sauer ist, aber in Kombination mit den übrigen Zutaten ein sehr ausgewogenes Süße-Säure-Spiel bietet.
    À part gibt es dazu noch ein Eis von Languste, mit Kalamansi überzogen. Die Erdnuss dient hier tatsächlich nicht nur für die Textur, sondern spielt auch geschmacklich eine wichtigere Rolle als auf dem Hauptteller. Gefällt mir ausgezeichnet!


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    Gehobelte Languste / Pastinake / Kalamansi / Erdnuss
    ...à part: Langusteneis / Kalamansi / Erdnuss

    Die folgende Wachtelbrust kommt als halbrunde Scheibe im Rote Bete-Geleemantel. Das Fleisch ist gepresst und pochiert. Dazu gibt es eine cremige Foie Royale von der ungestopften Gänseleber mit Trüffel und angegossen eine klare Jus von der Wachtel. Die wirkt zu Beginn recht harmlos, entpuppt sich aber zum Schluss hin als immer intensiver und sehr reduziert.
    Erneut gibt es auch hier eine separate Ergänzung und zwar in Form eines Rote Bete-Apfel-Salats. Der kommt überraschend klassisch, ohne großen Schnickschnack und bedient ein sehr bekanntes Geschmacksbild. Das ist zwar rustikal, aber trotzdem sehr fein und auf den Punkt. Als Gegenpol zu dem eher eleganten Hauptteller funktioniert das sehr gut. Insgesamt kreativ und sehr klug konzipiert.


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    Wachtelbrust / Foie Royal / Trüffel / Rote Bete
    ...à part: Rote Bete Salat

    Etwas Show darf im „Setzkasten“ nicht fehlen und bei der folgenden Erfrischung ist der Wow-Effekt garantiert. Das garantiert schon die von Lavalampen inspirierte Sauce auf Basis von Champagner, roten Pfefferbeeren und roten Stachelbeeren, die zu dem recht festen Cassis-Granité gegeben wird. Dass einem hier Darth Vader begegnet, dürfte nicht nur Filmfreaks ein Grinsen entlocken.
    Aber auch geschmacklich ist das mit der prägnanten Pfeffernote eine originelle Interpretation des Sorbetthemas vor dem Hauptgang.


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    Champagner Vinaigrette
    Cassis Royal / Triumphbeere / Rosa Pfeffer

    Auf den freue ich mich besonders, denn natürlich habe ich vorab bereits gesehen, dass es wieder Katana Beef mit Zwiebeln gibt, einen Gang, den es schon bei unserem ersten Besuch vor zwei Jahren gab und der es damals in meine Jahres Top 10 schaffte.
    Die Fleischqualität ist außergewöhnlich, aber noch mehr hat mir seinerzeit der Einsatz von Zwiebeln an sehr prominenter Stelle gefallen. Auch diesmal ist das nicht anders. Es gibt Zwiebelsegmente pur und geschmort, was ihnen einen sehr cremigen, kräftigen Geschmack gibt. Die Tiger-Sauce dazu ist sehr würzig und mit leichter Schärfe eine tolle Ergänzung.
    Anders als vor zwei Jahren gibt es diesmal auch zu diesem Gang eine Ergänzung in Form eines Chips mit Tatar vom Katana-Beef, was sich frisch und herb präsentiert.
    Erneut wieder ein sehr starker Hauptgang.


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    Katana Beef / Zwiebel / Wagyu / Tiger Sauce
    ...à part: Wagyu-Tatar

    Im Dessert begegnet uns der Buddha, der auch in der Take Away-Box vor einem Jahr den optisch überraschenden Abschluss bildete. Hier kommt er als Creme von Sticky Reis mit einer Ingwernote. Auch Pandan schmecke ich heraus. Im Schälchen gibt es dazu ein Eis von (Thai-?)Basilikum, Mangokompott und Kokosespuma. Im Röhrchen findet sich ein Shiso-Blatt, das alleine einen bitteren und prägnanten Eigengeschmack liefert, der von der mit Basilikum aromatisierten Buttermilch zum Neutralisieren nur bedingt abgepuffert wird.
    Mir erscheint das wie ein recht wilder Ritt durch asiatische Aromen. Was mir etwas zu viel des Guten ist, ist für meinen Mann genau richtig.


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    Buddha / Sticky Rice / Mango / Basilikum
    ...à part: Shiso / Buttermilch

    Den süßen Abschluss bildet ein Déjà-vu, denn die Petit Fours nehmen in der Form die Grüße vom Beginn des Menüs auf. Nur ist der Blini jetzt mit in Kaffee ausgekochten Basilikumsamen versehen. Eine Zitronentarte, Pomelo mit Crème Brûlée-Espuma und ein Rote Bete-Salat mit Schmand ergänzen die Süßigkeiten. Vor allem letzteres ist sehr überraschend, weil frei von jeglicher Erdigkeit und Herbheit wird die Rote Bete mit feiner Süße ganz ungewohnt in Szene gesetzt.


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    Déjà-Vu - Petit Fours

    Auch dieser Besuch im „Setzkasten“ hat den ausgezeichneten Eindruck unseres ersten Besuchs und des Take Away-Menüs bestätigt. Die Küche überzeugt mit Einfallsreichtum und augenzwinkernden Ideen. Die Produktqualitäten sind makellos. Angesichts des Angebotes im Markt, auf das man zurückgreifen kann, kaum ein Wunder. Auch handwerklich ist das alles von bestechender Ausführung.
    Dass dazu der Service mit Schlagfertigkeit, Aufmerksamkeit und Humor dazu beiträgt, dass man sich wohlfühlt, tut sein Übriges zu einem gelungenen Abend. Davon zeugt auch die ausgelassene Stimmung im ausgebuchten Restaurant.

    Die Weinkarte ist zwar immer noch sehr überschaubar, was angesichts des beworbenen Sortiments des Zurheide-Marktes erstaunt. Das hatte uns auch bei unserem ersten Besuch schon gewundert. Offenbar arbeitet man aber an einer umfangreicheren Karte, denn wir konnten bereits einen Blick hineinwerfen. Die Preisgestaltung ist in jedem Fall sehr fair kalkuliert und bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel ausreichend Auswahl.

    Wir hatten erneut unseren Spaß und es wird nicht der letzte Besuch gewesen sein.



    Bericht und sämtliche Bilder wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/setzkasten-duesseldorf-3/

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Thomashaj und ich haben ja in unseren Berichten, die beide aus dem Coronafrühjahr 2021 stammen (siehe oben), das pandemiebedingte Take-away-Angebot des "Setzkastens" ziemlich "abgefeiert" und scheinen mit unserer Meinung nicht alleine dazustehen, denn als kürzlich von Herrn Dollase in der FAS die gastronomischen "Lieblinge des Jahres" gekürt wurden, durften sich Anton Pahl und sein Team (wie ich finde zurecht) darüber freuen, in der Kategorie "Abholdienste" den Sieg davongetragen zu haben!

    Glückwunsch zu dieser wohlverdienten Auszeichnung, die ich wie gesagt nur bestätigen kann (auch wenn mir im Gegensatz zu Herrn Dollase wahrscheinlich die mannigfaltigen Vergleiche fehlen, denn ich habe während der Lockdownphasen nur von wenigen höher dekorierten Restaurants den Abholservice in Anspruch genommen)!

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Werter thomashaj, da sind Sie mir doch in der Tat wenige Stunden zuvorgekommen, denn ich hatte just für heute die Fertig- bzw. Einstellung meines Berichts zur "Setzkasten-Box" geplant...

    Frau Grande und ich waren nämlich letztes Wochenende bei einem befreundeten Ehepaar zum gemeinsamen Genuss ebendieser Box eingeladen. Der Hausherr (ähnlich "fressverrückt" wie ich ) war sogar eigens von Hamm nach Düsseldorf gefahren (pro Weg ca. 80 Minuten Fahrtzeit), um das Take-away-Menü abzuholen. Sein lapidarer Kommentar bezüglich dieses Aufwandes: "Alleine das Schlendern durch die heiligen Hallen des "Zurheide-Supermarktes", um die Box abzuholen, würde die Anfahrt lohnen und ihm in Corona-Zeiten einen Kurzurlaub ersetzen."

    Aufgrund der hohen Anzahl der Gänge (die Sie in Ihrem Bericht alle sehr treffend beschrieben haben) wurde der Abend von uns mit passenden Weinen (man muss sich die Corona-Zeit ja irgendwie "schön trinken" ) regelrecht zelebriert und es kam fast so etwas wie das schon lange vermisste Restaurantbesuchsfeeling auf...

    Im Gegensatz zum To-go-Angebot des Restaurants "Brust oder Keule" in Münster, welches ich zu meinem Geburtstag getestet hatte und welches unglaublich viele eigene Handgriffe bzw. viel Vorbereitung benötigte sowie ein wahres Schlachtfeld an Töpfen, Schälchen etc. in der Küche hinterließ, war der Aufwand - wie Sie es in Ihrem Bericht ebenfalls erwähnt haben - bezüglich der einzelnen Gänge der "Setzkasten-Box" minimal. In Kombination mit den qualitativ wirklich hochwertigen Zutaten, der außerordentlichen Kreativität der einzelnen Kleinigkeiten und den für das Gebotene mehr als fairen Tarifen kann man in der Tat nur von einem großartigen "Preis-Leistung-Vorbereitungsaufwands-Verhältnis" sprechen, das in der deutschen "Corona-Take-away-Landschaft" wahrscheinlich seinesgleichen sucht (wobei mir hier natürlich die Vergleiche fehlen...)!

    Das Einzige, was ich vielleicht zu meinem kulinarischen Glück nicht unbedingt gebraucht hätte, war der "Knusper-Zirkus", der die Gänge, zu denen er kredenzt werden sollte, nicht unbedingt adelte bzw. sinnvoll bereicherte und auf dessen crunchige Textur ich durchaus hätte verzichten können. Hinzu kam, dass ich - im Gegensatz zum werten thomashaj - trotz des großzügig portionierten Weißbrots, welches sich in der Tat perfekt zum Aufdippen der einzelnen Soßen eignete, aufgrund des Amuse-Charakters der Gänge am Ende des Abends ein wenig hungrig vom Tisch aufstand, aber das kann auch dem subjektiven Empfinden eines ausgewachsenen "Gourmands" (als den ich mich bezeichnen würde ) geschuldet sein...

    Fazitär kann ich Ihnen ansonsten nur beipflichten: Diese Box lohnt ob ihrer Qualität und Kreativität auch eine weite Anfahrt, sodass ich mir durchaus vorstellen könnte, auch einmal selbst die Fahrt von Hamm nach Düsseldorf auf mich zu nehmen, um im "Zurheide-Markt" vorstellig zu werden... endlich einmal ein Angebot, bei dem das hehre Versprechen "Sterneküche für zu Hause" über weite Strecken auch wirklich eingelöst wird!
    Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 01.03.2021, 13:42.

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  • thomashaj
    antwortet
    Im vergangenen Jahr gehörte das Menü im „Setzkasten“ zu den ohne Frage originellsten Menüs, die wir genießen konnten. Was Anton Pahl und sein Team im Untergeschoss des riesigen Edeka Zurheide-Marktes in Düsseldorf auf die Teller bringt, strotzt vor kreativen und witzigen Ideen. Da man in diesem Feinkost-Paradies Zugriff auf die besten Produkte hat, besticht auch die Qualität und so ist es kein Wunder, dass es der Fleischgang mit einem denkwürdigen Katana-Beef und einer ebenso begeisternden Zwiebelvariation in meine persönliche Jahres-Best Of-Liste schaffte.

    Für die Lockdown-Zeit hat man sich ein besonderes Angebot ausgedacht. Die „Setzkasten Genuss Box“ beinhaltet 16 Gänge und Kleinigkeiten zum Teilen, die bereits fertig zubereitet sind. In umweltfreundlichen, ordentlich numerierten Pappbechern mit kompostierbaren Deckeln sind die Gerichte bereits angerichtet. Was erwärmt werden muss, kommt einheitlich bei 160° für 5 Minuten in den Backofen. Sehr viel einfacher geht es wohl nicht.


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    Die Box

    Zum sehr guten Weißbrot gibt es zum einen aufgeschlagene Nussbutter, die mit zweierlei Öl kommt, das wir bereits im Restaurant klasse fanden und zum anderen eine Wasabicreme, die uns noch besser gefällt. Sie hat guten Wumms und bekommt mit Sesamöl eine feine nussige Note.


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    Brot & Aufstrich
    Aufgeschlagene Nussbutter
    Wasabiblatt Creme

    Von fabelhafter Qualität ist der schottische Lachs, der optisch auffällig in einer schwarzen Creme auf Basis von Lauchasche kommt. Das klingt wilder als es ist, denn die Creme ist sehr aromatisch. Die Erbsencreme hat eine markante Note von Zitronenmelisse oder Zitronengras. Ein nicht nur visuell, sondern auch geschmacklich spannender Gang.


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    Schwarzer Schotte

    Hübsch präsentieren sich auch die Kimchi Bon Bons, bei denen würziger, leicht scharfer Kimchi in hauchdünne Scheiben von schwarzem Rettich gearbeitet ist.


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    Kimchi Bon Bon

    Der Skrei ist auf den Punkt gegart, bleibt aber auch im Zusammenspiel mit der Safransauce recht mild. Obenauf eine Nocke, die wir nicht komplett identifizieren, aber für feinst geschnittenen und ebenfalls mit Safran gegarten Weißkohl halten. Wir mögen falsch liegen, aber schmecken tut es allemal.


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    Skrei & Safran

    Zur Box mitgeliefert wird eine Tüte mit „Knusper-Zirkus“. Hier handelt es sich um gepufften und gewürzten Reis, der auf drei Gerichte als Crunch gegeben werden kann. Bei der Jakobsmuschel auf cremigen Limonenlinsen ergibt sich hier das erste Mal Gelegenheit. Da es dazu ohnehin schon einen mit Kürbiscreme gefüllten Kürbisravioli gibt, hätte es das eigentlich gar nicht unbedingt gebraucht. Denn der Gang ist auch so ungemein süffig und abwechslungsreich. Aber mit dem Crunch eben auch um noch eine Nuance leckerer.


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    Jakobsmuschel & Limonenlinsen

    Nicht weniger köstlich das Sashimi vom Thunfisch in einer würzigen Sauce. Der grüne Kaviar ist zwar nicht näher zu identifizieren, macht sich aber als Hingucker gut. Erneut besticht hier die Produktqualität und die fein austarierte asiatische Einfassung.


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    Sashimi vom Thunfisch mit pikanter Tigersauce und aromatisiertem Sesam

    Sehr originell die gehobelte Garnele, die ich in dieser Form noch nicht gegessen habe. Dazu gibt es ein kleines Püree und eine intensive Krustentiersauce. Wir machen noch Macadamia unter der Garnele aus und sind erneut verblüfft und sehr angetan.


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    Gehobelte Garnele

    In der Reihenfolge der Menükarte folgen jetzt gerollte Steine mit der ominösen Anleitung, dass man den QR-Code scannen möge. Macht man das und öffnet die sich dahinter befindliche Internetseite, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wer mag, kann es selbst ausprobieren, aber das ist genau die Art Humor, die sich hier häufig durch die Gänge und Bezeichnungen der Gerichte zieht.
    Wir probieren einen der gerollten Steine, stellen fest, dass sie ziemlich süß sind und besser ans Ende des Menüs passen.


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    Gerollte Steine

    Weiter geht es mit den zwei Fleischgängen. Die Nocke aus Kalbfleisch mit Spinat ist fein abgeschmeckt und hier macht der Crunch aus dem Knusper-Zirkus tatsächlich auch Sinn.


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    Kalbsnocke & Spinat

    Sehr schön auch die zart gegrillten Scheiben vom Short Rib mit Süßkartoffelpüree und einer auf aromatischen Tomaten basierten Sauce. Keine Überraschung, dass uns auch hier das ausgezeichnete Fleisch besonders gut gefällt.


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    BBQ Short Rib & Süßkartoffel

    Obwohl die Portionen relativ klein wirken, sind wir zu diesem Zeitpunkt bereits gut gesättigt. Und man darf sich nicht täuschen, wie viel das Aufwischen der leckeren Saucen mit dem ebenso leckeren Brot ausmachen kann. Mit den Mengen verschätzt man sich ohnehin.
    Aber wir sind noch nicht am Ende, denn Anton Pahl und sein Team bauen auch einen Käsegang in das Menü.
    Im Backofen erwärmt wird die Creme vom Époisse und dazu das als „Chauvinist“ benannte Brandteiggebäck. Der Chili in der Käsecreme ist zwar nur dezent wahrnehmbar. Dafür unterstützen kleine Schinkenwürfel den würzigen Charakter. Ein echtes Vergnügen.


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    Époisses Chili Cheese & Chauvinist

    Bei den Süßspeisen wird es, ganz in „Setzkasten“-Art, noch mal verspielt. Die Cornflakes Milch kommt in leichter Panna Cotta Art. Das Lego-Männchen, das wir von unserem letzten Besuch bereits in der herzhaften Ausführung als Beilage zum Fisch kennen, ist diesmal eine Art Schokoladenpudding. Unkompliziert und einfach lecker.


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    Cornflakes Milch

    Den optisch witzigen Schlusspunkt setzt der Buddha aus Creme von Galgant. Das ist angenehm süßlich, aber mit einer ungewohnten Note, ebenso wie auch die Himbeersauce zusätzlich aromatisiert ist und zum Nachschmecken einlädt. Ein tolles Dessert, das einfach viel Spaß macht.


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    Galgant Buddha & Himbeere

    Aber ganz zu Ende ist das Vergnügen doch noch nicht, denn die mit leichter Olivenölmousse gefüllte falsche Olive ist als kühles Petit Four ja auch noch da.


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ID: 67933
    Falsche Olive by Jordan Olivenöl

    Wow! Was für ein Kreativritt! Anton Pahl hat mit der Genuss Box ein Format kreiert, in dem er seinen überbordenden Ideen freien Lauf lassen kann und mit originellen Gerichten, besten Produkten und feinstem Handwerk eine echte Wundertüte auf den heimischen Tisch zaubert.

    Wir haben ja über die vergangenen Monate und auch bereits im ersten Lockdown zahlreiche Take Away-Menüs wahrgenommen und nicht einmal einen Durchhänger erlebt. So faszinierend es ist, wie unterschiedlich die Angebote konzipiert sind, so spannend ist es jedes Mal auch, was einen letztlich auf dem Teller erwartet. Anton Pahl ist mit seinem Menü ganz weit vorne dabei. So viel Abwechslung bei gleichzeitig hohem Genuss- und Spaßfaktor haben wir selten erlebt. Der Preis von 116 Euro für 2 Personen nimmt sich da nahezu bescheiden aus.

    Ich wünsche mir so sehr, dass die Restaurants endlich wieder öffnen dürfen. Aber sollte dies auch im März noch nicht möglich sein, werden wir gerne auch dann für das monatlich wechselnde Menü wieder nach Düsseldorf fahren.


    #supportyourlocalrestaurants

    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/setzkasten-duesseldorf-2/

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  • Tilla
    antwortet
    Meinen ersten Besuch 2020 im Setzkasten hätte ich mir am Anfang des Jahres sicherlich anders vorgestellt. Es ist ein Dienstag im Mai, also eigentlich nichts besonderes. Allerdings ist dieser Tag erst der zweite Tag nach der coronabedingten Schließung. Mein letzter Besuch liegt bereits unglaubliche sieben Monate zurück – in der Zwischenzeit hat das Restaurant den erhofften Michelin-Stern erhalten. Was ist anders als sonst? Reservieren ist Pflicht, am Eingang müssen die Hände desinfiziert und bis zum Platz der Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Danach muss man nur noch ein Formular ausfüllen. Das war es schon.

    Wie in einem anderen Bericht angemerkt wird mit der Karte immer noch experimentiert. Aktuell sind drei verschiedene Setzkastenvarianten bestellbar. Meine Wahl fällt auf den Setzkasten Rinderfilet und nicht auf den Setzkasten Kabeljau; mein Cousin wählt den Setzkasten Veggie. Vegetarisch konnte man bisher auch im Setzkasten essen, jedoch hat man diesen Wunsch am besten einen Tag vorher angemeldet und musste sich dann mehr oder weniger überraschen lassen. Daher begrüßen wir diese neue Option auf der Karte (leider ist sie mittlerweile schon wieder verschwunden).

    Gruß


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    Der Abend beginnt mit einem anregenden Spargel-Kimchi. Der Spargel ist auf den Punkt zubereitet und fügt sich zusammen mit der Avocadocrème sowie Tempuraknusper zu einem harmonischen Gruß, der am Ende von etwas Schärfe abgerundet wird.

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    Das Brötchen wird nun nicht mehr zuerst gereicht. Außerdem ist es, wohl wegen der aktuellen Situation, bereits portioniert verpackt. Dazu gibt es das bereits bekannte Olivenöl mit Tomatenessenz. Die Nussbutter mit Kalbsherz und Ruccola-Kresse gab es beim letzten Mal auch schon; die Variante mit fermentiertem Pfeffer (ohne viel Geschmack) kenne ich noch nicht.

    Kirschblütengazpacho
    Taschenkrebs / Estragon / Chioggia-Rübe


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    Beide Menüs starten mit einer aromatischen Gazpacho von Kirschblüten. Das vegetarische Glas kommt selbstverständlich ohne Taschenkrebs aus, allerdings schmeckt man diesen in meinem Glas auch nicht wirklich heraus. Das elegante Wechselspiel zwischen süß und sauer gefällt uns aber ausgesprochen gut. Die besondere Optik der Chioggia-Rübe hingegen wird nicht ausgespielt. So eine filigrane Vorspeise sollte definitiv häufiger auf der Karte stehen!

    Seidentofu
    Pikante Erbse / Ponzu


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    Auf der vegetarischen Seite geht es mit einem Seidentofu in Ponzu und Brokkoli weiter. Dessen Schmelz wird als überraschend wahrgenommen. Die vielen Tupfer von Erbspüree lassen den Teller irgendwie unruhig wirken.

    Nebraska Rinderfilet
    Topinambur / Roscoff / Amalfi Zitrone


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    Wenn man bedenkt, dass diese Portion klein genannt wird, dann möchte ich gar keine große Portion essen. Jedenfalls habe ich schon deutlich kleinere Fleischstücke als Hauptgericht im Menü bekommen. Das Rinderfilet aus Nebraska wird mit einer Kräuterkruste ummantelt und ist tadellos. Von der harmonischen Zusammenstellung bleibt insbesondere das unterstützende Roscoff-Zwiebelchutney in Erinnerung.

    „Greek Cumbre“
    Sauerrahm / Dill / Hirse


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    Das Dessert sorgt bei und am Tisch für Diskussionen. Während man als häufiger Besucher der Spitzengastronomie mit nichtsüßen Desserts seit Jahren vertraut ist, muss ein Gelegenheitsbesucher sich erst an das Fehlen von Süße gewöhnen. Ich habe aber auch meine Schwierigkeiten mit der Komposition, in der die Gurke deplatziert wirkt. Definitiv eines der schwächsten Nachspeisen seit meinem ersten Besuch hier oder vielleicht eher das am wenigsten zugängliche.

    Petits Fours


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    Bei den Petits Fours geht es der Küche eher um den Effekt. Die Rooibosklumpen werden in einem kleinen Einkaufswagen (genauer im Kindersitz) gereicht. Schon nach dem Essen vergesse ich den Geschmack. Die Buttermilch zum Abschluss ist ein erfrischender Klassiker.

    Fazit

    Der Service agiert unter diesen veränderten Vorzeichen noch sehr vorsichtig. Getränke müssen selbst eingeschenkt werden, die Gerichte werden mit Abstand erklärt und generell wird versucht so wenig wie möglich mit dem Gast zu interagieren. Anton Pahl und Egor Hopp haben definitiv eine eigene Handschrift entwickelt. Sie kochen mit viel Finesse und großem Tatendrang. Nicht immer gelingt beiden der große Wurf. Die Gerichte sind in den letzten anderthalb Jahren deutlich feiner geworden. Wer häufiger im Setzkasten isst, kennt selbstverständlich schon gewisse Elemente oder Ideen. Gleichzeitig überraschen gänzliche neue Kreationen durch eine gekonnte Dosierung der Aromen. Ist Ihnen beim Lesen etwas aufgefallen? Dies war mein erster regulärer Besuch hier ohne Radieschenscheiben. Vielleicht gibt es sie beim nächsten Besuch wieder…

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  • thomashaj
    antwortet
    Zu der schönen Chronologie von Tilla passt dann ja recht gut mein Bericht über einen Besuch von Anfang Juli:

    Spitzengastronomie in ungewöhnlichen Locations haben Konjunktur. Shopping Malls, Modehäuser – alles schon dagewesen. Warum nicht also auch ein Supermarkt, in dem die Viktualien quasi auf dem Präsentierteller nebenan liegen? Genau das mag auch den bestens ausgestatteten Zurheide Markt im Zentrum Düsseldorfs bewogen haben, seinem Feinschmecker-Angebot im Untergeschoss mit dem „Setzkasten“ auch ein Gourmet-Restaurant anzugliedern, das seit diesem Jahr auch mit dem Michelin-Stern ausgezeichnet ist.

    Anton Pahl führt hier das Zepter und in der Tat kann er sich hier aus einem reichhaltigen Angebot bester Zutaten aus Nah und Fern bedienen.
    Mittags gibt es ein etwas abgespecktes, dafür auch preisgünstigeres Angebot aus einigen à la Carte Gerichten, einem Business-Lunch in vier Gängen zu 35 Euro bzw. eine Kleinversion in drei Gängen, serviert im Setzkasten zu knapp 20 Euro.

    Abends ist neben der Setzkasten-Kleinversion zu 25 Euro ein Menü in wahlweise drei (47 Euro), vier (73 Euro) oder fünf Gängen (94 Euro) zu haben.
    Das Ambiente ist sachlich, aber nicht ungemütlich, mit Blick in die offene Küche.


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    Interieur

    Das Zurheide verfügt über eine sehr anständige Weinabteilung, aus der man sich gegen ein Korkgeld auch etwas aussuchen könnte. Die Frage nach einer Weinkarte indes führt zu einer ersten Irritation, denn uns wird nur ein laminiertes Blatt mit vor allem einigen wenigen offenen Weinen gereicht. Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass man das gesamte Sortiment der Weinabteilung in gedruckter Form vorhält, finden wir das folgende Prozedere etwas mühevoll. Wir können zwar recht gut beschreiben, was am ehesten unserem Geschmack entspricht und der daraufhin präsentierte Wein aus dem Burgund passt auch ziemlich gut. Aber häufig springt uns ein Wein in einer Weinkarte an, auf den wir einfach neugierig sind, und auch, wenn uns aufgrund unserer deutlich erkennbaren Verstimmung ob dieser umständlichen Vorgehensweise noch Alternativen vorgestellt werden, fühlen wir uns ein wenig um die Möglichkeit genommen, die ganze Bandbreite des Sortiments zu erkunden. Dass man auch extra den jeweiligen Preis nachfragen muss, stört mich als Gast generell bei mündlichen Empfehlungen.

    Die freundliche Sommelière hatte es zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich leicht mit uns, denn dieser Einstieg in den Abend verhieß für uns zunächst nichts Gutes. Dass sie es den gesamten Abend über und vor allem bei den Empfehlungen zum Rotwein spürbar nicht auf sich sitzen lassen wollte und mit spannenden und tollen Weinen wieder gutzumachen versuchte, ist ihr hoch anzurechnen.

    Der holprige Beginn wird mit den drei Amuse Bouches, die im auffälligen Setzkasten serviert werden, aber schnell vergessen gemacht. Denn sowohl die Kefir-Kaltschale mit Dill als auch der Matjes mit Kumquat und das Tatar im Rote Bete-Blatt sind apartes, fein abgeschmecktes Fingerfood.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_814.jpeg Ansichten: 74 Größe: 2,51 MB ID: 66746
    Amuse Setzkasten

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_815.jpeg Ansichten: 74 Größe: 2,88 MB ID: 66754Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_816.jpeg Ansichten: 74 Größe: 4,15 MB ID: 66755Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_817.jpeg Ansichten: 72 Größe: 1,92 MB ID: 66753
    Kefir-Kaltschale / Matjes mit Kumquat / Rote Bete mit Tatar

    Zum ordentlichen Brot werden dreierlei Nussbutter sowie ganz außergewöhnlich gutes Kräuteröl gereicht.

    Wieviel Wert Anton Pahl auf eine ästhetische Präsentation seiner Gerichte legt, wird beim ersten Gang sehr deutlich. Als schwarz-weißes Dreierlei inszeniert er die Variation vom Wolfsbarsch mit Kohlrabi und japanischer Kohle. Letztere wird auch für das Grillen auf Binchotan verwendet und lässt sich offenbar auch in essbare Form verwandeln. Hier wird roher Loup de Mer von der Kohle ummantelt und mit einer Sphäre aus Kohlrabicreme und Kokosnuss begleitet. In der Austernschale findet sich ein relativ süß abgeschmecktes Tatar mit einer geeisten Shiso-Perle. Der dünn gehobelte und marinierte Kohlrabi ist von einer süffigen Austernmayonnaise begleitet.
    In dieser ungewöhnlichen Optik bleibt der Fisch zwar eher im Hintergrund, aber alle Komponenten gemeinsam ergeben ein rundes Geschmacksbild.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_81b.jpeg Ansichten: 74 Größe: 3,34 MB ID: 66750Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_81c.jpeg Ansichten: 72 Größe: 1,97 MB ID: 66738Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_81d.jpeg Ansichten: 72 Größe: 2,17 MB ID: 66739
    Loup de Mer / Oystermayo / Kohlrabi / Japanische Kohle

    Elegant gestaltet sich das folgende Gericht, das mit Sellerie, Beurre Blanc und Kaviar einen recht klassischen Akkord durchdekliniert, aber erneut auf recht gekonnte Weise. Der Sellerie ist als Püree in eine Tomatenhülle gearbeitet, die auf Granny Smith-Würfeln platziert ist. Eine schaumige Beurre Blanc liefert säuerliche Akzente, eine ordentliche Nocke milden Kaviars nur dezent jodige Noten. À part ist die Beurre Blanc als Eis gearbeitet auf Apfelwürfelchen und macht sich nicht nur als Temperaturkontrast ganz ausgezeichnet, sondern überzeugt auch geschmacklich voll.


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    Sellerie & Kaviar / Beurre Blanc / Granny Smith

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    Sellerie & Kaviar

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    Beurre blanc Eis & Granny Smith

    Die top gegarte Hiramasa Gelbschwanzmakrele setzt Anton Pahl mit einer Planktoncreme, Seetrauben und gepufftem schwarzen Reis sowie einer mit Bronzefarbe aufgepeppten Limettenjus aufwändig in Szene. Verspielt wird es mit dem gelierten Lego-Männchen aus grüner Tomate, das mutig gewürzt ist. Ich meine, eine kräftige Nelkennote auszumachen.


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    Hiramasa / Grüne Tomate / plankton / Seetrauben

    Es folgt noch eine Erfrischung aus japanischer Gurke, die mit Macadamia und Jalapeno gefüllt ist. Dazu gibt es einen geeisten Gurkendrop und eine Vinaigrette auf Basis von Blutorange. Die tolle Schärfe und Frische justiert die Geschmacksnerven genau richtig auf den folgenden Hauptgang.


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    Japanische Gurke / Jalapeno

    Und der ist nicht weniger als grandios. Drei Scheiben Roastbeef vom japanischen Katana Beef, einer Wagyu-Art, gehören mit zum Besten, das wir an Rindfleisch bisher probieren konnten. Lediglich bei Christian Bau kann ich mich an vergleichbare Qualitäten erinnern. Hier tut Anton Pahl gut daran, dem Fleisch eine Bühne zu geben, die charaktervoll, aber nicht überlagernd ist. Röstzwiebel als Creme und als Crumble sowie Zwiebelsegmente beweisen einmal mehr, wie vielfältig und unterschätzt dieses Gemüse eingesetzt werden kann. Die Tigersauce mit Chili und Yuzu hat eine prägnante, aber nicht unangenehme Schärfe.
    Wo anderswo der Hauptgang gerne mal gegenüber den vorherigen Gängen abfällt, ist hier alles bestechend gut. Mein Göttergatte vergisst ja gerne mal, was er am Tag zuvor gegessen hat. Hier weiß er es noch Tage später. Ein größeres Kompliment kann man kaum machen. Und ich teile es uneingeschränkt.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_824.jpeg Ansichten: 76 Größe: 2,34 MB ID: 66743
    Katana Beef / Roastbeef / Tigersauce / Röstzwiebel

    Beim Dessert ist nicht nur die Namensgebung fantasievoll. Auch die Interpretation von Erdbeere und Heu („Stroh-Berry“) weiß zu überzeugen. Auf dem Hauptteller geht es noch recht reduziert zu mit einer Mousse aus Heumilch, die von Erdbeerpulver ummantelt ist. Dazu gibt es ein Gelee von Champagner und Holunder. Das ist fokussiert und stimmig.
    Im Schälchen à part passiert noch eine Menge mehr. Erdbeeren pur, als Sorbet und Sud, eine Mousse, Sauerkleeöl, Crumble und Knusperblätter sorgen für den abwechslungsreichen Kontrast zum sehr fokussierten Hauptteil.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_825.jpeg Ansichten: 70 Größe: 2,35 MB ID: 66744Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_826.jpeg Ansichten: 71 Größe: 2,39 MB ID: 66745
    Stroh-Berry / Erdbeere / Heu / Sauerklee

    Mit drei Petits Fours (Mohnmousse, Karamell und Sonnenblume), bei denen nun wirklich die verspielte Präsentation eindrucksvoller ist als das Ergebnis, endet ein beeindruckendes Menü.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_827.jpeg Ansichten: 71 Größe: 2,34 MB ID: 66742Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_828.jpeg Ansichten: 74 Größe: 3,75 MB ID: 66752Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_829.jpeg Ansichten: 72 Größe: 3,28 MB ID: 66751
    Petits Fours

    Man mag denken, dass Anton Pahls Küche vor allem mit vordergründiger effektvoller Präsentation beeindrucken will, aber das würde ihr nicht gerecht werden. Denn dazu gibt es auch kreative und durchdachte Kompositionen, die aus dem konventionellen Rahmen fallen. Und manchmal setzen sie auch nur ein prächtiges Produkt prachtvoll in Szene, wie beim Hauptgang, der zu den eindrucksvollsten des Jahres gehört.

    So verlassen wir hochzufrieden den Supermarkt und machen uns auf den Rückweg nach Köln. Der Wein war übrigens nicht nur gut, sondern auch bemerkenswert preiswert.



    Bericht und alle Bilder wie immer auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/setzkasten-duesseldorf/
    Zuletzt geändert von thomashaj; 19.08.2020, 17:53.

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  • Tilla
    antwortet
    Ein Besuch im EDEKA Zurheide Feine Kost ist für mich nicht immer gleichbedeutend mit einer Einkehr im Setzkasten, denn dafür ist das gastronomische Angebot zu groß. Unter anderem kann man sehr gut an der Schinken Bar, der Champagner Club Bar, der Mozzarella Bar oder der Premium Beef Bar (die zu vernachlässigende fünfte Bar ist die Saft und Smoothie Bar) speisen. Nachdem wir uns dort Mitte Oktober 2019 bereits aus den diversen Angeboten eine interessante Auswahl ausgesucht haben, fehlt nur noch ein süßer Abschluss. Diesen finden wir natürlich im Setzkasten.

    „Bierabell“
    Mirabelle / Esmeraldas Schoko / Imperial IPA


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    Das Dessert mit Mirabelle umfasst eine Variation von Hopfen und Malz sowie Original-Beans-Schokolade. Leider wirkt die Komposition nicht so überzeugend wie die vorherigen Nachspeisen, die mich meist restlos begeistern konnten.

    Petits Fours

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_8051.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,31 MB ID: 66714

    Auch hier fehlen Notizen. Die wiederholt variierte Minifigur könnte in der heutigen Ausprägung stärker nach Pistazie schmecken. Bei der zweiten Kleinigkeit fällt der krosse Speck überraschenderweise gar nicht so stark auf.

    Fazit

    Im Vergleich zu den kleinen Portionen aus dem Setzkasten-Menü wirkt diese Bestellung à la carte nicht viel größer. Größer ist jedoch der Gästeandrang, denn nach den ersten Anlaufschwierigkeiten hat sich das Restaurant längst zu mehr als einem Geheimtipp gemausert. Bitte so weitermachen...
    Zuletzt geändert von Tilla; 04.09.2020, 09:58. Grund: Dessert ergänzt

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  • Tilla
    antwortet
    Mein letzter regulärer Besuch im Setzkasten liegt Ende August 2019 bereits über ein halbes Jahr zurück. Darum freue ich mich besonders auf die aktuelle Entwicklung in der Küche. Generell wird mit der Karte viel experimentiert; als häufig wiederkehrender Gast kann man da schnell die Übersicht verlieren. Wir entscheiden uns dennoch für den Klassiker (Setzkasten) und sitzen am Chef’s Table.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7776.jpg Ansichten: 0 Größe: 992,5 KB ID: 66700

    Zum Brötchen wird mittlerweile Nussbutter mit dreierlei Ergänzungen serviert. Die Variante mit gefrorenem Kalbsherz ist zu Beginn direkt mein Favorit und wird auch nicht von der Kresse übertroffen. Die Spitzenposition erobert dann aber eindeutig die Version mit Bottarga, denn dieser Geschmack ist der prägnanteste und angenehm würzig. Das Olivenöl mit Tomatenessenz werte ich eher als Spielerei (die Assoziationsklammer zu einem Labor wir übrigens am Ende wieder geschlossen).

    Gruß

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7778.jpg Ansichten: 0 Größe: 886,2 KB ID: 66701


    Gab es bei meinem ersten Besuch Ende 2018 noch einen dreiteiligen Gruß in einem »Setzkasten«, hat man sich in der Zwischenzeit wohl auf das Menü fokussiert und grüßt daher »nur« mit einem Macaron. Dieses ist mit Gänsestopflebercrème gefüllt und eine gelungene Begleitung zum Champagner.

    „Ceviche“
    Kingfish / Kaviar Limette / Alles von der Gurke


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7779.jpg Ansichten: 0 Größe: 864,5 KB ID: 66702

    Was fällt an diesem Gang zuerst auf? Richtig, die obligatorischen Scheiben Radieschen dürfen auch heute nicht fehlen. Die Konzeption als Löffelgericht – insbesondere der gekonnte Mix an Texturen – gefällt uns sehr gut.

    Maispoularde
    Thai Basilikum / Carabinero / Süßkartoffel


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7787.jpg Ansichten: 0 Größe: 886,5 KB ID: 66703Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7783.jpg Ansichten: 0 Größe: 779,3 KB ID: 66704Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7785.jpg Ansichten: 0 Größe: 802,3 KB ID: 66705


    Der Hauptgang wird auf zwei Tellern präsentiert. Die Maispoularde ist ein Stück zu groß und ragt über den Tellerrand. Weniger ist meistens mehr; zumindest optisch wäre ein kleineres Stück besser gewesen. Wenngleich das Fleisch minimal zäh ist, ergibt sich mit den restlichen Komponenten ein schmackhaftes Gesamtbild. Doch während wir vom zweiten Teller probiere, vergessen wir bereits den verpassten Garpunkt. Denn der Eintopf aus grünem Spargel, Süßkartoffel und Carabinero kommt herrlich schlotzig daher. Auch die Kombination beider Teller gelingt wunderbar.

    „Dill Maker“
    Kefir / Dill / Mango


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7790.jpg Ansichten: 0 Größe: 786,3 KB ID: 66706

    Eine interessante Zusammenstellung, in der der Dill seinen Führungsanspruch deutlich macht. Die nicht ganz runde herb-süße Note macht dieses Dessert zum schwächsten, welches ich bisher in diesem Restaurant gegessen habe – allerdings waren die vier Vorgänger auf einem hohen Niveau.

    Petits Fours

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7791.jpg Ansichten: 0 Größe: 848,0 KB ID: 66707Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7792.jpg Ansichten: 0 Größe: 890,0 KB ID: 66708Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_7793.jpg Ansichten: 0 Größe: 757,8 KB ID: 66709

    Den Abschluss bilden eine Yuzu-Praline (die noch gut zum vorherigen Dessert passt), eine intensiv schmeckende Karotten-Ingwer-Minifigur glibberiger Konsistenz und die am Anfang erwähnte Klammer zum Laborkontext wird mit einem Trinkjoghurt aus dem Reagenzglas geschlossen. Offen bleibt am Ende allerdings ob es sich dabei um rechts- oder linksdrehende Milchsäure handelt.

    Fazit

    In meiner Abwesenheit hat ganz klar eine positive Entwicklung stattgefunden: Das Niveau wird nun konstanter über den Abend gehalten und die Kreationen wirken präziser. Ihre verspielte Art des Kochens hat sich die Küchencrew jedoch erhalten. Sie probiert kontinuierlich Neues aus, wird darin aber immer sicherer. Es macht immer wieder Spaß im Setzkasten für einen kurzen Augenblick zu vergessen, dass man eigentlich die ganze Zeit in einem Supermarkt sitzt. Gäbe es bei EDEKA Zurheide Feine Kost nicht so viele weitere tolle gastronomische Angebote, wäre ich noch viel häufiger hier und mein nächster Bericht würde nicht erst im Jahr 2o20 erscheinen...
    Zuletzt geändert von Tilla; 16.08.2020, 22:27.

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  • Tilla
    antwortet
    Dieser Bericht basiert auf der Darbietung vom 1. Gourmet Festival Ende März 2019 im EDEKA Zurheide Feine Kost. Ich führe den für dieses Event präsentierten Setzkasten deshalb hier mit auf, da es für das gleichnamige Restaurant ein Heimspiel ist. Im Gegensatz zu allen anderen Teilnehmern können Anton Pahl und Egor Hopp nämlich in der eigenen Küche sowie mit der eigenen Mannschaft kochen. Die kulinarischen Eindrücke von diesem Tag sind sehr umfangreich und der Charakter der Veranstaltung verbietet Notizen – darum für Sie nur ein kleiner Eindruck.

    Gelbflossenmakrele
    mit fermentiertem Buchweizen


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    Der fermentierte Buchweizen ist schön cremig, stört jedoch die festere Gelbflossenmakrele an ihrer vollen Entfaltung.

    Kalbsbacke
    mit Sellerie, Sesam und Entenleber


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    Eine gute Kombination, in der alle Zutaten wie ein Zahnrad ineinandergreifen und in einer tiefen Sauce gleich einem Schmiermittel Unterstützung finden.

    Gurke, Maracuja, Kokos


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    Bei diesem erfrischenden Dessert stimmt von den Aromen, den Texturen, den Temperaturen und den Proportionen einfach alles – mittlerweile nicht mehr überraschend für mich.

    Fazit

    Im Rahmen des Festivals sortiere ich diese Küchenleistung im guten Mittelfeld ein. Der nächste reguläre Besucht steht schon bald wieder an…
    Zuletzt geändert von Tilla; 09.08.2020, 23:10.

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  • Tilla
    antwortet
    Keine sechs Wochen später, also Mitte Februar 2019, teste ich den Business Lunch (zum Preis von 34,90 Euro inklusive einer kleinen Flasche Mineralwasser). Sie ahnen es schon: Durch meine Spontaneität habe ich mein Notizbuch nicht dabei, sodass ich mich nur auf meine Erinnerungen berufen kann.

    Weiterhin startet das Menü direkt. Da es beim Brot keine Veränderung gibt, lasse ich dieses außen vor.

    Starter
    Beef Brûlée / Ponzu-Gel / Hollandaise

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_6239.jpg Ansichten: 98 Größe: 1,28 MB ID: 66677

    Der sogenannte Starter wird als, wenn man das nach noch nicht einmal einem Jahr überhaupt sagen darf, Klassiker angekündigt. Das Rindfleisch wird von einer gebrannten Hollandaise bedeckt. Durch die üppige Portionierung der Hollandaise nimmt man vom Fleisch nur die Textur wahr. Die Säure des Ponzu-Gels schafft es nicht die dominierende Süße einzufangen Das schmeckt alles nicht wirklich überzeugend. Wenn dieser Teller wirklich ein Klassiker ist, dann muss heute etwas schiefgelaufen sein.

    Cobia
    Lila Süßkartoffel / Mango / Sauerampfer

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_6240.jpg Ansichten: 95 Größe: 629,9 KB ID: 66678

    Die Küchenmannschaft ist noch sehr jung. Dass ihr Chef Anton Pahl heute nicht zugegen und sein Stellvertreter Egor Hopp selbst als Gast bei Juan Amador in Wien ist, merkt man dem folgenden Gang an. Der Garpunkt wurde deutlich verpasst (ebenso wie der Autofokus beim Foto). Die säuerlich-süße Sauce aus Sauerampfer und Mango passt trotzdem gut zum Fisch. Die lila Süßkartoffel wird als Crème und Püree dargeboten. Mit mehr Präzision hätte das ein gar nicht mal so schlechtes Zwischengericht werden können.

    Pluma Iberico
    Soja / Möhren Kunterbunt / Sesam

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_6241.jpg Ansichten: 97 Größe: 668,5 KB ID: 66679

    Deutlich besser wird es dann beim Hauptgang. Pluma (deutsch Feder) ist ein flacher Cut aus dem vorderen Rücken vom, in diesem Fall, Iberischen Schwein. Das Fleisch ist sehr zart und deutlich besser gegart als der Cobia zuvor. Kunterbunte Möhren stelle ich mir anders vor, aber zwei Farben sind bunter als eine. Nichtsdestotrotz unterstützen sie ebenso wie die Sauce auf Sojabasis das Hauptprodukt, ohne jedoch zu viel von dessen Eigengeschmack zu überdecken. Der geröstete Sesam liefert etwas Crunch. Bisher der stärkste Gang.

    Schokoladen Parfait
    Ananas / Curry

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_6242.jpg Ansichten: 95 Größe: 639,0 KB ID: 66680

    Zum dritten Mal in Folge, das nennt man wohl Hattrick, bereitet mir die Nachspeise das größte Wohlgefallen. Das schokoladige Parfait hat einen schönen Schmelz. Passend dazu gesellt sich eine leicht säuerliche Ananas pur in Stückchen. Zweierlei Crumble wirken sich positiv im Wechselspiel der Texturen aus. Worin genau das Currypulver verarbeitet wurde kann ich nicht mehr erkennen, für den Geschmack ist es aber essenziell. Alle weiteren Zubereitungen (Crème, Gel, Sauce) sind darüber hinaus fein austariert.

    Fazit

    Eine Woche nach diesem Essen verleiht der Guide Michelin dem Setzkasten eine Assiette. Zum Zeitpunkt meines Besuchs wusste man bereits, dass man in der Ausgabe für 2019 geführt werden wird. Insgeheim gehofft hat das Team wohl auf den ersten Stern. Die damalige Entscheidung kann ich jedoch nachvollziehen, denn besonders die Schwankungen innerhalb eines Menüs und auch zwischen zwei Besuchen in kurzem Abstand sind letztendlich zu groß für diese Würdigung. Doch das vorhandene Potenzial ist deutlich erkennbar…
    Zuletzt geändert von Tilla; 12.08.2020, 21:07.

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