Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Schote in Essen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Schote in Essen

    Der durch die Sendung "Lanz kocht" bekannt gewordene Chefkoch Nelson Müller des Restaurants "Schote" in Essen Rüttenscheid, Emmastr. 25, hat von GM 2011 nur 13 Punkte erhalten. Aufgrund der GM Beschreibung hätten es aus unserer Sicht aber 15 Punkte sein müssen.

    Also sind wir (6 Personen, alle mit *** Erfahrung) kürzlich dort eingekehrt, um mal zu testen was denn der Herr Müller so zu bieten hat

    Alle waren positiv überrascht, ja sogar begeistert.

    Nach einigen soliden Amuse folgte als Vorspeise:

    > Variation vom Hummer
    mit Granny Smith Wasabi Mousse
    Volle **
    25,00 EUR

    Es folgte 3x:
    > Lammrücken in Baharat gebarten
    mit Auberginen Confit, Artischocken und Rosenjus
    34,00 EUR

    Und 3x:
    > Filet vom Herford Rind
    mit mild geräuchertem Paprika, Gnocchi Romana und schwarzem Knoblauch.
    35,00 EUR

    Dessert:
    > Quarkauflauf mit Mohneis und eingelegten Pflaumen
    15,00 EUR

    Gute Weinkarte, Weine ab 30 EUR.:cheers:

    Selten haben wir ein derart unterbewertetes Resaurant erlebt.
    Alle waren mit dem Essen hochzufrieden.
    In allen Belangen *+, eher deulich in Richtung ** tendierend.

    Einziger Anlass zur Kritik war die jammervoll kleine Portion des Filets.
    Als Herr Müller später nach unserer Zufriedenheit fragte, habe ich ihm das auch sehr deutlich gesagt.
    Es wurde wohl irrtümlich die Menüportion serviert.

    Der Service - freundlich, aufmerksam, kompetent.

    Fazit:

    Erfreulicherweise gibt en nun in Essen und erweitert in ganzen Ruhrgebiet neben der Residence und Nero, (beide in E. Kettwig) ein weiteres Gourmetrestaurant.

    Wir werden Wiederholungstäter sein und beim nächsten Besuch das große Menü probieren.

    Hier nach das aktuelle Menü:

    Fois gras mit Valrhona Grand Cru Schokolade
    und dreierlei Feigen
    ******
    Cannelloni vom Bachsaibling
    mit grünem Spargelfrikassee und Traubensenfsauce
    ******
    Sautierter Rochenflügel mit Zitrusfrüchten,
    Kapern und Curryschaum
    ******
    Filet vom Herford Rind
    mit mild geräuchertem Paprika, Gnocchi Romana und schwarzem Knoblauch
    ******
    Créme Brûlée von der Kumaboschokolade
    mit Orangen- Oliveneis und Flugmangos
    89,00 EUR
    78,00 EUR ohne Bachsaibling
    Gruß
    Soriso

  • #2
    Ich gebe eines gerne zu : Ich kann diese Fernseh-Quatsch-Köche partout nicht ausstehen. Viel Rauch um nichts, Hauptsache man sorgt für ein bisschen Show und ein wenig Aufregung. Die Promotion des eigenen Gewürzsortiments nicht zu vergessen.
    Nelson Müller hingegen war die paar Male, als ich mich aus purer Freitagabendlangeweile der Lanz kocht-Show hingegeben habe , erfrischend anders. Ein richtig sympathisch Kerl, der nicht zur Sorte der Selbstdarsteller gehört.
    Umso mehr freut es mich, wenn man bei ihm gut speisen kann. Vielen Dank für den Bericht, ich war sehr überrascht.

    Bar de ligne

    Kommentar


    • #3
      Zitat von bar de ligne Beitrag anzeigen
      Nelson Müller hingegen war die paar Male, als ich mich aus purer Freitagabendlangeweile der Lanz kocht-Show hingegeben habe , erfrischend anders. Ein richtig sympathisch Kerl, der nicht zur Sorte der Selbstdarsteller gehört.
      Umso mehr freut es mich, wenn man bei ihm gut speisen kann. Vielen Dank für den Bericht, ich war sehr überrascht.
      Bar de ligne
      Ich hätte wohl besser erst nach mindestens 3 Besuchen des Restaurants Schote über die Kochkunst von Nelson Müller berichten sollen.

      Ein zweiter Besuch im April 2011 ergab das hier:

      Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und Wunder dauern etwas länger....

      A la Cart war nicht möglich
      Es wurde nur ein Menü angeboten.
      Der Hautgang war austauschbar.

      > Nicht nennenswerte Amuse
      > Geschmacklich wenig überzeugende Seezungen-Röllchen - naja.
      > Ein geschmackloses und zähes Schwarzfederhuhn, was jede gute Hähnchenbraterei besser macht.
      > Irgend ein Stück Rind-Fleisch (kein Filet), begleitet von guten Beilagen - naja.
      > Ein Stückchen Käse - an das ich mich nicht mehr erinneren kann.
      > Ganz schwaches und nicht erwähnenswertes Dessert.

      Der zweifelhafte Menü-Spaß kostete 90€.

      Somit sind die vom GM vergebnen 13 Punkte völlig ok.
      Zuletzt geändert von soriso; 07.05.2011, 17:33.

      Kommentar


      • #4
        Werter soriso,

        wir waren im Februar diesen Jahres mit vier Personen in der „Schote“ speisen und ich war ebenso wie Sie nicht recht begeistert von diesem Besuch. Warum, werde ich im Folgenden kurz erläutern:

        Das Eckrestaurant in Essen-Rüttenscheid ist von der Größe her sehr überschaubar, was kein Problem darstellen würde, wäre es nicht derart mit Tischen zugepflastert, sodass man, wie in unserem Falle, den Nachbarn vom Nebentisch fast auf dem Schoß sitzen würde. Die Einrichtung selbst ist Geschmacksache, für mich war der Mix aus afrikanischen Stoffen und schwülstigen Kronleuchtern etwas gewöhnungsbedürftig. Der Service war angenehm zurückhaltend und höflich, die Weinberatung dagegen hätte ein wenig kenntnisreicher ausfallen dürfen.

        Nun aber zur Küche und vor allem zum durchaus kritikwürdigen Preis-Leistungsverhältnis: Unsere Tischgesellschaft wählte geschlossen (wobei einzelne Gänge getauscht wurden) das 5-gängige Menü „Culture“, dessen Name sich einem im Nachhinein nicht vollends erschloss, denn großartige Esskultur wurde nicht durchgehend geboten. Alle Einzelheiten und Elemente der Gerichte sind mir leider nicht mehr im Gedächtnis geblieben, was sich bei mir aber eingebrannt hat, war die Tatsache, dass ich selten ein Restaurant nach einem abendfüllenden Menü so hungrig verlassen habe wie seinerzeit die „Schote“. Mir schien durchgehend die (ziselierte und sehr „übersichtliche“) Präsentation der Gerichte im Vordergrund zu stehen, was leider bei allen Gängen zu Lasten der Portionsgröße ging: Das Amuse Bouche musste man in seiner neckischen Sardinenbüchse förmlich suchen und der Fasan zum Hauptgang hatte sich in einer solch homöopathischen Dosis auf dem Teller verloren, dass man ihn mit einem Gabelstich „erlegt“ bzw. zu sich genommen hatte. In meiner Verzweiflung, nicht satt zu werden, schob ich noch einen nicht im Menü vorgesehenen Käsegang ein, der mir mit seinen drei akkurat aufgereihten Stückchen in Briefmarkengröße auch nicht unbedingt weiterhalf. Das darauffolgende Dessert (ich glaube es war ein Quittensüppchen mit Schokoladenperlen) bestach diesmal nicht durch seine minimale Portionsgröße, sondern durch seine enorme Süße und Zähflüssigkeit.

        Als Fazit bleibt, dass ich die Küchenleistung selbst im 14 bis 15 (Gault-Millau-) Punktebereich ansiedeln würde, da sie eigentlich (bis auf das Dessert) durchaus solide abgestimmte und damit recht stimmige Kreationen auf den Teller bringt. Leider leiden alle Gerichte unter der zu geringen Portionsgröße, sodass sich viele Elemente auf dem Teller (meist die Soßen oder Beilagen, teilweise aber auch die Hauptakteure wie Fisch oder Fleisch) aufgrund ihrer minimalistischen Dosierung nicht behaupten können und so teilweise wenig zu einem (von der Küche wahrscheinlich durchaus gewünschten) Gesamtakkord beitragen können, weil sie einfach kaum herausschmeckbar sind. Schlimmer aber wiegt es in diesem Zusammenhang, dass es einen nach einem Menü, welches (mit dem dazu georderten Käsegang) immerhin mit über 100 Euro pro Person zu Buche schlägt, noch nach einem zünftigen Besuch in einer der umliegenden Currywurstbuden gelüstet, da der Magen aufgrund dieses Rückfalls in längst vergessen geglaubte Nouvelle-Cuisine-Zeiten noch gewisse Kapazitäten frei hat…..

        Kommentar


        • #5
          Meine Eltern sind inzwischen auch ein wenig auf den Geschmack der Sterneküche gekommen. Das Problem ist nur, in ihrer Umgebung ist eine gewisse Ballung der Fernsehköche – Frank Rosin, Björn Freitag, Nelson Müller, das sind ziemlich die nächstgelegenen Sterneadressen. Inzwischen hatten auch Kollegen meiner Mutter von ihrem neuen Interessengebiet erfahren und ihr zu einem besonderen Anlass einen Gutschein für die Schote geschenkt. Daher ging es für uns anlässlich des Weihnachtsfests in das Essener Restaurant, dass sich ja – wie die kürzlich vorgelegt, etwas obskure Rangliste belegte, nicht über Zustimmung des Publikums beschweren muss.

          Die Räumlichkeiten des Restaurants waren vermutlich früher mal eine klassische Eckkneipe. Es ist durchaus geschmackvoll eingerichtet, aber die Tische stehen recht eng. Für die Mitarbeiter im Service ist es sicher nicht einfach, dort zu arbeiten. Das heißt: Lebendige Atmosphäre dürfte normal sein. Zum Weihnachts-Mittagessen kamen alle Gäste relativ zeitgleich und es gab ein 4-Gang-Menü mit der Möglichkeit, einen Gang zu wechseln. Üblicherweise sind aber drei Menüs und à-la-Carte-Gerichte im Angebot. D.h. wenn Gäste zu unterschiedlichen Zeiten kommen und gehen, kann es sicher schon mal unruhig sein.

          Die Gerichte des Weihnachtsmenüs hatten keine Überschneidungen mit der derzeit auf der im Internet publizierten regulären Karte. Preislich blieb es in dort ersichtlichen Rahmen, mir schien aber es sollte mit der Verwendung von klassischen Gourmet-Zutaten, wie Hummer und Trüffel ein wenig Luxus-Gefühl verbreitet werden.

          Das Essen begann mit drei kleinen Fingerfood-Happen. Schmackhaft, aber nicht besonders aufregend: einmal etwas mit Kürbis, dann mit einem Fisch und Blutwurst.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03230.jpg
Ansichten: 1
Größe: 95,1 KB
ID: 49316

          Das größere Amuse waren zwei Lachs Sashimi-Scheiben, eine Erbencreme und eine in Folie gereichte Kartoffel mit einer weißen Creme und etwas Kaviar. Der Lachs war sehr fein und dezent gebeizt, die Erbsencreme sehr frisch. Die Kartoffel zeigte das typische Aroma des Gemüses in erfreulicher Intensität. Dies alles war nicht aufregend, aber ordentlich gemacht und geschmacklich schön.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03231.jpg
Ansichten: 1
Größe: 93,8 KB
ID: 49317

          Der erste Gang, Dreierlei Hummer, Blumenkohl, Madagascar Vanille, Granny Smith Apfel war eine gelungene Kombination. Der in Scheiben geschnittene Hummer war gut gegart und hatte eine schöne Konsistenz. Das Croustillant war – und das ist ja auch schon was- kaum vom Frittier-Geschmack überlagert. Nicht so gut gefallen, hat mir die Creme. Sie war merklich mit Cognac abgeschmeckt, für mich kam dieser etwas zu sehr nach vorn (was übrigens für alle mit Alkohol abgeschmeckten Saucen im weiteren Verlauf galt), so dass sie leicht alkoholisch wirkte. Überzeugend waren allerdings die Sauce von Granny Smtih, die Apfelkügelchen und die Creme vom Blumenkohl. Alles empfand ich als optimal miteinander verwoben und aromatisch gut ausbalanciert.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03235.jpg
Ansichten: 1
Größe: 95,0 KB
ID: 49318

          Als zweiten Gang wählte ich Pochierten Zander in Gänselebersauce, Rosenkohl, rotes Zwiebelgel. Der Zander überzeugte geschmacklich. Die Gänselebersauce – außer dem hier wieder auftretenden leicht alkoholischen Geschmack – war zwar intensiv mit dem Fisch dennoch in guter Balance. Am besten schmeckte die Kombination aus Sauce und Fisch zusammen mit Rosenkohl. Dieser war als ganzes Röschen auf dem Teller. Somit war sein frischer Aspekt nach einigen Happen nicht mehr einsetzbar. Ein paar Rosenkohlblätter oder etwas Creme hätten das Gericht sicher noch aufgewertet. Das Zwiebelgel unterstützte die Kombination durchaus, aber konnte die Intensität nicht weiter in Richtung Fisch-Rosenkohl ziehen, um den schönen Gegensatz zu der Sauce durchgängig zu ermöglichen. Trotzdem auch dieses Gericht gefiel mir.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03238.jpg
Ansichten: 1
Größe: 94,3 KB
ID: 49319

          Schwachpunkt des Menüs war leider der Hauptgang, Rosa gebratene Barberie Entenbrust an Perigord Trüffelsauce, Kartoffel-Pilz-Strudel, Feigenrotkohl, und zwar in zweierlei Hinsicht: konzeptionell war dieses Gericht klassisch angelegt, so dass ich es zunächst nicht als störend empfand, dass alle Aromen ineinander flossen. Aber das Rotkohl, die Füllung der Ente und deren Würzung an der Außenseite sowie die Sauce waren zusammen derart intensiv, dass es dann doch zu viel des Guten wurde. Es war einfach nur noch Würze auf meiner Zunge. Hinzu kam bei meinem Teller, dass die Entenbrust zwar schön rosa gegart war, aber zumindest meine Portion war wohl schon geraume Zeit vor dem Servieren aufgeschnitten worden, ggf. wurde sie länger warm gehalten. Die Schnittflächen waren jedenfalls trocken und im Mund bildete sich mit der würzigen Füllung schnell eine ziemlich matschichige Fleisch-Konsistenz. Das Kartoffelpüree kühlte – trotz warmer Teller – recht schnell aus, es war vielleicht auch schon länger auf dem Teller, als es für eine optimale Präsentation gut gewesen wäre. Aus der angebotenen Weinbegleitung hatte ich einen 2007er Gigondas, der pfeffrig, gut temperiert und damit mit einer schönen Frische an den Tisch kam. Das hat mich dann entschädigt, für das Gericht, dass ich mal in die Kategorie 13 bis 14 GMP einstufen würde.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03242.jpg
Ansichten: 1
Größe: 91,7 KB
ID: 49320


          Als Dessert folgte dann Feines von der Williams Birne. Spekulatiuseis und Portweinsabayone. Sehr schön war das Spekulatiuseis, die Würze war klar erkennbar, aber überdeckte die übrigen Beteiligten nicht. Die Birne, die nochmal auf einem intensiveren Spekulatius-Krümel-Teig gelagert war, war etwas problematisch zu Essen, da sie in einem Stück auf dem Teller stand. Hier hätte sinnvollerweise ein Messer gereicht werden sollen, um sie ungefährlich in kleinere Stücke zu teilen. So wäre es möglich gewesen, die schöne Frucht-Würze-Kombination durchgängig zu schmecken. Dennoch würde ich das Dessert als gelungen bezeichnen.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03245.jpg
Ansichten: 1
Größe: 92,0 KB
ID: 49321

          Zum Schluss gab es noch einige gute Petit Fours.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC03247.jpg
Ansichten: 1
Größe: 97,8 KB
ID: 49322

          Bei diesem Weihnachtsmenü kamen also aromatisch bewährte Kombinationen auf den Tisch. Weitenteils hat es mir gefallen, ohne, dass besondere Ausrufezeichen gesetzt wurden. Ich sehe die Bewertungen der Führer gegenwärtig als angemessen an.
          Die drei Mitarbeiterinnen im Service und Sommelier Christian Soltys verbreiteten eine ruhige, angenehme und unaufgeregte Atmosphäre.

          Kommentar

          Lädt...
          X