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Wein- und Tafelhaus Trittenheim, *

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  • Wein- und Tafelhaus Trittenheim, *

    - aus dem alten Forum vom Mai 2009 - ich kopiere mit Absicht Artikel zu solchen Restaurants, von denen nicht häufig oder gar nicht berichtet wird -


    Hallo, lieber Forumianer,

    zum Schluss unseres Moselurlaubs beschlossen wir spontan, dem Wein- und Tafelhaus in Trittenheim einen Mittagsbesuch abzustatten. Trotz diverser Aufenthalte in der Gegend waren wir noch nie in diesem Restaurant, ein diffuses Bauchgefühl hielt mich immer davon ab. Zu Unrecht, wie wir inzwischen wissen.

    Das Intérieur wirkte sehr angenehm, licht und geräumig, der Blick nach draußen fiel auf die Weinberge, genauer gesagt auf die Trittenheimer Apotheke. Der Service hatte eine ungezwunge Freundlichkeit und das Essen war den Stern wert, den Küchenchef Oos hat. Die Speisenauswahl bestand aus zwei Menüs und diversen A-la-carte-Gerichten, die sich teilweise auch in den Menüs wiederfanden. Wir entschieden uns für das kleine Menü, genannt „bodenständiges Menü“. Vier Gänge für 59 Euro. In Anbetracht dessen, was uns erwartete, ein reeller Preis.

    Die Küche schickte einen mediterranen ersten Gruß in Form einer „Minipizza“ und einer Art Bruschetta. Danach folgten verschiedene Brotsorten mit unterschiedlichen Aufstrichen (Frischkäse, Tapenade und Traubenkernöl zum Dippen). Der eigentliche Gruß war bereits eine Kostprobe, was der Koch so kann. Ein Paprikasüppchen (herrlich geschmacksintensiv), ein Lachstartar und eine Tafelspitzsülze auf Linsen wurden serviert. Alternativ für letzteres gab es für mich eine Garnele auf asiatischem Gemüse. Vielleicht waren diese drei Komponenten einem Drei-Gang-Menü nachempfunden – es mag aber auch sein, dass ich da zu viel reininterpretiere. Geschmacklich insgesamt sehr fein.

    Gang 1 des Menüs waren Saibling (gebeizt, geräuchert und als Tartar) und Spargelsalat – wunderschön angerichtet übrigens. Ich wiederhole mich: sehr fein. Was nicht zuletzt an den sehr guten Produkten lag.

    Gang 2 kam als Spargelcrèmesüppchen mit Krustentierravioli. Hier fiel uns dann das erste Mal überdeutlich auf, dass es die Küche sehr gut mit ihren Gästen meint. Wow, was für ein Suppenteller! Bereits der erste Gang war uns als recht opulent aufgefallen, der zweite schloss nahtlos an. Geschmacklich war die Suppe wunderbar, sehr intensiv spargelig. So intensiv, dass die Ravioli ein wenig untergingen. Eigentlich hätte es sie auch gar nicht gebraucht, die Suppe stand auf eigenen Beinen.

    Gang 3 für Mo-Ma: Perlhuhnbrust mit Kohlrabi und Kartoffelpaunzen (eine Art Gnocchi). Er sagt: „Solide Hausmannskost im besten Sinne.“ Auch wenn der geneigte Leser es kaum glauben mag, Mo-Ma stöhnte ob der Portionsgröße!!!

    Gang 3 für mich war gleichzeitig mein Menü-Highlight: Seezungenröllchen mit Spinat und Pommerysenf-Sauce, dazu Kartoffelmousseline. Abgesehen davon, dass ich es ein wenig affig finde, ein wirklich sehr gutes Kartoffelpüree als „Mousseline“ zu bezeichnen, war ich mit diesem Gang hochzufrieden. Die Seezunge war wunderbar zart, der Spinat umschmeichelte sie förmlich. Die Sauce brachte den letzten Kick. Wirklich sehr schön.

    Gang 4 war – nach einem kleinen Joghurt-Pre-Dessert – dann für das Dessert reserviert und nannte sich Sorbetteller. Für uns der schwächste Gang, weil im Vergleich zu den anderen Gängen ein wenig langweilig.

    Insgesamt ein wirklich gutes Essen, dass seinen Preis wert war. Zumal auch die Preise für Getränke sehr moderat kalkuliert sind. Für ein Glas feinherben Riesling von Grans-Fassian sind 4,80 Euro wahrhaftig nicht viel. Weine der Region sind allesamt auf der Weinkarte extrem fair bepreist und liegen nur wenig über dem Einkaufspreis. Da gab es beispielsweise einen Riesling von Fritz Haag für knapp über 30 Euro. Wo gibt es das sonst? Auffallend übrigens auch das recht umfangreiche Angebot an halben Flaschen.

    Apropos Wein: Eine Fundgrube für Moselwein-Liebhaber ist die dem Haus angeschlossene Vinothek, in der es alle Weine der Weinkarte zu kaufen gibt – und das ebenfalls zu sehr guten Preisen. Und hier liegen sie dann alle versammelt, die in der Region Rang und Namen haben. Haag, Haart, Prüm, Clüsserath-Weiler, Molitor, Kuntz, Egon Müller, van Volxem und und und. Wer hier einkauft, spart eine Menge Zeit und Benzin.

    Es sind nicht alle ganz großen Weine der Topwinzer erhältlich, aber eine repräsentative Auswahl und das zu Gutspreisen – mit dem Vorteil, dass man hier im Gegensatz zu den meisten Topgütern auch als Endverbraucher einkaufen kann. Uns packte im Laden ehrlich gesagt die Raffgier, die wir allerdings in Anbetracht unserer schon vorher getätigten Einkäufe zügeln mussten. Aber das ein oder andere Fläschchen fand dann doch noch Platz im Kofferraum.

    Fazit: Ein lohnender Besuch, der die Erwartungen an ein *-Sternehaus voll erfüllt. Und ein wirklich empfehlenswertes Schnäppchen für Weinliebhaber der Region. Denen retten die Gästezimmer des Hauses unter Umständen den Führerschein.

    Herzlichen Gruß
    Morchel (Mo-Ma wie immer als Souffleur)

  • #2
    Hallo zusammen,

    zur Abrundung der wertvollen aktuellen Morchel-Informationen (herzlichen Dank!) hier noch zwei Sätze zum Wein- und Tafelhaus in Trittenheim. Mit * und den 16 GM deckt sich auch unser Eindruck. Herr Oos hat uns mit zwar eher konservativen Gängen im großen Menü mit (nahezu) perfektem Handwerk voll und ganz überzeugt. Besondere Pluspunkte bedürfen der Erwähnung: die vom Service verbreitete Atmosphäre ist überaus herzlich und wohltuend, Frau Oos ist eine zurückhaltend und souverän agierende Restaurantleiterin, die überdies über ein bemerkenswertes Weinwissen verfügt. Entsprechend interessant ist die Weinkarte, bei der man naturgemäß regional besonders aus dem Vollen schöpfen kann. Die Preisgestaltung der Weine ist mehr als kundenfreundlich. Nach dem kulinarsichen Abendvergnügen wartet ein sehr geschmackvoll eingerichtetes Zimmer mit Blick auf die Mosel und die Trittenheimer Weinberge. Da unser Reisezweck in erster Linie die Jahrgangsverkostung des 2009ers (überragend, besonders die Saar-Lagen) bei Nic Weiss war, passte der Abschluss des Tages perfekt.

    Beste Grüße
    Daurade

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    • #3
      Das kann jetzt aber nicht sein, dass Sie auch an der Mosel waren, und mir nicht Bescheid gegeben haben.

      :heulen:

      PS: Das Wein- und Tafelhaus haben wir dieses Mal leider nicht geschafft. Waren Sie auch in der Vinothek?

      Kommentar


      • #4
        Verehrte morchel,

        der Besuch im St. Urbanshof war der eigentliche Grund der Moselreise. Die Jahresverkostung bei Nic Weiss ist immer wieder eine perfekte Lehrstunde zum Thema Weinbereitung. Für die Boutique hatten wir wegen Terminen auf der Rückreise leider keine Zeit. Weiteres P.N.

        Beste Grüße
        Daurade

        Kommentar


        • #5
          Wertes Forum,

          von unser Moselreise möchte ich über ein Restaurant berichten über das hier schon länger nichts geschrieben wurde, das Wein- & Tafelhaus in Trittenheim.



          Ich hatte mich für das 4 Gänge Menü für 79,00 € entschieden.

          Vor dem Menü wurde etwas Baguette mit Butter und einer Oliventapenade gereicht.



          Als erstes Amuse Gueule gab es eine Ziegen-Tomatentarte, sehr zart und fluffig mit dezentem Ziegenaroma und feiner Säure der Tomate. Eine gebackene, mit rohem Schinken gefüllte Olive, sie hatte eine leicht knusprige Hülle mit kräftigem Aroma und hausgemachte Kartoffelchips. Sehr lecker.



          Als zweites Amuse Gueule gab es eine Atlantik Makrele mit etwas Rucola auf einem Cous Cous mit einem kalten Tomatensüppchen. Die Makrele hatte eine krosse Haut und war zart mit einem feinen Aroma, das Süppchen war leicht pikant gewürzt, sehr lecker.

          Crepinette von der Wachtelbrust und Entenstopfleber mit Pfifferlingsalat und gebackenem Wachtelei



          Die Crepinette von der Wachtelbrust war mit Entenleber gefüllt und mit etwas Farce und einem Wirsingblatt umhüllt, sehr zart und saftig mit einem feinen Aroma. Dazu gab es etwas Salat (Frisee und Feldsalat), Pfifferlinge und ein paniertes Wachtelei. Sehr lecker, Klasse.

          Kaisergranat und Tempura von der Bio-Garnele mit rotem Thai-Curry, Kokosmilch und asiatischem Gemüse



          Der Kaisergranat war wunderbar zart und mit etwas Kokosraspeln bestreut, die Garnelen in Tempurateig gebacken. Dazu gab es etwas asiatisches Gemüse, ein mit Zitronengras aromatisiertes Gemüseröllchen und ein paar kleine Ananaswürfel. Die Sauce hatte durch Thai-Curry und Kokosmilch eine feine Schärfe und eine exotische Note. Vielschichtige feine Aromen, sehr lecker, Klasse.

          Rücken vom heimischen Reh mit Kornelkirschsauce, Karottenpüree, Karotten-Ingwerstrudel und Wasabischaum



          Der Rehrücken war perfekt gegart, zart saftig und aromatisch. Dazu gab es ein Karottenpüree mit etwas Wasabischaum, ein Karotten-Ingwer Röllchen, Apfelkügelchen und eine aromatische Kornelkirschsauce. Ingwer wurde nur sehr dezent eingesetzt, der Apfel gab etwas Säure und der Wasabi einen Hauch Schärfe. Sehr lecker, Klasse.

          Törtchen von der Walnuss und Zwetschgentasche mit Portweinschaum und Quark-Limetteneis



          Als Dessert gab es ein Walnusstörtchen mit einem Walnussmousse, eine mit Zwetschgenmus gefüllte Zwetschgentasche, etwas Zwetschgenkompott, ein Quark-Limettensorbet und ein Portweinschaum. Sehr lecker, das Sorbet hatte aber einen leicht bittere Note. Das Dessert konnte leider nicht ganz an die Qualität der vorangehenden Gänge anknüpfen.

          Zum Abschluß gab es noch ein paar Pralinen.

          Ursprünglich hatte ich nicht vor dieses Restaurant zu besuchen aber Maître Jérôme Pourchère vom GästeHaus Klaus Erfort empfahl uns dieses Restaurant besonders und ich habe diesen Besuch nicht bereut. Leider blieb dafür nur der Mittag und ich hätte gerne auch das große Menü probiert.

          Im Rahmen dieser Reise, eigentlich war er dafür der Anlaß, habe ich endlich den Gutschein für Victor's Gourmet-Restaurant einlösen können den ich hier im Forum gewonnen hatte. Bau und Erfort waren denn auch der Höhepunkt der Reise, sowohl kulinarisch als auch von Service. So eine Wohlfühlatmosphäre schaffen nicht viele, mir fallen da nur noch das Falco und das Sonnora ein. Ein bischen schade war nur das wir bei Bau 3 der 5 Hauptgänge in recht ähnlicher Form schon letztes Jahr hatten.

          Gruß
          Jürgen

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          • #6
            Zitat von Jürgen3D Beitrag anzeigen
            Das Dessert konnte leider nicht ganz an die Qualität der vorangehenden Gänge anknüpfen.
            Da deckt sich Ihr Eindruck ja ganz gut mit dem von Frau Morchel vor drei Jahren... Ich finde, die Teller sehen für das Preisniveau recht fein gearbeitet aus. Besten Dank für den Bericht! Was die von Ihnen bedauerte 3:5 Quote bei Bau betrifft: Waren Sie letztens vielleicht zur selben Jahreszeit da? Das könnte ja eine Erklärung sein.

            Grüße, Mohnkalb

            PS Und was waren denn bei Erfort bzw. Bau Ihre persönlichen Highlights?

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            • #7
              Das wundert mich auch etwas. Kaum ein ***-Koch in D hat eine dynamischere Karte als Christian Bau. Wir waren in den letzten 12 Monaten nun dreimal dort und es gab kaum Überlappungen zwischen den Gängen. Wenn ich auf die aktuelle Voyage schaue, sind da von 18 Gängen und 6 Amuse gerade eimal 4 Gänge und 3 Amuse, die es schon vor 3 Monaten oder länger gab (und selbst diese sind nicht zu 100% identisch). Viel mehr Wechsel geht doch kaum ?

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              • #8
                Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                Waren Sie letztens vielleicht zur selben Jahreszeit da? Das könnte ja eine Erklärung sein.
                Wir waren letztes Jahr im Juni dort.

                Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                Und was waren denn bei Erfort bzw. Bau Ihre persönlichen Highlights?
                Bei Bau waren es klar die Desserts und die Amuse, bei Erfort Gänseleber, Tomaten-Tarte und Rotbarbe.

                Zitat von Max.Vanderveer Beitrag anzeigen
                Das wundert mich auch etwas. Kaum ein ***-Koch in D hat eine dynamischere Karte als Christian Bau.
                Naja, wir hatten jeweils

                2011
                Entenleber / Langostinen / grüner Apfel / Rauchmandel
                Artischocke / Jabugo Bellota / Kräuter / Parmesan
                Steinbutt süss / salzig / sauer / scharf

                2012
                Gänseleber / Langostinen / grüner Apfel / Rauchmandel
                Artischocke / Jabugo Bellota / Kräuter & Bittersalate / kandierte Oliven / kalifornisches Olivenöl
                Weisser Heilbutt süss / sauer / salzig / scharf

                Die Teller von Leber und Fisch waren optisch kaum zu unterscheiden, bei der Artischocke waren viele Komponenten wie Parmesan und Olivenöl identisch. Auch der Fleischgang war recht ähnlich, beide Male Rücken mit Short Rib (36 h bei niedriger Temperatur gegart) mit Zwiebeln, die restlichen Zutaten waren allerdings anders.

                Das soll jetzt nicht negativ klingen, das Menü war schon toll aber ein bischen mehr Abwechslung hätte ich mir schon gewünscht.

                Gruß
                Jürgen

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