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Becker´s **, Trier

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  • Becker´s **, Trier

    Moderne Kochkunst in der Römerstadt

    Vor mehr als 2000 Jahren wurde die “älteste Stadt” Deutschlands gegründet, römische Bauten zeugen noch heute davon. Keinesfalls stehengeblieben ist die Kochkunst, das Restaurant Beckers (im gleichnamigen, gestylten Hotel Beckers) bietet eine moderne Küchenlinie in modernem Rahmen.

    Nach ersten Fingerfood in sehr stylishem Hotelzimmer begaben wir uns abends in das Restaurant. Die Karte ist bei einem Glas Champagner schnell studiert, das Menü “Purer Genuss” ist mit 9 Gängen oder in einer “verkürzten Version” mit 5 Gängen erhältlich . Unsere Gier – ähm unsere Neu-Gier-de natürlich hat uns wildentschlossen das 9 Gang Menü wählen lassen.

    zum auftakt

    Der als Einstieg gereichte Flamkuchen hätte auch im Elsass Freude gemacht. Mit Blätterteig und Creme Fraiche zubreitet ergab sich ein leichter, luftiger Gruss der Küche. Danach wurden zunächst Brot und gute Butter an unseren Tisch gebracht.

    Cornettos sind ja momentan sehr in als Küchengruss in der gehobenen Gastronomie, das greichte Exemplar mit Lachstartar blieb uns nicht als aussergewöhnlich in Erinnerung.

    Das danach gereichte offene Röllchen mit Thunfisch und frischer Majonese erfreute unseren Gaumen schon mehr!

    Der Abschluss der Auftakte dann Taube in in Erdnussbutter geröstetem Brot; gar nicht unser Geschmack: Das geröstete Brot hatte einen sehr kratzige, intensive und fettige Noten, welche die Taube auf für uns nicht angenehme Art und Weise komplett in den Hintergrund treten liessen.


    rinderfilet rossini 2012

    Ein Klassiker modern interpretiert: Am Teller spiralförmig aufgerollte “Nudeln” aus Rinderfonds, darauf das Filet (vielleicht schon einen Hauch trocken) sowie eine luftig aufgeschäumte Gänseleber. Wohlschmecken, wenn vielleicht auch nicht so genial wie. z.B. im Vendome (doch dieses ist ein anderer Sterne- und Preislevel).

    champagnerkutteln “bolognese”

    Die Idee und das Geschmacksbild grundsätzlich sehr gut: Da finden sich Kutteln, Lauch, Hummer und auch Trüffel am Teller und ergänzen sich zu einem schönen ganzen. Doch der Geschmack ist sehr zurückhaltend, wir vermissen die Lebendigkeit, vielleicht auch einfach das Salz…

    gelbflossenmakrele. birne, sellerie und speck

    Wiederum zurückhaltender Geschmack, aber diesmal im positivsten Sinn: Prägende Elemente die Gelbflossenmakrele (wir lieben Makrele), Birneneis, Sellerie und Speck, welche eine wohlausgewogene Kombination ergaben.

    gegrillte sankt jakobsmuschel. kalbskopf, nüsse und brokkoli

    Der Gang der Kontraste: Die gegrillte Jacobsmuschel erschien uns vom Garpunkt und Konsistenz daneben. Der hauchdünne Kalbskopf dagegen toll, das Kalbsbries (wir lieben nicht nur Makrele, sondern auch Kalbsbries) ein perfektes Exemplar seiner Gattung! Die Verbindung der erwähnten Komponenten mit der Broccolicreme haben wir wiederum nicht so richtig gefunden.

    wilder atlantik-steinbutt. krustentierbutter und erbsen

    Der Steinbutt ok und wiederum etwas zurckhaltend gewürzt. Die Krustentierbutter genial!!

    essenz und schaum von der jerusalem artischocke. einstunden-bio-ei mit wintertrueffel

    Als Zwischengang dann ein Glas mit einer Essenz (ganz unten) und Schaum (darauf) von der Jerusalem Artischoke mit einem Einstunden-Bio-Ei und oben darauf Wintertrüffel. Schönes Geschmacksbild, sehr gut gelungen!

    pochiertes eifel-lamm. gewürz-couscous mit koriander

    Zum Hauputgang dann Lamm, eher fest geraten, dazu eine gute Sauce und guter Gewürz Cous Cous und am Tellerrand Kichererbsenbällchen (unbedingt mit der Sauce kombinieren, sonst trocken). Orientalisch aromatisiert und wohlschmeckend.

    warmer taleggio. jabugo bellota und tomaten

    Ansprechende Kombination von Talegio (warm, aber nicht sonderlich weich/flüssig – dann wären die Aromen vielleicht noch leichter mit den anderen Komponenten verschmolzen), tollem Tomateneis, Jabugo Bellota und ‘crispy’ Olvenstückchen.

    winterliche panna cotta. beeren und eisenkraut

    Eher schwere Panna Cotta mit Eisenkraut, unten ein ansprechendes Himbeergellee. Die kunstvoll aussehende Bäckerei oben auf dem Glas hat genauso köstlich geschmeckt wie sie aussieht – fein!

    dessert von der moccabohne

    Sehr ansprechende Kombination mit den Hauptelementen Moccabohneneis, einer Moccabohnen “kugel” sowie – wenn uns die Notizen nicht täuschen – Mandarine in verschiedenen Ausprägungen. Gerne nochmals!

    chocolats & friandises

    Zum Abschluss zunächst noch ein (uns eher trocken erscheinender) Lebkuchenmuffin und (ein sehr guter) Apfelpunsch in kleinem Gläschen. Sowie noch einige wohlschmeckende Süssigkeiten / Schokoladen.


    Unser Resümee:

    Ein ansprechender Abend, ein ansprechendes Menü mit leichten Höhen und Tiefen. Sehr vernünftige Preise für das gebotene!


    Die Bilder zum Bericht auf kuechenreise.com: http://kuechenreise.com/2012/04/26/r...ckers-trier-d/
    Zuletzt geändert von kuechenreise; 26.04.2012, 23:14.

  • #2
    merci für den Bericht, es läßt sich sehr gut ein Eindruck von dem Dargebotenen gewinnen.
    Kutteln, Lauch, Trüffel in Champagner, das klingt zum Reinlegen. Hatte der Hummer auch etwas dazu beizutragen, oder sollte das nur so was heißen?
    Gruß
    s.

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    • #3
      Doch, der Hummer hat sich durchaus passend in das Menü eingefügt...

      Ob einer der Moderatoren den Bericht wohl netterweise nach Rheinland Pfalz verschieben könnte? Nordrhein-Westfalen ist inkorrekt (danke für Hinweis)...

      Beste Grüsse,
      kuechenreise

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      • #4
        Der Abend beginnt mit einigen Häppchen, die alle geschmacklich gut austariert sind und einen guten Vorgeschmack auf das geben, was einen hier erwartet. Ich erinnere mich unter anderem an Thunfisch mit Banane – eine Kombination, die ich defintiv nicht bestellt hätte -, der ganz köstlich war.

        Ich kommentiere im Folgenden nur kurz, was mir anmerkenswert erscheint – und woran ich mich erinnere-, alles war sehr gut, alle kritischen Anmerkungen sind vor dem Hintergrund des sehr hohen Niveaus zu sehen.

        Es gab dann zwei „Vorweg-Tellerchen“:
        marinierte Gemüse mit Koriander und Sesam (Ein Beweis, dass Gemüse für sich stehen kann und weder Fisch noch Fleisch braucht.)

        Streifen vom Nagelrochen, Erbsen und Kopfsalat. (Tolles Erbsenaroma)

        dann das Menü:
        Langoustine auf Salz gegart mit Spitzkohl und Kaviar

        Bretonische Seezunge mit Artischocken, Petersilie und Sommertrüffel (Ein toller Teller, dessen Aromen wunderbar harmonierten. Auf den Trüffel hätte ich verzichten können, der gab nicht so viel her, wie er wahrscheinlich teuer war. Dem Gericht hätte m.E. ohne nichts gefehlt.)

        Entenleber im Olivenkaramell mit Meeresfrüchten und Jabugo bellota (Interessant: kross ausgebackene krabbenähnliche Meeresfrüchte, das Olivenkaramellaroma hätte noch stärker sein drüfen)

        Allerlei vom Milchkalb, Schmorsoße und Blumenkohl

        Valrhona Guajana Schokolade und gelbe Früchte

        Das Fünf-Gänge-Menü mit Vorspiel und Schokolade zum Schluss schlägt mit fairen 105 Euro zu Buche, die Weinbegleitung mit 45 Euro. Die Weinbegleitung schloss auch zwei Weine aus dem eigenen Weingut ein, was beim Riesling sehr gut gefiel, ein Chardonnay war dann doch etwas sehr-sehr zurückhaltend. Für den gereiften Riesling zum Schluss (welcher genau leider vergessen) würde ich als bekennender Nicht-Süß-Trinker allerdings zu Fuß nach Trier laufen.

        An unserem Besuchsabend fand ich die Garpunkte sehr knackig, für mich hätte u.a. der Fisch etwas – wirklich nur etwas – mehr Hitze gehabt haben dürfen. Da sich das durch die Gänge durchzog nehme ich an, dass das gewollt und der Stil des Küchenchefs Wolfgang Becker ist.

        Fazit: Die zwei Michelin-Sterne erscheinen gerechtfertigt: Jedenfalls einen Umweg wert!

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        • #5
          Hallo und vielen Dank für diesen Bericht!

          Ich suche in Trier eine gutbürgerliche Alternative, mit wohlmöglich verkopftem Schnickschnack würde ich meine Begleitungen doch zu sehr irritieren...
          Bin Ihnen für Tipps sehr dankbar, gerne auch in anderem thread oder pm.

          mKg
          T.

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          • #6
            Dann gehen Sie doch in Beckers Zweitrestaurant, das Weinhaus. Da gibt es meines Wissens gutbürgerliche Küche. Ohne dort gewesen zu sein, glaube ich nicht, dass es da schlecht sein kann ;-)

            Aus persönlichem Erleben ist für mich die Weinstube Kesselstatt ein absolutes Muss für gutbürgerliches Essen.
            http://www.weinstube-kesselstatt.de/

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            • #7
              Lieber Tofu,

              ebenfalls nur mit der Erfahrung aus dem Gourmetrestaurant würde ich mich der Empfehlung von Morchel anschließen
              Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
              glaube ich nicht, dass es da schlecht sein kann ;-)

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              • #8
                Letztes Jahr im Sonnora empfahl uns ein Gast wärmstens das Becker's in Trier. Der Tipp wurde auf unserer diesjährigen Moseltour berücksichtigt - und so fanden wir uns eines Abends sehr gespannt im hinteren Teil des berüchtigten Kubus ein. Um das Fazit vorwegzunehmen: Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, denn das Essen war sehr sehr gut! (Erstaunlich eigentlich, wie verhalten das Restaurant hier im Forum wahrgenommen wird.)

                Zwei köstliche Amüsierchen stimmten auf das Menü ein: Ein roh marinierter Bar de ligne auf einem Bett aus Salatgurke und Joghurt (sehr erfrischend, wunderbarer Fisch) und ein Cocktailglas mit gelierter Rinderwade als untere Schicht und einer Blumenkohlcreme als oberer Schicht. Im Anschluss folgten vier Vorspeisen, Hauptgericht, Käse und Desserts:

                Gänseleber mit Rhabarber, Kaffee und Vanille - Ein komplexes Textur- und Temperaturspiel mit kräftigem Kaffeearoma, das überraschend gut zur Gänseleber passte. In den Proportionen gut ausbalanciert.

                Jakobsmuschel mit Chicoree und Zitrusschaum - Feine Bitternoten und Säure zur gegrillten Muschel. Vielleicht nicht die innovativste Idee, hier aber perfekt unmgesetzt.

                Landei mit Spargel und Bellotaschinken - Toll! Ein durch Spargel und Schinken aromatisch klassisch abgerundetes NT-Ei zum Reinlegen. Witzig der Schinken als "Spaghetti".

                Kalbsherzbries mit Morcheln und Spinat - Eine Maccharoni-Charlotte gefüllt mit Morcheln, Bries und Spinat auf einer kräftigen Morchelrahmsauce. Sehr lecker.

                Taube als Brust und Keule mit Artischocke, Aubergine und Olivenjus - Vor allem letzterer traumhaft.

                Käseauswahl - Vom Wagen: was mich, wenn wie hier die Qualität stimmt, immer begeistert.

                Waldmeistersüppchen mit Champagner und Joghurt - klein und erfrischend, ein schönes Pre-Dessert.

                Erdbeeren mit weißer Schokolade - Ein sehr klares Dessert, bei dem es auf einem komplexen Teller aromatisch nichts anderes gab als verschiedene Spielarten von Erdbeeren und weißer Schokolade. Lecker. Im süßen Nachgang noch ein kleiner Teller mit Roter Grütze und Macarons, insgesamt schöne Optik.

                Wolfgang Becker kocht eine klassische Küche, aber modernisiert. Dabei ist er präzise und einfallsreich - und überzeugt mit sehr guter Produktqualität. Der Service ist gut und der Sommelier macht eine leidenschaftliche und kompetente Weinberatung (+günstige Weinpreise!). Wir kommen gerne wieder...

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                • #9
                  Schön, mal wieder was von dieser sehr guten Adresse zu hören. Ich kann Ihre positive Einschätzung nur unterstreichen. Schade, dass Trier so gar nicht am Weg liegt! Aber wo ein Wille ist, ...!

                  Schönen Gruß, Merlan

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                  • #10
                    ...sollte auch ich mal ins Auto setzen und an die Mosel fahren ... es hört sich an, als ob es sich lohnen würde, klassische Zutaten, klassische Küche ...

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                    • #11
                      Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen

                      der Sommelier macht eine leidenschaftliche und kompetente Weinberatung (+günstige Weinpreise!).
                      Wir waren im vergangenen Jahr auch zu Besuch und sehr angetan. Damals gabs aber noch keinen Sommelier sondern Frau Becker hatte diese Aufgabe normalerweise inne.

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                      • #12
                        Wolfgang Becker differenziert sein Angebot weiter aus. Nach dem Beckers's XO folgt nun ein "Imbiss".

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                        • #13
                          Imbis's
                          Grus's
                          S'

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                          • #14
                            S'sory
                            S'sake

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                            • #15
                              Was ist denn in Trier los?

                              Kommt nun eine "Schlammschlacht" zwischen Pächter, Vermieter und deren Rechtsvertreter?

                              So kommt mir das nun vor: http://www.restaurant-ranglisten.de/...ss-schliessen/

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