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Urgestein, Neustadt a.d. Weinstraße

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  • #46
    Sorry, aber als alter Lehrer: "und gewinnt somit auch sein Urvertrauen." ist ein ziemlich geschwollener Ausdruck - 6 -nochmal schreiben (Poesiemodus bitte ausschalten)...

    Herr Sternentor

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    • #47
      Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
      Sorry, aber als alter Lehrer: "und gewinnt somit auch sein Urvertrauen." ist ein ziemlich geschwollener Ausdruck - 6 -nochmal schreiben (Poesiemodus bitte ausschalten)...

      Herr Sternentor
      Das Überraschungsmenü heißt laut Speisekarte "Urvertrauen" ...

      http://www.restaurant-urgestein.de/d...e-dezember.pdf

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      • #48
        Na, dann hatte ich das wohl nicht richtig verstanden...

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        • #49
          Zitat von Schink Beitrag anzeigen
          Vielen Dank, werte Budi, für den ansprechenden Bericht. War es Ihr erster Besuch im Urgestein ? Ihre Einschätzung interessiert mich, ob sich dieses spezielle Menü von der "normalen" Küchenleistung abhebt.

          Gruß Schink
          Das war mein erster Besuch dort. Ich würde aber nicht sagen, dass es vom normalen abweicht. Lediglich die ersten vier Gerichte widmeten sich dem Motto und wurden quasi als Amuse gereicht. Danach folgten diverse Gänge von der Karte.

          PS: Die Carte Blanche bei Benjamin heißt in der Tat "Urvertrauen" - eine Anspielung.

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          • #50
            Da der letzte Bericht zum Urgestein offenbar schon wieder einige Zeit her ist, hier der Bericht unseres Besuches vom November letzten Jahres:

            Auf den Tag genau 3 Jahre ist es her, seit wir das letzte Mal im „Urgestein“ waren. Unfassbar eigentlich, denn Benjamin Peifer, der knapp 26-Jährige hat seitdem eine rasante Entwicklung genommen und darf ohne Frage als einer der Shootingstars der jungen Kochgarde gewertet werden.

            Im zweiten Jahr bereits mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet und auch die übrigen Restaurantführer sparen nicht mit Top-Noten. Um es vorwegzunehmen: Es dürfte durchaus noch etwas höher in die Punktekiste gegriffen werden, denn was wir erlebten, war großes Geschmackskino, mehr wert als 16 Punkte und näher an 2 Sternen als an einem.

            Im „Urgestein“ gibt es zwei Menüs: „Grundstein“ als vegetarisches Angebot in 4 Gängen und „Meilenstein“ in 6 Gängen. Wir begeben uns ganz in Peifers Hände und haben am Ende einen fast kompletten Querschnitt aus beiden Menüs bekommen, sozusagen die aktuelle Bestandsaufnahme seines Könnens.

            Und die startet nach einem sehr regional-geprägten Kartoffelchip mit Frischkäse gleich mit einer Aromenbombe, die einen Bogen von der Pfalz nach Japan schlägt. Die Elmsteiner Forelle kommt zum einen als Macaron mit feiner Meerrettichschärfe und als Maki mit Ingwer und Sesam.



            Der anschließende Schweinebauch wird gar in dreierlei Zubereitung präsentiert mit einer kunstvollen Variation von Kürbis, bei der Mandarine und Chili spannende Akzente setzen. Bereits hier wird deutlich, dass Benjamin Peifer auf kräftige Aromen setzt. Auch Röst- und Grillaromen sollen im Laufe des Abends eine häufiger wiederkehrende Rolle spielen. Trotzdem wird es nie plump und vordergründig, die Finesse bereits bei diesen Grüßen ist unübersehbar.



            Auch das anschließend servierte Sauerteigbrot, das der gelernte Bäcker natürlich selber backt, ist zum Niederknien gut. Aufgeschlagene Nussbutter dazu und man bräuchte kaum mehr.

            Was aber schade wäre, denn dann würden einem so spielerische, wie gelungene Gerichte wie die Champignons als „Waldboden“ entgehen, die Vorspeise aus dem vegetarischen Menü. Nicht nur optisch ist die Assoziation eines Waldspaziergangs naheliegend, auch in der Nase ein betörender Duft von Steinpilzen. Auf dem Löffel dann erdige Aromen, Feuchte in der „Erde“ gibt Süffigkeit. Schließt man die Augen, hat man den Herbst auf der Zunge. Wunderbar! Es sind Pilze im Gericht, aber nicht alles, was wie Pilz aussieht, ist auch einer. Das ist einfach sehr gekonnt.



            Weiter geht es mit der Vorspeise aus dem „Meilenstein“-Menü. Auf einer Scheibe ungestopfter Gänseleber thront ein Tatar von Garnelen und ein Eis von Mais. À part dazu eine Art Dumpling, gefüllt mit einer Mischung aus, wenn ich es richtig zusammenbringe, erneut Garnelen, Mais, Kräutern und Kernen. Aber Achtung: Beide Einzelteile würde ich nicht parallel essen, denn während das Tatar in Kombination mit der Leber sehr elegant und fein daherkommt, ist der Dumpling der „Hallo Wach“-Gruß, der einen frontal trifft. Zurückhaltung ist anders und damit es das Tatar nicht erschlägt, ist es empfehlenswert, diesen im Anschluss zu essen.



            In der Folge zeichnen alle Gerichte dasselbe Merkmal aus – sie sind einfach zum reinlegen lecker. Sei es der Kabeljau, der mit Fenchelsalat und Dashibrühe optisch eher puristisch um die Ecke kommt oder die „Hommage an unsere Winzer“, bei der Zander und Räucheraal mit Variationen von Trauben und einem leicht säuerlichen Espuma (Sauerkraut?) kombiniert werden.



            Dies sind Gerichte, die clever komponiert sind und denen man jederzeit den Aufwand anmerkt, die einen aber nicht eine Minute intellektuell überfordern. Im Gegenteil: dies ist Soulfood vom feinsten, Gerichte zum wohlfühlen und eintauchen. Benjamin Peifer weiß genau, wie er mit fülligen Saucen oder Jus oder Butter (gerne auch als Nussbutter) Geschmack nach vorne bringt.

            Ein gutes Beispiel dafür ist der „EI-ntopf vom Holzkohlegrill“. Optisch nahezu unauffällig verbirgt sich unter einer Wirsinghaube, die – zugegeben – mit Trüffel aufgepeppt wurde, ein Füllhorn von g‘schmackigen Zutaten: feinstes Röstbrot, Sellerie, ein wachsweiches Ei, Kartoffelschaum. Ein Löffel voll Spaß!



            Die Taube – mein Lieblingsfleisch – kombiniert Peifer mit von mir für gewöhnlich nicht besonders geschätztem, klassisch zubereiteten Rotkohl - und ich mag es. Auch dank der übrigen Zutaten: eine knusprige, aber dennoch sehr zarte Taubenkeule, Blutwurst als dünner Chip und Haferwurzel. Dazu ein Umami-satter Taubensud mit einem Ravioli aus den Innereien und Keulenfleisch. Toll!



            Als erstes Dessert erneut ein unscheinbarer Teller, der seine Qualitäten erst preisgibt, wenn man sich mit dem Löffel durchgearbeitet hat. Feinste Schokoladencreme aus Original Beans gehen mit Äpfeln und Birnen eine erneut erdige Kombination ein, der ein Zwetschgen-Sorbet die nötige Frische gibt.
            Danach geht dann sogar noch eine Kleinversion von Peifers Signature-Dessert, dem dekonstruierten Bienenstich „Intense“ 2.0.


            Den Abschluss und anstelle klassischer Petits Fours bildet eine Grapefruitcreme mit Tapioka, Avocadoeis und Jalapeno. Prägnante Schärfe setzt ein letztes Mal einen deutlichen Akkord und ein deutliches Ausrufezeichen.

            Eigentlich war das ganze Menü ein einziges Ausrufezeichen – geschmackvolle Gerichte von Anfang bis Ende, technisch ohne Makel, die alle das Attribut lecker verdienen und umkompliziert zu genießen sind. Dazu passt auch die Erklärung, dass man sich weitestgehend von flachen Tellern verabschiedet hat, um genau das zu ermöglichen: mit dem Löffel durch das Essen durcharbeiten, ohne Gebrauchsanleitung, aber mit großem Genussfaktor.

            Hat funktioniert und mich sehr, sehr glücklich gemacht. Ein paar Essen kommen dieses Jahr zwar noch, aber bis hierher war dieses Menü auf jeden Fall in den TOP 3 des Jahres. Respekt dafür und danke!

            Bericht und sämtliche Bilder auch unter:
            https://www.facebook.com/thomas.west...3912254&type=3
            Angehängte Dateien
            Zuletzt geändert von QWERTZ; 06.03.2016, 13:29.

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            • #51
              Herzlich Willkommen nachträglich und vielen Dank für den detailierten Bericht. Auch wir erlebten eine tolle Entwicklung bei unseren leider wenigen Besuchen. Ich wollte gerne Ende Januar einkehren, da waren leider gerade Betriebsferien. Dis wird also in jedem Fall mein nächster *-Besuch, umal die sehr entspannte und unaufgeregte Atmosphäre auch unsere Jungs sich wohlfühlen läßt.

              MkG, S.

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              • #52
                Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                Dis wird also in jedem Fall mein nächster *-Besuch, umal die sehr entspannte und unaufgeregte Atmosphäre auch unsere Jungs sich wohlfühlen läßt.
                Was hatten Sie im Glas, lieber Sphérico, als Sie diesen Satz für uns formulierten?

                Ich versuche ihn nachzusprechen und tippe auf was ganz Hochprozentiges!

                Schönen Gruß, Merlan

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                • #53
                  Lieber merlan, Sie sind heute wiedermal, wie Sch. sagen würde, merlanig. Potzblitz, reichte das Geld für zwei Konsonanten nicht mehr...
                  Sie kennen ja das Stilmittel der Ellipse, das ich hier verwendet hatte
                  Jedenfalls werde ich alsbald mit der Familie im Urgestein einkehren.
                  Für Sie: Dies wird also in jedem Fall mein nächster *-Besuch, zumal die sehr entspannte und unaufgeregte Atmosphäre auch unsere Jungs sich wohlfühlen läßt.

                  Beste Grüße,
                  S.

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                  • #54
                    Darf ich mich hier als Ferndiagnostiker anbieten? Ich glaube gar nicht mal, daß es dem guten Merlan um die verschluckten Buchstaben ging, eher war er durch die Passage irritiert, wo es heißt " ... unsere Jungs sich wohlfühlen läßt". Das "sich" klingt hier tatsächlich etwas schräg, wie man diesen Satz aber dreht und wendet, es scheint richtig zu sein.
                    Gruß
                    s.

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                    • #55
                      Danke, lieber Sch., für die Ferndiagnose. Ich hoffe doch sehr, dass der gute S. sofort erkannt hat, dass es mir nun wirklich nicht um fehlende Konsonanten ging, sondern ich mir nur ein Späßchen erlauben wollte. Das kann ich natürlich nicht mit jedem machen, aber mit S. und Sch., meinen "alten" Forums-Weggefährten, traue ich mich das manchmal schon. Sicherheitshalber setze ich ja auch immer noch ein Smiley dahinter, für alle Fälle!

                      Mit non-merlanigem Gruße

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                      • #56
                        Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                        wie man diesen Satz aber dreht und wendet, es scheint richtig zu sein.
                        Da bin ich ja beruhigt. Ich bin im Übrigen sehr erstaunt, wie wenig meinen jüngeren Kollegen in der Arbeit beim Schreiben an korrekter Interpunktion und Syntax liegt, das ist wohl eine schlechte Gewohnheit der Handy-Generation. Ich habe bei Briefkorrekturen schon Angst, spießig zu sein ! Vielleicht täte es den Jüngeren gut, hier und da mal ein Buch zu lesen, sei es in elektronischer Form oder -die Älteren erinnern sich vielleicht noch, da gab es was zwischen Papyrus und iPad- ein Buch mit vielen Seiten. Ich werde wegen meines Halbsatzes dennoch einmal auf Richtigkeitssuche gehen.

                        Lieber merlan, ich kann Ihnen versichern, ich habe den Satz vor Freigabe zweimal gelesen, ganz ohne Schnaps.
                        Ich habe Sie, so wie Sie es gedacht haben, auch verstanden, werter merlan a.k.a. Wittling (nicht zu verwechseln mit Wittlich). Auch meine Replik war nicht ganz ernst gemeint.

                        O.T. wundere ich mich -nun ein schönes österreichisches Wort- weiters, warum bis auf eine knappe Hand voller Leute das Forum faktisch gestorben ist. Fast gar keine Berichte mehr, null Diskussion, bei Veröffentlichung der Führer allenfalls eine Zurkenntnisnahme... Da war mal mehr los. Aber wie sang der Kaiser schon 1966: Gute Freunde kann niemand trennen.
                        Zuletzt geändert von Sphérico; 26.02.2016, 16:48.

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                        • #57
                          Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                          O.T. wundere ich mich -nun ein schönes österreichisches Wort- weiters, warum bis auf eine knappe Hand voller Leute das Forum faktisch gestorben ist. Fast gar keine Berichte mehr, null Diskussion, bei Veröffentlichung der Führer allenfalls eine Zurkenntnisnahme...
                          Vielleicht ist das ja auch bloß Ihre subjektive Sicht der Dinge, lieber Sph. Gerade in letzter Zeit gibt es hier ja aktive Neue (Junggaumen, thomashaj z.B.) und die Berichte - da darf der gute QWERTZ nun gerne eine Statistik aus dem Ärmel ziehen - sind über die letzten fünf Jahre nach meinem Gefühl auch nicht weniger geworden. Kopf hoch, Kaiserslautern!

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                          • #58
                            Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                            ...

                            O.T. wundere ich mich -nun ein schönes österreichisches Wort- weiters, warum bis auf eine knappe Hand voller Leute das Forum faktisch gestorben ist. Fast gar keine Berichte mehr, null Diskussion, bei Veröffentlichung der Führer allenfalls eine Zurkenntnisnahme... Da war mal mehr los. Aber wie sang der Kaiser schon 1966: Gute Freunde kann niemand trennen.
                            Abgesehen davon, dass der gute Syntax mein bester Freund nicht ist, möchte ich diesbezüglich gern auf den "versteckten Bereich" und ein Thema hinweisen, in welchem gefühlt die Hälfte aller Beiträge von der Regierung kassiert wurden. Vielleicht liegt die gefühlte Verlangsamung des Forums aber auch an der realen Beschleunigung der übrigen Medienwelt, ist doch das Forum über die Jahre selbst so etwas wie ein Buch geworden. Aufmerksamkeitsspannen von mehr als 15 Minuten, werden von den Akkus moderner Smartphones nicht unterstützt.

                            Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht

                            Passepartout

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                            • #59
                              Ich glaube, die Diskussion über wenige Berichte kommt immer um diese Jahreszeit auf. Vermutlich liegt das einfach daran, dass viele im Januar / Februar einfach weniger Essen gehen und/oder weniger Zeit haben, Berichte zu schreiben. Sobald die ersten Feiertage, langen Wochenenden etc. kommen, dann wird sich das sicher ändern. Im vergangenen Herbst hatten wir teilweise 20 Berichte pro Monat, das ist wirklich nicht wenig, finde ich. Allerdings stimmt es, dass wir die beiden "Neuzugänge" gut gebrauchen konnten. Eine gewisse Schreibmüdigkeit bei dem ein oder anderen gibt es wohl, was natürlich schade ist. Ich kann es nur empfehlen, ein Restauranterlebnis in ein paar Worten festzuhalten. Das hilft sehr dabei, die flüchtigen Erlebnisse im Gedächtnis zu verankern.

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                              • #60
                                Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                                Allerdings stimmt es, dass wir die beiden "Neuzugänge" gut gebrauchen konnten.
                                Junggaumen bringt frischen Wind ins Forum und speziell mit thomashaj ist der Gemeinde ein echter Könner beigetreten! Sogar Herr Steinmann ist wieder unter uns. So schlecht sieht's doch gar nicht aus!

                                KG

                                Tobler

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