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Brasserie (am Waldschlößl), Pirmasens

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  • Brasserie (am Waldschlößl), Pirmasens

    Da sind Sie nun umgezogen aus dem Walram in Bad Bergzabern, Herr Pavic und Herr Wahl.
    Hoher Erwartungen und guter Dinge haben wir also auf fragolinos Tipp hin vorbeigeschaut.

    Ein sehr schönes kleines Anwesen am Rande des (nicht so schönen) Pirmasens, um einen luftigen Anbau erweitert. Das Anwesen scheint ein ehemaliger Hof gewesen zu sein, schönes altes Mauerwerk, hohe Decken, das Ambiente mehr gemütlich als rustikal. Insgesamt angenehme Landhausstimmung.
    Im vorderen Bereich das Bistrot, im helleren hinteren Bereich die Brasserie. Ob es im Bistro eine andere Karte gab, kann ich nicht sagen, ich sah dort z.B. aber die Gänseleberterrine in einer optisch eher pflaumigen Begleitung serviert.
    Es scheint mir wichtig, darauf hinzuweisen, daß es sich nun um eine Brasserie handelt. Man gewöhnt sich gern an Dinge, aber von der Walramküche ist nicht viel übrig. Nichts desto trotz sehr gute Produktqualität und tiptop Umsetzung. Was man hier ißt, ist ohne Überraschungseffekte, mehr sehr gutes Handwerk als aufwendige Technik. Gutbürgerlich am oberen Ende. Das "Kennenlernmenue" in 4 Gängen ist mit 39€ sehr günstig, im a la carte-Bereich bewegt man sich je nach Gericht zwischen unterem und oberen Preisniveau.

    Es wird eine Weißbrotsorte mit Crème fraiche gereicht.
    Amuses bouches sind uns nicht erinnerlich, grüßen tut hier allein der ausgesprochen freundlich-herzliche Service unter Herrn Wahl, optisch ja der unbekannte Zwillingsbruder von Billy Wagner.

    Im Kennenlernmenue wird angeboten:
    - grüner Salat auf Avocadocreme mit Crevetten, lecker angemacht der Salat, etwas reichlich vielleicht die Sauce, schmackhafte Crevetten.
    - kalte Apfel-Karottensuppe mit Limette, sehr erfrischend, fein
    - Perlhuhnbrust auf Selleriecreme und ?Erbsenschoten (leider nicht genau erinnerlich), sehr zart-saftige Brust mit dennoch schönen Röstaromen, die Selleriecreme gutes Handwerk, lecker.
    - leicht anmarinierte Himberen, weiße Schokoladenmousse und Pistazie. Die Schokoladenmousse bedeckte den Boden des kleinen Schälchens, in dem das Dessert gereicht wurde. Die Pistazie kam als Eis darauf und Schaumsauce darüber (oder war das Eis angeschmolzen?),drumherum die Himbeeren.
    Im Menue ein leckerer kleiner Abschluß, à la carte identisch, dafür aber auch nur 6€.

    Und sonst:
    - Orchiette im Tomatensugo mit Crevetten, al dente, soße sehr aromatisch und schön schlotzig, gefiel gut.
    - Gänseleberterrine mit Haselnuß und Hollunderschaum, der der Terrine die Schwere nahm. Die Terrine aber doch sehr dominant. (16€)
    - US-Beef-Filet mit weißer Pfefferrahmsauce (sehr lecker) und...kleinem Beilagensalat (derselbe wie in der Menuevorspeise auf Beilage verkleinert (ohne Avocado und Crevetten natürlich).
    Die Produkt- und Zubereitungsqualität des Fleisches sensationell, röstig, ja fast kross außen und innen butterzart. Ein reines Wagyu-Filet hätte nicht besser sein können. Dennoch wäre irgendeine Kartoffelvariante, nicht zuletzt der Pfeffersauce wegen ein schöner komplementärer Bestandteil gewesen (oder eine Sauc auf BBQ-Basis mit Maispolenta dazu), der auch in das Brasserieumfeld gepaßt hätte. (28€)

    Zu Gänseleber und Dessert wurde derselbe, nicht zu süße Pfälzer Rislaner angeboten, zum Rind eine recht einfache Pfälzer Spätlese von Gies-Düppel, das Fleisch hätte mehr Wein-Power vertragen. Ist aber auch nicht einfach mit einer hellen Sauce.

    Das Lokal war gut besucht, man scheint mit der aktuellen Belegung zufrieden. Eine Homepage sei im Aufbau. Bei o.g. Erwartungshaltung hat für mich, wenn auch nicht wirklich vergleichbar, dennoch der ausgezeichnete Service diesmal die Küche übertroffen. Für die Ein- und Anwohner sicher ein Gewinn, ansonsten gibt es im größeren Umkreis (40 bzw. 50 km Baerenthal und Saarbrücken) spannende Ziele. Sollten Sie aber in Zweibrücken mit dem Flugzeug landen oder ins Outlet gehen, ist eine Einkehr am Rückweg kein schlechter Tip. Offenbar kein Anspruch auf einen *, aber Dank kulinarischer Diaspora das erste Haus im Umkreis.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt wo es hingeht und ob es noch Veränderungen gibt (Weinbegleitung, Beilagensalate usw.), da der Blick in die Küche (und das Steak im Munde) doch den bekannten Qualitätsfanatismus offenbart. Das potentielle Publikum (Golfclub Pfälzer Wald & Co) ist schon vor Ort angekommen, der westpfälzer Eingeborene (auf bayrisch "Bierdimpfe") schwelgt eher vor günstigen Essensbergen minderer Qualität in innerstädtischen Boatzn (was ja passepartout schon richtig angedeutet hatte).
    Zuletzt geändert von Sphérico; 12.07.2014, 18:34.

  • #2
    Werter Sphérico,

    das nenne ich mal schnelle Reaktion. Schade das Herr Pavic seine Sterneambitionen aufgegeben hat aber wirtschaftlicher Erfolg ist sicher wichtiger.

    Gruß
    Jürgen

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    • #3
      Zitat von Jürgen3D Beitrag anzeigen
      Schade das Herr Pavic seine Sterneambitionen aufgegeben hat
      Daß kann ich natürlich nicht sicher sagen, vielleicht will er das Publikum auch ranführen...nur die aktuelle Karte gibt keinen Stern her.

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      • #4
        Erstmal lieben Danken für den zeitnah eingestellten Bericht.
        Wäre natürlich schade, wenn Herr Pavic nicht wieder nach einem * streben würde. Andererseits kann ich gut verstehen, dass er, nach all den Enttäuschungen, in der Selbständigkeit erstmal kleinere Brötchen bäckt. Ich hoffe einfach einmal, dass jetzt erstmal die wirtschaftliche Situation stabilisiert wird und dann das Streben nach höherem beginnt.
        Ich jedenfalls würde es mir wünschen.

        Gruß!

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