Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Essen und Trinken an der Mosel

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Essen und Trinken an der Mosel

    Bei einem Fluss mit einer Fliesstrecke von rd. 250 km durch Deutschland stellt sich für mich die Frage, wo möchte ich denn gerne hin und was will ich denn mir ansehen. Oder mache ich eine Tour mit wechselnden Hotelaufenthalten, liegt der Schwerpunkt auf Kultur oder der/die Weinproben usw. .
    Der von mir angesprochene FAZ Artikel wird hier näher beschrieben und hat unheimlich viel Staub aufgewühlt. Ja, es gibt die "Drosselgassen" Mentalität in Cochem und Co., nur würde auch kein normaler Mensch auf die Idee kommen, diese gleichbedeutend mit dem Rheingau zu interpretieren.

    http://www.rhein-zeitung.de/region_a...d,1028610.html

    http://www.swr.de/landesschau-rp/mos...ct7/index.html

    Noch eine Anregung: Ich bin kein Freund davon, das wir einen Thread mit Dingen vollschreiben, die mit dem Ursprung wenig und später dann gar nichts mehr zu tun haben. Im vorliegenden Fall würde doch ein Thread mit der Überschrift "Essen und trinken an der Mosel" oder so ähnlich, uns allen die Möglichkeit geben, bekannte und unbekannte Adressen, von denen sicherlich nur wenige hier regelmässig kommentiert werden, aufzuführen.

  • #2
    Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
    Enttäuschend das allgemeine kulinarische Angebot in den meisten Mosel-Dorfern: Hier setzt man noch auf Jägerschnitzel und Toast Hawaii, letzterer für den Connaisseur auch überbacken mit Béchamelsauce und verfeinert mit Preiselbeeren.
    Auch wenn Ihnen das offenbar nicht gefällt, werter wombard, so ist es! Küchenreise spricht von den "meisten Mosel-Dörfern", also nicht von allen. Und da kann ich eine gewisse kulinarische Verschlafenheit durchaus bestätigen. Aber schön, dass es auch Ausnahmen gibt; und es freut mich zu hören, dass es mehr werden.

    Und zu Ihrer Anregung: Diese Diskussion haben Sie selbst heraufbeschworen. Küchenreise hat nur einen kontrastierenden Einstieg gesucht und meines Erachtens auch gut gefunden

    Schönen Gruß, Merlan

    Kommentar


    • #3
      Ein gutes Thema. Ich bin kein großer Moselkenner, gewinne aber zunahmend Interesse an den Weinen. Insofern würden mich einige Tipps sehr interessieren.

      Kommentar


      • #4
        Kulturreisenden kann ich erst mal zwei Bücher empfehlen: Ortheils charmante Moselreise und die großartige Mosella von Ausonius. "...Sed mihi qui tandem finis tua glauca fluenta/ dicere dignandumque mari memorare Mosellam/ innumeri quod te diversa per ostia late/ incurrunt amnes?..."

        Weingüter kann man an der Mosel natürlich sehr gut und ohne Ende besichtigen. Sehenswert ist mir z.B. der alte Verkostungsraum im Karthäuserhof bei Trier in Erinnerung (neben den tollen Weinen versteht sich) mit Delfter Kacheln und einem wirklich riesigen Eichentisch. Großartige Brände haben wir mal in der Honigberg-Brennerei in Maring verkostet. Herr Hilgert macht das selbst mit viel Witz und Kenntnissen.

        Und neben den ganzen Dreisternen in der Gegend bitte nicht vergessen, dass man auch im **Beckers/Trier wirklich ausgezeichnet essen kann!

        Kommentar


        • #5
          Aber mir, der ich mit dem Tandem bis zu deinem grünen Star flöte
          sag' ich würdig zu Maria: du erinnerst mich an feinherben Mosel
          unzählig ist es, was ich an Verschiedenem eingegurgelt habe, spät
          und was rennen die Ammen da herum?

          Kommentar


          • #6
            Da ich die "Klappe" ja weit aufgerissen habe, fange ich mal mit zwei Adressen in Trittenheim an

            Da ist zum einen das Wein- und Tafelhaus, das von den Eheleuten Oos seit Jahren hervorragend geführt wird und mit einem Stern ausgezeichnet ist. Im Sommer sitzt man auf einer schönen Terrasse mit traumhaftem Blick in die Weinberge, seit einiger Zeit kann man auch vor Ort übernachten.

            Wer nicht auf diesem Niveau speisen und einkehren möchte, dem sei die Weinstube Stefan Andres empfohlen. Das ist keine Top Küche sondern gut gemachte saisonale Küche und dazu gibt's eine sehr grosse Auswahl der einheimischen Topwinzer.

            Nur ein paar Kilometer von hier entfernt, liegt in einem Seitental eines der besten Landgasthäuser , 1*/18 GM Punkte, Deutschland Rüssel`s Landhaus in Naurath, meine Adresse wird es sicherlich nie mehr werden, aber die Bewertungen sind seit Jahren auf konstant hohem Niveau sowie noch ein paar Kilometer weiter in Bescheid die Malerklause.

            Kommentar


            • #7
              Meine "Feldforschung" hat zu folgendem Ergebnis geführt: in acht von zehn Restaurants gibt es die Schnitzellatte*, natur, Wiener Art, Champignon, Jäger, politisch korrekt Paprika und Hawai, mit Ananas. Letzteres auch von der Pute, dann aber indisch, mit Currysauce. Seeräuberplatte, wohlgemerkt nicht als Kinderteller gedacht, Knusperplatte mit Chicken Wings und Nuggets, Schweinebauch am Spieß. 1/10 der Lokale bietet wahlweise Pizza oder Kebab, im letzten Zehntel wird tatsächlich gekocht.

              Hier nun ein paar charmante Wirtschäftle.
              - Longuich, Weingut Longen Schlöder, Weinsülze mit Bratkartoffeln und Wein des Hauses auf der Terrasse
              - Trier, Suppenbar Yong Yong. Die Suppen nicht unbedingt auf Tampopo-Niveau, aber ordentlich gekocht. Gibt's auch Wein? http://www.yong-suppenbar.de/weinkarte.htm (2010 Scharzhofberg Spätlese Von Hövel 28€)
              - Trier, Pizzamanufaktur pellolito, überdurchschnittliche Pizza, der Belag mir fast etwas zu gut gemeint; der Chef plant jedoch eine Studienreise nach Neapel. http://www.pellolitto.de/karte/ ein Blick in die Weinkarte lohnt sich. Hochgelobt sei hier Mme Artichaut, die den Riesling von Materne&Schmitt empfohlen hatte. Toller Winninger Terrassenwein, da war Reinhard Löwenstein ein guter Ausbilder
              - Kasel, neben dem Paulinerhof, wo es bei Ali B. deftige libanesische Gerichte zu verkosten gibt, deftig, liegt direkt an der Ruwer das Weinhaus Neuerberg. Auch hier wieder sehr schöne Weinkarte, nicht nur die hauseigenen Weine. Nies'chen Spätlese von den Erben von Beulwitz 17€, wie bei allen anderen Flaschen beträgt hier der Aufschlag zum Preis ab Weingut sage und schreibe 5€. Das Rumpsteak aus der Eifel ist gut, der Gargrad dabei wie gewünscht.
              - Naurath, in geringer Entfernung zur Mosel liegt dieses bezaubernde Landhaus. Im Zweitrestau, dem Hasenpfeffer, liegt der Menüpreis bei 38€ Ob Tatar, Saibling oder Cordon Bleu, alles ist sehr gut zubereitet, die pommes frites überdurchschnittlich. Große Weinkarte, aber ausgerechnet bei den gereiften Moselrieslingen gibt es empfindliche Lücken.

              Zum Schluß noch ein Drei-Sterne Tip aus Trier: in der Schatzkammer der Stadtbibliothek kann ein Fischkalender von 1493 in Augenschein genommen werden. Hier wird beschrieben, zu welcher Zeit und in welchem Monat "ieglicher visch am besten sig". Das Nunocke, zum Beispiel, yst um Hornung und Merzen am besten, während die Lempfrit niemals besser sei als im Meyen. (interessant, daß hier zwischen Neunauge und Lamprete unterschieden wird). Dieses Wissen über den besten Geschmack der Fische im Jahreskreis ist hierzulande ja etwas verloren gegangen (im Gegensatz zu: "Von einem Koch aus Kyoto wird nicht nur erwartet, daß er weit über einhundert Fischsorten differenzieren kann, natürlich muß er auch wissen, in welchen Monaten die besten Geschmacksergebnisse erzielt werden können.")
              MkG
              s.

              ____________
              * Fußball im Fernseher. Sie: Wer ist eigentlich dieser Andi Latte?

              Kommentar


              • #8
                Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                Meine "Feldforschung" hat zu folgendem Ergebnis geführt: in acht von zehn Restaurants gibt es die Schnitzellatte*, natur, Wiener Art, Champignon, Jäger, politisch korrekt Paprika und Hawai, mit Ananas. Letzteres auch von der Pute, dann aber indisch, mit Currysauce. Seeräuberplatte, wohlgemerkt nicht als Kinderteller gedacht, Knusperplatte mit Chicken Wings und Nuggets, Schweinebauch am Spieß. 1/10 der Lokale bietet wahlweise Pizza oder Kebab, im letzten Zehntel wird tatsächlich gekocht.
                Gruselig. Ich war schon Ewigkeiten nicht mehr an der Mosel, dieses Jahr im September ist es mal wieder so weit. Es ist wirklich traurig, dass in vielen Weinanbaugebieten die kulinarische Landschaft gefühlt in den 80ern stehen geblieben ist. An der Ahr und im Rheingau gibt es auch jede Menge solcher Lokale. An der Nahe war ich schon seit sicher 15 Jahren nicht mehr, aber da soll es ähnlich sein.

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                  Gruselig. Ich war schon Ewigkeiten nicht mehr an der Mosel, dieses Jahr im September ist es mal wieder so weit. Es ist wirklich traurig, dass in vielen Weinanbaugebieten die kulinarische Landschaft gefühlt in den 80ern stehen geblieben ist. An der Ahr und im Rheingau gibt es auch jede Menge solcher Lokale. An der Nahe war ich schon seit sicher 15 Jahren nicht mehr, aber da soll es ähnlich sein.
                  Ich fürchte Rheinhessen gehört da auch weitgehend dazu.
                  Aber wir trinken ja jetzt eh alle nur noch Württemberger, und da gibt es ordentliche Kutteln und Hirnsuppe fast an jeder Ecke.

                  Kommentar


                  • #10
                    Auch ein Grund für die Pfalz - nicht ganz Unrecht liegen die Landkreise Bad Dürheim und SÜW ja in unserer Regionen-Rangliste in der absoluten Spitzengruppe - daran sind nicht nur die Sternerestaurants "schuld". In der Tat sind die deutschen Weinregionen sehr unterschiedlich auf kulinarisch interessierte Gäste eingestellt....

                    Kommentar


                    • #11
                      Beim Moseltal handelt es sich um eine einmalige Kulturlandschaft, eine ***-Region, in der man gewiß nicht Hunger leiden muß.

                      Kommentar


                      • #12
                        Halt, eine Adresse hab ich noch
                        www.mueller-mehring.de
                        sehr gute Blutwurst

                        Kommentar


                        • #13
                          Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                          Halt, eine Adresse hab ich noch
                          www.mueller-mehring.de
                          sehr gute Blutwurst
                          nicht nur die Blutwurst ist von hervorragender Qualität sondern auch sein, als Apero, gereichter Lavendel Schinken. Begeisterung hatten auch die Kalbsbäckchen sowie die Wildbratwürste hervorgerufen sowie die, für deutsche Lande, günstig kalkulierte Weinkarte. Eine Adresse, die wirklich zu empfehlen ist.

                          Kommentar


                          • #14
                            Hallo werter rocco,
                            Ahnung haben sie ja nicht sonderlich viel!
                            Nahe und Mosel haben mit Abstand die besten Rieslinge nicht nur in Deutschland sondern der Welt!!!
                            Sehr gutes essen gigt es an Mosel und Nahe zur genüge siehe Bollants,Renato Manzi Richtershoven ,Schanz Fam.Oos usw.
                            Man muß nur Wissen wo man hingeht!

                            Kommentar


                            • #15
                              Ja genau dafür gibt es dieses Forum und die Restaurant-Ranglisten. Und im Forum freuen wir uns dann auf Ihre tollen Berichte, wenn Sie sich schlau gemacht hätten wüßten Sie das Herr Rocco uns diese immer wieder gerne schreibt.
                              Ob Sie mich mit Ihrem begründeten Weingeschmack so richtig überzeugen können? Bei mir können Rieslinge in weltweit Herausragender Qualität auch aus dem Rheingau kommen und da gibt es auch noch so ein paar Winzer in Rheinhessen... :cheers:

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X