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Sonnora***, Dreis

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  • Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    @ mk: welcher Teufel reitet Sie?
    Keine schlechte Frage. Manchmal verliert man ja die einfachsten Zusammenhänge aus dem Blick. Ich werde mir also Ihre Botschaft auf ein Schnupftuch sticken und bei der nächsten gestopften Gänseleber, in der ich lustlos herumstochere, während mir rheinhessischer Schwefelgeruch in die Nase steigt, ziehe ich das gute Stück hervor, tatata, ein Geisteblitz, wo gehts hier eigentlich ins Schlaraffenland? Ich schnippe eilig den Tankwart zu Tisch, der rauscht heran, drei mal vom süßen Moselhosel, nein warten Sie, fragendes Gesicht, besser für die fette Gans auch noch einen, ergo so fünf im Ganzen, und ex, ist ja schön, wenn sowas auf Rezept geht.

    Das Mohnkalb sitzt im So-no-rah,
    Es isst dort nicht auf Ho-no-rah.
    Das Mohnkalb.

    Das Mohnkalb schlackert mit dem Ohr
    Und zieht ein Einstecktuch hervor.
    Das Mohnkalb.

    Das Mohnkalb spricht zum Moselfluß:
    Komm, setz mir einen süßen Schuss!
    Das Mohnkalb.

    Das Mohnkalb hat kein Buch im Schoß,
    Denn dort sitzt nun Dionysos.
    Das Mohnkalb.

    Das Mohnkalb sitzt im So-no-rah,
    Hier werden seine Träume wah.
    Das Mohnkalb.

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    • Ich will dasselbe, was Du heute zum Frühstück genommen hast.

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      • Liebe Morchel, dieses aus "Harry & Sally" abgewandelte Zitat kam mir auch gerade in den Sinn !

        MkG, S.

        P.S. was für eine Diskussion, da ist man mal ein paar Tage am Ballermann, tststs...

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        • Eigentlich bin ich ein friedlicher Mensch, aber hier "ärgere" ich mich ein wenig - und muss einen Versuch starten, den "Genuss" in den Vordergrund zu bringen und schreibe mal los:

          Vorweg: Ich bin kein „Gourmet“; sondern ich liebe einfach nur Speisen und Getränke und ich koche gern (einfach) selbst. - Daher möchte ich im Restaurant „Sachen“ bekommen, die mich überraschen oder die ich selber nicht zubereiten kann oder mir zu aufwendig sind.

          Im Sonnora habe ich einige Male gespeist (aber Stammkunde bin ich sicher nicht – das Budget gibt das nicht her) und ich war jeweils überwältigt. Ich kann das nun nicht mit „Texturen“ und „Aromen“ belegen auch wenn ich mich stets bemühe, alles zu verstehen. Doch vorrangig möchte ich „genießen“ mit allen Sinnen. Und das kann ich im Sonnora. Ob die Küche sich weiter entwickelt? Jeder ändert sich ständig, also sicher auch Herr Thieltges. Doch ich hoffe, in seiner Grundidee bleibt er so wie er ist, denn ich liebe es so. Zum Beispiel: Bei ihm habe ich Austern gegessen, die mir geschmeckt haben. Eine Wirsingbeilage hat mir so gemundet, dass ich zu Hause auch wieder Wirsingrezepte ausprobiert habe. Das ist für mich besonders wichtig: ich werde überrascht und möchte die Speise auch können – und schaffe das dann auch auf meinem Niveau.

          Das geht mir aber im Vendome genauso (auch hier war ich einige Male). Hier erwarte ich neben den Zutaten auch ein grandioses Bild. Und ich bekomme es stets aufs Neue.
          Hier hat mich bei dem Gruß aus der Küche vor einiger Zeit der „Bergische Steingarten“ überrascht. Ich wollte auch so Kräuter anrichten. Dann habe ich „Gargouillou“ von Herrn Bras entdeckt. Ich habe es nie so großartig geschafft, aber ich bin „angeregt“.

          Diese Erlebnisse habe ich fast nur in „Tempeln“ wie Sonnora, Vendome, Lerbach, Schwarzwaldstube (aber ich war noch nicht überall und schaffe das wohl auch in einem Leben nicht) – aber ich gehe auch immer wieder in mir „unbekannte“ Restaurants und erlebe Freude und Enttäuschung. Aber das macht es spannend.

          Das Sonnora aber ist mein Ziel, wenn ich einfach „glücklich“ gemacht werden möchte und vorher einige „Misserfolge“ bei „Zeitgeist-Köchen“ hatte.

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          • Zitat von kgsbus Beitrag anzeigen
            Bei ihm habe ich Austern gegessen, die mir geschmeckt haben. Eine Wirsingbeilage hat mir so gemundet, dass ich zu Hause auch wieder Wirsingrezepte ausprobiert habe.
            Ja, das ist besonders schön, wenn man durch ein Gericht dazu angeregt wird, selbst in der Küche etwas Neues auszuprobieren, eine ungewöhnliche Kombination von Zutaten vielleicht oder eine raffinierte Zubereitung. Solche Erfahrungen macht man ja gar nicht selten. Wäre sogar einen eigenen Thread wert: Kulinarische Anregungen durch Restaurantgerichte.

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            • Zitat von kgsbus Beitrag anzeigen
              Eigentlich bin ich ein friedlicher Mensch, aber hier "ärgere" ich mich ein wenig -
              Zunächst mal danke für Ihren Beitrag.

              Allerdings sollten Sie sich hier über negative Sonnora Berichte nicht ärgern.

              Die ganz wenigen Mitglieder nicht nur hier, die Herrn Thieltges Küche
              Weiterentwicklungen und Kreativität absprechen,
              sind vermutlich Anhänger der sogenannten Avangarde-Küche.

              Was ua. auf das Restaurant Mugaritz in San Sebastian zutrifft.
              http://www.zeit.de/lebensart/essen-t...ni-luis-aduriz

              Wir waren kürzlich einige Tage in San Sebastian und es waren großartige Ess-Erlebnisse.:hungry:
              Gleiches gilt für den Besuch des »Akelarre«

              Aber das erleben wir im Sonnora seit Jahren ebenfalls.:hungry:
              Da macht niemand was dran.
              Vorweg: Ich bin kein „Gourmet
              Was denn sonst....

              Wer wie Sie mehrfach im Sonnora, im Vedome, Lerbach, Schwarzwaldstube war
              und von der Kochkunst begeistert war - der ist ein Gourmet.
              Und besonders dann, wenn man sagen kann, dass man niemals besser gegessen hat.

              Gruß
              Soriso

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              • Lieber Kgsbus, ich finde auch, dass Sie sich als Gourmet sehen sollten. Es ist nicht die Frage der Häufigkeit solcher hochklassigen Restaurantbesuche, die dafür entscheidend ist, sondern die Fähigkeit diese genießen zu können. Vor allem, wenn man tolle Leistungen in allen Stilrichtungen zu schätzen weiß.

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                • Wenn wir uns etwas wirklich Gutes antun wollen, ist das Waldhotel Sonnora die sichere Adresse: Das Gesamtpaket ist großartig.

                  Der Service ist umsichtig, freundlich und fachkundig. Niemand will hier glänzen oder sich profilieren. Der Gast steht im Mittelpunkt. Viele Kräfte arbeiten hier über Jahre, was für Arbeitszufriedenheit spricht.

                  Die Patronin Frau Thieltges sorgt für reibungslose Abläufe und die umsichtige Weinberatung von Frau Brandstätter ist vorbildlich.

                  Grüße (hier habe ich keine Namen der Gerichte notiert und versuche aus dem Gedächtnis zu berichten)

                  - Zuerst gab es eine Art Creme mit köstlichem Lachs bzw. Fisch und vielen Kräutern. Darüber war ein schmales Gebäck mit Räucheraal und (Lachs)-Kaviar.

                  - In einer Schale war ein Bällchen umhüllt von „Gestrüpp“ aus Zutaten, die ich vergessen habe.
                  - Eine Auster in Sud mit Kräutern in der Muschelschale steht in der Mitte.
                  - ein helles Süppchen mit vielen Muscheln und köstlichem Safran und Kräutern abgerundet.

                  Die Auster ist Wahnsinn – ich mag gar nicht besonders gerne Austern; aber diese ist köstlich. Die Kräuter, der Sud, die Auster sind der Hammer.

                  Getrüffelte Galantine von Perigord-Gänsestopfleber in Gelee von altem Tawny Port mit geeistem Feigenconfit

                  Gänseleber gehört zum Programm vieler Köche. Über den Tierschutz will ich nicht diskutieren. Aber ich gestehe: Mir schmecken Gänseleberprodukte. Auch hier gelingt der Küche eine eigene Handschrift und das Gericht ist rund im Gesamtgeschmack – dazu wird noch eine Brioche-Scheibe gereicht.
                  Gewürztraminer Vendages Tardive von Trimborn, Elsaß war die Begleitung.

                  Gebratene St. Jakobsmuscheln aus Dieppe auf in Eiswein glaciertem Chicorée

                  Jakobsmuscheln mag ich grundsätzlich sehr gerne und esse sie öfter. Diese waren aber etwas ganz Besonderes: Ist es die Qualität des Produkts, die Würze, die Technik des Garens? Ich weiß es nicht, muss es auch nicht; denn nur das Ergebnis zählt. Die feinen Chicorée-Späne unter den Muscheln schmecken prächtig dazu.
                  Wintricher Ohligsberg, Riesling feinherb von Haart, Mosel passte hervorragend dazu.

                  Atlantik-Seezugenfilet mit gebratenem und geschmortem Fenchel in Olio Verde mit Balsamico

                  Der Fisch war extrem gut zubereitet und in gewohnter Sonnora-Qualität. Fenchel ist eines meiner Lieblingsgemüse. Er passte wunderbar zur Komposition, weil wiederum der Sud, das Dressing genial dazu passten.
                  Langenlois Spiegel, Grüner Veltliner von Loimer, Kamptal war die Weinempfehlung. Die Produkte von Fred Loimer finde ich stets großartig.

                  Rehrücken aus der Eifel mit karamellisierten Macadamia Nüssen auf Rouenaiser Sauce und Dörrobstconfit

                  Das Reh war ein Gedicht: Röstaromen, butterzart, Gewürze. Auch hier sind die Zutaten aus Ausgangspunkt von übergroßer Qualität. In der Küche wird daraus ein Kunstwerk.
                  Shiraz von Luddite Vieyards, Walker Bay passte wunderbar dazu. Diesen Wein werde ich sicher noch einmal kaufen und nachkosten.

                  Gruß

                  Ein Eis auf einem Kompott und köstliche Würfelchen am Rand des Tellers eröffnen das Dessert.

                  Knuspriges Limonentörtchen „Brulée“ mit Mango und Joghurt-Limetten-Eis

                  Himbeeren, ein Sößchen (es wurde vom Service angegossen), Obstwürfelchen (Mango), Gebäck bilden den Rahmen zu Törtchen und Eis. Ein feiner, aromenreicher Abschluss.
                  Scharzhofberg, Riesling Auslese von Von Hövel, Saar war genau richtig zur Nachspeise.

                  Feine Patisserie

                  Zum Kaffee werden kleine Naschereien in einer Etagere traditionell gereicht. Da ist für jeden etwas dabei.
                  Ein Tag im Sonnora (mit Übernachtung) bleibt für mich bzw. uns ein (Jahres)-Ziel - Getreu nach Oscar Wilde: „Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht.“

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                  • Danke für den Bericht und auch die vermittelte Euphorie zur klassischen Küche! Für mich ist das Sonnora schlicht DIE Referenz der rein klassischen Küche in Deutschland - mit Abstand. KG Chess

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                    • ich habe die ganze Zeit die Menuekarte von unserem letzten Besuch im Sonnora gesucht, denn irgendwie hatte ich nach der obigen Beschreibung den Eindruck, dass kommt dir doch alles sehr bekannt vor. Verunsichert war ich nur bei den Desserts, da konnte ich mich nicht daran erinnern. Die Feiertage sind ja für solche Dinge ganz gut geeignet und ich bin dann auch tatsächlich fündig geworden.
                      Als Dessert war bei uns
                      Sorbet und Ragout von Weinbergspfirsich sowie

                      Cremeux von Valrhona Schokolade und Haselnuss mit Zwetschgen Vanilleparfait und Zwetschgensorbet

                      angesagt.

                      Eigentlch bin ich kein Schokoladenfan. Die meisten Dessert dieser Art sind mir als Abschluss zu mastig aber diesmal war es ganz anderst. Durch die vorherige Weinbergspfirsichkomposition "erholte" sich Geist und Körper von dem tollen Menue. Das Zwetschgensobet, leicht säuerlich, passte mit dem etwas süsslicherm Parfait ausgezeichnet zu der Cremeux und entwickelte, wenn man das von Schokodesserts überhaupt behaupten kann, eine gewisse Leichtigkeit.

                      Zu dem Rest schliesse ich mich den Vorreden vom werten Kgsbus an. Wie wurde in der Runde nach dem Menue getuschelt? Am Abend vorher war es schon Spitzenklasse, aber dies hier, hat alles Andere nochmals um Klassen übertroffen.

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                      • Man kann es bei mir schon langsam den Sonnora-Effekt nennen. Jedesmal stehe ich im Stau, frage mich, wieso tue ich mir das an, dann der erste Biß, in diesem einen Löffel voll von der Creme Vichysoise mit Räucheraal, dem ersten Gruß aus der Küche, und dann weiß ich warum. Die weiteren Grüße folgten als ein „Dreierlei“, hier hat mir besonders die Gebackene Edelfisch-Praline auf Curry-Mango-Chutney, gefallen. Dazu gab es einen wunderbaren leicht fruchtigen Rieslingsekt.
                        Dann das Menü:
                        1. Gelatine von Perigord-Gänsestopfleber Traube-Nuss in Gelee von altem Madeira auf geeistem Feigencroustillant: wunderbar, nicht zu schwer und sehr geschmackvoll durch die Mischung aus Trauben und Nüssen
                        2. Gegrillter bretonischer Hummer auf in Eiswein glaciertem belgischen Chicoree mit Ingwer-Parfüm: der Hummer auf den Punkt und somit herrlich saftig, dazu hat das leichte Gemüse mit dezenter harmonischer Säure
                        3. Saute vom Kalbsbries mit Makkaroni-Charlotte und Duxelles von Pfifferlingen in Sauce Perigourdine: absolut hervorragender Gang, Herr Thieltges kann das Kalbsbries absolut genial zubereiten, zart, aber geschmackvoll, daneben die ebenfalls geschmackvollen Pfifferlinge und ein Traum von Sauce
                        4. Bretonischer Steinbutt im knusprigen Pastilla gebacken auf Estragonsauce: zarter Steinbutt in eine knusprigen Hülle in einer cremigen Sauce, ebenfalls ein hervorragender Gang
                        5. Lammrücken aus dem Limousin mit Nadelböhnchen und Auberginen-Törtchen auf Sariette-Jus: das Fleisch sehr geschmackvoll und genauso rosa, wie es sein muß und einem Auberginen-Törtchen, dass einen an das Mittelmeer entführt
                        6. Auswahl vom Käsewagen: dazu verschiedene Brote (Baguette, Nußbrot, Früchtebrot), Walnüsse und Trauben
                        7. Riesling Sektbowle mit Zitronengras-Sorbet und Verveine: ein sehr erfrischender Gang
                        8. Delice von Erdbeeren und Joghurt mit geeistem Grand-Marnier-Parfait und Erdbeersorbet: ein absolut fruchtiger Traum
                        Und so geht ein wunderbarer Abend zu Ende, wobei auch die Familie Thieltges und der charmante zuvorkommende Service beitrug.

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                        • Vielen Dank für den Bericht, liebe Schink.

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                          • Der Besuch meiner Frau und mir im Sonnora liegt schon wieder über einen Monat zurück. Leider finde ich erst jetzt die Zeit die Erfahrungen des Abends auf‘s Papier bzw. PC-Monitor zu brigen. Ein Besuch im Sonnora stand bei uns schon seit langem auf dem Plan. Wir sind heute nicht nur das erste Mal im Sonnora, es ist gleichzeitig unser erster Besuch in einem deutschen 3-Sterne Restaurant. Schande über uns, dass es so lange gedauert hat und wir bislang nur in anderen Ländern solche Restaurants besuchten. Wir geloben Besserung.

                            Wir haben eine frühe Reservierung für 19 Uhr an diesem Abend und genießen unseren Aperitif (Mosel Winzersekt mit Rosmarin und Preiselbeere) auf der Terrasse mit schönem Blick in die Gartenanlage des Waldhotels.

                            Wir bestellten das große Menü ohne Käsegang. Das erste Amuse wurde uns noch auf der Terrasse serviert:
                            Weißes Tomatenmousse mit Gurkensauerrahm und Tomatengazpacho
                            Ein gut abgeschmecktes Tomatenmousse, fein im Geschmack und äußerst luftig in der Konsistenz. Ergänzt durch die sehr fruchtig und intensiv schmeckende Gazpacho mit erfrischender Säure. Genau das richtige zum Hausaperitif auf der Terrasse.

                            Im Restaurant geht es weiter mit dem zweiten Amuse bouche:
                            Gebackene Edelfischpraline auf Curry-Mango-Chtuney
                            Cannelloni vom Thunfischtatar
                            Safransuppe mit Bouchotmuscheln

                            Alle drei Amuse waren hervorragend, sehr filigran gearbeitet und geschmacklich eine Wucht. Besonders die Safransuppe war äußerst gehaltvoll und fein im Geschmack. Hier merkte man mal wieder, dass es keine vielen Komponenten oder ausgefallenen Techniken braucht um auf diesem Niveau zu begeistern.

                            Das eigentliche Menü beginnt mit
                            Galantine von Perigord-Gänsestopfleber „Traube-Nuss“
                            in Gelee von altem Madeira mit geeistem Feigencroustillant

                            Was bleibt bei diesem Gang noch zu sagen? Die Stopfleber in bester Qualität, die Komponenten dazu sehr klassisch und perfekt abgestimmt. Auch hier sei noch einmal die filigrane Anrichteweise mit einer ganz klaren, schnörkellosen Linie lobend erwähnt.

                            Es folgt
                            Gegrillter bretonischer Hummer auf Spargelsalat
                            mit feiner Limonen-Joghurt-Creme

                            Wenn es an dem gesamten Menü eine kleine Kurve nach unten gibt, dann beim Hummer. Die frische, sommerliche Zubereitung mit dem feinen, cremigen Spargelsalat ist ohne Zweifel genau richtig am Platz. Leider hätte der Hummer ein wenig zarter sein können. Ganz sicher keine Reklamation wert, aber vollständigkeitshalber hier trotzdem erwähnt.

                            Sauté vom Kalbsbries mit Makkaroni-Charlotte und Duxelles von Pfifferlingen in Sauce Perigourdine
                            Der schmackhafte Kalbsbries ist umgeben von den tiefen, erdigen Aromen der Pfifferlinge und des Trüffels. Ergänzt durch eine Ingenieurs-Meisterleistung von Makkaroni-Charlotte gefüllt mit einer lockeren Farce - dem armen Koch, der die Makkaronis anordnen durfte sei gesagt: Die Mühe hat sich allemal gelohnt. ;-)

                            Atlantik Steinbutt mit geschmortem und poeliertem Fenchel in Olio Verde mit Balsamico
                            Ein ganz hervorragendes Gericht, welches aromatisch das genaue Gegenteil des Ganges zuvor war. Der Steinbutt selbstverständlich auf dem Punkt. Die Begleiter optimal an die Jahreszeit und der Menüfolge angepasst. Sehr betörend und erfrischend durch die feine Säure des Balsamico, Oliven und die vielen mediterranen Aromen. Jetzt ist auch wieder Platz für den Hauptgang.

                            Nach einem kurzen Schlenker durch den Hotelgarten bekommen wir:
                            Rehrücken aus der Eifel mit Spitzkohlröllchen und Birnenpolenta-Canapé auf Rouenaiser Sauce
                            Ein äußerst zartes und geschmacklich Intensives Medaillon vom Rehrücken mit karamellisierten Makadamianüssen lassen uns dahin schmelzen. Und wieder, wie im gesamten Menü, die äußerst filigranen Beilagen. Man erkennt was auf dem Teller ist und das macht Lust. Es gibt keine Überraschungen, dass jene oder diese Komponente nach etwas außergewöhnlichem schmeckt. Man ist jedoch überrascht, wie perfekt man diese abschmecken und zubereiten kann. Keine Spielereien, keine Experimente. Dafür beste Produkte, deren Qualität und Geschmack für sich selber sprechen! Klasse!

                            Das Pré-Dessert
                            Riesling Sektbowle mit Zitronengras-Sorbet und Verveine
                            Ich wage zu behaupten, dass ich noch kein besseres Sorbet gegessen habe. Eine echte Aromenbombe. Eine herrliche Erfrischung mit der herben, säuerlichen Sektbowle mit Eisenkraut und fruchtigen Beeren.

                            Délice von Rhabarber mit Joghurt-Minz-Eis und gebackener Rhabarber-Ravioli
                            Alle Komponenten haben ihr eigenes Geschmacksbild und doch bildet es eine große Einheit. Warm, kalt, luftig, cremig, knusprig - texturell wird alles angesprochen und auch die Süße von Erdbeeren und die Säure des Rhabarbers sind fein abgestimmt.

                            Den Abschluss bildet eine Etagere mit einer sehr großzügigen Auswahl an Petit Fours. Da wir beim besten Willen nicht mehr für alle Pralinen zu unserem Kaffee Platz im Bauch hatten, freuten wir uns umso mehr, dass uns Frau Thieltges die restlichen für zu Hause einpackte.

                            Hier sei auch noch ein großes Lob an den tadellosen, unaufdringlichen und herzlichen Service von Frau Thieltges und ihrem fabelhaftem Team zu richten. Wir haben uns den kompletten Abend äußerst wohl gefühlt.

                            Fazit: Wer einen Tisch bei Familie Thieltges reserviert, der muss sich darauf einstellen, dass es klassische Küche gibt. Dafür ist das Sonnora berühmt und so wird das auch hoffentlich in Zukunft bleiben. Den Vorwurf von Manchen, dass sich die Küche im stillstand befindet und keinen Platz für Innovationen bietet, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Denn wohin soll sich die Küche von Herrn Thieltges noch hinbewegen? Ganz oben ist sie schon, somit bleibt nur noch die Möglichkeit nach rechts oder links. Ich hoffe, dass sie da bleibt wo sie ist - geradlinig, klassisch und in der Eifel - ohne Experimente und ohne Kompromisse bei den Grundprodukten.

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                            • Freut mich, werter Rene, dass Sie ein ebenso wunderbares Erlebnis, sowohl von der Kulinarik, dem Service, der Umgebung, hatten wie ich.

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                              • Einmal im Jahr muss es (wenn möglich) nach Dreis gehen.

                                Wir kommen zwar nie in einen Stau - denn wir fahren mit der Eisenbahn - genauer: mit dem Bus 75 Minuten nach Köln (ohne umsteigen!) - dann mit dem Zug bis Koblenz und dann in die Regionalbahn bis Salmtal - das letzte Stück mit dem Taxi vor Ort (sonst kommt es aus Wittlich) das dauert pro Strecke etwa 5 Stunden - aber das ist es uns wert.

                                In der "freien" Zeit (also zwischen den Essen) geht es mit der Bahn meist nach Trier.

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