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Sonnora***, Dreis

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  • Morchel
    Ein Gast antwortete
    Liebe Forumsmitglieder,

    das Sonnora sollte es dieses Mal während unseres Moselurlaubs wieder sein, war doch unser letzter Besuch schon eine geraume Zeit her. Und so machten wir uns also mittags auf, in der Hoffnung, um diese Zeit möglichst wenig andere Gäste mit meinem röhrenden Rest-Bronchitishusten zu belästigen.
    Die Rechnung ging nicht auf: Mitten unter der Woche war das Sonnora mittags nahezu komplett besetzt. Wir staunten und freuten uns für die Familie Thieltges.

    Zu Beginn bekamen wir ebenfalls die von Wombard bereits erwähnte Auster – mariniert in Holunderessig, dazu Minze. Wunderbar! Ein eleganter Auftakt.

    Was dann folgte, setzte Maßstäbe: ein vierteiliger Gruß bestehend aus Delice vom Taschenkrebs (sehr gut), Kaninchenleber Berliner Art (Mo-Ma: grandios), Petersiliensüppchen (für mich – intensivestest!), mariniertem rohen Tunfisch auf Paprika (geilestest) und Wachtelei in einem Trüffelsud (wolllüstigstest!). Dieser Gruß war in unseren Augen eine klare Ansage an alle, die Thieltges nicht bei drei Sternen sehen. Das ging nicht besser und war spektakulärer als alle Amuses, die wir je im Sonnora bekommen haben.

    Wenn ich richtig zähle, war dies unser vierter Besuch im Sonnora. Bereits bei Reservierung erwähnen wir immer, dass ich kein Fleisch esse. Bislang wurde uns daraufhin auch kein Menü vorgestellt, und wir aßen à la carte. Deshalb war die Überraschung heute besonders groß, als uns ungefragt ein Menü präsentiert wurde. Wir waren nachgerade überfordert, weil wir uns schon auf einige A-la-carte-Gerichte eingeschossen hatten. Da ich mich aber wirklich darüber freute, dass man sich Gedanken über ein Menü mit Alternativen für mich gemacht hatte, nahmen wir also den Vorschlag an.

    1a) Label-Rouge-Lachs mit Spargelsalat für mich: Der lauwarme Lachs in gewohnt phantastischer Qualität verband sich mit dem säuerlichen Spargeldressing zu einer wunderbar stimmigen Komposition. Dem Spargelsalat verliehen unterschiedliche Kräuter immer neue Geschmackskomponenten. Kurz: es war herrlich. Die Perfektion einer Dreisterne-Küche.

    1b) Gänseleberterrine für Mo-Ma: „Ein hervorragender Thieltges-Klassiker.“

    2) Langustinen auf in Eiswein gegartem Chicorée. Eine süß-salzige Kombination, die uns ebenfalls beeindruckte. Allein der Geruch, der vom Teller aufstieg, war eine einzige Verlockung.

    3) Seezunge mit Fenchel und gefüllter Powerade. Ein mediterranes Gericht, das nach Sommer, Sonne und Urlaub schmeckte.

    4a) Steinbutt mit Sauce Bernaise, Poulardenjus, und Kartoffelchips für mich. Eine wunderbare Komposition, die durch kleine intensivste Tomatenstücke eine fruchtige Note bekam. Neben dem Lachs mein persönlicher Lieblingsgang (auf hohem Niveau ausgewählt).

    4b) Die Challans-Blutente für Mo-Ma: „Was soll man über diesen Klassiker schon schreiben, außer dass er wie immer saugut war?“

    5) Marinierte Ananas kreolischer Art mit gefülltem Schokoladenkrokant und Wodka-Limonen-Sorbet. Fein, fruchtig, leicht. Ein wunderbarer und würdiger Abschluss.

    Fazit: Ein ***-Essen in einem ***-Restaurant, präsentiert von herzlichen und entspannten Servicekräften. Es war wunderbar.

    Morchel mit Zitaten von Mo-Ma

    PS: Erwähnenswert finden wir das wirklich ausgezeichnete Preis-Leistungsverhältnis im Sonnora. Seit Jahren sind die Menü- und A-la-Carte-Preise nahezu unverändert. Auch die nicht alkoholischen Getränke (Wasser, Espresso) sind fair kalkuliert. Für meine glasweise Weinbegleitung (J.J. Prüm) habe ich 8,50 Euro pro Glas bezahlt. Der Rieslingsekt lag bei 9 Euro.

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  • Tofu
    antwortet
    Zitat von wombard Beitrag anzeigen
    Die Tiefe , so habe ich es jedenfalls verstanden, betrifft den Wein und nicht das Menue.
    Um auf ihre Frage zu antworten: Welches Gericht ist denn eine Reise wert oder ist überhaupt ein Gericht eine Reise wert?

    Über diese Frage liesse sich wahrscheinlich tagelang diskutieren .
    Sie sprachen vom Seeteufel,deshalb beziehe ich mich auf dieses Gericht.

    Ich denke jene reisewürdigen Gerichte findet man evtl. hier

    Gruß
    T.

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  • Morchel
    Ein Gast antwortete
    Danke schön, Wombard, für den Bericht!
    Schön zu lesen, wo wir doch gerade heute an der Mosel angekommen sind.

    :hungry:

    Morchel

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  • wombard
    antwortet
    Zitat von Daurade Beitrag anzeigen
    Da hätte ich tatsächlich auf die eher umgekehrten Schwierigkeiten geschlossen, weniger bei dem Weissburgunder, der mit den Fenchelaromen in der Vorspeise sicher eine schöne Freundschaft geschlossen hat als eher bei dem spätburgunder, dem glacierte Nektarinen sowie Orange- und Ingweraromen eine Delle hätten versetzen können. Sonst sind die Weine der beiden Winzer doch eher gerade heraus und regional sortentypisch. Was hat Ihnen denn die Freude solo getrübt?

    Beste Grüße
    Daurade
    Das hatte ich bei der Wahl auch gedacht. Der weisse hatte zuviel Schmelz und beim Roten war es ein Geschmack nach überreifen Beeren. Und Beides passte irgendwie subjektiv betrachtet nicht zu dem Geschmack, den man sonst mit beiden Häusern verbindet.

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  • wombard
    antwortet
    Zitat von Tofu Beitrag anzeigen
    In meinen Augen in der Tat ein Klassiker, Fisch generell in Kombination mit Fenchel , oder direkt Anis zu servieren.
    Ich persönlich liebe es...

    Aber ist dieses Gericht wirklich eine Reise wert?Ich schliesse mich der Bitte von Dorade um mehr Tiefe an! Vielen Dank hierfür im Vorraus...

    Gruß
    T.
    Die Tiefe , so habe ich es jedenfalls verstanden, betrifft den Wein und nicht das Menue.
    Um auf ihre Frage zu antworten: Welches Gericht ist denn eine Reise wert oder ist überhaupt ein Gericht eine Reise wert?

    Über diese Frage liesse sich wahrscheinlich tagelang diskutieren .

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  • Tofu
    antwortet
    Zitat von wombard Beitrag anzeigen
    Im Menue war absolute Spitze der Atlantik Seeteufel auf Fenchel, eine Kombination von Aromen, die unübertroffen war. Vielleicht ist damit ein neuer Thieltges Klassiker geboren worden
    In meinen Augen in der Tat ein Klassiker, Fisch generell in Kombination mit Fenchel , oder direkt Anis zu servieren.
    Ich persönlich liebe es...

    Aber ist dieses Gericht wirklich eine Reise wert?Ich schliesse mich der Bitte von Dorade um mehr Tiefe an! Vielen Dank hierfür im Vorraus...

    Gruß
    T.

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  • Daurade
    antwortet
    Da hätte ich tatsächlich auf die eher umgekehrten Schwierigkeiten geschlossen, weniger bei dem Weissburgunder, der mit den Fenchelaromen in der Vorspeise sicher eine schöne Freundschaft geschlossen hat als eher bei dem spätburgunder, dem glacierte Nektarinen sowie Orange- und Ingweraromen eine Delle hätten versetzen können. Sonst sind die Weine der beiden Winzer doch eher gerade heraus und regional sortentypisch. Was hat Ihnen denn die Freude solo getrübt?

    Beste Grüße
    Daurade

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  • merlan
    antwortet
    Zitat von wombard Beitrag anzeigen
    Vielleicht finde ich ja noch irgendwo die Rechnung.
    Ordner "außergewöhnliche Belastungen"!

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  • wombard
    antwortet
    Zitat von Daurade Beitrag anzeigen
    Verehrter wombard,

    zu diesem Thema würden mich Detailangaben sehr interessieren, denn häufig ist es ja gerade umgekehrt. Es wäre toll, wenn Sie da noch etwas in die Tiefe gehen könnten.

    Beste Grüße
    Daurade
    Ich bin am kramen, muss aber gestehen, das ich im Moment nur folgendes weiss:

    Zur Vorspeise einen Weissburgunder von Grans Fassian 2008 und zur Ente einen 2004er Spätburgunder Dr. Heeger. Vielleicht finde ich ja noch irgendwo die Rechnung.

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  • Daurade
    antwortet
    Zitat von wombard Beitrag anzeigen
    Die dazu von uns mit ausgewählten Weine haben, wie selten, perfekt zu den Gerichten gepasst , waren aber zum pur trinken gewöhnungsbedürftig.
    Verehrter wombard,

    zu diesem Thema würden mich Detailangaben sehr interessieren, denn häufig ist es ja gerade umgekehrt. Es wäre toll, wenn Sie da noch etwas in die Tiefe gehen könnten.

    Beste Grüße
    Daurade

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  • wombard
    hat ein Thema erstellt Sonnora***, Dreis.

    Sonnora***, Dreis

    Wir waren mal wieder da. Was gibt`s Neues.
    Vielleicht hat Kimbles kritik mit der kulinarischen Altbackenheit (obwohl ich Sie jedesmal mit Genuss verzeht habe)des Apertifhappens gefruchtet, denn es gab eine sensationell gut schmeckende Auster mit Kräutern.
    Im Menue war absolute Spitze der Atlantik Seeteufel auf Fenchel, eine Kombination von Aromen, die unübertroffen war. Vielleicht ist damit ein neuer Thieltges Klassiker geboren worden.

    Und natürlich die Blutentenbrust mit orientalischer Gewürzhaut,diesmal mit glacierten Nektarinen auf Orangen Ingwer Sauce. Ein perfekter Genuss.
    Ich muss meinen Hut davor ziehen, wieviel Variationen er mittlerweile davon gezaubert hat.

    Die dazu von uns mit ausgewählten Weine haben, wie selten, perfekt zu den Gerichten gepasst , waren aber zum pur trinken gewöhnungsbedürftig.

    Kosten des Menues 158 Eur.
    Und der Schluss: Helmut himself hat allen Gästen seine Aufwartung gemacht und mit seinem Witz und Charme nette Konversation betrieben.
    Fazit: Es war ein unvergessliches Essvergnügen
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