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Malerklause, Bescheid, 16 GM

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  • Malerklause, Bescheid, 16 GM

    Liebe Forumianer,

    viel davon gehört, noch nie live erlebt: Wir sitzen in der Malerklause bei der Vorspeise. Am Nebentisch 6 Personen, die gerade bei der Bestellung sind. Es stellt sich heraus: Eine Person ist Vegetarierin, eine mag keine Ente, eine keine Gänseleber, eine keine Muscheln, eine ist allergisch gegen Paprika und Zwiebeln. Keine Vorankündigung bei der Reservierung. Ein Supergau für ein kleines Restaurant mit kleiner, feiner Speisekarte. Frau Lorscheider im Service meistert die Situation souverän, und ich bin voll Bewunderungen ob der Herausforderungen, die dieses Geschäft so mit sich bringt. Chapeau!

    Die Malerklause in Bescheid nahe Trittenheim war dieses Mal unser Ziel, vom Gault Millau immerhin mit 16 Punkten bedacht. Auf dem Weg dorthin dachten wir, demnächst am Ende der Welt anzugelangen. Doch dann lichtete sich plötzlich der Hochwald, ein traumhafter Blick auf den Hundsrück tat sich auf. Vor uns der kleine, und auch wenn es abgedroschen klingen mag, malerische Ort Bescheid. Mittendrin die Malerklause – ein reiner Familienbetrieb mit Herrn Lorscheider senior als Ein-Mann-Koch in der Küche, Herr Lorscheider junior als Sommelier und Frau Lorscheider im Service. An besonders guten Tagen kommen noch ein paar Aushilfen dazu. Ein sympathischer Familienbetrieb mit Wohlfühlfaktor.

    Gehobene Küche mit zum Teil regionalen Wurzeln schreiben sich die Lorscheiders auf die Fahne. Das Gemüse kommt meist aus dem eigenen Garten, und das schmeckt man auch. Herrlich knackiges Frühlingsgemüse hatte ich auf meinem Teller, nahezu naturbelassen. Qualität, die aus dem Produkt kommt.

    Mo-Ma geriet ins Schwärmen bei seiner Vorspeise. Eine Variation von der Gästestopfleber war es, bei der er insbesondere eine Kombination aus Baumkuchen und getrüffelter Gänseleber besonders mochte. Eine wirklich ausgefallene Variation, die durch herzhaft-süß überzeugte. Ich selbst war sehr zufrieden mit meiner „Wurzelsuppe“ mit Jakobsmuscheln, Muscheln und Shrimps, der Safran einen zusätzlichen Feinschliff gab.

    Im Hauptgang Anjou-Taube für Mo-Ma, eine Rolle aus Loup-de-mer, Lachs und Shrimps für mich. Sehr ordentlich, vielleicht fehlte das ein oder andere Mal der letzte Schliff in der Würzung. In meinem Gericht hatte es der Loup ein wenig schwer, sich gegen den Lachs zu behaupten.

    Das Dessert überzeugte wiederum uneingeschränkt. Rhabarber-Kompott mit Apfel-Trester-Parfait. Sehr fein. Ein gelungener Abschluss.

    Erwähnt werden muss noch die schöne Weinkarte mit Schwerpunkt in der Region. Die Preise äußerst fair kalkuliert. Wer übrigens Hummer mag (Herr Kimble!) sollte sich dringend auf den Weg nach Bescheid machen. Bestaunten wir doch im Keller ein „Aquarium“ mit lebenden Tieren, die wohl immer schnell den wissenden Stammkunden zum Opfer fallen.

    Fazit: Eine gute Adresse abseits der Guide-Michelin-Sterne, was unserem Erleben keinerlei Abbruch tat.

    Morchel

    Morchel an Moderator: Bitte Betreffzeile ändern. Kann ich nicht. Den armen Herrn Lorscheider habe ich vergewaltigt. Er hat vom Gault Millau 16 Punkte.
    Moderator an Morchel: Betreffzeile geändert. Herr Lorscheider ist hoffentlich auf dem Wege der Besserung. Q.
    Zuletzt geändert von quartalsesser; 09.05.2010, 21:36. Grund: Wunsch der Threaderstellerin

  • #2
    [QUOTE=Morchel;3405]Liebe Forumianer,

    Mo-Ma geriet ins Schwärmen bei seiner Vorspeise. Eine Variation von der Gästestopfleber war es, bei der er insbesondere eine Kombination aus Baumkuchen und getrüffelter Gänseleber besonders mochte. Eine wirklich ausgefallene Variation, die durch herzhaft-süß überzeugte.


    Ich finde es in unser heutigen schnelllebigen Zeit toll, das es die Baumkuchengänseleber immer noch gibt. Ich habe Sie schon vor 10 Jahren genossen und bin heute immer noch der Meinung, das es in keinem von mir besuchten Restaurant eine Bessere gegeben hat. Auch nicht die legendäre bei Haeberlins.( Diese Meinung teilte zu damaliger Zeit auch der Chef des umweit gelegenen Dreisterne Restaurants, darauf war Herr Lorscheider mächtig stolz)

    Zu unserer Zeit ist man noch durch die alte, nach Rauch und Bier riechende Kneipe in die Gourmetstube gegangen. Das waren noch die Zeiten, als mancher städtischer Luxemburger bzw. Trier- Gourmet mit seiner Holden rückwärts rausgelaufen ist und erst mit viel zureden, ähnlich wie bei ein widerspenstiges Pferd, das in seinen Transporter nicht wollte, zurück ins Lokal fand und meistens glückselig ob der gezeigten Leistungen nach Hause reiste.

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    • #3
      Danke für den Hinweis und den Bericht, ist (ebenso wie Kasel) notiert

      Ob Eifel, Hunsrück oder Saarland ... die Region ist schon seeehhr ländlich

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      • #4
        Zitat von wombard Beitrag anzeigen
        Ich finde es in unser heutigen schnelllebigen Zeit toll, das es die Baumkuchengänseleber immer noch gibt.
        Da müssen wohl die Stammgäste massiv dahinter sein, wie uns Frau Lorscheider erzählt hat. Es gab mal Versuche, im Sommer wegen der Temperaturen darauf zu verzichten. Die Stammgäste haben diesen Versuch sofort zu Fall gebracht. Mein Mann hat es gleich verstanden.

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