Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

L.A. Jordan *, Deidesheim

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • L.A. Jordan *, Deidesheim

    Jens Fischer hat ja gerade seinen ersten Stern bekommen - Gratulation! Wir waren vor ein paar Wochen im Freundstück essen und es gefiel uns insgesamt ebenfalls sehr gut. Hier und da muss noch ein wenig am "Feintuning" gearbeitet werden und bei manchen Gerichten "wagt" Fischer noch zu wenig, aber man merkt deutlich, dass er eine Zeit als Sous Chef bei einem der besten Köche Deutschlands (Sven E.) hinter sich hat.

    Besonder gefielen uns: eine herrlich kräftige "Terrine vom Kalbstafelspitz im Olivenmantel mit gebackenem Kapernapfel und Olivencreme"; der originell kombinierte "Gateau von der Entenstopfleber mit Muscat Bleu Trauben" und einem köstlichen, weil leicht angerösteten Traubenkernbrioche; und der saftige Wolfsbarsch mit Artischocken à la Barigoule, einem luftig-frischen Kartoffel-Limonenstampf und einem mit Vanille aromatisierten Tomatenkompott.

    Es gab durchaus auch ein paar schwächere bzw. konventionellere Gänge, aber die Gesamtleistung war doch sehr überzeugend. Und das Ambiente im malerischen Ketschauer Hof ist wirklich großartig.

    Fotos gibts wie immer hier

    grüße
    b.
    Zuletzt geändert von brigante; 12.11.2010, 18:10.

  • #2
    Danke sehr für den Bericht, ich habe schon lange darauf gewartet, etwas neues aus dem Freundstück zu hören.

    Kommentar


    • #3
      Die Frühlingspfalzreise dieses Jahres führte mich nach Deidesheim. Das bemerkenswerte Ambiente des Freundstück kannte ich schon von einem früheren Besuch. Gespannt war ich auf die Küche von Jens Fischer, der nun schon einige Zeit im Freundstück wirkt.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00604.jpg
Ansichten: 1
Größe: 95,7 KB
ID: 47845

      Das Menü klang für uns weniger spannend, als mancher a-la-Carte-Gang. So verzichteten wir (Forumskollege Schmackofatz und ich) auf das Menü und wählten aus der Karte.
      Zum Auftakt gab es eine Reihe von Amuses. Das Hörnchen mit etwas vom Rindfleisch blieb mir ebenso wenig in Erinnerung, wie die genauen Zutaten.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00589.jpg
Ansichten: 1
Größe: 87,2 KB
ID: 47846

      Schön hingegen die Pfälzer Leberwurst mit Senf, leicht säuerlich, der Leberwurstgeschmack sehr zurückgenommen, gab aber dennoch den guten Rahmen.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00588.jpg
Ansichten: 1
Größe: 85,0 KB
ID: 47847

      Etwas moderner dann diese Triologie, auch hier fehlen mir detaillierte Erinnerungen an die Bestandteile, aber geschmacklich waren die Kombinationen schon markanter und auf jeden Fall gelungen.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00590.jpg
Ansichten: 1
Größe: 86,0 KB
ID: 47848

      Der Saibling mit Fenchel und Bloody-Mary-Schaum schmeckte sehr angenehm und harmonisch.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00592.jpg
Ansichten: 1
Größe: 66,9 KB
ID: 47849

      Wir wählten als ersten Gang „Cancale Auster warm – kalt, pochiert mit cremigem Spinat, mariniertem US-Rinderfilet, Schalottenmousse mit Limonengel und Algensalat“. Ein Gericht in zwei Teilen, mit einem zweigeteilten Urteil: die warme Variante war geprägt vom Spinat- und dem Charlottenaroma. Das Fleisch harmonierte damit sehr, die Auster gab eine angenehme Erweiterung des aromatischen Spektrums.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00593.jpg
Ansichten: 1
Größe: 85,8 KB
ID: 47850

      Die kalte Variante gefiel mir nur in den ersten Bissen. Die Creme fand da noch einen guten Kontrapunkt durch die Säure des Gels und die Frische der Gurkenstückchen, doch als die aufgegessen waren und noch die Creme und das grüne Gel übrig blieben, war dieser Teil des Gerichts doch arg eindimensional und breit.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00595.jpg
Ansichten: 1
Größe: 82,6 KB
ID: 47851

      Auch unsere Hauptspeise bestand aus zwei Teilen: „‘Perlhuhn aus der Bresse‘ In zwei Gängen serviert mit saisonalem Gemüse, Vanille, Champignon-Risotto und aufgeschäumter Crème fraîche“ Beim ersten Teil gefielen mir besonders die gemüsige Sauce und die aufgeschäumte Creme fraîche. Das „saisonale Gemüse“ war mir hier zu einfach und mit zu wenig Bezug zum Aromenspiel von Huhn und Sauce.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00596.jpg
Ansichten: 1
Größe: 89,1 KB
ID: 47852

      Der zweite Teil überzeugte auf der ganzen Linie – die intensive Sauce, die Scheiben der Frühlingszwiebel, alles war intensiv und tiefgründig. Sowohl von Brust, wie von der Keule wurden übrigens zur rechten Zeit noch weitere Stückchen nachgereicht.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00599.jpg
Ansichten: 1
Größe: 88,9 KB
ID: 47853

      Zu diesem Menü wählten wir einen 2005er Forster Kirchenstück GG von Bassermann-Jordan, der eigentlich zu keinem Gang richtig passte, was wir aber schon nach dem Gespräch mit dem Sommelier wussten, aber wir hatten Lust auf einen solchen Tropfen und er begleitete uns vortrefflich durch den Abend, zeigte er doch nach und nach verschiedene Facetten.

      Die Nachspeise „Cremiges von Arabica-Kaffee mit Mango, Tamarillo und Sesameis“ war geprägt von dem intensiven sesamigen Eis, das spannende und leckere Kombinationen mit Tamarillo und Mango sowie der dezenten Kaffee-Creme offenbarte. An dem Dessert kann für meine Zunge wenig besser gemacht werden.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00601.jpg
Ansichten: 1
Größe: 70,4 KB
ID: 47854

      Zum Abschluss gab es noch ein paar süße Häppchen von ordentlicher Qualität.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00602.jpg
Ansichten: 1
Größe: 89,1 KB
ID: 47855

      Das Freundstück erscheint mir in den Guides derzeit fair bewertet zu sein. So fügt es sich in die Reihe der interessanten kulinarischen Adressen der Pfalz ein, die es lohnt zu besuchen, wenn man vor Ort ist.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC00605.jpg
Ansichten: 1
Größe: 90,8 KB
ID: 47856
      Zuletzt geändert von QWERTZ; 04.05.2012, 10:36.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
        So fügt es sich in die Reihe der interessanten kulinarischen Adressen der Pfalz ein, die es lohnt zu besuchen, wenn man vor Ort ist.
        Und wenn die Gourmets erst einmal vor Ort sind, haben Sie auch Interessantes zu berichten. Danke, werter QWERTZ!

        Kommentar


        • #5
          Hab das "Freundstück" schon länger auf der Rechnung. Ist es denn nun ein "Kracher", sodass sich auch eine weitere Anreise lohnte, oder einfach nur "OK"?

          Beste Grüße

          Tobler

          Kommentar


          • #6
            Ich würde sagen, es lohnt sich, wenn man in der Gegend ist, aber eine Reise in die schöne Pfalz lohnt sich allemal. In der aktuellen Effilee wird es deutlich positiver gesehen, aber da wurden auch komplett andere Gerichte gegessen.

            Kommentar


            • #7
              Incl. Hotel und der Umgebung ist es m.E. eine Reise wert.

              Kommentar


              • #8
                Da ich vor kurzer Zeit wieder einmal im Freundstück essen war und Jens Fischer und sein Team nun im gault millau auf 17 Punkte aufgestiegen sind muss ich sagen "Tobler", es ist nicht nur
                OK sondern ein Kracher!Die Leistung und die Gerichte steigern sich immer wieder auf`s neue und können ganz klar mit einem 2 Sterne Restaurant mithalten auch wenn der guide Michelin
                das wohl nicht so sieht....Natürlich ist noch Luft nach oben aber im Vergleich zu anderen Restaurants in Rheinland Pfalz sehe ich das Freundstück ganz klar an der Spitze.

                Kommentar


                • #9
                  Es würde mich freuen, ein paar Details zum Menü zu lesen und was Sie besonders überzeugt hat.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von TopperHarley Beitrag anzeigen
                    ...aber im Vergleich zu anderen Restaurants in Rheinland Pfalz sehe ich das Freundstück ganz klar an der Spitze.
                    Ich gebe Ihnen recht, aber überspitzt gesagt, in RP Spitze zu sein ist leider nicht schwer.
                    Für mich mit gewissem Abstand vor den drei Mitbewerbern der Weinstraße (Bad Bergzabern, Neustadt und Deidesheim) und -kleiner Sprung nach Hessen- knapp hinter Bittner. Sicher für mich in KL nach dem Gästehaus in Saarbrücken (ja, Bericht kommt die Tage) der beste im Umkreis von 30-45 Minuten...
                    Ich werde gerne auch mal nach unserem Weihnachtsbesuch berichten.

                    MkG, S.:cheers:

                    Kommentar


                    • #11
                      Was die Region Weinstraße/Südpfalz angeht, haben Sie sicher recht. Aber vergessen Sie nicht, dass Orte, wie Dreis und Bad Neuenahr auch in RP liegen.

                      Kommentar


                      • #12
                        ... und nicht zu vergessen die "Krone" in Herxheim-Hayna! Oder hat sich da was nach unten verändert?

                        Kommentar


                        • #13
                          Natürlich haben sie qwertz und Tobler recht das es in RP nicht gerade viel Konkurrenz gibt aber bezüglich auf die Krone in Herxheim muss ich sagen das diese beiden Restaurants nicht miteinander vergleichbar sind.Ich persönlich empfinde bei Karl Emil Kunz bzw Karl Emil Kunz Juniors Küche keine Innovation.Selbstverständlich sauber und ohne wenn und aber gekocht aber nicht kreativ,eher in den 90ern hängengeblieben.Ich freue mich definitiv über Klassiker in der Küche und mir kommt es nicht immer darauf an ob ein Koch der neue Picasso ist und Dinge an den Tag legt die es so noch nicht gab bezüglich Optik und Texturen aber Jens Fischer ist wirklich bemüht das ganze in Einklang zu bringen und hätte definitiv mehr verdient als seine Aktuellen Wertungen in den Führern.

                          Kommentar


                          • #14
                            Liebe Leser,

                            ich darf und sollte von meinem abermaligen Besuch vor rund zwei Wochen im Restaurant Freundstück in berichten.
                            Ich konnte ganz kurzfristig einen Platz ergattern, ich war quasi nur auf Solodurchreise. So entschloß ich mich, ein paar Gänge über Kreuz aus beiden Menues zu wählen.
                            Nach ein paar feinen kleinen Einstimmungen ging es los. Ich bitte zu entschuldigen, daß mir ob der Zeit einige Details nicht mehr so präsent sind.

                            Saibling aus den französischen Alpen, Passionsfrucht / Avocado / Quinoa
                            Eine lange schmale Tranche des Fisches, nebenan ein kleines Stück mit fein aufgeschnittener Avocado belegt, beides wohl mariniert und angegart, so war der Eindruck. Dazu gab es Gurke in Texturen, u.a. sehr intensive Sphäre (ist mir ein Rätsel, wie Fischer dieses Gurkenaroma derart konzentrieren kann), roh/mariniert, als knuspriger Anteil knackiger Quinoa, in dem die Eisnocke gewälzt war.
                            Dieser Gang liest sich unkompliziert und sieht auch klar und aufgeräumt aus. Ebenso klar sind auch die Aromen, nichts ist zu viel, die Komponenten ergänzen sich wunderbar. Butterzart und doch mit Biss der Fisch. Die Gurke trägt den Saibling mit Leichtigkeit und frischer Säure, Qunioa und Abocado erden den Teller. Leichter Wohlgeschmack im Mund, ** bis **+.

                            Als nächstes kam
                            Pfälzer Gemüse in Texturen, Zwiebelvinaigrette / Mimolette
                            Eine Vielzahl von Gemüsen fand sich als cremige Tupfer oder als gestockte/gelierte Säulen. Besonders gelungen hervor stach die graubraune Säule, die ich als Produkt vom Topinambur vermute, deren Geschmack dieses eientümlich erdige, ganz leicht ins medizinische gehend hatte. Für Haptik und Geschmack ein hauchdünner Mimolette-Kräcker und ein (soweit erinnerlich Mimolette-)Schaum. Der Cräcker verband sich geschmacklich wunderbar mit der säurebetonten Zwiebelvinaigrette. Ein sehr schöner Ansatz für einen vegetarischen Gang. Hier hätte (neben Radieschenscheiben) noch das eine oder andere kleine knackige Frischgemüsestückchen gut dazugepaßt. *+

                            In der Folge kam ein alter Bekannter,
                            Kalbstatar, Gänseleberflan / Beeftea / Créme fraîche
                            Der große Tatarzylinder entpuppt sich beim verspeisen als innen hohl und dünnwandig, innenseitig Créme fraîche. Das Tatar natürlich von tadelloser Qualität, erhielt die Würze durch den Beeftea, angebratene Schalotte und u.a. einen Tupfer einer schwarzen Knoblauch- (oder war es doch Soja-)Créme. Die Intensität der Würze wurde im Mund wiederum durch die Sauerrahmcreme abgefedert. Die Gänseleberflanscheibe brachte eine wunderbare -pardon- Schlotzigkeit. Allerdings umschiffe ich inzwischen Gänse- und Entenleber aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt auch wegen der ihr eigenen Süße, die zusammen mit dem Beeftea sehr durchschlug. Hier würde ich für mich auf der klassischen Seite bleiben und den Flan durch pochiertes Wachtelei und einen Löffel Kaviar ersetzen. Dennoch, *- bis *.

                            Nun gab es diesen ausgezeichneten Hauptgang
                            Entrecôte vom Nebraska Prime Beef, Texturen vom Ceasar Salad / Grumbeere
                            Nicht primus inter pares, sondern, wie es sich für das Hauptprodukt im Gang gehört, im Mittelpunkt (allein von der großartigen Qualität), das Entrecôte. Ich vermute, es kam über Otto von Dan Morgan. Dasselbe hatte einst Lohninger beim Lemongrass-Lollipop verarbeitet. Dazu gab es texturell variierten Kopfsalat, wenn ich das richtig einordnete. Die Grumbeere ist lediglich die "Verpfälzung" der Kartoffel, hier in einigen Würfelchen. Außerdem wiederum ein feinkeksiges krosses Element. Man fand im Mund die Fruchtigkeit des Salates und Erdung der Kartoffel, überstrahlt aber eben vom exzellenten Fleisch. *+

                            Das Dessert Milky Way, luftige Jivara Lactee / Joghurtsorbet, Baiser / Buttermilch enthielt eben diese Komponenten, die Jivara als (Kindheitserinnerung!) Luftschokolade und in weiteren Textueren. Für Schokomäuler wie mich ausgezeichnet, sehr geradlinig und konsistent.

                            Wie hat sich dieser Besuch gelohnt ! In Zusammenschau das Gesamtbild knapp **. Vielleicht täusche ich mich, habe aber den Eindruck, die Gänge werden klarer in der Konzeption. In jedem Fall ein wunderbares Geschackserlebnis. Gutes PLV.
                            Als offenen Rotwein zum Hauptgericht gab es übrigens aus der Jeroboam einen Dido Universal Montsant, nun ja, paßt zum Fleisch, Aromatik mit "Wumms", aber hart entlang der Grenze zur Marmeladigkeit, ca. 15€ ddie normale Flasche im Internet.

                            MkG, Ihr S.:cheers:

                            Kommentar


                            • #15
                              Danke für den schönen Bericht! Schade, dass ich nie in die Hinterpfalz nach D. komme. Gäbe es in der fränkischen Schweiz Weinbau, hätte ich vielleicht auch einen Herrn Fischer vor der Haustür.:heulen: Ihren Beschreibungen entnehme ich, was mir oft besonders gut gefällt, dass die Gerichte sehr klar und knapp aufgebaut sind.

                              Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                              In Zusammenschau das Gesamtbild knapp **.
                              Ist das aus Ihrer Sicht eine Verbesserung (Qwertz vergab ja noch kürzlich nur klar einen *) oder sehen Sie das schon länger so?

                              Grüße, mk

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X