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Landhaus St.Urban - Naurath / * - 18 GM - 7 GP

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  • Landhaus St.Urban - Naurath / * - 18 GM - 7 GP

    Auf meiner Reise zur Saar, bot es sich nach knapp 3-stündiger Autofahrt an, einen kleinen Halt zum Lunch im schönen Dhrontal zu machen.
    Aus einem alten Mühlenanwesen enstanden, liegt das Landhaus in einem kleinen Tal, umgeben von bewaldeten Hügeln, einer Weide und der leise vor sich hin plätschernden Dhron.
    Inmitten wilder Natur kann hier im Sommer auf der Terrasse vor dem schönen Teich Platz genommen und in entspannter Atmosphäre die Küche Harald Rüssel`s gekostet werden.

    Da die Terrasse gerade "bestückt" wurde und kleine bauarbeitliche Verschönerungsmaßnahmen im Garten vonstatten gingen, hatte sich das Thema Terrasse für mich erledigt .
    Der Innenraum ist dafür auch sehr gemütlich und im Landhaustil gehalten.

    Zum Essen:

    Angeboten werden derzeit 2 Menüs, die individuell gekürzt oder ergänzt werden können. Außerdem können problemlos einzelne Gänge zwischen den Menüs getauscht werden. Preislich gesehen bewegen sich beide zwischen 98€ ( 5 Gänge ) und 125 € ( 7 Gänge ).


    Eingeleitet von schmackhaften "Kleinigkeiten" und einem Amuse Gueule , sollte der 1.Gang,
    Frühlingsgemüse und Kräuter, Kalbsbries, Kalbstafelspitz, Tartar, Petersilienschaum , ein überraus überzeugender Anfang zu einem durchaus tollen Menü werden.
    Die einzelnen Fleischkomponenten auf den Punkt, aromatisch und top verarbeitet, dazu leichtes Frühlingsgemüse und ein frisch, nach Petersilie duftender Schaum, einfach gut!
    Weiter ging es mit Gang 2, porchierter Bachsaibling, Erbsen, Kaviar und Bergamotte-Sud.
    Der Fisch, auf Nachfrage noch früh morgens gefangen, war von unglaublich feiner Qualität. Herzhaft, knackige Erbsen, eine subtile Säure vom Sud und die salzige Struktur durch den Kaviar rundeten diesen Gang ab; wirklich ganz hervorragend!
    Gang 3, Ochsenschwanz-Kartoffel und pochiertes Ei mit Piment-Schmelze . Von der Zusammenstellung doch so "einfach", konnte mich auch dieser Gang überzeugen, weil geschmacklich einfach grandios. Wer hier denkt, keine Kunst vorzufinden und an Omas Bratkartoffeln mit Spiegelei erinnert wird, ist auf einer ganz falschen Fährte .
    Gang 4, Jungschweinebauch und Rücken, Kohlrabi, Kräuterseitling, Röstzwiebelgnocchi und Kümmel-Senfsaatjus , konnte geschmacklich ebenso überzeugen, blieb von allen anderen Gängen jedoch am wenigsten im Sinn. Sicher habe ich den Bauch auch schon zarter gegessen und den Seitling hätte ich hier nicht haben müssen, es wäre aber vermessen hier allzu kritisch vorzugehen.
    Erdbeer, Grieß und Schmand, Limonen-Pfeffersud, Traubenkernöl , war geschmacklich gesehen ein gelungener Abschluß. Sehr fruchtig und intensiv nach Erbeere schmeckend habe ich eine feine Säüre durch den Sud ja noch wahrgenomnmen; wo die Pfeffernote geblieben ist oder wofür das Traubenkernöl benutzt wurde, weiss ich bis heute nicht .

    Nun denn, alles in allem, ein leichtes Mittagessen für ca. 135€. Erlauben Sie mir noch ein paar kurze Zeilen zu den Getränken.
    Zum Aperitif gab es einen prickelnden Rieslingsekt, versehen mit einer wohlschmeckenden Quittenessenz.
    Die Weinkarte ist eher klein gehalten, bringt aber tolle Weine zum Vorschein. Natürlich wird das Hauptaugenmerk auf die Vielzahl an regionalen Weingütern gelegt. Sehr lobenswert, neben der Anzahl offener Weine, besteht auf Nachfrage die Möglichkeit, verschiedene Flaschen auch nur als 1/2 Flaschen-Weine anzubrechen.
    Ich entschied mich somit für eine halbe Flasche eines 2009er Piesporter Goldtröpfchens GG vom Weingut Haart. Vor allem zu den ersten 3 Gängen war dieser Wein ein toller Begleiter. Die halbe Flasche wurde mit 20€ berechnet.

    Insgesamt würde ich die Küche gerne nochmal abends "testen". Geschmacklich und von den Texturen gesehen, war das überzeugend. Ein kleiner Eindruck bleibt behaften, dass noch nicht alle Gänge ausgereift sind und es fehlt so ein bisschen der Aha-Effekt. Die Küche besteht fast ausschließlich aus regionalen Produkten! Zumindest zur Zeit finden Sie hier keine Jakobsmuscheln, keinen Steinbutt, etc. Produkte aus Übersee sind ebenso kaum zu finden! Sommelier und Service haben ein sehr positiven Eindruck hinterlassen.


    Mkg, Schmackofatz

  • #2
    Zitat von Schmackofatz Beitrag anzeigen
    [...]Die Küche besteht fast ausschließlich aus regionalen Produkten! Zumindest zur Zeit finden Sie hier keine Jakobsmuscheln, keinen Steinbutt, etc. Produkte aus Übersee sind ebenso kaum zu finden![...]
    Wie werten Sie diesen Fakt denn jetzt genau?

    Ihre Nachtschicht hat sich gelohnt! Ein schöner Bericht! Vielen Dank hierfür und frohe Ostertage:cheers:

    Gruß
    T.

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    • #3
      Zitat von Schmackofatz Beitrag anzeigen
      Insgesamt würde ich die Küche gerne nochmal abends "testen".
      Vielen Dank für Ihren Bericht, lieber Schmackofatz. Welchen Unterschied jedoch würden Sie sich von der abendlichen Küche versprechen? In Spitzenrestaurants würde ich meinen wollen, dass die Tageszeit keinen Qualitätsfaktor darstellt bzw. darstellen sollte...

      Beste Grüße und frohe Ostern,

      Tobler

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      • #4
        Zitat von Tofu Beitrag anzeigen
        Wie werten Sie diesen Fakt denn jetzt genau?
        Oh, sehr positiv. Gerade aus fast ausschließlich regionaler Küche auf so einem Niveau zu kochen, finde ich äußerst bewundernswert!
        Natürlich soll das die Köche, die dies anders halten, nicht abwerten. Im Endeffekt entscheidet immer der Gast, ob er lieber alt bewährte Luxusprodukte oder Ware aus Übersee haben möchte oder nicht. Natürlich kommt es auch darauf an, was der Koch aus den einzelnen Produkten zu zaubern in der Lage ist.

        Ich überlege gerade, ob ich deshalb dieses "gewisse Etwas" vermisst habe. Ist die Küche zu "normal" gewesen? Eigentlich habe ich bis dato nie Produkte vermisst bzw das Fehlen gewisser Dinge auf die Küchenleistung bezogen und würde es in Zukunft auch nicht tun wollen.
        Auf der anderen Seite steht für mich Luxusware auch nicht in einem Zusammenhang mit einer gleichzeitig besonders hervorragenden Küche, wo sich ein "Aha-Effekt" vielleicht sogar mehrfach an einem Abend einstellt.

        Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
        Vielen Dank für Ihren Bericht, lieber Schmackofatz. Welchen Unterschied jedoch würden Sie sich von der abendlichen Küche versprechen? In Spitzenrestaurants würde ich meinen wollen, dass die Tageszeit keinen Qualitätsfaktor darstellt bzw. darstellen sollte...

        Beste Grüße und frohe Ostern,

        Tobler
        Da haben Sie natürlich recht, werter Tobler. Die Qualität auch nicht in Frage gestellt, würde ich zum einen einfach gerne ein etwas umfangreicheres Menü probieren ( wird ja durchaus angeboten ), und die Küche zu einer anderen Jahreszeit nochmal testen wollen, um hier eine abschließende Beurteilung abzugeben.


        Beste Grüße und schöne Ostertage,

        Schmackofatz

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        • #5
          Zunächst, lieber Schmackofatz, vielen Dank für den Bericht.

          Zitat von Schmackofatz Beitrag anzeigen
          Natürlich soll das die Köche, die dies anders halten, nicht abwerten. Im Endeffekt entscheidet immer der Gast, ob er lieber alt bewährte Luxusprodukte oder Ware aus Übersee haben möchte oder nicht. Natürlich kommt es auch darauf an, was der Koch aus den einzelnen Produkten zu zaubern in der Lage ist.
          So ist es wohl. Und vor allem ist es eine Frage des Stils des Hauses. Ich persönlich finde es immer bemerkenswerter, wenn aus Produkten, die es vergleichbar überall zu kaufen gibt, etwas besonderes entsteht, als wenn Steinbutt oder Hummer geboten wird. Wann kocht man den schonmal selber? Da gibt es einfach ein geringeres Vergleichsrepertoire und deswegen ist es zumindest unter diesem Gesichtspunkt leichter damit zu glänzen, als mit vermeintlich einfachen Produkten..
          Zuletzt geändert von QWERTZ; 24.04.2011, 12:01.

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          • #6
            Auch von mir ein Dankeschön für den Bericht über ein Restaurant, welches ich gar nicht im Visier hatte.

            Bezüglich der Produktwahl sehe ich es genauswo wie Schmackofatz und QWERTZ. Hin und wieder esse ich gerne mal die aktuell angesagten Produkte der Sterneküche. Ich finde es aber bedeutend naturnäher und auch mit dem Saisonzyklus besser vereinbar, wenn mit saisonalen und regionalen Produkten gekocht wird. Manche Produkte, v.a. bestimmte Wildkräuter und Pilze, aber auch das ein oder andere Gemüse oder Wildfleisch sind ja auch nicht gerade auf jedem Markt erhältlich und deshalb m.E. in der gehobenen Gastronomie gut aufgehoben und für eine Überraschung gut.

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            • #7
              Ich war Im Juli mit der Familie im Landhaus St. Urban und es hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Wie bereits von Schmackofatz beschrieben, ist die Lage sehr ruhig und das Restaurant ländlich und gemütlich.

              Bezüglich des Essens muss ich sagen, dass Fisch und Gemüse hier absolut herausstachen. Ähnlich wie Schmackofatz hatte ich einen hervorragenden Bachsaibling mit frischen Gemüsen (ich weiß leider nicht mehr genau, was alles dazu gehörte, aber auf jeden Fall hervorragende Möhren). Auch die restlichen Fischkreationen (Waller und Zander) konnten mich begeistern. Bei den Fleischgängen (Lamm und Kalb) schwächelte die Qualität der Produkte als auch die Gesamtkomposition bezüglich Geschmack und Optik. Schlecht waren diese Gänge nicht, aber in keiner Weise in der gleichen Liga wie die Fischkreationen.

              Service und Atmoshäre waren sehr zufriedenstellend. Ich denke, dass die 18-GM Punkte hier vielleicht etwas hochgegriffen sind. Zumindest auf das gesamte Menü bezogen sehe ich das Restaurant eher bei dem einen Michelin-Stern, einige Gerichte waren jedoch schon etwas darüber angesiedelt.

              Insgesamt kann ich das Landhaus St. Urban für Freunde regionaler Küche sehr empfehlen.

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              • #8
                Werte (r) Zwiebel , wie schön, dass sich mal jemand dorthin getraut hat . Vielen Dank für Ihren Beitrag hier. Auf diesem Wege möchte ich Sie auch ganz herzlich hier im Forum begrüssen heissen.

                Darauf ein:cheers:

                KG Schmackofatz

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                • #9
                  Vielen Dank für die Worte der Begrüßung, werter Schmackofatz.

                  Haben Sie es inzwischen geschafft, die Küche in Naurath auch abends zu testen? Oder steht das bei Ihnen in näherer Zukufnt auf dem Plan?

                  Gruß, Zwiebel

                  P.S.: Obwohl die Zwiebel feminin ist, steckt dahinter in meinem Fall ein männliches Wesen . Nur damit sie in Zukunft das "r" nicht mehr umklammern müssen

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                  • #10
                    An der Mittelmosel kann man es schlechter erwischen. In einem Radius von 30 km finden sich mit dem Waldhotel Sonnora, Schanz in Piesport oder Becker's in Trier einige der hochkarätigsten Adressen des Landes auf engem Raum.
                    Harald Rüssels imposantes Landhaus fällt dagegen in der medialen Berichterstattung nur selten auf, obschon der Patron mehr als seine benachbarten Kollegen sogar mit regelmäßiger TV-Präsenz glänzen kann. Dem Gästezuspruch tut das keinen Abbruch. An diesem Donnerstagabend ist die geschmackvoll eingedeckte Terrasse nahe des eigenen Teiches gut besucht. Auch die Gäste des hauseigenen Zweitrestaurants „Hasenpfeffer“ werden hier brüderlich integriert.

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ID: 61966Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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ID: 61969
                    Außenansicht & Terrasse

                    Harald Rüssel propagiert eine neue deutsche Küche mit starken regionalen Einflüssen, wobei dies vor allem auf das kleinere „Landart“-Menü zutrifft. Im größeren Menü „Urban“ geht es merklich internationaler zu. Im Rahmen unseres Arrangements bekommen wir eine Auswahl aus beiden Richtungen. Unser letzter Besuch ist allerdings so lange her, dass ich keine konkrete Erinnerung mehr habe und deshalb gespannt bin, wie sich die Küche präsentiert.

                    Von den drei Kleinigkeiten zum Apéritif gefällt mir vor allem die würzige Rehpastete besonders gut. Den Umgang mit Wild beherrscht Rüssel als passionierter Jäger ohnehin besonders gekonnt. Weniger auffällig, aber auch gut schmeckend, die Pomelo-Kaltschale und die Trüffel-Gemüse-Quiche.

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ID: 61964
                    Apéros

                    Ausgezeichnet im Anschluss neben dem nicht mehr näher erinnerten Aufstrich die Trüffelbutter zum Brot. Hier wurde der Trüffel definitiv nicht nur an der Butter vorbei getragen, sondern intensiv verarbeitet.

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ID: 61963
                    Aufstrich & Trüffelbutter

                    Das eigentliche Amuse Bouche setzt dann ein Stück konfierten Saibling mit grünem Apfel, Avocadocreme und Wasabimayonnaise schön in Szene.

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ID: 61962
                    Amuse Bouche

                    Die Vorspeise variiert das Thema Rindertartar auf sehr zeitgemäße Weise. Cremes (Liebstöckel), Gel (Gin), Röllchen (Essiggurken) wirken auf den ersten Blick zwar arg modisch verspielt, und doch macht das durchaus Sinn. Denn so lässt sich das hervorragende Fleisch, das seine Würze vor allem durch Wacholder erhält, nach eigenem Belieben gut mit den übrigen Komponenten kombinieren. Das erlaubt sehr unterschiedliche Eindrücke, wobei der Grundtenor schon etwas scharf ist. Vor allem die Essiggurken bringen eine sehr überraschende Würze mit.
                    Eine schöne Ergänzung zu diesem durchaus komplexen Gesamtbild ist der separate Cracker mit warmem Ochsenmark.

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                    Rindertartar / Wacholder / Liebstöckel / Wiesenkräuter / Ochsenmarkkräcker

                    Ganz auf der Höhe der Zeit und weit weg von der Hunsrücker Heimat präsentiert sich der bretonische Steinbutt, der karamellisiert und mit Panko-Bröseln auf einem Bett von Erbsen-Tapioka kommt. Tapioka sind ja in der Regel ob ihrer Geschmackneutralität eher mit Vorsicht zu genießen. Hier gefällt mir der Kniff mit den Erbsen recht gut. Die Bouchot-Muscheln sind leicht mit einer würzigen Kalbsjus überglänzt, die Champagner Beurre Blanc hätte durchaus üppiger dosiert sein können. Aber ich akzeptiere, dass es dann die Telleroptik zerstört hätte. In Summe aber ein origineller Gang, der mir ausgezeichnet gefällt.

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ID: 61965
                    Bretonischer Steinbutt / Kalbsjus / Erbse / Tapioka / Bouchot-Muscheln / Champagner Beurre-Blanc

                    Nach diesem doch recht aromenstarken Auftritt schaltet die Küche einen deutlichen Gang zurück. Die Jakobsmuschel ist nur leicht ansautiert, was ich normalerweise nicht so mag, denn ich finde gerade Röstnoten oftmals viel passender. In diesem Gericht allerdings stellt Harald Rüssel bewusst die Frische und Jodigkeit in den Vordergrund und unterstützt diesen Eindruck mit einem Aloe Vera-Gelee und Zitrusaromen. Artischocken und Buchenpilze ordnen sich hier auch nur dezent unter. Topinambur als Crumble steuern etwas Textur bei. Überraschend und gut.

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ID: 61968
                    Coquilles St. Jacques / Artischocke / Topinambur / Miso / Zitronenvinaigrette

                    Dreierlei vom Milchferkel zeigt das zarte Tier in verschiedenen Teilen. Die Brust ist in Ordnung, wobei die Haut etwas weich ausfällt. Sehr gut hingegen die toll geschmorte Schulter und der knusprige Bauch. Sauerkraut als Gel und Limonen-Rettich setzen unerwartete, aber passende säuerliche Kontrapunkte in diesem sehr guten Hauptgang.

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ID: 61970
                    Milchferkel ³ / Junge Bohnen / Sauerkraut / Limonen-Rettich

                    Mittlerweile hat sich die Dunkelheit über den Abend gelegt. Es ist einer dieser heißen Sommerabende und es lässt sich nach wie vor prima draußen sitzen. Allerdings ist vom Dessert nicht mehr allzu viel zu erkennen.

                    Die Original Beans Schokolade ist als relativ feste Mousse verarbeitet. Dazu gibt es Zwetschgen, auch als Jus und ein Drambuie-Eis. Das ist sehr stimmig und ein schöner Abschluss.

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ID: 61967
                    Zwetschge / Original Beans Kuvertüre / Tonkabohne / Whisky

                    Mit einigen guten Petits Fours widmen wir uns dem Kaffee und dem Rest unserer zweiten Flasche Wein, womit wir bei einem weiteren erfreulichen Aspekt dieses Hauses wären. Die Weinkarte listet natürlich jede Menge hervorragender Kreszenzen der Region bis hin zu ansonsten recht selten anzutreffenden Flaschen. Dass hier durchaus auch mal Weine von Egon Müller auf der Karte stehen, dessen selbst einfachere Weine bei Auktionen mittlerweile astronomische Preise erzielen, ist dem Umstand zu verdanken, dass der Winzer hier auch selbst gerne einkehrt. Überhaupt sind die Weine ungewöhnlich gastfreundlich kalkuliert, so dass wir nach einem Großen Gewächs vom Weingut von Othegraven auch an einem Chassagne-Montrachet von Amiot Guy zu deutlich zweistelligem Kurs nicht vorbei kommen.

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Name: Rüssels_11_Petits Fours.JPG
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ID: 61971
                    Petits Fours

                    Harald Rüssel hat uns heute weniger seine regionale Seite gezeigt, dafür eine moderne und international ausgerichtete Küche mit klug durchdachten Kompositionen und mitunter überraschenden Elementen. Handwerklich war das ohnehin sehr versiert und aufwändig, so dass ich nicht wüsste, was ich hier auszusetzen hätte.

                    Dies war der letzte Abend unseres Sommerurlaubs und in der Gesamtbetrachtung war das ein würdiger Abschluss und eines der besten Menüs unserer Reise. Kann man also auch schlechter erwischen.


                    Bericht auch auf: tischnotizen.de/ruessels-restaurant-naurath-wald/

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