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Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

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  • Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

    Hier eine Kurzzusammenfassung meines Berichtes zur Gourmet-Vision

    Kompetent und sehr ausführlich beriet mich zwischenzeitlich die freundliche Sommelière bei der Auswahl des Weines. Selbstbewusst ging sie die (schwierige) Aufgabe an und wählte aus der recht umfangreichen Karte zielsicher ein Gewächs aus, das Ihrer Überzeugung nach für mich das Passende sein würde. Sie bot auch selbstverständlich an, den Wein bei Nichtgefallen gegen einen anderen zu tauschen . Aufgrund Ihrer sehr guten Auswahl war das aber nicht notwendig. Dass dieser Wein auch noch recht preisgünstig war, rundete die perfekte Beratung ab.

    Komplex präsentierte sich schon der erste Gang als zweierlei vom Taschenkrebs. Etwas rauchig und kräftig die warme Variante des Taschenkrebs in Kataifi gebacken, im Kontrast dazu die kalte Variante mit Melonensorbet und Dashigelée, deren Süße durch die Kombination mit Kresse nochmals interessanter wurde. Eine solche Bandbreite von Aromen und Konsistenzen im Zusammenspiel mit Texturen und Temperaturen in einem Gericht, das ließ darauf schließen, dass da noch Einiges zu erwarten war. Hier war wohl ein Perfektionist am Werke, der nichts dem Zufall überließ und jedes Detail genau durchdacht hatte.

    Ehrfurchtsvoll erwartete ich den nun folgenden Gang, denn davon hatte ich schon Unglaubliches gehört: „Blue Fin Thuna“.Optisch wirkte dieser Gang eher unspektakulär, aber bekanntlich sind stille Wasser ja tief. Und schon der erste Bissen überzeugte mich vom Tiefgang diese Gerichts. Verzweifelt versuchten mein Geschmacksnerven, all diese Aromen einzuordnen, aber ständig entdeckten sie etwas Neues. Die kulinarische Reise, die der Gaumen antrat, war unglaublich. Wie konnte ein so unscheinbares Gericht, so komplex und faszinierend sein ? Die Rolle des großen Helden war nun zweifelsfrei besetzt. Um all das im Detail zu genießen, waren selbst 20 Minuten nicht sonderlich lang. Wenn auch der japanische Kräutersalat persönlich nicht ganz mein Fall war, so überzeugt die Ginger Ale Essenz umso mehr. Auch die Kombination aller drei Elemente brachte neue Geschmackserfahrungen. Das Highlight war aber für mich ganz klar das leicht gegrillte und karamellisierte Thunfisch-Tataki. Davon würde ich gerne einmal eine große Portion bestellen, auch wenn man dann vermutlich an diesem Gang eine Stunde säße Aber Zeit schien hier in Perl ja angenehmerweise das geringste Problem zu sein, denn 9 Gänge lagen noch vor mir und es war bereits 14 h. Entspannter kann aus meiner Sicht als Gast ein Tag nicht verlaufen.

    Passend zum Hauptgang erhielt ich ein La Guiole. Da es keinen Anlass gab, dieses als Servicekritik zu verwenden , wartete ich gespannt auf das Müritzer Lamm, das sich auch kurze Zeit später meinem Tisch näherte, ergänzt durch die Ravioli die mich schon alleine in Entzücken versetzten. So langsam kam die Weltreise wieder in hiesige Gefilde, denn das war klassische Küche auf höchstem Niveau und in Augenhöhe mit dem Lamm, das ich einige Wochen vorher in der Eifel genießen durfte. Wenn der Blue Fin Tuna das spannendste Gericht der Reise war, so war dieses hier das klassische Highlight.

    Traurig war ich nun schon ein bisschen , denn der nun folgende Gang sollte der Letzte sein. Ich fühlte mich ein bisschen wie in der langen Kinonacht zum „Herrn der Ringe“: Kaum noch aufnahmefähig irgendwie k.o, aber trotzdem ein wenig betrübt, dass alles ein Ende hat. Bevor ich noch länger darüber philosophieren konnte, kam auch schon der letzte Gang: „Banana Split 2009“. Jugenderinnerungen an italienische Eiscafés wurden wach, aber beim ersten Löffel wurde ich aus diesen Träumen geweckt und wieder in das Jahr 2009 zurückkatapultiert. Diese unglaubliche Süße der Schokolade ergänzend zu dem Bananeneis und den Chips – einfach genial. Dieses Dessert war wirklich ein Highlight. Das war der krönende Abschluss eines unglaublichen Tages.

    Selbstzufrieden ließ ich während der Rückfahrt nochmals die unglaubliche kulinarische Reise Revue passieren. Der „Regisseur“ in Perl hatte zweifelsohne außergewöhnliche Talente. Nicht nur, dass in jedem Detail der Perfektionist zu spüren war. Er spielte mit einer Leichtigkeit durch die verschiedenen Genres, dass man kaum durchatmen konnte. Immer wieder neue Überraschungen und Anspielungen. Dazu brillierten nicht nur die grandiosen „Hauptdarsteller“ sondern vor allen Dingen der großartige „Regisseur“, der diese so einzusetzen wusste, dass das Ergebnis mehr war als die Summe des Einzelnen. Der oft zitierte Satz „Das Produkt ist der Star“ war hier deplatziert. Der „Regisseur“ war nicht nur den Umgang mit Stars gewohnt, sondern er wusste die Charaktere perfekt zu besetzen. Das war natürlich nicht unbedingt seichte Unterhaltung und forderte an einigen Stellen den erfahrenen Besucher, aber die anspruchsvolle Kost hielt die Spannung über Stunden aufrecht. Das war wahrhaft großes Kino. Zusammengefast in drei Worte :

    Banzai Herr Bau
    Zuletzt geändert von Kimble; 01.12.2010, 07:57.

  • #2
    Aufgrund der Vielzahl der Amuse muss ich zugeben, dass ich weder alles notieren noch fotografieren konnte
    Werter Kimble,
    soll das etwa bedeuten, dass Sie höchstpersönlich einen solchen Haufen Bilder im Restaurant in Anwesenheit anderer Gäste machen?

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    • #3
      Werter Soriso,

      zunächst einmal vielen Dank für das Feedback zu meinem Bericht. Da Sie meine Beiträge hier im Forum ja noch nicht so lange mitlesen, können Sie ja nicht wissen, dass ich natürlich immer zwei große beschichtete Paravent wegen der besseren Ausleuchtung mitführe, so dass das Studiolicht und die Blitzanlage die anderen Gäste kaum stören. Ich denke aber derzeit darüber nach, ab dem kommenden Jahr den Ausleuchter durch Thomas R. zu ergänzen, um die Dinge etwas zu professionalisieren. Ebenso soll die amateurhafte 1DsIII gegen eine H4D-60 getauscht werden, sobald diese verfügbar ist. Ich denke dann werden die Bilder ggf. auch Ihren Ansprüchen gerecht.

      In diesem Sinne weiterhin ein geruhsamen Abend

      Kimble

      PS
      Ein Tip: Die Quarzgarung ist übrigens nicht nur ein guter Ersatz für den Salamander sondern eignet sich auch hervorragend für BlueFinTuna
      Zuletzt geändert von Kimble; 27.11.2009, 19:44.

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      • #4
        Na bravo ...

        ich hab jetzt meinen Tee über die ganze Tastatur gespuckt. Machen Sie das jetzt sauber, oder wer, Doc?

        Indigniert,
        Morchel



        Nachtrag: Mo-Ma möchte gerne wissen, welche Farbtemperatur Ihre Lampen haben. Das ist wichtig.
        Zuletzt geändert von Morchel; 27.11.2009, 19:54.

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        • #5
          Das tut mir natürlich sehr leid werte Frau Morchel. Leider habe ich momentan nur Fleckensalz für Rotwein :cheers: zur Hand, so dass ich Ihnen in diesem Falle leider nicht zu Diensten sein kann Alternativ könnte man es mit Verdunstung versuchen, wozu ich Ihnen gerne meine Ianiro (3200 K) zur Verfügung stellen würde.

          Im Übrigen verspüre auch ich ein Gefühl der Indignation, dass ein solch wertvolles Thema durch so belanglose Beiträge unterbrochen wird. Daher sollten wir zum Kern des Threads zurückkehren, sonst gibt es von Herrn Bau (zu Recht) eins auf die Mütze :koch:
          Zuletzt geändert von Kimble; 27.11.2009, 20:07.

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          • #6
            ...und ich ahne, woher das Salz in meiner Tastatur herkommt !
            Ich verwende zukünftig ürigens konventionelle 100W-Glühbirnen, da bleibt alles schön warm, ohne wesentlich nachzugaren. Nur nicht zu nah an den Mais Kommen, sonst wundert sich soriso am Nachbartisch über das Popcorn im Teller !!

            So, wie Kimble schon sagte, ganz vom Thema abgekommen...sollte nicht der Doc noch den Stock zu spüren bekommen, in die Ecke stehen und Klassenbucheintrag erhalten ?

            @soriso: nur ein iocus. Ich denke, Kimble respektiert die anderen Gäste ausreichend.

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            • #7
              1. Doc Kimble veröffentlicht im alten Forum einen ausführlichen dreiteiligen Bericht über Schloss Berg (klar, ist ja seine Verpflichtung, die Forumianer zu unterhalten)

              2. Ein User moniert die Smilies.

              3. Doc Kimble macht sich die Mühe, seinen Bericht im neuen Forum smiley-frei erneut zu posten. (klar, ist ja seine Verpflichtung, die Foruminaner zufrieden zu stellen)

              4. Ein User moniert die Photos.

              Sorry, mir fällt dazu nix mehr ein. Außer .... ohne Worte. Langsam mag ich auch nimmer.


              PS: Mir ist klar, dass das alles nix mit Bau zu tun hat. Aber wenn's zu viel wird, wird's zu viel.

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              • #8
                Danke Dr.Kimble für den tollen Bericht, den ich leider erst heute gelesen habe - für 2010 steht das Restaurant auf meiner Wunschliste.

                Der folgende Zusatz war für mich ein amüsanter Start in den Tag:

                Zitat von Kimble Beitrag anzeigen
                Da Sie meine Beiträge hier im Forum ja noch nicht so lange mitlesen, können Sie ja nicht wissen, dass ich natürlich immer zwei große beschichtete Paravent wegen der besseren Ausleuchtung mitführe, so dass das Studiolicht und die Blitzanlage die anderen Gäste kaum stören.
                Jetzt weiss ich endlich, woran ich Sie in einem Restaurant erkennen würde

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                • #9
                  Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                  ...@soriso: nur ein iocus. Ich denke, Kimble respektiert die anderen Gäste ausreichend.
                  Mag schon sein.

                  Jedenfalls ist es uns in den Tempeln (Gott sei Dank) nur ganz gelegentlich passiert, dass am Nebentisch jemand von jedem Gang mehrere Fotos machte.
                  Dazu noch im Knopfloch ein Mikrofon in das (fast) pausenlos für uns hörbar gebabbelt wurde. Erweitert gab es noch einen Notizblock. Vermutlich vor lauter Angst, dass der REC versagen könnte.

                  Einfach nur störend, einfach nur entsetzlich.

                  @Kimble

                  Natürlich habe ich Ihre unter großer Eloquenz verfassten ca. 134 Zeilen zumindest teilweise gelesen. Ihre dafür aufgebrachte Mühe ist äußerst bemerkenswert und anerkennenswert.

                  Mir persönlich reicht allerdings die Aufzählung der Menuefolge und hinter jedem Gang ein allenfalls Vierzeiler.

                  Wenn dann abschießend zu lesen ist, dass die hohen Erwartungen aufgrund unserer Bestenliste oder der Gästebewertung/Kritik von hier in allen Belangen sogar noch übertroffen wurden und eigentlich aus Sicht des Berichterstatters eine Höherstufung erfolgen sollte, dann reicht mir das völlig zum Anreiz das bewertete Restaurant bei nächster Gelegenheit zu besuchen.
                  So denn der Berichterstatter erkennen lässt, dass er über entsprechende Erfahrungen verfügt, die ja bei Ihnen zweifelsfrei gegeben sind.:cheers:

                  Möglicherweise stehe ich mit meiner Betrachtungsweise zur Anfertigung von Fotoserien im Restaurant oder langatmigen Texten hier überwiegend allein da. Immerhin weiss ich, dass mindestens 3 Member so denken wie ich.

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                  • #10
                    Werter doc,

                    erst einmal herzlichen Dank für den formidablen Bericht. Ich war bislang leider nicht bei C. Bau, was ich lesen und sehen (!) durfte, lässt mich dies immer stärker bereuen.

                    Gehört es nicht zu den wirklich schönsten Dingen, einen Mittag bei wunderbarem Essen und Wein zu verbringen?! Die Anzahl der Gänge lässt vermuten, dass Sie nicht nur 1 bis 2 Stunden bei Bau verbracht haben. Formidabel!!

                    Letzten Sonntag war ich mittags bei Herrn Lumpp im Barreiss zu Gast. Was soll ich sagen: 5 1/2 Stunden voller Glückseeligkeit mit exzellentem Essen und Wein, guten Gesprächen und herrlichem Service- für mich gibt es kaum etwas Schöneres!

                    KG
                    Besseresser

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                    • #11
                      @Besseresser
                      Es freut mich, Ihr Interesse geweckt zu haben. Es ist wirllich lohnensnswert. Der Besuch in Perl dauerte auch deutlich über 5 Stunden, was mich wiederum darin bestärkt, dass ein grandioses Essen um 12 h mittags beginnen sollte.

                      Zitat von soriso Beitrag anzeigen
                      dass am Nebentisch jemand von jedem Gang mehrere Fotos machte. Dazu noch im Knopfloch ein Mikrofon in das (fast) pausenlos für uns hörbar gebabbelt wurde. Erweitert gab es noch einen Notizblock. Vermutlich vor lauter Angst, dass der REC versagen könnte.
                      Genau diese Mernschen gehen aber meist zum ersten mal in einem solchen Restaurant essen und wollen dann alles für ihr Familienalbum festhalten. Es gibt daher in letzter Zeit leider kaum noch ein Essen ohne Digicam mit Blitz am Nachbartisch. Oder es sind greise GM-Kritker, die sich ohne Fotos und Rekorder ansonsten nicht mehr an das Essen sondern nur noch an die Hände der Bedienung erinnern können ... Es sind nicht die "Foodies" die neagtiv auffallen sondern das vorher beschriebene Klientel.

                      PS
                      Da Sie so hartnäckig nachfragen: Ich fotografiere meist so dezent mit der Handycam, dass ich es bisher fast immer geschafft habe, gegenüber Service + Gästen unbemerkt zu bleiben, so dass meine Anonymität gewahrt wurde. Dafür ist eben die Qualität eingeschränkt, aber das nehme ich in Kauf.

                      PPS
                      Ich weiss, dass es Leute gibt, die am Liebsten nur einen Vierzeiler ohne Bilder zu einem Restaurant lesen würden. Aber glauben Sie mir, es gibt auch eine grosse Anzahl anderer Leute, die eine konträre Meinung haben. Und die Gesamt-Anzahl der Smilies und Bilder habe ich ja ohnehin reduziert,
                      Zuletzt geändert von Kimble; 28.11.2009, 17:45.

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                      • #12
                        Zitat von soriso Beitrag anzeigen
                        Möglicherweise stehe ich mit meiner Betrachtungsweise zur Anfertigung von Fotoserien im Restaurant oder langatmigen Texten hier überwiegend allein da.
                        Ja.

                        Könnten wir bitte zum Thema zurückkommen oder diese Diskussion, die mir im Gegensatz zu Kimbles Bericht wirklich langatmig erscheint irgend wo anders führen?

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                        • #13
                          Werter Doc,

                          genieße jedes Wort und die Bilder in ihren Berichten.
                          Wem das zuviel ist, macht es wie beim Essen. Nur soviel nehmen, wie man mag. Soriso nimmt die ersten 4 Zeilen, die Gourmands nehmen alles.
                          Wir sind fast ausschliesslich in Restaurants, in denen man nicht jedes Wort vom Nachbarn hört. Er würde uns ja auch verstehen.

                          carmelo :cheers:

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                          • #14
                            Ein wunderschöner Abend

                            Ich habe es geschafft, wofür viele Zehntausende bezahlen würden. wenn Sie denn nur könnten.
                            Ein ganzes Restaurant ,nur für uns alleine ,bei einem der weltbesten Köche.

                            Stirnrunzelnd am Abend, wo bleiben nur die Gäste, hat die jemand geklaut, haben wir Schweinegrippe, ist Oskar gestorben, hat die Steuerfahndung die Banken der Luxis überfallen oder sonst etwas, was mal als Auslandsdeutscher nicht mitbekommen hat
                            Aber nichts von alledem, einfach keine Gäste ausser uns. Für uns ein Traum, für Familie Bau eher ein Albtraum.
                            Die Menükarte ist noch irgendwo verschüttet, wird aber wieder auftauchen und dann gibt es einen Bericht.
                            Bis dahin nur soviel. Wer nicht bei ihm gewesen ist, hat etwas verpasst. Absolute grosse Kochkunst mit perfekt umgesetzten Überraschungen aus der japanischen Küche. Kein Thieltges oder Wohlfahrt, einfach nur Anderst aber genauso gut.

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                            • #15
                              Endlich kommen mal ein paar Photos in das Forum. So wird es ein bisschen bunter und interessanter. Kann auf keinen Fall schaden. Wen das photographieren stoert, der hat (solange es ohne Blitz gemacht ist) zu wenig am eigenen Tisch zu tun um sich davon ernsthaft gestoert zu fuehlen.

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