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Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

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  • werte cynara,
    auch von mir vielen dank für ihren beeindrucknden bericht über ihre erfahrungen bei bau,bestätigt sie doch meine erfahrung,daß kochen auf diesem niveau nur mit absoluter leidenschaft und überzeugung möglich ist und deshalb die köche unseren höchsten respekt verdienen mit ihrer gesamten mannschaft.
    kg knurrhahn

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    • Liebe Cynara,

      vielen Dank, dass Sie uns an Ihre Erfahrungen teilhaben lassen - es gebürt allen Köchen höchsten Respekt.

      LG
      Schink

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      • Unter
        http://www.victors-gourmet.de/deutsc.../speisekarten/
        kann man sich rasch über das zur Zeit Gebotene bzw Gekochte orientieren, eine tabellarische Aufzählung kann ich also hintanstellen, zumal die Berichte in unserem Forum Chr.Bau betreffend nicht gerade wenig sind. Erlauben sie mir also, sozusagen als Beweis, sie mit einem kleinen Spiel zu behelligen: es gilt, den Personen aus Liste eins die Aussagen aus Liste zwei zuzuordnen.

        Liste 1:
        Brigante (I), Bsteinmann (II), cynara (III), glauer (außer Konkurrenz), Ifs 2008 (IV), Kimble (V), Merlan (VI), Morchel (VII)

        Liste 2:
        a) nur zur Einordnung: hier spielt einer in der Liga der Großen mit, was zunehmend auch im internationalen Kontext wahrgenommen werden kann. Ich denke, man wird noch viel (mehr) hören von dort, da das Potential noch lange nicht ausgereizt ist.
        b) ... und da wir schlichtweg zu satt waren, um die petits fours und die sagenhaften Pralinen zu kosten, wurde uns das alles kurzerhand eingepackt - was uns am kommenden Spätvormittag, da wir natürlich wie immer das Frühstück verpasst haben, noch einmal ein paar tolle Geschmacksmomente bescherte ...
        c) Schwarzwälder Kirsch zum Dessert interpretiert. Mit den letzten Reserven MUSSTE ich diesen Gang verzehren, zu einem Mund voll herrlicher Crème nahm ich ein Schlückchen Banyuls gleichzeitig, und da machte es in mir: Kawumm!!!! Der absolute Hammer in meinem Mund, danach ging der letzte Rest meiner kulinarischen Energie flöten. Tilt.
        d) Rein ins Vergnügen mit Taschenkrebs & Jakobsmuscheln (Zitrusfrucht, Apfel, Avocado, Curry). Eine irre Kombination die uns sofort gezeigt hat, hier sind wir richtig.
        e) Blau war glücklicherweise nur der bald folgende Hummer, so dass ich mir für die weitere Reise, die ja noch einige Stunden dauern würde, ein paar Gedanken zur weiteren Weinbegleitung machte. Der nun folgende Hummer war nicht nur perfekt gegart sondern durch die Kombination von Madras-Curry und grünem Apfel schlicht sensationell. Wo kamen all diese Ideen für die Aromenakkorde her? Irgendwo in der Küche musste es ein Kochbuch der 1000 besten Aromenzusammenstellungen geben. Nach dem Essen würde ich mir bei Herrn Bau einfach das imaginäre Buch ausleihen, dessen Autor er nur selbst sein konnte.
        f) Und wieviel Arbeit in jedem der Gerichte steckt, sogar wenn es einfach wirkt. Beispielsweise wird für Polenta der frische Mais dehydriert und mit dem Messer von Hand zu Gries gehackt/geschnitten. Auf die Frage, warum man dafür keinen Mixer nähme, erntet man einen verständnislosen Blick. Das Ergebnis mit der Hand ist besser und für den Gast gerade gut genug
        g) Was ist das Besondere an Schloß Berg? Sicherlich die Herzlichkeit, wie man in Perl aufgenommen, betreut und letztlich verabschiedet wird. Man hat das Gefühl, zu guten Bekannten zu kommen; die Baus freuen sich auf diesen Besuch, und das lassen sie den Gast wohltuend spüren
        h) Ich bin ein Berliner


        Dieses Amuse-Gueules-Problem, das es immer wieder zu beklagen gibt, man sitzt mit der Speise- oder Weinkarte am Tisch, es werden einem diverse Kleinigkeiten serviert, oktopusartig greift man um die Karte herum, um sich, immer noch vertieft in Rebsorten und Jahrgänge, den ersten Hunger zu stillen, oh, schmeckt ja toll, was war das nochmal? lieber Riesling oder doch Weißburgunder?, dieses Problem wird auf der Burg sehr gur gelöst. Zum ersten Getränk bekommt man nahezu eine halbe Stunde lang ständig Teilchen, die hier kulinarische Einstimmungen genannt werden, vollkommen durchkomponiert, filgan; natürlich überlegen wir, wie die oder jene Geschmackskomponente wohl zustande gekommen sein mag, insgesamt wird jedoch alles eher unanalytisch, dafür unter einigem Geknurre und Gestöhne verputzt.
        Jetzt erst, nachdem der Tisch abgeräumt ist, werden Karte bzw Weinkarte gereicht. Voyage grande, s.v.p., was sonst. Nein, keine Allergien, keine Phobien. Nun zum Wein: Herr Kiowski klopft auf ebenso professionelle wie liebenswürdige Art unsere Vorlieben ab, um uns, nachdem wir ihm die zu erwartende Trinkmenge sowie unsere finanziellen Möglichkeiten offenbart hatten, einen 2009 Riesling GG von Tyrell, dann 2007 Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*** von Molitor, eine 94 ger Gran Riserva aus dem Rioja (die freilich, wiewohl noch ohne erkennbare Alterungstöne, etwas mehr Körper hätte haben dürfen) und eine 2004 Zeltinger Sonnenuhr, Auslese von J.J.Prüm (der ist der Beste, sagte schon vor dreißig Jahren Hubert Scheid, der anscheinend bis heute den Ruf als hervorragender Mosel/S/R-Kenner hat) zu empfehlen.
        Und nun beginnt die Amügö-Phase II, die womöglich noch ausgefeilter und ausgefuchster auftritt. Es ist eine Grande Ouvertüre, die mehr als geeignet ist, uns in eine schon fast merkwürdige Art der Hochstimmung zu versetzen. Nein, diese bald zwanzig/dreißig kleinen Spezereien sind uns überhaupt nicht zu viel, der Geist ist noch hellwach, es ist wohl auch diese subtile Art der Würzung, die einen vor einer Überforderung bewahrt.

        Ist das nun klassische Küche oder eher avantgardistische Kochkunst, was einem in Nennig geboten wird? Bau hat ja die ganzen Chemo-Molekularien der modernist cuisine auch drauf, er spielt damit nur auf einem ganz anderen Register als viele der l'art pour l'art-Apologeten. Kein Gel-Klecks hat für sich irgendeine Bedeutung, dem Gesamtgeschmackserlebnis hat sich alles unterzuordnen.
        Für mich als Japanophilen sind es gar nicht so sehr die exotischen Zutaten, mit denen er mich begeistert, vielmehr ist es diese produktversessene Gewissenhaftigkeit, mit der er eine Post-Moderne eingeläutet hat.

        MkG
        schlaraffenland

        PS: hier noch die Auflösung:
        I - b; II -d; III-f; IV-a; V-e; VI-g; VII-c
        und wer alles richtig hatte, bekommt von mir folgendes kleines Geschenk: (aber nur die dürfen jetzt weiterlesen, die keinen Fehler hatten!!!)
        Es handelt sich bei meinem Geschenk - hei, Du da, Du hattest nich alles richtig! - um einen Tip: keine zwanzig km von Nennig entfernt hat Zilliken die ersten 2011 auf der Flasche: brutal!

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        • Was für einen "Schaff" Sie sich mal wieder gemacht haben, werter Schlaraffe! Chapeau!

          3 Aspekte sind für mich bemerkenswert:

          - Die etwas andere Art von Bericht.

          - Ihr Fazit im letzten Absatz.

          - Dass Sie in diesem Zusammenhang an den guten Hubert Scheid (vor 30 Jahren noch in Wasserliesch) erinnern.

          Danke! Hat Spaß und Freude gemacht!

          Beste Grüße, Merlan

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            • Nach langer Zeit habe ich es endlich wieder einmal geschafft, in Perl vorbeizuschauen.

              Es hat sich wenig geändert (was in diesem Falle aber ein glückliche Fügung ist). Christian Bau ist immer noch positiv besessen, so daß sein Menü (Carte Blanche) scheinbar nicht eine Woche gleich ist, sondern stetig neue Ideen und Weiterentwicklungen widerspiegelt. Das alles mit einer Perfektion die ihresgleichen sucht.

              Trotz meiner vielen Restaurantbesuche war es für mich das beste Restauranterlebnis der letzten Zeit. Was bei manch anderem ***-Kollegen irritiert schafft Christian Bau scheinbar mühelos – Die zusätzliche Komponente, die dem Gang eine Balance gibt, funktioniert hier perfekt. Jeder Gang wusste ausnahmslos zu überzeugen, wobei auf diesem hohen Niveau die Gänseleber aus der Landes die Bretonische Artischocke 2.12 sowie die Schwarzwälder Kirsche besonders hervorzuheben sind - diesen Geschmack spüre ich immer noch auf der Zunge.

              8h Aufstehen, spontan überlegen Essen zu gehen, 9h Abfahren, um 12h zum Lunch, um 18h der letzte Bissen, um 21h zu Hause mit den Bildern das Essen nochmals genießen - Es gibt keine bessere Art, die Zeit fließen zu lassen - Es geht nichts über einen kleinen Snack am Mittag. Es war wieder einmal ein grandioser Tag auf Schloß Berg

              Auf FB gibt es die Bilder zum Menü
              (manche leider nicht ganz optimal wg. falscher Kamera)

              Hier schon einmal die Gänge aus dem aktuellen Menü

              Micromenü (Amuse)
              1. „Cornet“. mit Biorind / Räucherfischcreme / Kaviar
              2. Kroepoek & Fleisch vom Taschenkrebs mit grünem Apfel
              Knusperbrot“. mit Lachs, Auster & Yuzu
              3. Rote Bete mit Gänseleber & Räucheraal
              Falsches Sushi“ mit Pulpo & Nori
              4. Bio Karotte mit Joghurt & Koriander
              5. Yellow-Fin-Tuna mit Fromage fraise, Kräutern, Radieschen & Kaviar
              6. Gänseleber aus der Landes
              Mango / Madraspfeffer / Grüner Tee

              Voyage Culinaire (Carte Blanche)

              7. Blauer Hummer
              Daikon / Tosaka-Algen / helle Sishovinaigrette & Avocado-Dip
              8. Bretonische Artischocke 2. 12
              Jabugo Bellota / Kräuter / Parmesan / kandierte Oliven / kalifornisches Olivenöl
              9. Langoustine
              „Déclinaison“ (roh- gebacken- gegrillt) / grüner Spargel aus der Provence / japanische Hollandalse / Mikan-Aromaten
              10. Steinbutt aus dem Atlantik
              pochiert & gegrillt / (rohe) Fjörd-Shrimps / Edamame / Jasminreisbrühe mit leichter Kokosinfusion & Madrascurry
              11. Hereford- Rind
              Schulter 60 Std. sanft gegart / geflämmte Entenleber / Thailändische Yam / Umeboshi / Jus Braise mit altem Soja & Kombu Ma
              12. Eifler Reh, Sanchopfeffer & Kirschblüte
              Gebratener Rücken mit Sanchopfeffer / Spitzkohl & Topfen-Serviettenkloß / Gel von japanischem Kirschblütenessig
              13. Miéral-Taube „Szechuan- Style“
              Brust / Dim-Sum von der Keule / Taubenjus mit geräuchertem Tee & Gewürzen
              14. Käse von Maître Affineur Antony
              Selektionierte Rohmilchkäse vom Wagen
              15. Mara de Bois-Erdbeere
              in Strukturen / Joghurt / weiße Schokolade
              16. Multivitamin
              Degustation von tropischen Früchten in Textur
              17. Die Kirsche aus dem Schwarzwald 2. 12
              „Schwarzwälder Kirsche“
              18. Petit Fours
              Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 17.06.2012, 11:48.

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              • Sehr starker Bericht mit viel inhaltlicher Substanz und einem intelligent zugespitzen Fazit. Beiträge dieser Art degradieren Leute wie Jürgen Dollase mit seinen affektierten Pamphleten in der Tat zu bloßen Laiendarsteller-Kritikern.

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                • Ebenso wie manch Anderer hier veröffentliche ich keine Berichte auf dieser Plattform. Da ich aber davon ausging, daß gerade Perl den einen oder anderen hier interessiert, dachte ich es wäre netter, ein paar kurze Informationen zu geben, statt lediglich einen Link zu den Bildern einzustellen.

                  Ein ausführlicher Bericht folgt sicherlich, aber nicht an dieser Stelle.
                  Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 17.06.2012, 11:41.

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                  • Zitat von Max.Vanderveer Beitrag anzeigen
                    8h Aufstehen, spontan überlegen Essen zu gehen, 9h Abfahren, um 12h zum Lunch, um 18h der letzte Bissen, um 21h zu Hause mit den Bildern das Essen nochmals genießen - Es gibt keine bessere Art, die Zeit fließen zu lassen - Es geht nichts über einen kleinen Snack am Mittag
                    So cool hat bisher nur Kimble auf den Putz gehauen!

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                    • Im Norden Frankreichs gibt es ein interkratonisches Einsenkungsbecken,
                      Pariser Becken genannt, welches sich ab der oberen Trias individualisierte und an dessen Rand, raumgeologisch gesehen,
                      eine kleine Gemeinde liegt. Welche?

                      Wenn Sie neugierig geworden sind, können Sie gerne mal bei www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de vorbeischauen.

                      Ach ja, für nicht angmeldete Gäste, einfach "Meine Restaurantbesuche" googeln.

                      K.G.
                      bst

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                      • Der Bericht mit allen Bildern wie immer auf kuechenreise.com:
                        http://kuechenreise.com/2012/10/14/r...perl-nennig-d/

                        Deutsch-Japanisches Wunderland

                        An der Mosel sind wir eingetaucht in ein kulinarisches Wunderland. Christian Bau kocht im Restaurant Viktors mit asiatisch-japansichem Einschlag und hat uns durchwegs begeistert! Der Charme seiner Frau und Gastgeberin gleichfalls.

                        Wenige Schritte neben dem Schloss Berg (Bericht) liegt das Restaurant Victors. Hier kocht Christian Bau auf, und das schon seit Jahren konstant auf 3 Sterne Niveau. Einen asiatischen, japanischen Einschlag hat seine Küche: Diese Geschmackswelten schätzen wir, das hat uns besonders neugierig gemacht. Das Konzept der “Carte Blanche” – es kommt auf den Tisch, was es hat (oder so ähnlich, halt auf 3 Sterne Niveau) gefällt uns gleichfalls.

                        Und so waren wir schon voll Vorfreude, als wir zum Restaurant gingen, als wir die Räumlichkeiten betraten. Wurden freundlich empfangen, an einem schönen Tisch platziert. Sogleich startete der Reigen in das kulinarische Wunderland:

                        Kulinarische Einstimmungen

                        Parmesanknusper mit Yuzuconfitüre
                        Falaffel mit Wassermelone


                        Nach Bärlauch, der Tonkabohne und roter Beete nun Yuzu: Von der gehobenen Gastronomie wurde der Saft der “japanischen Zitrone” entdeckt, bald wird er wohl seinen Weg in jeden Landgasthof (“Hackbraten mit Yuzu-Speck-Aromen”) und in die Fast-Food Industrie (“Yuzu-Burger mit extra Zwiebel und Käse”) finden.

                        Da geniessen wir Yuzu lieber noch schnell auf so richtig gute Art und Weise. Erstens ist das ganze eine schöne Alternative zu klassischer Zitrone & Co, mit ansprechendem, komplexem Geschmacksbild. Und zweitens ist der Parmesan-Cracker mit Yuzu-Confitüre schon sehr genial: Aussen die knusprigen Cracker, innen eine Parmesanfülle mit Yuzu-Marmelade – wir wollen mehr!

                        Gleichfalls sehr fein der Falaffel, welcher durch die beigefügte Wassermelone an Lebendigkeit und Frische gewinnt!

                        ‘Bloody Mary’-Sorbet mit Tomaten – Olivenölgazpacho

                        Wie ein futuristischer Sessel der 70er Jahre im Miniaturformat erreicht uns das Bloody Mary Sorbet. Sessel verschlingen wir eher selten. Beim feinen Sorbet mit Bloody Mary Geschmack, kombiniert mit Sphären aus grünen Tomaten, feinem Olivenöl und einer hauchdünnen Scheibe Brot haben wir deutlich weniger Zurückhaltung – fein!

                        ‘Krabbenbrot’
                        ‘Falsches Sushi’ mit Saibling, Saiblingskaviar & Nori
                        Rote Bete mit Gänseleber & Räucheraal


                        Drei kleine Kunstwerke werden nun auf schönstem Porzellan zu uns gebracht. Wir können uns kaum sattsehen. Doch sollen wir der Optik wegen auf das Essen verzichten, die Häppchen mit Haarspray konservieren und im Doggy Bag verschwinden lassen? Um sie dann später in der Wohnzimmerwand “Eiche rustikal” verstauben zu lassen? Nein, dazu sind wir zu gierig. Und die “Eiche rustikal” Wand fehlt uns auch.

                        Also essen wir das “Brot” mit Krabben. Wir geniessen den Saibling mit Saiblingskaviar auf einem Reiscracker. Und wir lieben die Kombination aus Roter Beete, Gänseleber und Räucheraal!

                        Nun wird sie uns gebracht, die berühmte “Carte Blanche” aus dem Hause Bau. Eine kleine Reise, eine mittlere Reise, eine grosse Reise? Gar einen oder zwei zusätzliche Überraschungsgänge?

                        Die Anreise war lange, und allzu oft sind wir leider eh nicht in der Gegend. Also die grosse “Voyage Culinaire” mit zwei Überraschunggängen. Händeringend versucht Frau Bau, uns die zwei Zusatzgänge auszureden. Es sei ja auch so schon viel. Sie rät nur Stammgästen, welche Menügrösse und Magenkapazität sorgsam abgeglichen haben , zu einem solchen Supplement. Wäre ja schade, wenn etwas überbleiben würde.

                        Bei uns erzeugt das natürlich die entgegengesetzte Reaktion. Trotzig bestehen wir auf unseren 2 Extragängen. Drohen, das Restaurant sofort zu verlassen, wenn wir diese nicht bekommen (Ok, nein, das haben wir nicht gemacht – wir übertreiben masslos…). Und – wir nehmen es vorweg – haben die zusätlichen Gänge bekommen und nicht bereut!

                        ‘Cornet’ mit Rindertartar, Räucherfischcréme & Kaviar

                        Doch zunächst weiter mit den Grüssen: Ein Cornetto mit Aalcreme, Rindertatar und ein wenig Kaviar – sehr lecker!

                        Yellow-Fin-Tuna mit Alge & Wasabi

                        Dann Tuna in verschidenen Varianten mit Avocadcreme und japanischem Fonds – toll!

                        Lachs

                        Sodann kleine Stückchen von mariniertem Lachs, Jasminreisschaum, Erbse, Sorbet und japansiche Cracker – gut gelungen.

                        Limfjörder Auster aus Dänemark, leicht pochiert / Tapiokaperlen / schwarzer Reisessig / Combawa

                        Es geht los, und zwar mit einer Auster. Einer Limfjörder Auster aus Dänemark, um genau zu sein. Eine der besten Austernspeisen, an die wir uns erinnern können, um ganz genau zu sein.

                        Die Auster, leicht pochiert, wird kombiniert mit Tapiokaperlen (der “Bubble Tea” lässt grüssen. Vergessen sie das gleich wieder – jeder Bubble Tea ist schrecklich im Vergleich…), einem Sorbet von der Combawa (Kaffernlimete) und schwarzem Reisessig. Wir schwelgen in asiatischen Geschmäckern, geniessen die unterschiedlichen Konsistenzen – toll!

                        Taschenkrebs, kalt & warm / Wassermelone / Kimzu & Koriander

                        Supertoll der warmer Taschenkrebs in einer Art Rolle (aus Kartoffelfäden?). Dazu in der Mitte des Tellers kaltes Fleisch der Taschenkrebs, erfrischende Wssermelone, Koriander und Tupfen einer Art japanischer Majonaise – sehr gut.

                        Gänseleber aus der Landes, Mango / Madraspfeffer / grüner Tee

                        Gänseleber – tagtäglich wird sie in tausenden Restaurants in vielerlei Varianten dem Gast dargeboten (ausser in Kalifornien, da ist sie verboten). Wie kann man sich da noch abheben?

                        Bau hebt sich ab. Obwohl fast ein wenig unspektakulär scheinend, ist der Teller eine Wucht! Ausgezeichnet die Gänseleber, zusätzliches Aroma und eine feine Schärfe gibt eine dünne Schicht Madraspfeffer in der MItte. Das Sorbet und das Chutney vom Mango gibt Fruchtigeit. Die Aromen vom grünen Tee sind ein toller Partner, unter anderem in der Grnen Tee “Creme Brullee”. Toll!

                        Bretonische Artischocken 2.12, Jabugo Bellota / Kräuter / Parmesan / kandierte Oliven / kalifornisches Olivenöl

                        Verliebt in Artischockensalat. Ja, derjenige, der uns in einem kleinen Schlächen separat zur bretonsichen Artischoke 2.12 serviert wurde.

                        Doch auch der eigentliche Teller ist keinesfalls von schlechten Eltern: Artischoke in verschiedenen Strukturen, am Tisch mit Artischockensauce aufgeossen. Kräuter. Parmesan, Jabugo Belotta. Olivenol. Wir beginnen, Bau-süchtig zu werden.

                        Langoustine, ‘Déclinaison’ (Roh – gebacken – gegrillt) / grüner Spargel aus der Provence / Japanische Hollandaise / Mikan-Aromaten

                        Langoustine in drei Varianten. Warm und gegrillt – wow! Gebacken als eine Art “Krokette” – fein. Roh als Tatar mit Lardo . mhmmm. Dazu grüner Spargel in verschiedenen Strukturen, sowie als kleiner Kontrapunkt dünne Radieschenscheibchen, welche eine feine Schärfe beisteuern. Und eine japanisch inspirierte Hollandaise, welche wir uns öfter wünschen würden…

                        Atlantik Steinbutt mit ’4 Flavors’ …

                        Von erstklassiger Produktqualität der Steinbutt, sowie ein Stück seiner Haut. Dazu 4 Geschmäcker: Süss (Süsskartoffel), Sauer (Zitrone), Salzig (Anchovis) und Scharf (Ingweröl). Der Steinbutt muss ein Japaner sein, und das ist als reines Kompliment gemeint!

                        Eifler Reh, Sanchopfeffer & Kirschblüte, gebratener Rücken mit Sanchopfeffer / Spitzkohl & Topfen-Serviettenkloss / Gel von japansichem Kirschblütenessig

                        Reh modern & japanisch inspiriert: Ein Stück vom Reh aus der Eifel, Serviettenknödel, eine Spitzkohlrolle (ja, die muss keinesfalls rustikal sein) und statt der Preiselbeeren ein Gel vom japanischen Kirschblütenessig – traditionell “with a twist”.

                        Valrhona-Schokolade, ‘Grand Cru’ – Couvertüren in Verbindung mit Maracuja

                        Es wird süss! Schokolade von Valrhona un unterschidlichen Varianten, dazu Maracuja und Pistazien-”Schwämme” – sehr fein!

                        Mara de Bois, Joghurt & Weisse Schokolade, Interpretation der Joghurette mit Erdbeeren

                        Und zu guter Letzt eine Hommage an die Erdeere – ewa ein Erdbeerspiegel in der Mitte, Erdbeeren geformt aus Joguhrtcreme, Minze, Limette, weisse Schokolade. Nicht nur für das Auge ein grosser Genuss!

                        Süsse Spielereien

                        Zum Abschluss wird es verspielt – ein paar gelungene Petit Fours versüssen uns noch die Minuten vor dem nach Hause gehen.


                        Unser Resümee:

                        Wir sind beeindruckt. Wir sind angetan. Wir sind begeistert. Bau bietet grosse Küche. Grosse Küche, welche Europäsches mit japanischen und Asiatischen Elementen verknüpft – ein deutsch-japanisches Wunderland. Von Gang zu Gang erneut begeisternd. Mehr gibt es da nicht zu sagen!

                        Kommentar


                        • Der ausführliche Bericht zur Carte Blanche Herbst 2012 folgt, aber vorab schon einmal ein Interview mit Christian Bau über ein Mohnsoufflé, das den dritten Stern kostete, Gäste, die sich beim ihm blind auf die Reise begeben und seine Töchter, die schon heute zu Hause die Küche übernommen haben.

                          Das Interview ist zwar etwas länger, aber inhaltlich recht interessant, auch wenn Christian natürlich keine Berliner Plaudertasche wie Tim ist :-)

                          Interview mit Christian Bau - Victor's Gourmet Restaurant Schloß Berg, Perl-Nennig, D 10/12

                          Kommentar


                          • Die Mohnsoufflé-Story ist durchaus tragikomisch und das Töchterprojekt rührend... aber wie alt sind die zwei denn eigentlich? Schönes Interview, werter Max! Das Mikro steht nur leider falsch.

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                            • Die Töchter sind alt genug, das Lebenswerk von Christian Bau vor seinem Ruhestand, der hoffentlich noch lange auf sich warten lässt, fortzuführen.

                              Die Audiospur ist bereits überarbeitet und es lag nicht am Mikro, letztendlich ist aber der Inhalt entscheidend.

                              Das Interview bietet im übrigen beim genaueren Hinhören sicherlich auch mehr Informationen, als es bei der ersten flüchtigen Betrachtung scheint.
                              Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 21.10.2012, 22:28.

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                              • Zitat von Max.Vanderveer Beitrag anzeigen
                                auch wenn Christian natürlich keine Berliner Plaudertasche wie Tim ist :-)
                                Ich bin sicherlich kein formeller Mensch, aber mir persönlich erscheint ein Duzen in Kombination mit dem Anspruch einer objektiven Berichterstattung immer ein wenig schwierig. Wär nicht mein Ding. Aber das soll jeder so halten wie er mag.

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