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Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

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  • Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
    Ich bin sicherlich kein formeller Mensch, aber mir persönlich erscheint ein Duzen in Kombination mit dem Anspruch einer objektiven Berichterstattung immer ein wenig schwierig. Wär nicht mein Ding. Aber das soll jeder so halten wie er mag.
    Ich weiß, daß dieses Forum vermutlich das einzige weltweit ist, in dem sich die Benutzer siezen. Die Lebensrealität zeigt aber, dass man auch trotz Anrede in der 2. Person Singular Distanz haben kann. Der Rest der Welt kann auch ohne Pluralis Majestatis und mittelalterlicher Wertschätzung vorurteilsfrei miteinander umgehen. Abgesehen davon sagt es in diesem speziellen Falle rein gar nichts aus, da Tim eben Tim ist, auch wenn man keine Brüderschaft mit ihm getrunken hat (was wir selbstverständlich nicht haben). Und falls Sie das Interview gesehen haben, werden Sie feststellen, dass wir Herrn Bau selbstverständlich gesiezt haben (ebenso wie Herrn Raue in seinem Interview).
    Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 22.10.2012, 00:34.

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    • Wer noch ein Weihnachtsrezept sucht, wir haben da eine Videoanleitung

      Eine unglaublich gute Vendée-Taube im Salzteig durften wir vor kurzem bei Christian Bau genießen. Wir waren so begeistert, daß wir die Zubereitung filmen ließen. Der Bericht zum gesamten Menü ist auch in Arbeit, vorab aber schon einmal das Video.

      Die Taube von Christian Bau - Victor's Gourmet Restaurant Schloß Berg, Perl-Nennig, D 10/12


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      • Victor´s Gourmet Restaurant hat an den Wochenenden ja auch mittags geöffnet, wofür ein spezielles Lunch-Menü beworben wird. Gibt es Erfahrungen, inwiefern sich das Lunch-Menü insbesondere bezogen auf Qualität und Komplexität der einzelnen Gänge von der abendlich servierten Carte Blanche unterscheidet?

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        • Im Lunchmenü wird eine Auswahl aus dem normalen Programm serviert, also keine Angst - Qualität und Komplexität wie gehabt...

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          • Liebe Forumsmitglieder,

            Ich schulde Ihnen einen (für mich) besonderen Bericht. Vor zwei Wochen war ich gemeinsam mit meiner Partnerin bei Christian Bau in Perl. Es war mein erster „offizieller“ Drei-Sterner. „Offiziell“ deswegen, weil ich eigentlich schon einmal auf Schloss Berg war, vor vielen Jahren (Ende 2005). Damals bereits mit drei Sternen ausgezeichnet, jedoch war ich so jung und unerfahren was wirklich hochklassiges Essen angeht, dass ich kaum wirkliche Erinnerung daran habe, außer dass es mir gefallen hat (immerhin). Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich war sehr gespannt auf ein Erlebnis von bisher für mich hoffentlich ungeahnter, wahrgenommener Qualität. Und dieser Abend sollte den ein oder anderen magischen Moment für uns auf Lager haben…


            Gegen 19.30 betraten wir das Restaurant, wurden sehr nett empfangen und starteten alsbald mit ein paar kulinarischen Einstimmungen in den Abend. Es gab: Cornet mit Rindertatar auf einer Fischcreme, Krabbenknusper mit Shrimps, Rote-Beete-Macaron mit Gänseleber. Diese drei Happen reichten von sehr lecker (Krabbenknusper) bis wahnsinnig gut (Cornet). Ein genialer, vielversprechender Auftakt.


            Weiter ging es mit einer sehr erfrischenden, fruchtigen Komposition aus Taschenkrebs und Wassermelone, gefolgt von einer Kombination aus Thunfisch und Miso, einer Gänselebercreme mit Portwein und Parmesan-Schaum und Lachs mit Jalapeno und Avocado. Wow, jedes einzelne dieser Amuses war hervorragend in Geschmack, Optik und Eigenständigkeit. Bis auf die (klassische) Gänseleberkreation waren bisher alle Einstimmungen von einer unvergleichlichen Leichtigkeit, Frische und Aromatik. Das bereits dazu gereichte, knusprige Brot war das beste, was ich jemals gegessen habe. Einen derartigen Start ins Menü hatte ich mir nicht im Traum erhofft. Keine der bisherigen Kreation war nur "gut", sondern alle mindestens "sehr gut". Wer jetzt schon einen Superlativ-Overflow verspürt, dem rate ich vom weiteren Lesen dieses Berichtes dringend ab.


            Unser 5-gängiges Menü (160€) startete offiziell erst jetzt, direkt mit einem Paukenschlag: Hamachi / Daikon / Algen /Bergamotte . Der Hamachi, sehr zart und leicht süßlich in seinem Aroma ergab kombiniert mit dem knackigen Daikon und den restlichen Komponenten ein sehr feines, überaus stimmiges Geschmacksbild. Baus Vorliebe für Japan war hier unübersehbar: subtile Aromen treffen auf rohen, zarten Fisch von herausragender Qualität. Sicherlich nicht ohne Grund ein absoluter Dauerbrenner auf Schloss Berg.


            Der zweite Gang des Abends bestand aus Jakobsmuscheln / Hokkaido-Kürbis / Bresse Poularde / Pilzerde . Optisch schon mal sehr vielversprechend fanden sich auf dem Teller zwei große Jakobsmuscheln und Kürbis in allen erdenklichen Varianten: püriert, in aufgerollten Streifen, in Form von Kürbiskernen und Kürbiskerncrackern. Dazu Stücke vom Bressehuhn. Der erste Biss in die Jakobsmuschel offenbarte mir eine bisher ungeahnte Produktqualität. In puncto Konsistenz, Aroma und Garpunkt war dies die beste Jakobsmuschel meines Lebens. Und ich dachte vorher, dass man mit einer solch mittlerweile allgegenwärtigen Zutat nichts mehr reißen könne. Ich armer Tor.
            Doch das war erst der Anfang. Ich fing an die Muschel mit den restlichen Elementen zu kombinieren und von da an setzte mein Zeitgefühl aus. Ich konnte nicht fassen, was da vor mir auf dem Teller lag. Diese süßlichen Aromen der Muschel und des Kürbis‘, kombiniert mit der würzigen Poularde bildeten ein Geschmackserlebnis, das mich schier sprachlos zurückließ. Genau genommen fing ich an ungläubig leise vor mich hin zu lachen. „Ist alles in Ordnung?“ wurde ich von einem charmanten Herrn aus dem Service gefragt, der mich wahrscheinlich für geisteskrank halten musste. Ich quittierte dies mit einem „Ja. Mehr als das.“ und vermochte meine wahren Gedanken zu diesem Zeitpunkt nicht in Worte zu fassen. War bisher alles an diesem Abend von herausragender Qualität, so war hiermit für mich definitiv die Spitze erreicht. Es handelte sich schlicht um das beste Gericht, das ich in meinem Leben gegessen habe. Unvergesslich, noch nie habe ich so lange an einem Gang gegessen nur um alles so lange wie möglich auszukosten. Jede Gabel machte mich fassungsloser und ich wusste nicht ob ich nun weiter lachen oder vor Freude anfangen zu weinen soll. Tief durchatmen.


            Der dritte Gang war dann ebenfalls makellos und bestand aus Heilbutt / 2x Blumenkohl / Kumbo / Yuzu / Umami . Ich mache es diesmal etwas kürzer: der Fisch war abermals von sehr hoher Qualität und trat mit den restlichen Komponenten eine salzig-süß-säuerliche Liaison ein, die dramaturgisch als bisher würzigster Gang im Menü hervorragend platziert war. Ein gang zum immer wieder essen.


            Als Hauptgericht wurde Wagyu Beef sanft geschmort (Short Rib) & BBQ (Rücken) / Chicorée / japanische Hollandaise serviert. Abermals wurde es hier noch ein wenig herzhafter, was wunderbar passte. Das Wagyu war traumhaft zart, begleitet von einem hochklassischen Jus und texturell durch krosse Pommes Soufflé ergänzt. Der leicht bittere Chicorée ist nicht mein liebstes Gemüse, passte aber angenehm zu diesem Gericht. Die japanische Hollandaise war ebenfalls hervorragend. Ein wunderbar stimmiger und würdiger Hauptgang, an dessen herzhaftes Geschmacksbild ich mich noch jetzt haargenau erinnern kann.


            Nach einem Pre-Dessert in Form von Zitrusfrüchten (erfrischend, gut) kam dann ein weiteres Highlight in Form von Bananen-Split – neu interpretiert . Optisch wohl der schönste Gang des Abends war dies ein fulminanter Abschluss, der mit schokoladigen Aromen, unterschiedlichen Texturen und einem tollen Vanilleeis abermals vollends begeistern konnte. Ein Dessert dieser Güte findet man wohl nur selten (ich fand es bis zu diesem Zeitpunkt noch nie).
            Danach noch eine Vielzahl von Petit Fours , wovon ich die Strawberry-Cheesecake Creme am stärksten hervorheben möchte. Himmlisch, süß, wunderbar. Für den Rest war dann auch kaum mehr Platz, die 5 Gänge und das komplett verputzte Brot reichten voll und ganz. Natürlich wurden die Überbleibsel für uns eingepackt, zum späteren Genießen.


            Was soll ich sagen? Dieser Abend hat neue Maßstäbe für mich in puncto kulinarischer Erfahrung gesetzt und war zu großen Teilen nahe (und bei der Jakobsmuschel für mich definitiv) an der Perfektion. Ebenso war der Service sehr freundlich, aufmerksam und im späteren Verlauf auch durchaus zu einem netten Plausch aufgelegt. Mit dem Versprechen an Frau Bau, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden, beschlossen wir diesen denkwürdigen Abend, an dem einfach alles passte. Das werde ich niemals mehr vergessen.
            Zuletzt geändert von Zwiebel; 27.03.2013, 15:32.

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            • Dieser breite Rand meines Berichtes kommt wahrscheinlich daher, dass ich alles vorher in Word getippt habe. Ich werde es vllt nächstes Mal lieber anders machen.

              Viele Grüße,

              Zwiebel

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              • ich tippe meine Berichte vorher auch immer in Word. Vielleicht ist es eine Frage einer heimlichen Formatierung, die nur bei besonderen Sterneerlebnissen zur Anwendung kommt. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht davon zu lesen, zeigt es doch welche Gefühle ein tolles Essen auslösen kann. Danke.

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                • Gerne. Ja, ich finde es beachtlich, was wirkliche Experten wie Herr Bau mit teilweise einfachsten Zutaten für emotionale Ausbrüche bewirken können. Dass Essen so etwas kann, ist teilweise einfach unbegreiflich

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                  • Zitat von Zwiebel Beitrag anzeigen
                    Es handelte sich schlicht um das beste Gericht, das ich in meinem Leben gegessen habe. Unvergesslich, noch nie habe ich so lange an einem Gang gegessen nur um alles so lange wie möglich auszukosten. Jede Gabel machte mich fassungsloser und ich wusste nicht ob ich nun weiter lachen oder vor Freude anfangen zu weinen soll.
                    Werter Zwiebel, Sie glauben gar nicht, wie oft ich diesen Satz gelesen und nachgespürt habe. Toll, wie Sie Ihr Empfinden formuliert haben. Ich hoffe, dass Sie noch oft solche Momente erleben werden, möchte Sie aber aus der Erfahrung heraus vorwarnen, dass dies in solcher Intensität nicht allzu häufig passieren wird.

                    Beste Grüße, Merlan

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                    • Ihr Bericht ist in seiner offenen Emotionalität schlichtweg grandios, werter Zwiebel. Gönnen Sie sich und uns noch mehr davon!

                      KG

                      Tobler

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                      • Ein grandioser Bericht, werte Zwiebel !

                        Ich kann Ihre erfahrungen bei Herrn Bau gut nachvollziehen.


                        Besten Dank, MkG, S.:cheers:

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                        • ich kann mich an meine Vorredner nur anschließen - ein toller Bericht, der auch bei mir wieder ähnliche Emotionen wachruft.
                          Meine Frau und ich waren uns damals einig:
                          Wenn Essen wirklich der Sex des Alters ist, dann wissen wir jetzt, wo wir dann später hin müssen, wenn wir multiple Orgasmen erleben wollen

                          gruß
                          fluenz

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                          • Vielen Dank für all die lobenden Worte. Ich hatte gehofft, dass man meine emotionale Reise nachvollziehen kann. Solche Berichte gelingen eben auch nur, wenn das Erlebnis für einen selbst eine neue Stufe erklimmt. Bei einem "normalen" Sterneerlebnis treten solche Ausbrüche eben meiner Erfahrung nach nicht auf. Trotzdem möchte ich auch diese nicht missen, denn richtig gut schmecken tut es ja sehr oft.

                            Ich bin aber der festen Überzeugung, dass der werte merlan mit seiner Vorhersage Recht behalten wird: Sowas wirklich Emotionales wird man wohl selbst im High-End Bereich selten erleben, aber dann ist es umso wertvoller.

                            LG,

                            Zwiebel

                            P.S: Hier gibt es doch sicherlich einen Thread, der solche "besonderen" Erlebnisse zusammenfasst oder? Also einen Lieblingsgerichte Thread? Wenn nicht, wäre der sicher sehr interessant

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                            • Der Bericht mit allen Bildern wie immer auf kuechenreise.com:
                              http://kuechenreise.com/2013/12/23/r...erl-nenning-d/

                              Christian Bau’s Küchenlinie ist eine der eigenständigsten unter Deutschlands 3-Sterne Restaurants: Die französisch geprägte Basis hat er um viele japanische und asiatische Elemente bereichert. Und uns damit begeistert!


                              Der Kurzbericht zu unserem Dinner:


                              Dem Winter wollen wir entfliehen mit einer Reise an die Mosel. Nach Schloss Berg in Perl-Nenning, in Victor’s Gourmet Restaurant, um genau zu sein. Seit fast 10 Jahren schon erkocht Christian Bau dort 3 Michelin Sterne.

                              Wir ordern die ‚Voyage Culinaire‘, eine 9-gängige kulinarische Reise. Vorab noch der ‚Prolog‘, eine Serie von Grüssen aus der Küche wie Zweierlei vom Yellow-Fin Tuna, ‚Erinnerungen an Thailand‘ (eine neu interpretierte Tom Ka Gai-Suppe) oder eine Maronensuppe von der Schlosskastanie mit weissen Alba-Trüffeln. Allesamt ein beeindruckender Start!

                              Die Küchenlinie legt einen Schwerpunkt auf Fisch und überzeugt gerade auch in diesem Bereich durch exzellente Produktqualität und Zubereitung. Der Taschenkrebs etwa wird mit Buttermilch, mit Gurke in verschiedenen Zubereitungsarten und mit Osietrakaviar kombiniert. Eine Makrele wird japanisch inspiriert kurz gebeizt mit Algen, Reis und schwarzem Knoblauch sowie als geflämtes Kiemstück mit Dashi-Sud zubereitet. Beide Gänge sind vorzüglich!

                              Auch die französische Basis beherrscht die Küche weiter perfekt, etwa bei der vorzüglichen Gänseleber aus der Landes, welche in Pralinenform mit Haselnuss, Kaffee und Sauerkirsche serviert wird.

                              Nach drei weiteren Fischgängen auf Top-Niveau überzeugt uns dann auch der Hauptgang, ein zarter Wildhase aus der Sologne mit verschiedenen Strukturen vom Kürbis.

                              Bei den Desserts bleibt uns die ‚Interpretation vom Bananen-Split Version 4.13‘ nachhaltig in Erinnerung. Bei aller Skepsis, welche wir bei Neuinterpretationen von Klassikern haben (nicht immer überzeugt das Resultat): Schon optisch ist dieser Gang wow, und auch geschmaklich 1a!


                              Unser Resümee:

                              Die Küche von Christian Bau ist uns eine der liebsten unter den 3-Sternern im deutschsprachigen Raum!

                              Er hat eindrucksvoll demonstriert, dass man aus französischer Küche eine sehr eigenständige Linie mit vielen japanischen und asiatischen Elementen entwickeln kann.

                              Und es ist auch erfrischend, mal nicht nur von „lokal“ zu hören, nicht nur „regional“ am Teller zu haben, nicht nur „saisonal“ als einziges Credo in den Vordergrund zu stellen. Sondern eine internationale Küche mit bester Produktqualität zu geniessen! Höchste Kreativität und Perfektion in der Umsetzung sind weitere Facetten.


                              Unser Menü:

                              - Prolog
                              - Taschenkrebs: Buttermilch, Gurke, Osietrakaviar
                              - Gänseleber aus der Landes: Haselnuss, Sauerkirsch, Café
                              - 2 x Gelblossenmakrele aus Japan: Algen, Reis (-crème), schwarzer Knoblauch
                              - Winterheilbutt: 2 x Blumenkohl, Buddha’s Hand, Austern-Schnittlauchnage
                              - Chawanmushi: Schnecken, Plize, chinesischer Schnittlauch
                              - Wildhase aus der Sologne: Hokkaido-Kürbis, Dim Sum, Gewürz-Essigjus
                              - Kartoffel: Sojastaub, Tahiti Vanille, 2 x Chèvre
                              - ‚Pré Dessert‘: Joghurt, Rote Bete & Cassis, Pistazie
                              - Schokolade & Banane: Unsere Interpretation vom ‚Bananen-Split‘ Version 4.13
                              - Süsse Spielereien

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                              • Vielen Dank werte Küchenreise für diesen beeindruckenden Bericht. Da zieht es einen doch gleich in das weit weg gelegene Saarland.

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