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Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

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  • Wir sollten das vielleicht in einen separaten Thread übertragen.

    Ich finde er hat Recht mit dem was er sagt, insbesondere wenn er auf die mangelnde Akzeptanz von gehobener Küche in der deutschen Politik zu sprechen kommt. Es gibt über 300 besternte Restaurants in Deutschland aber dort gewesen sein will dann keiner - wie passt das zusammen? Ich habe viele Arbeitskollegen die für "ein ganz tolles Abendessen" beim Italiener oder im Steakhaus ohne mit der Wimper zu zucken über €100 pro Person ausgeben aber sofort zusammenzucken wenn das Restaurant eine Auszeichnung hat und für 3-4 Gänge €60-80 verlangt. "Das ist ein Sternerestaurant" wird dann mit vielsagenden Blicken geflüstert ... wie passt das zusammen?

    Zu Christian Bau: Ein Besuch steht mittlerweile ganz oben auf meiner Agenda - das aktuelle Paris-Tokyo-Menü spricht mich nicht ganz so an wie zuletzt, leider sind genau die Gerichte die mich besonders interessieren zudem mit dem Supplement versehen - in Summe nochmal €90 mehr pP ...

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    • Im Grunde bin ich recht einfach gestrickt. Mit einem Restaurantbesuch kann man mich immer kriegen. Will ich mich belohnen sowieso, aber auch wenn ich nicht gut drauf bin, ist ein gutes Essen der sicherste Stimmungsaufheller für mich.

      Und dann gibt es die besonderen Tage, für die es gerne die Besten sein dürfen. Die Restaurants mit der Glücklichmach-Garantie sozusagen. Wer meine Besprechungen schon etwas verfolgt, weiß, dass ich die Küche von Christian Bau zum Allerbesten zähle, das ich kenne. Jedes Menü auf Schloss Berg hat einen tief verwurzelten Platz in meiner Erinnerung. Dieser Ort soll es also heute wieder sein.


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      Außenansicht

      Und wie gewohnt fällt die Begrüßung ausgesprochen herzlich aus. Irgendwie fühlt es sich jedes Mal noch ein wenig vertrauter an. So wie auch die ersten Grüße zum festen Bestandteil gehören und bitte auch in Zukunft gehören mögen. Der Macaron mit Entenleber, Räucheraal und Granny Smith ist ebenso fein und elegant gearbeitet wie das Cornet mit Tartar vom Bio-Ochsen, Räucherfischcreme und Kaviar. Vor allem letzterer begeistert mich immer wieder auf's Neue durch die perfekten Proportionen auf kleinstem Raum und den wundervollen Geschmacksakkord.


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      Entenleber, Räucheraal & Granny Smith
      `Bio - Ox´ mit Räucherfischcrème & Kaviar

      Der nächste Gruß kombiniert Leichtigkeit und Frische des Gurkenespumas mit dem Gehaltvollen der japanischen Holzmakrele, die sich grobstückig darunter verbirgt. Die Top-Qualität des Fisches springt einen förmlich an. Knusper steuert der geröstete Quinoa bei. Toll.


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      Aij (Japanische Holzmakrele) mit Gurkencrème & Shishitopepper

      Ebenso toll und ähnlich angelegt präsentiert sich auch der Taschenkrebs mit Strukturen von Granny Smith. Auch hier ist die Frische sehr markant. Ein wunderbar schmelziges Gänselebereis fügt dem aber auch eine leichte Üppigkeit bei.


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      Taschenkrebs mit geeister Gänseleber & Apfel

      Nicht weniger begeisternd ist auch das abschließende Amuse, eine Ceviche vom Wolfsbarsch, das mit diversen Meeresfrüchten, darunter Shrimps und Stabmuscheln, und einer Ponzusauce die passenden Mitspieler erhält.


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      Ceviche vom `Bar de ligne´ & Meeresfrüchte

      Eine mehrteilige Abfolge von Grüßen kann man ja in vielen Restaurants erleben, aber was Christian Bau hier bereits zu Beginn aus der Küche schickt, setzt immer wieder auf's Neue Maßstäbe. Häufig sind es Miniaturen von Gerichten, die sich ansonsten auch in der regulären Menüfolge finden könnten. Aber auch wenn dies nicht so wäre, stehen sie in Aufwand und Detailliebe den großen Gängen in nichts nach.

      Ich habe an anderer Stelle erwähnt, dass Christian Bau der Koch ist, dem ich blindlings Carte Blanche gebe. Und genau so ist es auch heute wieder. Das Menü steht bereits und es sieht viele Gänge vor! Brot und Butter sind in gewohnt hervorragender Qualität. Ich beschränke mich aber darauf, es vor allem zum Aufwischen der Saucen zu verwenden.


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      Brot und Butter

      Die Japanese Raw Bar, eine Abfolge von diesmal vier kalten Gerichten, variiert Bau immer mal wieder. Heute startet sie mit einem Fingerhappen aus Tartar von Gamberoni auf einem Brioche mit einer üppigen Nocke Kaviar und geht weiter mit abgeflämmtem Bauch vom Lachs, rotem Reis, Edamame-Bohnen, die auch als Creme verarbeitet sind sowie einem Sake-Granité, das eine unglaublich schöne Frische beisteuert. Das ist komplex, mit viel Textur und absolut stimmig.

      Ein Traum in grün die dann folgende Hamachi. Die Gelbflossenmakrele ist eingefasst von einer Variation von Gurke und weist eine ganz dezente Schärfe auf.

      Den Abschluss in diesem Gang bildet ein Gericht, das Christian Bau im Rahmen des Sternefresser-Cooktanks zum Thema „Asien – Reduktion auf das Wesentliche“ präsentierte. Angesichts der offensichtlichen Vielzahl an Komponenten wird das Thema Reduktion zwar ein klitzekleines bisschen ad absurdum geführt, aber das ändert ja nichts daran, dass auch hier der Geschmack über jeden Zweifel erhaben ist. Zweierlei vom Blauflossen-Thunfisch, Rücken (Akami) und Bauch (Torro), jeweils in Variationen, ist von einer hinreißenden Kojyu-Vinaigrette begleitet, die wir in ähnlicher Form bereits von seinem Signature Dish, dem Bar de Ligne mit BBQ-Aal in Erinnerung haben. Vor allem der Bauch des Thunfisches ist von sensationeller Qualität und schmilzt förmlich im Mund. Die Cremigkeit der Avocado unterstützt das noch zusätzlich. Gut – Reduktion sieht für mich jetzt zwar anders aus, aber das Ergebnis ist klasse.


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      Gamberoni | Lardo | Brioche | Osietrakaviar
      Lachs (Belly) | Roter Reis | Tofu-Edamame | Sakegranitée
      Hamachi | Gartengurke | Auster | Kumquats | Jalapeno
      Blue Fin Tuna [Akami & Torro] | Avocado | Kojyu

      Einen gänzlich anderen Charakter zeigt das folgende Gericht. Artischocke in Texturen und Trüffel, pur und in der Sauce, sind per se schon mal eine Kombination, die gut funktioniert. Der australische Trüffel ist intensiv und schmiegt sich schön an die Artischocke an. Damit es aber nicht allzu gefällig wird, sorgt der Wildkräutersalat mit seiner prägnanten Würze für den nötigen Kontrapunkt.


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      ARTISCHOCKE [-Salat] |
      Trüffel | Wakamè| Bonitoessig


      Weiter geht es mit Kampachi, dem Rücken von der Gelbflossenmakrele und Kaluga-Kaviar. Die üppige Ingwer-Schnittlauchbutter steuert zwar hart an der Salzgrenze, verträgt aber gut den von Nina Mann hervorragend dazu ausgesuchten Riesling vom blauen Schiefer von Heymann-Löwenstein mit seiner ausgeprägten Säure.


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      Kampachi & Kaluga Queen | Myoga | Ingwer | Schnittlauch

      Man merkt, dass die Küche die Intensität der Gänge nun merklich steigert. Nach den eher leichten und frischen ersten Gerichten kommt jetzt eine angenehme Fülle und Üppigkeit mit ins Spiel. Dass trotzdem kein Gefühl von Schwere aufkommt, ist auch einem ausgewogenen Säurespiel zu verdanken. Wie bei der jetzt servierten Langoustine, die selbstverständlich von großartiger, fleischiger Qualität ist. Ich beneide ja nie diejenigen, die es vorbereiten müssen, aber halbierte Erbsen haben optisch schon was. Dazu gibt es einige schöne Knusperelemente, weißen Misoschaum und eine intensive Krustentierjus.


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      Langoustine [Guilvinec]
      Erbsen | Weisses Miso | Menton – Zitrone


      Den Abschluss der Fischgänge bildet Seezunge mit Pilzen und Lauch. Was verhältnismäßig unspektakulär klingt, bereitet uns einen der erinnerungswürdigsten Gänge überhaupt. Abgesehen von der – natürlich – fabelhaften Produktqualität, ist es die – pardon – grenzgeile Sauce auf Basis von Vin Jaune. Die ist zum Augen schließen und Abtauchen. Ein Traum. Und absolute Referenz.


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      Seezunge vom kleinen Boot [Vendée] | Pilze | Lauch | Vin Jaune

      Auch der Fleischgang lebt von der herausragenden Qualität. Das Lamm vom Hofgut Polting gehört in der Spitzengastronomie seit einiger Zeit zu den beliebtesten Produkten. Hier setzt Christian Bau den Rücken mit ganz feiner, krosser Kruste und die geschmorte Schulter in einen Kontext von japanischer Aubergine, Pimientos und schwarzen Knoblauch. Erneut ist die Sauce, neben dem Fleisch, der eigentliche Star. Ein sehr schöner Hauptgang.


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      Lamm vom `Hofgut Polting´ |
      Japanische Aubergine | Pimientos | Black Garlic


      Das erste Dessert, von einem Pré-Dessert zu sprechen, wäre wohl maßlos untertrieben, kommt sehr erfrischend daher, indem es exotische Früchte, Kokos-Eis, Guavensorbet und eine Pandan-Creme kombiniert. So wunderschön es anzusehen ist, so schmeckt es auch.


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      `Asian Flavors´ | Pandan | Kokos | Yuzu | Guave

      Als hätte die Küche es geahnt, denn insgeheim habe ich mir genau dieses Dessert für heute gewünscht, gibt es zum Schluss noch einen Klassiker aus der Bau'schen Dessertschmiede, den „Bau.Stein“ mit Tonkabohne und einem unglaublich cremigen Rotwein-Butter-Eis. Die Brombeeren, natur und in Nachbildung als Eis sowie Birne runden einen perfekten Teller ab.


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      `Bau.Stein´ | Tonkabohne | Brombeere | Birne

      Dass nach all diesen Gängen unser Sättigungsgrad mehr als erreicht ist, versteht sich vermutlich von selbst. Bei den Petits Fours müssen wir auf halber Strecke dann aber doch kapitulieren.


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      Süsse Spielereien

      So wie Christian Bau uns erneut ein großartiges Menü serviert hat, das nicht nur in jedem Gang und Detail wunderschön anzuschauen war, sondern auch ebenso perfekt gearbeitet war und größtmöglichen Genuss bot, so hat Nina Mann mit der Weinbegleitung dem nicht nachgestanden. Wir kamen in den Genuss einiger Weine aus dem Jahrgang 1998, die eigentlich ein spezielles Menü begleiteten, um das 20 jährige Bestehen des Restaurants zu feiern. Ansonsten ist natürlich wieder viel regionaler Riesling mit im Spiel sowie ein Sake, was naturgemäß die hochkomplexen Kompositionen und japanischen Aromen hervorragend ergänzt.


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      Weinbegleitung

      Yildiz Bau als charmante Gastgeberin trägt wie immer, ebenso wie das übrige Team, zu einem absoluten Wohlfühlabend bei.

      Schwer vorstellbar, dass in Deutschland etwas über Christian Bau geht. Seit Jahren kocht er auf schwindelerregendem Niveau, mit einem ganz eigenen Küchenstil, der hierzulande einmalig ist. Es ist schon verwunderlich, warum dies nicht auch in den einschlägigen, wenn auch manchmal kritisch zu hinterfragenden, Weltbestenlisten viel stärker Beachtung findet.

      Es läuft trotzdem gut für Christian Bau. Koch des Jahres, in der „Opinionated about Dining“-Liste zumindest das am besten bewertete deutsche Restaurant in Europa, mit sehr authentischen Auftritten in den TV-Shows „Kitchen Impossible“ und „The Taste“ viel Anerkennung gewonnen und schlussendlich das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen als erster Koch für seine Kochkunst.
      Was soll da eigentlich noch kommen?

      In der ihm bescheidenen Art hat Christian Bau das Bundesverdienstkreuz nur stellvertretend für seine Branche angenommen. Dass es trotzdem seinen Grund hat, warum er ausgewählt wurde, sollte er nicht gänzlich ignorieren. Dazu gehört zum Beispiel auch, Haltung zu zeigen. Und das hat Bau in diesem Jahr einige Male deutlich demonstriert. Sei es, als er dem Kollegen Thomas Bühner kurz nach der überraschenden Schließung seines Restaurants „La Vie“ deutlich gegen hämische und geschmacklose Kommentare eines TV-bekannten Sternekochs zur Seite sprang oder er in einem viel beachteten Interview mit der Süddeutschen Zeitung die Missachtung der Spitzengastronomie durch die Politik beklagt. All dies zeigt, dass – man möchte sagen endlich – jemand mit dem nötigen Renommée den Mut hat, sich für die Branche zu positionieren und für ihr Ansehen zu kämpfen. Sein eigenes Statement „...und wenn ich der sein soll oder darf, der als Fahnenträger voranschreitet, so bin ich das gerne...„ zeigt, dass er bereit ist, diese Rolle zu übernehmen. Auch dafür gebührt ihm Respekt.

      Ich weiß nicht, was in 2019 für Christian Bau noch kommt. Solange er so weiter kocht wie bisher, macht er mich alleine damit schon glücklich. Und das ist nicht das Einfachste – auch wenn ich eigentlich recht einfach gestrickt bin.


      Bericht auch auf meinem Blog: tischnotizen.de/victors-fine-dining-by-christian-bau-perl-nennig-3/

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      • Wow danke für den Bericht! Ich kann diese Begeisterung unbedingt nachvollziehen. Ich hatte kürzlich ein sehr ähnliches Menü und empfand die Seezunge nicht nur als das klar beste Gericht des Abends, sondern als vielleicht eines der besten Gerichte, die ich je essen durfte!

        M

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        • Ich hatte schon lange eine Reise mit Hamburger Freunden an die Mosel geplant. In einer 6er Runde wollten wir bei Christian Bau einkehren, doch dies kam dann so nicht zustande, da einige dann doch verhindert waren, sodass ich den Tisch übernommen und mit Junggaumen, Muck, Bookholder und einem Hamburger Freund einen schönen Abend haben konnte. Wir waren sehr gespannt, haben (fast) eine Woche lang vorher gefastet, um auf das kulinarische Spektakel eingerichtet zu sein.

          ENTENLEBER, RÄUCHERAAL & GRANNY SMITH ist der bekannte Macaron zum Start mit feiner Cremigkeit und Säure. Was im Sonnora die Kaviar-Rindertatar-Schnitte ist bei Christian Bau das Hörnchen mit ‚BIO-OX‘ MIT RÄUCHERFISCHECREME & KAVIAR, die wie immer eine schöne Würze mit der Kühle des Fleischs und dem salzigen Knack des Kaviars verbindet.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0008.jpg Ansichten: 1 Größe: 76,3 KB ID: 62318Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0009.jpg Ansichten: 1 Größe: 88,5 KB ID: 62319

          AIJ [JAPNAISCHE HOLZMAKRELE] GURKENCREME | SHISOTOPPER ist meines Erachtens etwas weniger salzig-sauer, als bei meinem vorherigen Bau-Besuch. Die Makrele hat – wie alle anderen Produkte an diesem Abend –herausragende Qualität. Mit ihrer cremigen Textur verbindet sie sich schön mit der Frische der Gurke und der feinen Salzigkeit und Säure der Creme.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0010.jpg Ansichten: 1 Größe: 72,5 KB ID: 62320

          TASCHENKREBS, GEEISTE GÄNSELEBER | GRÜNER APFEL ist eine ganz interessante Kombination. Denn die Süße kommt hier für mich eher vom Taschenkrebs. Die wirklich kühle Leber ist eher dezent nussig-bitter gewürzt. Zudem ergibt sich ein guter Kontrast aus den verschiedenen Fetttexturen der Produkte, der ist gut aufgefrischt mit der feinen Säure des Apfels.
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          CEVICHE VOM ‚BAR DE LIGNE‘ [IKEJIME] | MEERESFRÜCHTEN stellt die top-Qualität des Fisches ins Zentrum. die mit feinen Säuren umspielt wird. Die kleinen roten Kügelchen sind übrigens geeister Kresse-Saft, der auf interessante Art seine Schärfe preisgibt.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0016.jpg Ansichten: 1 Größe: 71,3 KB ID: 62322

          GREEN ZEBAR BURRATA | KORIANDER | SARDINE ist ein absoluter Superlativ-Gang: das feine Fett der Sardine und die kühle Burrata, die wie ich mutmaße noch irgendwie bearbeitet ist, jedenfalls scheint mir die Haut etwas fester gestockter zu sein und gibt so nochmal einen speziellen Biss, geben dem Gericht ein gewisses Volumen. Dieses wird gekontert mit der feinen Säure der Vinaigrette und bekommt zusätzlichen Kick durch kleine Austernstücke. Großartige Fein-Justierung.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0020.jpg Ansichten: 1 Größe: 84,5 KB ID: 62323

          ‚JAPANESE RAW BAR‘ [IN 4 STEPS]
          GAMBERONI | LARDO | BRIOCHE |KALUGA QUEEN inszeniert den wunderbaren Kaviar und ist ein großartiger Happen. Obwohl das Brioche deutlich wahrnehmbar ist, sind der Gamberoni und vor allem der Kaviar gut erkennbar und verbinden sich zu einer Harmonie, die nach Meer schmeckt.
          LACHS [BELLY] | GARTENGURKE | AUSTER | KUMQUATS | JALAPENO umgibt den fein-fettigen Lachs mit frischen und leicht säuerlichen Aromen. Durch die kleingeschnittene Auster bekommt der Gang noch mehr Iodigkeit.
          KAMPACHI | MEERESFRÜCHTE | ALGEN | DAIKON ist aromatisch für mich der komplexeste Gang des Abends. Dies liegt an dem Eis aus Seeigelcreme. Es ergeben sich die vielfältigsten geschmacklichen Kombinationen, je nachdem welche der Meeresfrüchte, darunter sensationelle Entenmuscheln, auf die Gabel kommen. Mit der Seeigelcreme verschiebt sich der Geschmack deutlich ins süßliche. Die Meeresfrüchtehappen sind durchaus als üppig anzusehen, so dass der KAMPACHI das ausgleichende und verbindende Element ist, das dem Gericht die Balance gibt.
          BLUE FIN TUNA {AKMI & TORRO | AVOCADO | KOJYU stellt das sensationelle Thunfischfleisch in den Mittelpunkt. Der Gang hat eine deutliche vegetabile Aromatik, die das Fett des Thunfischs generös, aber nicht mächtig wirken lässt. Interessant sind die kleinen Avocado-Stückchen, die offensichtlich mit Soja-Sauce punktuell beträufelt sind und eine deutlichere Präsenz erhalten.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0021.jpg Ansichten: 1 Größe: 79,8 KB ID: 62324Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0027.jpg Ansichten: 1 Größe: 118,9 KB ID: 62325
          Irgendwie sind mir hier zwei Bilder verlorenen gegangen - schade....

          ARTISCHOCKE [-SALAT] TRÜFFEL |WAKAME | BONITOESSIG ist – soweit ich mich erinnere – der erste „vegetarische“ Gang, den ich von Christian Bau esse (auch wenn er aufgrund des Bonitoessig natürlich wirklich vegetarisch ist). Die Artschocke mit einer feinen Bitterkeit passt perfekt zur Salzigkeit der Alge und zum Trüffel. Das Gericht hat eine gewisse herbe Note und gleichzeitig durch den Trüffel eine schöne aromatische Intensität. Das Geschmacksbild ist bestimmt von einer Mischung aus feinen Bitterstoffen und Umami. Neben dem Geschmack darf man die positive Wirkung der Bitterstoffe für den Magen nicht außer Acht lassen. Das tut nicht nur geschmacklich gut.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0034.jpg Ansichten: 1 Größe: 80,3 KB ID: 62326

          LANGOUSTINE GUILVNEC] ERBSTEN | WEISSES MISO | MENTON-ZITRONE zeigt die schöne, nicht allzu fette Langoustine, die hier als Schwanz und mit etwas Tatar serviert wird, in Kombination mit der vegetabilen Frische der jungen Erbsen und der durchdringenden Säure des Zitronengels entsteht ein frisches, präzises Geschmacksbild.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: APC_0037.jpg Ansichten: 1 Größe: 99,5 KB ID: 62332

          SEEZUNGE VOM KLEINEN BOOT [VENDÉE] PILZE | LAUCH | VIN JEAUNE ist ein Gang zum Reinlegen, vor allen natürlich wegen der Sauce und den wunderbar behandelten, extrem dicken und somit fleischigen Stücken der Seezunge. Durch den Lauch und die Pilze hat das Gericht aber auch eine gute Frische und eine interessante Balance, die deutlich mehr Geschmackstiefe erreicht als die gängige Kombination aus weißem Fisch mit Vin Jeaune-Sauce.
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          LAMM VOM ‚HOFGUT POLTING‘ JAPANISCHE AUBERGINE | PIEMENTOS | BLACK GARLIC umgibt das großartige Lammfleisch mit leicht herben und würzigen Aromen. Bemerkenswert ist der Fond, der durchaus viel Geschmackstiefe hat, aber nicht zu stark konzentriert ist und dem Gericht so eine gewisse Leichtigkeit gibt.
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          ASIAN FALVOURS PANDAN | COCOS | YUZU | GUAVE erfrischt und verbindet die verschiedenen und Texturen. Für mich stechen die kleinen gebackenen Bananen hervor, die nicht nur wegen der Wärme das Temperaturspiel spannender gestalten, sondern auch am stärksten von den dominanten frischen Aromen entfernt stehen.
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          TONKABOHNE BIRNE | BROMBEERE | ROTWEIN ist eine neue Variante des Bausteines. Zum Schluss des Menüs ist mir dies ein Tick zu mächtig-süßlich und der Rotwein macht es für mich zu winter/weihnachtlich.
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          Zum Schluss gibt es noch ein paar Petit Fours…
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          Im Vergleich zu meinem vorherigen Besuch im Mai 2017 hat sich die Küche von Christian Bau aus meiner Sicht weiter fokussiert. Nach der stilistischen Fortentwicklung des Menükonzepts Paris-Tokio und der damit verbundenen Präsenz von leichteren Saucen bzw. Dashi, hat sich Christian Bau offenbar um die Menge verschiedener Aromen insgesamt und Dramaturgie im gesamten Menü gekümmert und wie ich finde ein großartiges Ergebnis erzielt. Obwohl wir ein leicht erweitertes großes Menü hatten, kann ich alle Gänge vollkommen und bis auf den letzten Bissen genießen, ohne unangenehmes Völlegefühl. Sonst hat mich ein Bau-Menü geschafft, jetzt schaffe ich es. Dies hat meines Erachtens mit Gängen wie der Artischocke zu tun, die mit den Bitterstoffen das Gefühl der Sättigung zügeln, oder dem leichteren Langoustine-Gang. Die Saucen erschienen zudem leichter. Der Umami-Aromendruck erscheint mir auch etwas reduziert. Das gefällt mir außerordentlich gut. Vielleicht ist dadurch mancher Gang für sich genommen nicht ganz so ausdrucksstark rund wie in früheren Menüs, das „Mannschaftsspiel“ der einzelnen Gänge im Menü ist dafür merklich verbessert und es ergibt sich noch mehr der Eindruck einer Reise. Mir scheint, dass Christian Baus Küche etwas mehr Ecken und Kanten bekommen hat, ohne ihre Tugenden der Präzision und des Wohlgeschmacks aufzugeben. Es wirkt einfach weiter gereift.

          Zum großen Spaß bei Christian Bau gehört natürlich auch die preislich interessante Weinkaerte, aus der wir uns dieses Mal bedienen:
          Alle Weine können wir sehr gut mit Nina Mann auswählen, die wir zu unseren Grundideen auch noch um gute Alternativvorschläge unterstützen kann, so das seine sehr gelungene Weinbegleitung zusammen kommt (hier von links nach rechts in der Reihenfolge aufgestellt):
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          Die herzliche und ungekünstelte Betreuung von Yildiz Bau ist in ihrer Bodenständigkeit das passende Gegenstück zu der komplexen weltläufigen Küche ihres Mannes. Das rundet das Gesamterlebnis ab.
          Es hat sich also mal wieder gelohnt, die lange Bahnreise nach Nennig zu unternehmen.​​​​​​​
          Zuletzt geändert von QWERTZ; 31.12.2018, 10:36.

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          • Vielen Dank für den tollen Bericht. Wir waren zwar seit einiger Zeit nicht mehr vor Ort, dafür haben wir ihn aber jeweils in den letzten Jahren bei Peter Knogl erlebt. Das waren sogar noch die Steigerungen der tollen Abende bei ihm.

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            • Die Küchen passen ja durchaus auch zusammen...

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              • Christian Baus Gerichte sind fast wie von einem anderen Stern. Das zeigt auch Ihr schöner Bericht wieder, lieber QWERTZ. Vielen Dank!

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