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Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

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  • #91
    Auch auf Ihren Bericht warten wir gespannt, werter Keboli.
    Wünsche viel Vergnügen!:hungry:

    Gruß
    T.

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    • #92
      Ich habe meinen ersten Besuch auf Schloss Berg nun hinter mich gebracht, will aber aufgrund der Vielzahl an bereits vorhandenen Bildern und Berichten über Christian Bau mich nur auf ein kleines Fazit begrenzen. (Warum zieht es denn hier nur keinen ins Bareiss?)
      Schloss Berg war erst mein vierter Besuch in einem 3-Sternerestaurant ( bis jetzt 2x Vendome, 1x Aqua, und jetzt 1x Bau), aber ich kann mir nur schwer vorstellen, wie das Erlebte hier noch getoppt werden soll. Die Carte Blanche hat mich einfach nur umgehauen, genauso wie die Tatsache, dass wirklich jedes Gericht auf dem gleichen unglaublich hohen Niveau war. Des weiteren habe ich mich noch nie so wohl in einem Restaurant gefühlt, was zu gleichen Teilen die Schuld von der überaus herzlichen Frau Bau und dem wunderschönen Ambiente ist. Durch die Gespräche mit ihr zwischen den Gängen, merkt man bei jedem Wort ihre unbändige Leidenschaft für diesen Beruf und den Wunsch jedem Gast ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Bei uns ist es ihr jedenfalls gelungen.

      Herr Bau begegnete mir nach dem Essen als sehr entspannter und ruhiger Zeitgenosse, der anscheinend von allen Lobeshymnen unbeeindruckt seine Linie konsequent weiter verfolgt. Der neue Sommelier Herr Kiowski entpuppte sich als sehr freundlich und kompetent. Ich hatte zwar nie das Vergnügen Frau Jäger kennen zu lernen, bin mir aber sicher, dass er ihre Lücke bald schließen wird.

      Unser Menü wich nur in kleinen Teilen von Tofu’s ab, es folgte jedenfalls ein Highlight das andere. Beginnend bei dem fantastischen Gurkensorbet in der Gazpacho (wer hätte je gedacht, dass Gurke so intensiv schmecken kann?), bis hin zu der nicht zu mächtigen Canache von der Valhronaschokolade mit Ananassorbet. Und auch dazwischen beeindruckt jedes Gericht gleichermaßen in puncto Geschmack, Optik und Produktqualität. Manche Gänge haben uns einfach nur glücklich gemacht, indem sie ein Lächeln auf unser Gesicht zauberten. Das war zum einen der Taschenkrebs, der durch die Verwendung von Wassermelone in verschiedenen Konsistenzen zu einem Gesamtkunstwerk wird (ich bitte an dieser Stelle meine teils abgedroschenen Sätze zu entschuldigen). Ebenso der Steinbutt, im Grunde dank fantastischer Qualität schon alleine Vollkommen, gewinnt in Kombination mit der perfekten Krustentierbearnaise und dem saftigen Muskelfleisch von der Poularde. Nicht zu vergessen der Rehrücken aus der Eifel, hier mit 2x Spitzkohl (Sushirolle & Püree), Blutwurstravioli und Jus von bitterem Kakao und Taggiasca-Oliven. Wahnsinn. Allein die geschmacksdichte, tiefgründige Jus in Kombination mit dem Fleisch ist eine Sensation gewesen. Blutwurst, kleine Pfifferlinge und Spitzkohl ergänzen dies noch auf superbe Weise. Kleine Apfelperlen auf dem Fleisch liefern noch den nötigen Frischeeffekt. Hier ist wirklich alles durchdacht und jedes Element hat einen tieferen Sinn auf den Teller. Dabei ist es immer noch leicht verständlich (im Gegensatz zum Vendome teilweise). Aber auch alle anderen Gänge waren dermaßen gut, dass ich gar nicht weiter ausholen möchte bzw. kann, da mir sonst die Worte ausgehen würden.
      Somit bleibt mir nur die Hoffnung auf baldige Wiederkehr, die Carte Blanche bleibt ja jetzt erst mal bestehen, wie ich erfahren habe.

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      • #93
        Zitat von Keboli Beitrag anzeigen
        Ich habe meinen ersten Besuch auf Schloss Berg nun hinter mich gebracht, will aber aufgrund der Vielzahl an bereits vorhandenen Bildern und Berichten über Christian Bau mich nur auf ein kleines Fazit begrenzen. (Warum zieht es denn hier nur keinen ins Bareiss?)

        Schloss Berg war erst mein vierter Besuch in einem 3-Sternerestaurant ( bis jetzt 2x Vendome, 1x Aqua, und jetzt 1x Bau), aber ich kann mir nur schwer vorstellen, wie das Erlebte hier noch getoppt werden soll. .
        Zwei Bermerkungen zu ihren Ausführungen:

        1)Auch ich gehe gerne zu Bau und finde, er gehört sicherlich zu den besten deutschen Köchen.

        Bau hat sich bewusst in die moderne Richtung bewegt, da er erhebliche Zweifel hegte, dass sich in der Region ein drittes , französisch geprägtes Weltklasserestaurant auf Dauer rentieren wird. Und der Erfolg, zumindest hier im Forum, gibt ihm ja auch Recht.
        2) Vielleicht sollten Sie mal ein eher klassisches *** Restaurant besuchen, dann können Sie sich auch die Frage beantworten, ob Bau wirklich der Beste ist.
        3) Die Frage zu Barreis können wir sicherlich unter den Punkt "ironisch gemeint" abhaken.

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        • #94
          Zitat von wombard Beitrag anzeigen
          2) Vielleicht sollten Sie mal ein eher klassisches *** Restaurant besuchen, dann können Sie sich auch die Frage beantworten, ob Bau wirklich der Beste ist.
          mir ist nicht ganz klar, wieso Keboli nach dem Besuch seines dann vierten ***-Restaurant ein solches Urteil fällen können soll.

          Zitat von wombard Beitrag anzeigen
          3) Die Frage zu Barreis können wir sicherlich unter den Punkt "ironisch gemeint" abhaken.
          Da das Barreis in der Restaurant-Rangliste mit grossem Abstand 0.1 Punkte hinter Bau liegt, kann es ja auch bei weitem nicht so gut sein

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          • #95
            Vielen Dank für den Bericht.
            Bau ist auch auf meiner Wunschliste ganz oben, nur leider sieht es in nächster Zeit nicht so aus als würde ich mal in die Gegend kommen.

            Grüße
            ossobuco

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            • #96
              Die Frage nach dem Bareiss war durchaus Ernst gemeint.
              Ich habe mich schon gewundert, dass im Neuen Forum noch kein Bericht vorliegt. Auf mich strahlt dieses Restaurant einfach nur keine große Anziehungskraft aus, die mich reizen würde, es zu besuchen.

              Das Bau für mich der Beste ist, habe ich übrigens in keiner Zeile geschrieben.
              Nur weil ich mir nach meinen bisherigen Besuchen in ***-Restaurants keine richtige Steigerung mehr vorstellen kann, heißt das nicht, dass es dann so sein muss.

              @Rochenflügel: Über einen aktuellen Bericht von Ihnen über das Bareiss würde ich mich dann sehr freuen!

              Gruß Keboli

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              • #97
                Zitat von Keboli Beitrag anzeigen
                Die Frage nach dem Bareiss war durchaus Ernst gemeint.
                Ich habe mich schon gewundert, dass im Neuen Forum noch kein Bericht vorliegt. Auf mich strahlt dieses Restaurant einfach nur keine große Anziehungskraft aus, die mich reizen würde, es zu besuchen.

                Das Bau für mich der Beste ist, habe ich übrigens in keiner Zeile geschrieben.
                Nur weil ich mir nach meinen bisherigen Besuchen in ***-Restaurants keine richtige Steigerung mehr vorstellen kann, heißt das nicht, dass es dann so sein muss.

                Gruß Keboli
                Ich habe mich auch nur auf ihre bisher besuchten *** Restaurants bezogen.

                Zu Bareiss:

                Es ist wie bei Thieltges, entweder mag man das Gesamtwerk (vorallem Küche aber auch den Rest) oder nicht. Geht mir aber auch so.
                Zuletzt geändert von wombard; 30.08.2010, 17:09. Grund: Satz vergessen

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                • #98
                  Besser spät als nie...
                  ...bereits vor einigen Wochen nahmen wir die "Carte Blanche" zum Anlass, endlich wieder einmal auf Schloss Berg einzukehren.

                  Da unser Menü den hier bereits beschriebenen sehr ähnlich war, nur ganz kurz: Es war ein großartiges Essen mit einer Reihe von Gerichten auf Weltklasse-Niveau. Besonders die Rote-Bete-Foie-Gras-Macarons, der Taschenkrebs mit Wassermelone, der Ginger-Ale-Sud zum Tuna, das Lamm mit Misocreme, die Taube mit Mole-Jus und fast alle Desserts versetzten uns in pure Euphorie...

                  Anders als viele andere konnten uns hingegen die stark japanisch inspirierten Keationen nicht so richtig begeistern. Aber damit scheinen wir ziemlich alleine zu stehen.

                  Details und Fotos finden sich hier.

                  Grüße
                  sf&b.

                  PS: Eines muss man noch betonen: 160,- Euro für acht Gänge auf solchem Niveau sind wirklich ein absolutes Schnäppchen...

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                  • #99
                    Das will ich auch essen
                    und trinken
                    Was haben die Weine dazu gekostet?
                    Gruß s.

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                    • @S.: 85,- Euro. (Wobei wir nicht jeder jeden Wein hatten).

                      gruß
                      b.

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                      • Mein kulinarischer Höhepunkt des Jahres

                        Aus beruflichen Gründen fehlt mir leider immer noch die Zeit für längere Berichte - aber da wir aus Perl ja schon einige ausführliche Berichte hier im Forum haben, reicht vielleicht auch eine Kurzform:

                        Gerne erinnere ich mich an meine ersten Gehversuche in der Sternegastronomie. Ich sass z.B. in München im Tantris mit ähnlicher Begeisterung wie einige jüngere Forumsmitglieder hier dieses Jahr berichtet hatten. Obwohl ich nicht jeden Monat auf ***-Niveau essen gehe, stellt sich inzwischen auch dort ein Gewöhnungseffekt ein; selbst meine Lieblingsköche kochen meine Lieblingszutaten nicht immer so, dass ich davon hellauf begeistert wäre. Nicht, dass sie etwas falsch machen, aber der Vergleich zu früheren Besuchen fällt dann eben manchmal nach dem Motto aus: klare ***, aber das letzte Mal bzw. beim Besuch eines anderen Restaurant hat mir dieses Gericht noch besser geschmeckt.

                        Nachdem ich als Freund der klassischen französischen Küche vor einem Jahr etwas ratlos bei Ducasse in seinem Pariser ***-Restaurant sass, dieses Jahr erneut ein Besuch in einem ***-Restaurant, das hier im Forum in höchsten Tönen gelobt wird. Um es kurz zu machen: es war phantastisch.

                        Wunderbare Einstimmungen auf das Menue, die Überraschungsgänge waren so, dass sie mir jedes mal eine kleine Geschichte erzählten - die stimmig und gut durchdacht war. Gänge, die es mir erlaubt haben, mich ganz in das zu vertiefen, was auf dem Teller lag. Dazu eine gelungene Weinbegleitung mit ausgezeichnetem Preisleistungsverhältnis und ein souveräner Service in angenehmer Atmosphäre. Schön finde ich auch, dass es nach wie vor auf Wunsch einen Käsewagen (beeindruckender Qualität) gibt.

                        Herzlichen Dank an Familie Bau und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für dieses Erlebnis, das für mich der kulinarische Höhepunkt des Jahres war!

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                        • Zitat von Zeitblom Beitrag anzeigen
                          Wunderbare Einstimmungen auf das Menue, die Überraschungsgänge waren so, dass sie mir jedes mal eine kleine Geschichte erzählten
                          Auch wenn Sie nur wenig Zeit haben, werter Zeitblom: Vielleicht reicht diese aber wenigstens für eine dieser kleinen Geschichten? Wäre nett!

                          Gruß Garnelchen

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                          • Zitat von Garnelchen Beitrag anzeigen
                            Vielleicht reicht diese aber wenigstens für eine dieser kleinen Geschichten?
                            Was ich in ***-Restaurants immer wieder erlebe sind spektakuläre neue Teichniken und Effekte. Manche davon beeindrucken mich mehr, andere weniger. Besonders gut gefallen mir oft unspektakulärere Gerichte, in denen handwerkliche Perfektion für mich besonders gut zum Ausdruck kommt. Wenn ich einen längeren Bericht geplant hätte, wertes Garnelchen, hätte ich nach dem Besuch noch genaue Notizen angefertigt. Auf Ihren Wunsch hin deshalb aus dem Gedächtnis das, was mir vom Hauptgang in Erinnerung blieb:

                            Meistens sind es die Vorspeisen, Zwischengerichte und die Fischgänge die mich begeistern, selten die Fleischgänge.

                            Die Kombination eines saftig gebratenen Stück Rindfleischs mit einem stundenlang bei niedrigen Temperaturen geschmorten Stück klingt bei der Lektüre vielleicht nicht besonders aufregend. Aber es schmeckte so. Die Geschichte, die mir dieser Teller erzählte in Worte zu fassen, fällt mir schwer - es war kein reines Nebeneinander wie ich es leider in anderen Sterne-Restaurants schon erlebt hatte. Sicher, die ausgezeichnete Sauce hat ihren Teil zur Geschichte beigetragen, aber es war nur ein Aspekt der Tatache, dass jedes Detail auf dem Teller gut durchdacht war und zum Erfolg des Gangs beitrug.

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                            • Schon wieder ein Bericht über Schloss Berg? Ja, alleine schon, weil ich glücklicher Preisträger des Ranglisten-Gewinnspieles war und den Stiftern ein herzlicher Dank gebührt und ich mindestes über die schönsten Momente und bemerkenswertesten Speisen erzählen möchte.

                              Jeden einzelnen Gang zu loben und das Menü im Ganzen, hieße Eulen nach Athen tragen und allen, die hier regelmäßig schreiben, ist die Kochkunst des Herrn Bau hinlänglich bekannt. Mir ebenso und deshalb möchte ich nur zwei Gerichte erwähnen, die, aus meiner Sicht, die Quintessenz seines immer klarer werdenden Stils darstellten.

                              Zum einen eine Gänseleberroulade, aufgerollt in einem Algenblatt mit marinierten Möhren belegt und als Kern die Gänseleber. Dazu waren diverse Algensorten, Würfelchen vom Matsutakepilz, Chips dieses Pilzes und Gänseleberperlen angelegt. Es war ein sehr faszinierender Geschmack: die Säure der Möhren, die falsch tariert, das ganze Gericht hätte verderben können, gab neben den meeresfrischen Algen eine grandiose Vorstellung. Die natürliche Süße der Leber hätte fast zur vollkommenen Harmonie genügt. Aber ein Stück der Brioche dazu machte das Ganze zu einem wahrhaft himmlischen Gang.

                              Das zweite Beispiel ist ein Steinbuttfilet, welches auf der Karte mit süss (Süßkartoffel als Püreepunkte), salzig (Anchovis als Paste), sauer (salzige Zitrone als Püreepunkte) und scharf (Ingwer als Sud angegossen) annonciert wird. Und viel mehr findet sich, außer Nußstückchen auf dem Fisch, auch nicht auf dem Teller nicht. Auch dieses Gericht steht und fällt mit sehr präzisen Mengenverhältnissen untereinander und wieviel Intensität man den einzelnen Komponenten zubilligt. Ich hatte das Gericht drei Wochen zuvor schon einmal gegessen und fand es so hervorragend, dass ich es auch beim nächsten Besuch nicht verschmähte.

                              Was bleibt noch zu erwähnen?

                              Die Großzügigkeit des Hauses äußert sich auch darin, wirklich nur beste Produkte einzusetzen. Ich erwähne das, weil es auch in der Spitzengastronomie in der Form nicht selbstverständlich ist. Ich würde zum Beispiel schwören, vor einigen Tagen weiße Trüffel verspeist zu haben, die mit Sosa aufgepeppt wurden. Die Trüffel in Perl hätten einer solchen Behandlung nicht bedurft.

                              Der sympathische Service, der uns umhegte und uns einen tollen Mittag bescherte.

                              Der Sommelier, der Frau Jäger nicht ersetzt, was beide auch nicht nötig hätten. Allen, die mit der Jugend eines Weinfachmannes hadern, sei empfohlen, sich Herrn Kiowski beruhigt anzuvertrauen, um eines besseren belehrt zu werden.

                              Noch einmal Danke für einen Gewinn, der zweimal glücklich machte, bei der Verkündung und beim Einlösen. Ich hoffe, alle anderen werden ähnlich froh mit ihrem Preis.

                              PS: Auch wenn der normale Preis entrichtet worden wäre, wäre der Bericht nicht negativer ausgefallen. Und ich will auch viel lieber Genießer als Kritiker sein.

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                              • Werte Cynara,

                                was für ein schöner, nachfühlbarer Gruß aus Perl.

                                Vielen Dank, hoffe auch in nicht zu ferner Zukunft wiedereinzukehren.
                                :cheers:

                                Kommentar

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