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Victors Fine Dining by Christian Bau***, Perl (vorm. Victors Gourmet...)

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  • Tobler
    antwortet
    Das klingt ja nach einer überaus feinzüngig getroffenen Auswahl. Chapeau!

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  • thomashaj
    antwortet
    Lieber Tobler!
    Ja, die Weine haben wir aus dem eigenen Bestand beigesteuert. Champagner geht eigentlich immer. Und ansonsten hat ein Riesling vom Kartäuserhof gute Dienste geleistet und zur Ente dann ein Südfranzose. Die asiatischen Akzente haben sich ja vor allem in den Vorspeisen wiedergefunden. Dafür war der Mosel-Riesling naturgemäß sehr gut. Und das Ozakibeef haben wir bewusst ohne Wein genossen.

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  • Tobler
    antwortet
    Mit der Bau Box habe ich auch schon geliebäugelt... Der Newsletter macht ihn ja bereits regelmäßig schmackhaft. Ihr schöner Bericht ist ein weiterer Motivationsschub, lieber thomashaj!

    In Sachen Wein haben Sie sich dann selbst versorgt!? Dieses Thema ist bei asiatisch geprägten Gerichten ja kein ganz einfaches...

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  • thomashaj
    antwortet
    Christian Baus wöchentliche “Bau Box” gehört vermutlich zu den am heftigsten nachgefragten Angeboten im gehobenen Take Away-Segment. Wann gibt es schon die Möglichkeit, sich Gerichte aus einer Dreisterne-Küche regelmäßig nach Hause zu holen? Nachdem wir das Glück hatten, eine Box der ersten Ausgabe zu ergattern, haben wir jetzt bei Nr. 12 erneut zugeschlagen, zu der wie gewohnt das ausgezeichnete Krustenbrot und ein Stück feinster Bordier-Butter gehört.

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    Die Komponenten
    Brot & Bordier-Butter

    Und wie immer ist auch dieses Menü nichts für Grobmotoriker, sondern erfordert schon einiges an filigraner Detailarbeit. Wie gut, dass es hierfür jede Woche Fotos mit Anrichtevorschlägen gibt, an die ich mich auch gerne halte. Belohnt wird man dafür mit ausgeklügelt fein komponierten Gerichten wie dem Zweierlei vom Thunfisch, einem Tatar, das mit Limonen-Marinade angemacht wird und einem Tataki. Dazu gibt es Radieschen-Kimchi, Rettichröllchen, Sprossen, Furikakechips und Nori-Fäden. Wasabi-Ponzu-Vinaigrette und Daikon-Öl runden das komplexe Ensemble ab. Ein tolles Gericht!
    Aber allzu oft möchte ich mit den äußerst filigranen und hyperleichten, aber dennoch klebrigen Nori-Fäden nicht arbeiten müssen. Einmal mehr bewahrheitet sich, dass die nächste Anschaffung dann doch endlich eine dekotaugliche Pinzette sein muss. Und zwar dringendst! In jedem Fall ist dies ein Gang, der zumindest in Ansätzen klar macht, wieviele präzise Handgriffe vonnöten sind, um einen perfekten Teller zum Gast zu bringen.


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    Tuna Making of

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    2 x Tuna mit Wasabi-Ponzu und Daikon-Öl

    Einfacher in der Anrichtung, aber nicht weniger großartig im Ergebnis, gestaltet sich der Spargel, der mit Hollandaise-Creme und zurückhaltend geräuchertem und nur leicht abgeflämmtem Lachs bedeckt wird. Erneut ist es eine unglaublich köstliche Yuzu-Koshu-Dashi, die diese eher klassische Kombination in eine andere Sphäre hebt.


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    Badischer Spargel mit Hollandaise-Misocrème, Lachs & Yuzu-Koshu

    Dass Christian Bau für allerbeste Produkte steht, ist hinlänglich bekannt. Will man zum Beispiel in den Genuss des einzigartigen Ozaki-Beefs kommen, kann man sich dieses als Extra zum Menü mitbestellen. Das Fleisch ist von unglaublicher Zartheit, das intramuskuläre Fett sorgt für ein schmelzendes Mundgefühl, wie man es selten bei Fleisch erlebt. Dazu braucht es nicht mehr als die unfassbar geschmacksintensive Kojyu-Vinaigrette, die zu meinen absoluten Favoriten gehört. Davon hätte ich zu gern einen permanenten Vorrat im Kühlschrank!


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    Ozakibeef & Kojyu-Vinaigrette

    Entenbrust gehört für mich, obwohl durchaus nicht ungeübt am heimischen Herd, regelmäßig zu den Hochämtern, denen ich mich nur selten stelle. Zu unberechenbar finde ich es, den richtigen Garpunkt zu treffen und trotzdem eine krosse Haut zu produzieren. Christian Bau liefert seine prachtvolle, dick-fleischige Challans-Entenbrust der renommierten Maison Burgaud nicht vorgegart. Hier muss tatsächlich noch der eigene Herd angeworfen werden. Und auch, wenn die Anweisungen recht präzise die Garzeiten vorgeben, muss ich noch etwas nacharbeiten. Aber letztlich ist auch hier das Ergebnis sehr befriedigend, der Geschmack der Ente ausgezeichnet. Palmherzpüree, Karotten, Brokkoli und Spitzkohl in Sushi-Form sorgen für die Gemüse-Begleitung und eine, leider etwas sparsam bemessene, Café-Tamarindenjus für den kongenialen Kontrapunkt.


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    Burgaud-Entenbrust mit „Spitzkohl-Sushi“, Shimeji-Pilzen & Café-Tamarindenjus

    Ein weiteres Extra aus den Supplements, die man zum Menü bestellen kann, ist Käse von Maître Antony, dem Käsepapst aus dem Elsass. Bei Christian Bau bekommt man Jahrgangskäse von Beaufort und Comté in einer außergewöhnlichen Qualität, wie man sie nur selten erhält.


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    Beaufort & Comté Jahrgangshartkäse von Maître Antony

    Das Dessert aus Erdbeeren und Pistazien hätte von mir sicherlich auch den allerletzten Schliff bekommen, wenn ich nicht doch zum Schluss noch die Pistaziencrumble vergessen hätte beim Anrichten. Irgendwas geht mir bei den zahlreichen Schachteln dann doch immer unter. Notiz an mich selbst: Akkurates Mise en Place ist auch zuhause unverzichtbar!
    Aber auch so war dies allerfeinstes Handwerk mit einem Würfel aus mehreren Schichten in einer Schokoladenhülle und Erdbeeren in Variationen.


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    Dessert aus Erdbeeren, Mascarpone & Pistazien & im Detail

    Perfekte Macarons runden ein Menü ab, das in dieser Liga erneut Standards setzt.


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    Macarons

    Am nächsten Tag gönnen wir uns noch die unfassbar zart-schmelzende Gänseleberterrine mit wunderbar klassischem Sauternesgelee und die ausgezeichnete Auswahl an Petits Fours aus der Sweet Box.


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    Gänseleberterrine mit Sauternesgelee

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    Sweet Box


    Auch ohne diese ganzen Extras, die für sich genommen schon für eine perfekte Mahlzeit sorgen würden, setzt Christian Bau ganz eindeutig den Maßstab für Take Away auf höchstem Sterneniveau. Und wir haben da mittlerweile durchaus Vergleichsmöglichkeiten. Aber Christian Bau macht auch beim Take Away keinerlei Kompromisse, was die Produktqualitäten angeht und seine Saucen und Vinaigrettes sind dermaßen von einem anderen Stern, dass alleine das schon jede hohe Bewertung rechtfertigen würde.
    Wir jedenfalls sind dankbar, in diesen Zeiten des scheinbar unendlichen Lockdowns, in den Genuss derartiger Qualität und so wunderbarer Gerichte zu kommen.


    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/victors-fine-...perl-nennig-6/

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    MIr läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn ich von Ihren schwelgerischen Erfahrungen mit der "Bau-Box" lese...

    In der Hoffnung auf bessere (kulinarische) Zeiten habe ich zusammen mit meiner schulinternen "Gourmet-Gang" für Mitte August den "Chefs- und Sommeliers-Table" bei Herrn Bau gebucht, die Sehnsucht ist auch bei uns - auch wenn das Essen erst in knapp einem halben Jahr stattfinden wird - schon jetzt enorm groß...

    Kleine Frage am Rande: Für den Abend vor dem großen Bau-Event hatte ich vor, für uns sechs einen Tisch in der "Domaine la Foret" im luxemburgischen Remich (vom Schloss Berg, wo wir auch wohnen werden, fußläufig entfernt) zu reservieren. Hat jemand der hier mitschreibenden Forumianer schon Erfahrungen mit dieser Adresse mit (laut Homepage) klassisch-französischer Küche gemacht bzw. in ihr gesammelt und kann sie (hoffentlich) empfehlen?

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  • hartmanns
    antwortet
    Vielen Dank für den Bericht.
    Zwei Anmerkungen möchte ich machen: auch in Frankreich sind alle Restaurants zu!
    Der Einzelhandel dagegen ist geöffnet. Und im Gegensatz zu Deutschland, wo jede Menge
    Sternerestaurants bundesweit Boxen verschicken, ist hier in Frankreich noch keiner auf
    diese grandiose Idee gekommen. Leider....ihr habt es eigentlich also noch ganz gut.

    Dann zur Bordier Butter. Sie finden auf jedem halbwegs guten Markt in der Bretagne bzw. in ganz Frankreich viel bessere handgemachte Rohmlichbutter. Und wenn Sie die einmal gegessen haben, werden Sie merken...oh lala..diese Bordier Butter ist eigentlich gar nicht mal so gut...weil nämlich nicht aus Rohmilch.

    Grüsse aus Lothringen.

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  • thomashaj
    antwortet
    Wenn es im vergangenen Jahr einen fest geplanten und gebuchten Restaurantbesuch gab, der dem Lockdown zum Opfer fiel und um den es mir wirklich leid tat, dann war es mit Sicherheit der bei Christian Bau. Wer meine Berichte verfolgt, weiß, wie sehr ich seine Küche liebe und wie sehr jeder Besuch zu meinen jährlichen Highlights gehört.

    Als aufgeklärter und verantwortungsvoller Bürger ist man ja bereit, alle Einschränkungen mitzutragen, die die Pandemie nun mal so mit sich bringt und sicherlich will ich auch nicht mit Politikern tauschen, die in dieser Situation Entscheidungen von enormer Tragweite treffen müssen, wie es sie vorher nie gab. Aber mittlerweile fühlt sich der zweite Lockdown unendlich an und Perspektiven für eine Öffnung rücken in immer weitere Ferne. Alles scheint mittlerweile Priorität zu haben: Schulen, Kitas, Friseure, auch für den Einzelhandel gibt es zumindest einen möglichen Öffnungstermin – aber für Restaurants und Hotels? Die finden nicht mal Erwähnung, ebenso wenig wie der Kulturbereich.
    Nachdem ewig das Mantra des Inzidenzwertes von 50 herunter gebetet wurde, geht es nun um einen Wert von 35, aber nicht mal der scheint für die Gastronomie ausreichend, um ihr eine Perspektive anbieten zu können. Für mich sagt das einiges darüber aus, welchen Stellenwert diese Branche in der Politik hat. Vielleicht fehlt es aber auch nur an der richtigen Lobby. Es ist schlichtweg deprimierend und traurig.

    Wie mag es sich also für einen leidenschaftlichen Koch, Handwerker und Gastgeber wie Christian Bau anfühlen, zur Tatenlosigkeit verdammt zu sein? Vermutlich ebenso deprimierend und traurig. Aber Christian Bau ist keiner, der sich in sein Schicksal ergibt und so hat auch er sich Gedanken gemacht, wie er die Bau-Küche zu den Gästen bringen kann, wenn sie nicht zu ihm kommen können.

    „Bau in the Box“ ist das Konzept betitelt, das seit dieser Woche bundesweit bestellt werden kann. Schon die bloße Ankündigung hat die Fans in schiere Begeisterung versetzt und so wurde aus der zunächst auf 75 Boxen limitierten Auflage zügig auf 125 Boxen aufgestockt und auch die waren schnell ausverkauft.

    Es wäre gelogen, wenn auch ich nicht zu den Ersten gehören wollte, dieses Angebot auszutesten und da ich Urlaub hatte, war auch die Abholung vor Ort die Option der Wahl, denn wenn man eh schon nichts unternehmen kann, ist zumindest so ein Kurztrip mit zeitlich überschaubarem Rahmen eine gelungene Abwechslung.
    So stehen wir bei wunderbarstem Winterwetter pünktlich am frühen Nachmittag an der Tür zum Restaurant, in dem wir lieber ein paar Stunden verbringen würden. Heute allerdings geht es nur darum, einen Karton abzuholen und Nina Mann freut sich, dass wir den Weg nur dafür auf uns genommen haben.


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    Schloss Berg

    Die Box mit 4 Gängen, Brot, Butter und Macarons kostet 195 Euro für 2 Personen. Optional können Extras dazu bestellt werden, darunter auch die von uns gewählte Gänseleberterrine mit Sauternesgelee und Brioche, diverse Vinaigrettes und eine Sweet Box mit einer üppigen Petits Fours-Auswahl. Auch N25-Kaviar, Trüffel, Käse von Bernard Antony sowie Weine aus der Schatzkammer von Nina Mann sind bestellbar.


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    Die Bau-Box

    Wer die Komplexität und den Detailreichtum von Christian Baus Gerichten kennt, wird nicht überrascht sein, dass auch bei diesem Menü zahlreiche Komponenten vorbereitet sind. Eine detaillierte Anleitung über die einzelnen Schritte zum Finalisieren liegt bei und online gibt es auch Bilder mit Anrichtevorschlägen.


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    Die Komponenten

    Wir starten in unseren Bau-Abend mit der Gänseleberterrine, die im Bügelglas kommt. Die Menge, auch des Sauternesgelees und der Brioche ist so bemessen, dass wir nur die Hälfte verwenden. Die Brioche braten wir leicht in Butter an, das Gelee hacken wir fein. Und ebenso schmeckt die Foie Gras natürlich auch. Der zarte Schmelz ist unvergleichlich, das Sauternesgelee wunderbar klassisch und die Brioche angenehm buttrig.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_18b5.jpeg Ansichten: 33 Größe: 2,76 MB ID: 67842
    Gänseleberterrine mit Sauternesgelee, Brioche

    Währenddessen backt das Krustenbrot fertig, das zusammen mit Baus bevorzugter – und vermutlich tatsächlich bester bretonischer – Butter von Jean-Yves Bordier kommt.


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    Krustenbrot & Bordier-Salzbutter

    Für die Vorspeise wird Hamachi mit einer per se schon unglaublich köstlichen Marinade einige Minuten vermengt. Währenddessen werden diverse eingelegte Rettiche, Avocado-Creme, Kimizu und Hijiki- und Passepierre-Algen arrangiert. Dazu kommen die Scheiben von der Gelbflossenmakrele, wenn dazu bestellt der Kaviar und anschließend wird der Jalapeño-Sud angegossen.
    Im Restaurant würde die Straße aus mindestens doppelt so vielen Komponenten bestehen, aber auch hier kommt das Ergebnis, nicht nur optisch, dem schon sehr nahe, was man geschmacklich bei Christian Bau erwarten darf. Der Fisch ist von großartiger Qualität, der Jalapeño-Sud zum Niederknien lecker und die diversen Cremes und Rettiche sorgen für Fülligkeit und Textur.
    Wir haben ja über die vielen Monate hinweg viele Take Away-Menüs gehabt, aber dies ist für mich mit Abstand die beste Vorspeise.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_18ba.jpeg Ansichten: 32 Größe: 2,56 MB ID: 67841
    Gelbflossenmakrele mit gepickelten Radieschen, Avocado & Jalapeñosud

    Für die Suppe sind nicht viele Handgriffe zu erledigen. Die Krustentiersuppe wird aufgekocht, mit Butter aufgemixt und anschließend die Einlage aus Mini-Ravioli, Garnelen und Tomaten darin kurz gegart. In den vorgewärmten Teller werden feine Fenchelwürfel und Estragon gegeben und die Suppe anschließend angegossen.
    Schon die Einlagen sind aller Ehren wert und wunderbar geschmackvoll, aber die Krustentierschaumsuppe selbst von so herausragendem, intensivem Geschmack, dass es kaum mehr bräuchte. Ganz fabelhaft!


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    Krustentier-Rahmsuppe mit Champagner, Estragon & Ravioli

    2005 kürte „Der Feinschmecker“ Christian Bau zum Koch des Jahres. Aus dem Menü, dass er für die seinerzeitige Ausgabe kreierte, stammt auch der heutige Hauptgang. Damit befinden wir uns also auf der klassischen und traditionell französisch inspirierten Linie, die im weiteren Verlauf seiner Karriere immer mehr von den Einflüssen der japanischen Küche abgelöst wurde. Aber was damals gut war, ist ja deswegen heute nicht schlechter und zumindest für ein vorbereitetes Take Away-Menü gut reproduzierbar.
    Das Schmorstück von der Rinderschulter sowie das Selleriepüree werden im Wasserbad erhitzt, die Gemüse in etwas Butter im Topf leicht ansautiert und mit Salz und Zucker abgeschmeckt. Die Filetmedaillons indes müssen noch selbst gebraten werden.
    Das Ergebnis auf dem Teller ist allerbeste traditionelle Küche mit einem butterzart geschmorten Stück, seidigem Püree und einer kräftigen Sauce, die mit etwas Butter aufmontiert wird.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_18bc.jpeg Ansichten: 32 Größe: 2,29 MB ID: 67838
    Rinderschulter 60 Stunden sanft gegart & Filet mit Selleriepüree &
    Rotweinschmorsauce


    Beim Anrichten der Teller halte ich mich, so gut es geht, an die Vorschläge. Lediglich beim Dessert wird es schwierig, denn nachdem ich Yuzu-Cheesecake-Crème, Exotic-Gel, das Früchteragout und die diversen Dekoelemente, inklusive einer hübschen, aber fragilen Hippe, die trotz sorgsamster Verpackung den Transport nicht unbeschadet überstanden hat, auf dem Teller platziert habe, halte ich einen Beutel mit Mango-Passionsfruchtsauce in der Hand. Aber wo findet sich die auf dem Bild? Und sind da nicht noch Tupfen in eben jener Farbe? Egal – mutig will ich die Sauce aus dem Beutel heraus direkt auf den Teller geben und das ist ein Fehler. Ein blöder Fehler, denn durch die Passionsfruchtkerne, die sich an der Öffnung sammeln, staut sich der Fluss und landet dann mit schwungvollem Flatsch recht unelegant auf dem vorher sorgsam angerichteten Teller. Ich hätte ja auch von alleine darauf kommen können, die Sauce vielleicht vorher einfach umzufüllen und dann mit einem Löffel sauber zu dosieren. Aber nachher weiß man es eh besser und ist nicht gerade dieses „Lass mich, ich kann das! Oh – kaputt…“ etwas typisch Männliches?
    Zum Glück verunstalte ich nur einen Teller und den auch nicht völlig, aber gemessen am eigenen Anspruch eben doch schon etwas ärgerlich.
    Am Geschmack allerdings kann auch dieses Missgeschick nichts kaputt machen. Denn das Dessert überzeugt mit exotisch, säuerlicher Frische, einer wunderbaren Cheesecake-Crème und schönem Knusper durch Butterbrösel, Mini-Baisers, getrockneten Sponge und die Hippe. Und mit dem zweiten Teller bin ich dann doch noch ganz zufrieden.
    Von Creme, Gel, Ragout und Sauce ist noch gut übrig, so dass es uns am nächsten Tag für ein kleines Dessert dienen wird.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fullsizeoutput_18bd.jpeg Ansichten: 32 Größe: 2,36 MB ID: 67839
    Yuzu - Cheesecake - Crème mit exotischen Früchten &
    Passionsfrucht-Mango-Sauce


    Außerordentlich gut gesättigt lehnen wir uns hochzufrieden zurück. Die beiden ausgezeichneten Macarons finden noch irgendwie ihren Weg, aber dann streichen wir die Segel.


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    Macarons

    Die zusätzlich bestellte Sweet Box muss warten. Das ist heute räumlich unmöglich, aber auch hier ist die Aussicht auf eine fabelhafte Kaffeebegleitung mehr als tröstlich.


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    Sweet Box

    Als wir auf Schloss Berg unsere Box in Empfang nehmen, sehen wir, wie eifrig im Restaurant noch weitere Pakete gepackt werden. Es ist uns klar, dass in einem solchen Angebot viel Arbeit und logistische Planung steckt, zumal wenn man die Box bundesweit verschickt. Ob sich das finanziell überhaupt lohnt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber es ist schön, die Küche wieder in Aktion zu sehen und den Gästen zumindest etwas vom Bau-Erlebnis auf den heimischen Teller zu bringen, wenngleich das Ergebnis, verglichen mit dem Menü vor Ort, natürlich nur Annäherungswerte liefern kann. Aber es war trotzdem toll mit besonderen Highlights beim Hamachi und der Krustentiersuppe.

    In jedem Fall hat es die Sehnsucht erhöht, hoffentlich bald wieder im Restaurant selbst Platz nehmen zu können. Aber die Sehnsucht war auch schon da, als wir uns dem Schloss näherten. Von daher war eigentlich alles wie immer…



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/victors-fine-...perl-nennig-5/
    Zuletzt geändert von thomashaj; 13.02.2021, 20:57.

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  • merlan
    antwortet
    Um es genauer zu sagen, werter knurrhahn, der Beitrag war im FAZ-Magazin vom November 2020. Auf alle Fälle aber lesenswert.

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  • knurrhahn
    antwortet
    für interessierte ein kleiner Hinweis auf einen sensationellen Artikel von Jakop Strobel Y Serra in der FAZ vom 12.12.2020 ,über Christian Bau "Chef im Glück " mit Bildern von Wonge Bergmann.

    viel Spaß

    KG Knurrhahn

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  • wombard
    antwortet
    Um nicht Alles von thomashaj zu wiederholen , hier die 2 Änderungen des aktuellen Paris-Tokio Menues

    Steinbutt, Kalb , Sellerie und Trüffel

    sehr gut, die Steinbutt Tranche von herausragender Qualität

    Comté von Antony in 3 Jahrgängen

    jeweils sehr überschaubare 2 Dreiecke, allerdings vollkommen ausreichend. Wann hat man schon einmal 3 Jahrgangskäse auf dem Teller und kann sie nacheinander probieren? Klasse

    Wir waren begeistert und können uns der Lobeshymne nur anschliessen. Wenn man einen Gang hervorheben will, dann die Coquille Saint Jacques. Das war genial, besser gehts nicht.

    Der Service wurde von Frau Mann geleitet, die Weinbegleitung von ihr, wie immer Spitzenklasse. Sehr gute Idee, das man sich nur auf 4 Weine (glaube ich) konzentriert und lieber nachschenkt. Hat zumindest bei mir den Vorteil gehabt, nicht zuviel durcheinander trinken zu müssen.

    Fazit: es war ein tolles Wochenende mit Besuch bei zwei der besten Restaurants Deutschlands bzw. Europas, die unterschiedlicher nicht sein können. Hier die Kombination herausragende japanische Komponente gepaart mit französischen Küche und im Sonnora , nach wie vor, einer der besten französischen Küchen ausserhalb Frankreichs. (Bericht folgt noch)



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  • schnecke
    antwortet
    Das finde ich überfällig, es wäre gut wenn das mehr Restaurants machen würden. Wobei warum nur am Wochenende, ist der Fisch am Mittwoch nicht so nachhaltig ?

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  • QWERTZ
    antwortet
    Reservierungen bei Christian Bau künftig gegen Vorkasse
    Am Wochenende gibt es Plätze im Victor's Fine Dining by Christian Bau gegen eine Vorauszahlung von 200 Euro

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  • QWERTZ
    antwortet
    Kurze Anmerkung zum Thema Kochbuch: Ich finde es sehr gut, wenn in den Büchern solcher Köche die Originalrezepte stehen, so kann man sie lesen und überlegen, welche Elemente und Vereinfachungen man für die heimische Küche zubereiten kann. Aus dem Bau.Stil-Kochbuch habe ich schon das ein odere andere Teilrezept ausprobiert und ich finde, der Hauch Bau.Stil war durchaus schmeckbar - mehr ist für einen Hobbykoch, der ja auch zudem meist allein werkeln muss natürlich nicht möglich.
    Ansonsten danke für diesen wunderbaren Bericht.

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  • thomashaj
    antwortet
    Christian Bau hat hier das "Paris-Tokio"-Menü um einige Upgrades erweitert (z.B. Japanese Raw Bar oder ein Gericht von der Klassiker-Karte). Normalerweise kann man sich das so selbst zusammenstellen gegen den entsprechenden Aufpreis. Wir lassen Christian Bau mittlerweile einfach machen und lassen uns dann überraschen, was genau und wie viele Gänge es letztlich werden. Da er uns dieses Mal offensichtlich nicht den regulären Preis berechnet hat, kann ich nur auf die online einsehbare Menükarte und die Preise verweisen.

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  • wombard
    antwortet
    vielen Dank für den ausführlichen Bericht, der die Lust auf unseren Besuch im nächsten Monat nur bestätigt.

    Eine Frage zum Menü. Gibts dieses Surprise Menü täglich und was kostet es?

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