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Restaurant Barrique */16 GM - Blieskastel

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  • Restaurant Barrique */16 GM - Blieskastel

    Nachdem ich bereits seit einigen Jahren fast täglich das Forum hier besuche und mir stets beim Lesen der Berichte und Ansehen der Bilder im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Munde zusammenläuft, möchte ich nun auch einmal etwas zum Forum hier beitragen.

    So sind wir vor einigen Tagen im Restaurant Barrique in Blieskastel gewesen. Neben den allseits bekannten 3 Sterne Köchen Erfort und Bau gibt es im Saarland seit November letzten Jahres einen weiteren Sternekoch, Cliff Hämmerle, der schon seit vielen Jahren im Saarland auf hohem Niveau kocht und jetzt endlich dafür vom Michelin mit einem begehrten Stern belohnt wurde. Grund genug dem Restaurant endlich mal einen Besuch abzustatten.

    Jetzt aber genug dem Vorgeplänkel und zum Wesentlichen des Berichts, dem Essen. Zur Auswahl stehen hier mehrere Menüs, a la carte wird nicht angeboten, was aber hier nicht wirklich stört, da man sich das eigene Menü aus mehreren Wahlmöglichkeiten selbst zusammenstellen kann. Ich entschied mich für das Menü Barrique ohne Fischgang. Eingeleitet wurde das Menü zunächst von mehreren kleinen Leckereien zum Aperitif.

    Zuerst gab es ein Rindertatar mit Pommery-Senf-Eis, das Rindertartar sehr fein mit einer kleinen Kugel Eis mit feinen Senfaromen. Im Anschluss folgten ein Basilikum-Macaron mit Büffelmozzarella sowie ein Mini-Flammkuchen. Beides sehr gut gewürzt und äußerst schmackhaft.

    Als erstes Amuse Bouche gab es eine Auster im eigenen Meerwasser mit einer Art Zitrusschaum. Für mich war es meine erste Auster, bestimmt von guter Qualität und in Kombination mit dem säuerlichen Schaum gar nicht mal so schlecht, aber meine Leibspeise werden Austern wohl trotzdem nicht.

    Als zweiter Gruß folgte ein Kartoffelwürfel mit Blutwurst, Wachtelei und Spinat. Die Blutwurst im inneren des Kartoffelwürfels harmonierte durch ihre Würze perfekt mit der Kartoffel, die noch etwas Biss hatte. Das Wachtelei und der Spinat rundeten das Gesamtspiel bestens ab.

    Schließlich gab es dann noch einen dritten Gruß. Eine Triologie aus Rinderbrühe mit Markklößchen, Bachsaibling mit Graupen und Meerrettich sowie Sushi mit Flusskrebs. Alle drei Teile waren sehr schmackhaft und bildeten den Abschluss eines köstlichen Menüauftakts.

    Als erster eigentlicher Gang wurde dann die Gänseleber mit Erfweiler Ziegenfrischkäse und Aromen von Grünem Apfel serviert. Einmal als Gateau bestehend aus mehreren Schichten der genannten Komponenten, in Zusammenspiel mit den säuerlichen Noten des Apfels eine perfekte Kombination. Zum anderen in einem Glas als Apfelragout unten, dann Würfel von der Gänsestopfleber in der Mitte und oben wohl eine Art geschäumte Milch. Geschmacklich sehr gelungen. Dazu wurde eine Scheibe leicht geröstete Brioche gereicht.

    Gefolgt wurde dieser Gang von Langustine mit Zuckerschoten, Grapefruit und rotem Curry. Die Langustine gut gegart unter einer dünnen Bröselkruste, der Currysud äußerst würzig mit klein geschnittenen Zuckerschoten, die Grapefuit nicht zu säuerlich, aber ich hätte sie hier auch nicht vermisst.

    Als kleiner Zwischengang folgte dann Erbsen mit wildem Schwein und Perigord Trüffel. Ein butterzartes Ragout vom Schwein in Kombination mit dem Erbsenschaum darüber perfekt. Der Perigord Trüffel mit seinem intensiven Geschmack rundete das Gericht harmonisch ab.

    Zum Hauptgang entschied ich mich dann für die Elsässer Taubenbrust mit Sellerie und eingelegter Ananas. Zwei sehr gut rosa gebratene und zarte Stücke von der Taubenbrust und die Keule wurden zusammen mit einem sehr feinen Klecks Selleriepüree, etwas Rahmwirsing, der noch etwas Biss hatte, sowie kleinen marinierten Ananaswürfeln gereicht. Darüber wurde dann am Tisch noch etwas Portweinjus gegossen. Für mich war dieser Gang das Highlight des Menüs, wenn es für mich auch essenstechnisch der erste Kontakt mit einer Taube war und der Geschmack mich wirklich zu begeistern wusste.

    Das im Anschluss folgende Pre-Dessert nannte sich Rostiger Ritter mit Salzkaramell und Birne. Eine Kugel Eis vom “Rostigen Ritter“ in der Mitte des Tellers wurde dann am Tisch mit kaltem Birnensud aufgegossen. Dazu gab es einen Tupfer Creme Brulee, Würfel vom Salzkaramell, die äußerst intensiv im Geschmack waren und Brösel zum Darüber streuen.

    Das Hauptdessert “Riegel von grünem Tee und Valrhona-Pralinen-Schokolade mit Mango und Limonentee-Ingwer-Eis“ wusste durch seine Einzelkomponenten zu überzeugen. Der Riegel war sehr fein, aber wurde durch den intensiven Schokoladengeschmack dominiert, hier kam der grüne Tee wenig zur Geltung. Beim Eis stand die Limone im Vordergrund, das Mangoragout war so köstlich, dass ich sogar die Mango mochte, von der ich sonst kein wirklicher Fan bin. Als Zugabe gab es dann noch einen flüssigen Schokoladenkuchen im Gläschen, dessen Geschmack sehr intensiv und lecker war.

    Das krönende Finale bestand dann noch aus einer Vielzahl kleiner Köstlichkeiten. Eine Praline mit Basilikumsorbet im Glas sowie eine Praline mit Mousse au Chocolat, Ministücke vom Käsekuchen und eine Art Nusskuchen sowie einen Lolli innen mit Banane, außen mit Schokolade und Streuseln überzogen, die noch lange Zeit danach im Mund prickelnden, ein wirklich interessanter Showeffekt.

    Mein Fazit ist, dass sich Cliff Hämmerle seinen Stern mehr als verdient hat. Der ganze Abend war ein beeindruckendes Gesamterlebnis mit einem bodenständigen und sympathischen Koch, der am Tisch sein Empfehlungsmenü persönlich vorstellte, sich auf einen kleinen Plausch einließ und sogar ein Teil der Amuse selbst servierte, einem lockeren stets präsenten Service, der nie in irgendeiner Weise steif wirkte und einem Menü, das in allen Punkten stets durchdacht war und stark von regionalen Erzeugnissen geprägt war. Für einen Menüpreis von 60 Euro und sehr fairen Preisen für die Weinbegleitung sucht die deutsche Sternewelt ein vergleichbares Angebot, wie es hier geboten wird. Deshalb lohnt sich der Weg immer hierher, wenn man auch teilweise 1-2 Monate auf einen freien Tisch im kleinen, nur 4 Tische umfassenden, Restaurant warten muss.

  • #2
    Zitat von Gourmetto Beitrag anzeigen
    Nachdem ich bereits seit einigen Jahren fast täglich das Forum hier besuche und mir stets beim Lesen der Berichte und Ansehen der Bilder im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Munde zusammenläuft, möchte ich nun auch einmal etwas zum Forum hier beitragen.
    Lobenswert Willkommen im Forum und besten Dank für Ihren ausführlichen und schönen Bericht - gerne in Zukunft mehr davon! Das beschriebene Menü hört sich lecker (auch klassisch) an und der günstige Preis lässt aufhorchen.

    Grüße, Mohnkalb

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    • #3
      Vielen Dank für die nette Begrüßung. Ich werde mich bemühen hier in Zukunft noch weiteres zum Forum beitragen zu können.

      Ja, klassisch war das Menü, aber das hatte auch seine Reize. Ich habe hierzu auch noch Bilder, die ich versuchen werde die Tage hier mal hochzuladen, wenn ich sie entsprechend in der Größe komprimieren kann.

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      • #4
        Zitat von Gourmetto Beitrag anzeigen
        Nachdem ich bereits seit einigen Jahren fast täglich das Forum hier besuche und mir stets beim Lesen der Berichte und Ansehen der Bilder im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Munde zusammenläuft, möchte ich nun auch einmal etwas zum Forum hier beitragen.
        Besser spät als nie.

        Auch von meiner Seite herzlich willkommen, Gourmetto.

        M.

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        • #5
          Herzlich Willkommen!

          Danke für den Bericht über ein Restaurant, das sehr interessant klingt.


          Gruß!

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          • #6
            Werter Gourmetto,

            herzlich Willkommen. Danke für den sehr ausführlichen Bericht, hier kann man sich ein gutes (Kopf-)Bild vom Menue machen.

            :cheers:

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