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Restaurant Le Noir - **/16 GM - Saarbrücken

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  • #16
    „unkompliziert, leger, bezahlbar und hemmschwellenfrei sind die Parameter der Neuzeit“

    Aha, vielen Dank. Ich hoffe, diese Neuzeit verflüchtigt sich bald wieder... Restaurants, die diesen Kriterien genügen, gibt es ja wie Sand am Meer. Für uns Gourmets ist aber doch entscheidend, dass die Qualität stimmt! Und die kostet im Zweifel eben auch etwas.

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    • #17
      Seit wann kann man "Sterne zurückgeben"? Le Noir ist geschlossen, Jens Jakob ist geöffnet. Und möge nur ja kein Michelin-Tester auf die Idee kommen, einen Stern zu vergeben, lässt sich ggfs. schwer verhindern..

      Aber ist schade, doch letztlich muss ein Restaurant Geld verdienen, und vielleicht war die Nachfrage in Saarbrücken nicht gross genug.

      „unkompliziert, leger, bezahlbar und hemmschwellenfrei sind die Parameter der Neuzeit“ - ja was für ein Marketing-Speak. Spielt mit den Vorurteilen vieler, dass Sternerestaurants schrecklich kompliziert sind, nur im schon zu engen und nach Mottenkugeln duftenden Konfirmationsanzug besucht werden dürfen, unglaublich teuer sein müssen man zunächst über hohe Schwellen klettern muss, um in die Altzeit/Steinzeit zu gelangen.

      Dabei geht unkompliziert bla bla und sogar günstig auch sehr gut mit zwei Sternen, z.B. im Beluga in Maastricht.

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      • #18
        Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
        Seit wann kann man "Sterne zurückgeben"?
        ... vielleicht war die Nachfrage in Saarbrücken nicht gross genug.
        „unkompliziert, leger, bezahlbar und hemmschwellenfrei sind die Parameter der Neuzeit“ -.
        vs.
        Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
        Da ist zum Beispiel
        - ein Lokal, das mir die Auswahl der Speisen enorm einengt, indem es zum Beispiel nur Pizze bäckt; meiner Bitte um ein Wiener Schnitzel kommt man hier nicht nach
        - ein Lokal, das sich auf Wein spezialisiert hat; hier bekomme ich kein Bier ... und wie ich mir die Weine aufzählen lasse und es fällt das Wort Affentaler, frage ich erstaunt, wie, ihr habt den Käse in der Flache drin?
        - ein Lokal, das -frech- das Nichtvorhandensein einer Speisekarte als weiße Karte bezeichnet; ich soll also, quasi blind, irgendetwas essen, von dem der Koch meint, daß ich es essen soll
        - ein Lokal, wo ich überhaupt nicht reservieren kann, ich komme also, finde Platz, Hurra, oder muß womöglich warten, bis was frei wird, schlimmstenfalls sogar noch in der zweiten Generation
        - ein Lokal, das mein Plastik nicht akzeptiert, ich muß also mit dicken Geldpaketen erscheinen
        - ein Lokal, das um 17 Uhr 30 öffnet, wo es aber heißt: last order 18 Uhr
        Und nun gibt es schließlich noch Restaurants, die genau in der Art, wie sie sein wollen, nur existieren können, wenn es ihnen gelingt...
        Gruß
        s.
        Bei uns werden aktuell gesetzliche Vorschriften für gästeseitige Restriktionen missbraucht und die Frage aller Frage ist, warum kann man nicht einfach ein Resto eröffnen, welches genau so ist und genau so auch wirtschaftlich funktionieren kann, wie geschmackvolle Gäste es wollen. Ganz genau das ist unsere Zielvorstellung.

        Ich habe in diesem Kontext irgendwann Mal eine Forenbezogene PM geschrieben, hier einige Auszüge.
        Eigentlich steht die Finanzierung mehr oder weniger, damit aber alles ein bisschen lässiger über die Bühne geht, böte sich die Möglichkeit eines Gourmet-fundraisings. :-))

        Herr Merlan bucht eine sich bei Ankunft auf dem Tisch befindliche Aperokarte... 5000€

        Tischwäsche weiß und handgepflückt versteht sich... hoppala noch mal 5.

        Soriso hätte gern 5 Jahrgänge La Stoppa in der Karte, lassen sie mich überlegen... 5000€

        Der Champagnerwagen mit den halben Flaschen für Küchenreise... geritzt (nein es war nicht Küchenreise aber die Idee ist wunderbar)

        Essen: "sehr lecker", danke Herr 3 D.

        Regional und wenn möglich bio... Schnecke wie nett von Ihnen und ja die 5 für den Käsewagen, danke dafür.

        Alle Tische am Fenster, die eine Hälfte in Kaminnähe, die andere vis a vis einer offenen Küche, nie wieder Katzentische... Noch mal 5 für alle.

        Für Herrn Fragolini sollen es handwerklich produzierte Qualitätstische, sowie ergonomisch getischlerte Stühle sein, das wird etwas teuer aber ding dong passt.

        Vielleicht noch einen Parkgarten mit altem Baumbestand in Südwestausrichtung, um sich nach dem Essen und auf einer Chaiselongue etwas den Bauch streicheln zu können, bis einen der perfekte Siebträgercaffe- danke Herr Spherico, ausreichend wiederbelebt hat, um Auto fahren zu können? Wer hat noch nicht?

        Ach und du... dir würde ich denke ich die Weinkarte incl. fairer Kalkulation verkaufen...
        quo vadis...

        Passepartout
        Zuletzt geändert von passepartout; 10.03.2016, 00:09.

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        • #19
          Mir persönlich wäre jeder Zuwachs an Restaurants mit den von Herrn Jacob angestrebten Attributen recht. Wie die Abgrenzung zum s'Olivo aussehen soll, bleibt jedenfalls interessant.

          Ich bin manchmal irritiert, dass so viele Gastronomen sich selbst einengen, sobald der erste Stern vergeben wird und eine Art Wettrüsten beginnen, das sich dann natürlich auch in den Preisen und im Erwartungsdruck niederschlagen muss.

          In Saarlouis wird in Kürze ein Restaurant eröffnen, das die Sternenlücke füllen will. Und damit der Kreis sich noch besser schließt: Chef wird Martin Stopp sein, der dies auch lange Zeit im Le Noir war und Restaurantleiter Herr Kononjuk, auch von dort.

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          • #20
            Zitat von cynara Beitrag anzeigen
            Ich bin manchmal irritiert, dass so viele Gastronomen sich selbst einengen, sobald der erste Stern vergeben wird und eine Art Wettrüsten beginnen, das sich dann natürlich auch in den Preisen und im Erwartungsdruck niederschlagen muss.
            Ich bin nicht in der Köcheszene drin, könnte mir aber vorstellen, dass der Zyklus in etwa wie folgt verläuft:

            1. Restaurant mit Ambitionen eröffnen
            2. Die Gäste nehmen es an, es gibt positive Resonanz in der lokalen, regionalen und vielleicht sogar überregionalen Presse
            3. Irgendwann gibt es einen Michelin-Stern oder sogar zwei
            4. Jetzt kommt der kritische Punkt: es wäre eine Schmach, wenn der Michelin-Stern wieder weggenommen würde. Den Steinbutt, die Foie Gras und die Mieral-Taube von der Karte nehmen und durch Kabeljau, Chicoree und eine günstigere Taube ersetzen und den Menüpreis um 25% senken? Den Käsewagen weglassen? Die alten Bordeaux und Burgunder aus dem Weinkeller verauktionieren und die Weinkarte um die Hälfte eindampfen? Was wird das für Auswirkungen auf die Michelin-Bewertung haben und was würde passieren, wenn der Stern weg ist? Wie viele Gäste brechen einem dann weg? Ich glaube, dass viele Restaurants bei diesen Überlegungen dann lieber die Flucht nach vorne antreten und versuchen, ein neues Konzept so gut wie möglich zu verkaufen.

            Und seien wir doch mal ehrlich: wer ist schon so blöd und präsentiert eine Neuausrichtung des Restaurants mit negativ klingenden Begriffen wie "ökonomischer arbeiten" oder "rationalisieren"? Dass versucht wird, ein etwas offeneres Konzept so positiv wie möglich zu präsentieren, ist doch verständlich.

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            • #21
              Also ich war 2014 dort. Wenn ich etwas zu sagen hätte, müsste er die Sterne nicht freiwillig abgeben.

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              • #22
                Prolog
                Mit der Art und Weise, wie ich von M.passepartout zitiert werde, bin ich nicht einverstanden. Da werden Passagen willkürlich fettgedruckt, ohne weitere Kennzeichnung fallen Sätze heraus, die meiner Einlassung den eigentlichen Sinn geben. Denn nach der von ppt zitierten Aufzählung von Lokalen, die mit gewissen Einschränkungen arbeiten, heißt es bei mir:

                "Zu jedem Lokal aus dieser Liste könnte ich mehrere Beispiele nennen; und es handelt sich dabei um wunderbare Wirtshäuser."

                M.ppt zeigt sich hier also als nicht zitierfähig. ( mit dem Mißbrauch dieses Wortes, den man selbst in seriösen germanistischen Zirkeln findet, will ich übrigens nichts zu tun haben)

                Nekrolog
                Für das Le Noir war es sicherlich nicht ganz einfach zu bestehen. Wenn man schon eine Reise, oder einen Umweg, macht, um in einem Spitzenlokal einzukehren, weshalb sollte man dann in ein und demselben Ort und in ein und der selben Straße zum Schmidle gehen, wenn's einem der Schmid zu quasi identischem Preis besorgt? (schwäbisches Sprichwort)
                Wie Herr rocco bin ich der Meinung, man sollte den Küchenmeistern im Falle einer Umdeutung ihres Etablissements nicht jedes Wort auf die Waage packen. Dennoch empfinde ich es genauso wie unsere gute cynara: diese Selbsteinengung ist doch hausgemacht. Es gibt inzwischen genügend Beispiele, daß der Mich, gerade auch im Zwei-Sterne-Bereich, tatsächlich eine übereinsternige Küchenleistung anerkennt, unabhängig von Kristall/Silber&Trüffel. Traut euch doch einfach, liebe Köche, hechelt nicht vermeintlichen Ansprüchern der Führer hinterher, der von rocco so nachvollziehbar geschilderte Rhythmus erzwingt eben nicht den Erfolg.
                Natürlich wird sich Herr Jakob darüber Gedanken machen, wie denn die Gourmet-Pilger(er)* ob einer Umstrukturierung reagieren. Zu sagen, ich hab' ja meine Sterne zurückgegeben, ist gewiß eine Lösung. Mich würde mehr beeindrucken wenn er sagen würde: wir haben uns von den hochpreisigen Zutaten ein wenig entfernt; statt dessen bemühen wir uns, noch authentischer und mit noch mehr Herzblut zu kochen; schon allein deshalb, weil wir es anders weder wollen noch können.
                Gruß
                s.
                PS: was die "Einschränkungen" betrifft. Bei meiner letzten Reservierung hieß es: wir erwarten Sie um 18 Uhr 30. Es gibt vier Menüs, die ähnlich aufgebaut sind, allein der Tagespreis der jeweiligen Zutaten macht den Unterschied aus. Die Menüs kosten in etwa 100, 130, 160, 200 €, was es genau gibt, können wir nicht sagen, bitte wählen Sie jedoch das Menü im voraus.
                Zuletzt geändert von Schlaraffenland; 01.06.2015, 13:44. Grund: * mein höflicher Dank gilt dem Lektoren

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