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Gästehaus Erfort

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  • Klaus Erfort light und in anderer Umgebung gibt es ab Freitag in einem Pop-Up-Restaurant in Saarbrücken. Ein weiterer Versuch der Öffnung der Sterneküche?

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    • Bei den Preisen für ein Menue vom Caterer, der sich von einem gr0ßen Namen beraten läßt...eher nicht.

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      • Aber Sie haben ja auch keine Vorurteile gegenüber angeblich so steifen Sternegastronomie. lieber Spérico.

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        • Stimmt, bin diesbezüglich quasi indolent. Sternepreise ausgenommen.

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          • Liebe Gemeinde,

            sicher bin ich etwas schreibfauler geworden. Allein, unser Besuch bei Erfort Anfang des Monats muß Erwähnung finden.
            An einem wundervollen Sommertag konnten wir (erstmals) mittags auf der schönen Terasse Platz nehmen. Wir waren anfänglich wohl die ersten Gäste, zuletzt waren vier Tische (es war Donnerstag) belegt.

            Gestartet wurde wie immer mit dem von mir in der Tat geliebten Amuse-Reigen, alles von feinster Quaslität. Wir entschieden uns übrigens spontan für ein tischweise angebotenes, nicht auf der Karte vermerktes Mittagsangebot mit vier Gängen.
            Wir hatten den wunderbaren Gemüseacker mit Hummer in etwas abgewandelter Form, das Wachtelei wurde hier vielleicht nur vergessen. Anschließend Rotbarbe mit schönem Biss und intensivem Tomatenfond, sehr mediterran und passend zu dem sonnigen Terassenmenü. In der Hauptspeise kam nach meiner Erinnerung eine Poulardenbrust mit gemüsigen und erdigen Aromen mit einer sensationell tiefen Soße, nein Sauce.
            Den Abschluß des Menues machte Zitronenvacherin mit Joghurt und Olive, sehr frisch natürlich, und durch den Vacherin nicht zu sehr auf der süßen Seite. Hat mir als Schokoladendessertfreund an dem warmen Tag sehr gemundet.
            Danach natürlich die vielen Süßigkeiten, die man kaum schaffen kann. Am Ende waren Apéro-Champagner und Kaffee nicht auf der Rechnung. Auf Nachfrage war beides Bestandteil des Mittagsangebots.

            Und bezahlt haben wir -ich hoffe, der geschätzte Leser sitzt gerade- dafür lächerliche 110 € pro Person.
            Also ein absoluter ***Schnäppchenmittagstip inklusive Pourchère-Rundumsorglospaket ! Gerne immer wieder !

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            • Endlich haben wir es mal nach Saarbrücken geschafft, um den Gutschein aus dem vorjährigen Gewinnspiel einzulösen. Die Vorfreude war gross und wir wurden absolut nicht enttäuscht. Zum Aperos gabs einen Champagner und die kleinen Delices eröffneten eindrucksvoll das Menue.

              Wir durften das nachstehende grosse Menue wählen inclusive des „Weinwohlfühlarragement“von Jerome Pourchere


              GÄNSESTOPFLEBER-MARBRÉ
              MIT KIRSCH- UND MANDEL-AROMEN
              2013 Hochheimer Stielweg Alte Reben, Künstler. Rheingau

              MAISFELD MIT CHARDONNAY-ESSIG
              UND MAISKEIMÖL
              2014 Chardonnay & Weißburgunder trocken, Knipser. Pfalz

              FLUSSKREBSE
              MIT KONFIERTER MELONE UND KRUSTENTIERESSENZ
              2009 Vacqueras blanc, Domaine de la Piegade. Rhone

              SEEZUNGE MIT MARINIERTER GURKE
              BEURRE BLANC UND GURKENGEL
              2013 Bourgogne Chardonnay, Michel Bouzereau. Burgund

              BRUST VON DER CHALLANS-ENTE
              MIT SPITZKOHL, NEKTARINEN UND PFIFFERLINGEN
              2012 La Montesa, Palacios-Remondo. Rioja

              KÄSEAUSWAHL
              VON MAÎTRE ANTONY

              «GROSSMUTTER SCHMITT’S» APFEL
              IN TEXTUREN MIT JOGHURT UND KORIANDER
              2013 Trittenheimer Apotheke, Riesling Spätlese „ Goldstückchen“, F-J Eifel. Mosel

              BRASILIANISCHES GOLD-DÉLICE
              VON PLANTAGEN-SCHOKOLADE MIT KAFFEE UND PASSIONSFRUCHT
              2013 Rivesaltes, Vin Doux Naturel, Domaine Boudau

              Das ganze Menue war , mit Ausnahme des Maisfeldes, eine Offenbarung. Herausragend waren für uns die Seezunge ,die Flusskrebse sowie Grossmutter Schmitt`s Apfel. Umsorgt wurden wir von einem netten Team mit einem der besten Gastgeber, den wir jemals kennen gelernt haben. Irgendwann war der Abend dann einmal zu Ende, Schade , bis zum nächsten Besuch.

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              • Schön, dass Sie uns mit der Auflistung der Gänge den Mund wässrig machen, lieber Wombard. Aber geht's noch etwas genauer? Was im Einzelnen hat Ihre Begeisterung entfacht?

                Fragt bescheiden

                Tobler

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                • Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                  Schön, dass Sie uns mit der Auflistung der Gänge den Mund wässrig machen, lieber Wombard. Aber geht's noch etwas genauer? Was im Einzelnen hat Ihre Begeisterung entfacht?

                  Fragt bescheiden Tobler
                  Und warum das Maisfeld nicht so sehr ?

                  Fragt demütig
                  S.

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                  • Die Saarländer mögen es mir verzeihen, aber ihre Landeshauptstadt ist keine wirkliche Perle. Ein Schloss, das bei der Wiederherstellung in den 80er Jahren um einen schauderhaften postmodernen Mittelbau ergänzt und damit verschandelt wurde, eine Einkaufsstraße, die den tristen Charme der 70er atmet und auch sonst sind die Sehenswürdigkeiten zügig abgelaufen. Aber man ist schnell in Frankreich. Das hat ja auch etwas. Und dann gibt es ja auch noch andere Gründe, Saarbrücken eben nicht zu meiden.

                    Unser Ziel ist das Gästehaus Erfort, eine eindrucksvolle Gründerzeitvilla mit ausladendem Park, neben einer nicht ganz so eindrucksvollen Tankstelle gelegen. Manche Perle kann sich ihr Umfeld eben nicht aussuchen.



                    Wir waren erst im vergangenen August hier zum großen Abendmenü als Abschluss unseres Sommerurlaubs (Bericht hierzu unter https://www.facebook.com/thomas.west...0705773&type=3). Heute sind wir quasi nur auf der Durchreise zur luxemburgischen Grenze, aber es wäre sträflich, nicht wenigstens für einen Lunch Halt zu machen. Also soll es das Mittagsmenü sein, das zu 110 Euro ein Viergang-Menü inklusive Amuse Bouche, 1 Glas Champagner, Kaffee sowie die übliche Parade an herzhaften und süßen Délices bietet. Auf diesem Niveau sicher eines der preiswertesten Vergnügen, das man sich erlauben kann.

                    Zum Bérèche & Fils Champagner werden fünf präzise gearbeitete Kleinigkeiten serviert, die im Laufe der Zeit nur behutsam oder gar nicht variiert werden. Aber wozu auch, wenn sie so köstlich sind wie der herzhafte Miniflammkuchen mit Blutwurst, die Stabmuschel mit Yuzu, das Cornet mit Tatar und Avocado, die Auster oder der kroepokartige Chip mit einem Stück Langustine. Das sieht alles unaufgeregt aus, schmeckt aber köstlich und könnte einen beim Studium der Karte doch noch dazu verleiten, auf das reguläre Menü zu wechseln. Was wir aber nicht tun.



                    Statt dessen studieren wir die Weinkarte, die handlich und zeitgemäß auf einem Tablet gespeichert ist und freuen uns über das Amuse Bouche, das an diesem Mittag ein Thunfisch-Tatar mit Gurke im Sojasud ist. Die Frische des Fisches bekommt durch den würzigen Sud einen angenehmen Kontrast, eine hauchdünne, knusprige Brotscheibe gibt Textur - ein sehr guter Start.



                    Das Menü beginnt mit einem Hummersalat, der von Zitrusaromen im Dressing begleitet ist, ein paar cremigen Elementen und wenn ich mich richtig erinnere, einem Hauch Sumak. Ein wunderbar leichter Gang ohne jede Schwere, aber mit viel Geschmack.



                    Es folgt eine veritable Schnitte vom Steinbutt mit grünem Spargel und Morchelrahm. Das ist alles andere als experimentell, aber von so exquisiter Qualität, dass ich mir keine bessere Ausführung vorstellen kann. Der Rahm geschmackstief und der Steinbutt perfekt gegart.



                    Im Hauptgang gibt es Entrecôte vom US-Beef mit Polenta, Baby-Artischocke, Paprikapüree und fermentiertem Knoblauch. Dazu eine tiefdunkle, intensive Jus mit Chili, die einen deutlichen, aber nie dominanten Hauch Schärfe beisteuert.



                    Zum Abschluss des Menüs wird aus dem aktuellen großen Degustationsmenü eines der Desserts serviert, das "Délice und Cocktail von der Pampelmuse mit Joghurt und Staudensellerie" betitelt ist. Hauptelement auf dem Teller ist die gefüllte Kugel, dazu ein Cremeeis, im Glas à part dazu Joghurt als Schaum, verbindende Komponenten sind knuspriges Müsli und hauchdünne Streifen vom Sellerie, die nur ganz dezent einen gemüsigen Kontrapunkt setzen. Das ist gekonnt, abwechslungsreich, macht Spaß und lässt das Menü federleicht ausklingen.



                    Wären da nicht die wie immer wunderschön präsentierten und zahlreichen Petits Fours, die jeden Diätvorsatz im Keim ersticken lassen. Warum auch sollte man nur eine davon liegen lassen?



                    Klaus Erforts Küche begeistert auch dieses Mal wieder. Hier paart sich klassische Ausführung, die das Produkt in den eindeutigen Mittelpunkt stellt, mit einem Touch Moderne, so dass sie nie angestaubt und immer zeitgemäß wirkt. Das passt perfekt in den hellen Rahmen der klassischen Villa, die durch moderne Kunst an den Wänden ebenso jung wirkt. Und wird vollendet von Jérôme Pourchère, der mit Grandezza , Leichtfüßigkeit und großer Souveränität dem Gast einen beschwingten Mittag verschafft. Seinem aufmerksamen Blick entgeht nichts und mit spielerischer Hand dirigiert er einen Service, der formvollendet, aber locker am Gast agiert. Dass auch die Stimmung im Team stimmt, kann man beobachten, wenn man Monsieur Pourchère im Gespräch mit seinem Service sieht. Man wird wenige Restaurants im Lande finden, in denen sich das so selbstverständlich auf die Atmosphäre im Restaurant überträgt.

                    Das Gästehaus Erfort ist das, was drei Sterne im Michelin klassifizieren - eine Reise wert. Und zwar jederzeit. Ja, von Saarbrücken aus ist man schnell in Frankreich. Aber mehr Frankreich auf dem Teller und im Service wird man schwerlich bekommen.
                    Angehängte Dateien
                    Zuletzt geändert von QWERTZ; 10.04.2016, 15:50.

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                    • Vielen Dank, lieber thomashaj, für den Bericht! Ein wirklich schönes Angebot, dieses Mittagsmenü, auch preislich.

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                      • Hervorragendes Timing und vielen Dank für den Bericht - schwanke mit meiner Frau gerade ob wir unseren Hochzeitstag im Steirereck, im Gästehaus Erfort oder im Atelier verbringen (Voraussetzung für die Auswahl sind die Öffnungszeiten am Dienstag). Da trägt der Bericht gerade sehr gut zur Entscheidungsfindung bei.

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                        • Auch von mir vielen Dank. Ich konnte das Mittagsangebot nicht auf der Speisekarte finden, wußten Sie es vorher oder wurde das erst im Restaurant klar?

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                          • @ Junggaumen: Alle drei Restaurants haben dienstags geöffnet - viel Spaß also bei dieser schwierigen Entscheidung! :-)
                            @ Heike: Zum Mittagsangebot gibt es keine separate Karte. Es wird aber von Herrn Pourchère automatisch annonciert. Ich meine mich aber aus einem Newsletter vom Gästehaus zu erinnern, dass es dieses Angebot nur an Werktagen gibt. Am besten vorher anrufen und fragen.

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                            • Ehre, wem Ehre gebührt: Erfort ist nicht nur einen Umweg, sondern sogar eine eigene Reise wert.

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                              • Sie haben natürlich Recht, Schlaraffenland! Habe es korrigiert...

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