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Gästehaus Erfort **, Saarbrücken

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  • #16
    Vielen Dank für den Bericht - welche Wohltat, dass es nach den etwas unruhigen Diskussionen vom Wochenende wieder Stoff für einen hoffentlich spannenderen Austausch gibt.

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    • #17
      Danke für den schönen Bericht!

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      • #18
        Danke für den gelungenen Bericht.
        Ich hoffe da bald auch einmal hinzukommen.


        Gruß!

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        • #19
          Liebe wi,

          Danke für den schönen Bericht! Ich hatte vergangene Woche das kulinarische Glück, das gleiche Menü bei Klaus Erfort zu essen und kann Ihren Ausführungen Punkt für Punkt beipflichten (allerdings nicht, was den Skrei betrifft).

          Ergänzend kann ich berichten, dass der Hauptgang, den Sie ausgetauscht haben, Lammrücken mit geräucherter Paprika, Kräuterinfusion und Lamm-Mousseline ebenfalls köstlich war! Als zusätzlichen Küchengruß gab es bei mir übrigens noch ein Stück Gänseleber mit Himbeersorbet und Haselnußkrokant, das die Reihe der fantastischen Kleinigkeiten zu Beginn abrundete.

          Etwas enttäuscht war ich, dass die Gillardeau-Auster bei mir durch eine Fin de Claire ersetzt war, die für den zarten Apfelschaum einen Tick zu viel Eigengeschmack hatte. Aber das ist natürlich kein Kritikpunkt, sondern (wie bei Ihrer Skrei-Kritik, die ich nicht teile, da ich finde, dass die Hühnerbouillon durch die winzigen Tapioka-Perlen texturell, und infolgedessen auch sensorisch enorm aufgewertet wurde) ein Klitzekleinkritikpunkt...

          kulinarische Grüße,
          Mohnkalb

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          • #20
            Geehrter Mohnkalb,

            ich bin mir sicher, dass auch Lamm fantastisch war. Optisch sah das Gericht sehr entsprechend aus ( haben wir am Nachbartisch gesehen). Aber was soll ich machen... Wenn eine Taube auf die Speisekarte steht, muss es für mich immer Taube sein.

            Was Tapioka betrifft, verstehe ich vollkommen, was Sie meinen. Nur finde ich irgendwie ein bißchen ärgerlich, dass fast jeder Gourmetlokal irgendetwas mit Tapioka auf die Karte stehen hat, sei es Beilage, oder Einlage, oder Dessert. Tapioka ist zu Modezutat mutiert, natürlich nicht zuletzt dank der Eigenschaft, jeder Geschmack mitzutragen. Ich fand übrigens, dass die Perlen nicht so sehr geschmacklich, sondern durchaus optisch eine Bereicherung für den Skrai-Gang darboten.

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            • #21
              Die Vorfreude war groß, entsprechend auch die Erwartung. Unsere bewährte Dreierrunde hatte jüngst bei Klaus Erfort einen Tisch. Für gewöhnlich formuliere ich in diesem Forum ja gerne detaillierte Berichte von nennenswerten kulinarischen Erlebnissen. Das war auch in diesem Fall so geplant. Warum kommt es nun anders? Der Grund ist Enttäuschung. Nein, zwei von uns hatten das große Menü (nachzulesen unter http://www.gaestehaus-erfort.de/index.php?id=72), das zwar nicht ohne Fehl und Tadel (sprich zwischen einem und den faktischen drei Sternen schwankte, vor allem bei Langoustine und Wildlachs), aber doch ein Erlebnis war. Auch der Dritte im Bunde konnte über die von ihm gewählten fünf Gänge kaum klagen. Das Ambiente ist ebenfalls überaus angenehm: innen viel Weiß, klassische Moderne und der Blick in den Park während des Essens ein Traum. All das wurde aber durch die eigentümlich reservierte und unpersönliche Atmosphäre mehr geschmälert, als ich mir es hätte vorstellen können. Selten haben wir einen derart distanzierten und beinahe roboterhaft agierenden Service erlebt wie dort.

              Ohne Frage: jeder Handgriff sitzt, das Team arbeitet gut vernetzt, wie man es auch erwarten darf. Als Gäste, denen man das Gefühl geben möchte, tatsächlich individuell willkommen zu sein, und mit denen man tatsächlich hätte kommunizieren können, fühlten wir uns jedoch nicht wahrgenommen. Zumeist blickten wir in unbewegte Mienen, wenn ein neuer Gang aufgetragen und im beinahe gleichgültigen Ton angesagt wurde. In geradezu atemberaubendem Tempo servierte man uns die Amuse bouches – den einen hatte ich noch im Mund, da sollte ich schon den nächsten vom mir hingestreckten Servierlöffel lutschen. Die begleitenden Weine präsentierte man uns mit kurzer Ansage um sie dann ohne den üblichen Probeschluck humorlos einzugießen. In fast keinem Fall einmal ein begleitendes Wort zum einen oder anderen Tropfen, und eine etwaige Einladung an uns, sich dazu zu äußern, erfolgte schon gar nicht. Und Monsieur Pourchère? Von ihm hatte ich viel Gutes gehört. Doch selbst er ließ sich allenfalls zu routinierter Freundlichkeit herab, wendete stets die selben Höflichkeitsfloskeln an – und war nach dem Hauptgang einfach gar nicht mehr zu sehen. Ihn ersetzte ein junger Herr, der seine Sache brav machte, aber so zurückhaltend war, dass man ihn schon als schüchtern hätte einstufen können.

              Wir fragten uns am Ende: Was war los im Hause Erfort? Ist dort Lockerheit und Kontakt zum Gast tabu? Oft genug haben wir schon erlebt, wie individuell, gewitzt, persönlich und herzlich Servicepersonal sein kann oder wie beeindruckend der Austausch mit diesem über Weine und das, was wir auf dem Teller hatten – gerade bei den ganz Großen (Beispiele dafür wurden hier im Forum schon zu Genüge genannt), aber keineswegs nur dort. Das macht nach unserer Meinung das wahre kulinarische Erlebnis aus. Reine Routine, abgespulte Freundlichkeit und stakkatohafte Ansagen prägten jedoch unseren Besuch, und zwar so sehr, dass die Küchenleistung darüber fast in Vergessenheit geriet – obwohl wir ja bei einem „ganz Großen“ waren. Das ist Herrn Erfort (der offenbar grundsätzlich nicht an den Gästetischen erscheint) gegenüber vielleicht nicht gerecht, aber doch der Eindruck, mit dem wir die Örtlichkeit wieder verließen. Eines ist gewiss: unser nächstes Treffen wird in einem Haus stattfinden, in dem wir uns sicher sein können, dass nicht nur die Küche, sondern auch die Wohfühlkomponente stimmt. Sie ist einfach nicht zu unterschätzen. Drei Sterne also als Ruhekissen für den Service? Reichen da Professionalität und Routine? Ich ende bewusst mit dieser offenen Frage.
              Zuletzt geändert von Tobler; 01.05.2011, 18:13.

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              • #22
                Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, werter tobler, aber ich kann es nicht so richtig glauben. Es müßte sich dramatisch etwas verändert haben im Hause Erfort, was ich mir aber nach meinen bisherigen Erfahrungen überhaupt nicht vorstellen kann.

                Könnte es vielleicht sein, dass es an Ihrer persönlichen Disposition an diesem Tag lag, dass Sie die eine oder andere Ungeschicklichkeit des Service überbewertet und dabei die formidable Küche des Klaus Erfort vernachlässigt haben? Man steigert sich manchmal in sowas rein; ich kenne das!

                Beste Grüße, Merlan

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                • #23
                  Nehmen Sie meinen Bericht bitte für bare Münze, werter Merlan. Ich denke, er ist auch differenziert genug verfasst. Oder ist es doch ein Tabu, ein derart hochklassiges Restaurant in dieser kritischen Weise zu reflektieren?
                  Im Übrigen besuche ich jedes Haus mit dem größten Wohlwollen und vor allem mit der schon erwähnten Vorfreude. Miesepetrigkeit ist nicht Teil meiner Natur. Schon gleich gar nicht liegt mir daran, das viel zitierte Haar in der Suppe zu finden. Wenn ich also Kritisches äußere, dann nur auf Grund genauer Wahrnehmung und eingehender Reflexion. In diesem Fall gab ich außerdem nicht nur meinen persönlichen Eindruck wieder, sondern auch den der anderen Gourmet-Team-Mitglieder. Schön, dass Sie andere Erfahrungen mit dem "Gästehaus" gemacht haben – ich wünschte ja, es wäre uns auch so ergangen und hatte ja just angenommen, dass uns eine Rundumerfreulichkeit bevorgestanden hätte. In unserer Runde blieb jedoch Ratlosigkeit zurück. Vielleicht ist ja doch ein Wiederbesuch vonnöten um diese Misslichkeit vergessen zu machen. Vorschlag zur Güte: mit etwas Abstand könnte man sich hier noch einmal mit der zweifellos tollen Küchenleistung jenes Mittags beschäftigen, denn Klaus Erfort selbst wollte ich mit meinen Worten keineswegs in Misskredit bringen. Dazu habe ich zu viel Hochachtung vor ihm und dem, was er bereits jetzt erreicht hat.

                  Beste Grüße

                  Tobler
                  Zuletzt geändert von Tobler; 01.05.2011, 19:51.

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                  • #24
                    Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                    Oder ist es doch ein Tabu, ein derart hochklassiges Restaurant in dieser kritischen Weise zu reflektieren?
                    Überhaupt nicht! Und Sie haben dies auch in respektabler Weise getan! Ich wollte nur den persönlichen Aspekt zu bedenken geben.

                    Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                    Vielleicht ist ja doch ein Wiederbesuch vonnöten um diese Misslichkeit vergessen zu machen.
                    Unbedingt! Dann aber Ihren Eindruck auch ruhig ansprechen (vielleicht schon bei der Reservierung oder Herrn Erfort direkt)

                    Beste Grüße, Merlan

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                    • #25
                      Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                      Selten haben wir einen derart distanzierten und beinahe roboterhaft agierenden Service erlebt wie dort.
                      Werter Tobler, das entspricht leider exakt auch meiner diesjährigen Erfahrung im GästeHaus, die ich hier im Forum einst auch beiläufig erwähnt habe (in einem Thread "Wunschtraum freundliche Begrüßung", der inzwischen allerdings auf rätselhafte Weise verschwunden ist (und zwar sicher nicht wegen meiner harmlosen Bemerkung)).

                      Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                      Und Monsieur Pourchère? Von ihm hatte ich viel Gutes gehört. Doch selbst er ließ sich allenfalls zu routinierter Freundlichkeit herab, wendete stets die selben Höflichkeitsfloskeln an – und war nach dem Hauptgang einfach gar nicht mehr zu sehen. Ihn ersetzte ein junger Herr, der seine Sache brav machte, aber so zurückhaltend war, dass man ihn schon als schüchtern hätte einstufen können.
                      ... genauso erlebt! Der junge Mann (ich nehme an, es handelt sich um denselben) war an jenem Abend wirklich noch der beste im Service. Übrigens: Als wir später Probleme hatten, die Flasche Rotwein aufzutrinken, die wir zum Hauptgang bestellt hatten, und erwogen, sie nicht auszutrinken, wurde uns von einer Servicekraft deutliches Missfallen bedeutet mit dem Hinweis, sie selbst habe noch nie die Möglichkeit gehabt, diesen Wein zu trinken (war aber nichts Ausgefallenes, ich glaube, Knipser Cuvee X).

                      Grüße,
                      Mohnkalb

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                      • #26
                        Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                        Werter Tobler, das entspricht leider exakt auch meiner diesjährigen Erfahrung im GästeHaus, die ich hier im Forum einst auch beiläufig erwähnt habe (in einem Thread "Wunschtraum freundliche Begrüßung", der inzwischen allerdings auf rätselhafte Weise verschwunden ist (und zwar sicher nicht wegen meiner harmlosen Bemerkung)).
                        Natürlich nicht. Dies war einer der interessanten Threads die durch den Rauswurf zweier unbotmäßiger Mitglieder gelöscht wurden. Bedauerlich.
                        Aber das nur nebenbei.

                        @Tobler: Besten Dank für Ihre anschaulichen Schilderungen. Ich kann das ganz allgemein sehr gut nachvollziehen, zeigt sich doch immer wieder, wie essentiell ein guter Service für das positive Gesamterlebnis ist.

                        Grüße
                        b.

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                        • #27
                          Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                          @Tobler: Besten Dank für Ihre anschaulichen Schilderungen. Ich kann das ganz allgemein sehr gut nachvollziehen, zeigt sich doch immer wieder, wie essentiell ein guter Service für das positive Gesamterlebnis ist.
                          Dem kann man nur zustimmen.
                          Ohne Wohlfühlatmosphäre nützt selbst das beste Essen nichts um sich zu einer Wiederholung gedrängt zu fühlen.


                          Gruß!

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                          • #28
                            Wir werden sehr zeitnah, seit langem wieder einmal bei Herrn Erfort zu Gast sein. Bislang hatte ich dort nicht nur die Küche, sondern auch den Service höchst angenehm erlebt. Das ist allerdings nun schon etwas mehr als ein Jahr her. Ich hoffe, hier hat sichts verändert.

                            Wir freuen uns sehr und berichten gerne kurz im Anschluss hieran.

                            KG
                            Besseresser

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                            • #29
                              Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                              Als wir später Probleme hatten, die Flasche Rotwein aufzutrinken, die wir zum Hauptgang bestellt hatten, und erwogen, sie nicht auszutrinken, wurde uns von einer Servicekraft deutliches Missfallen bedeutet mit dem Hinweis, sie selbst habe noch nie die Möglichkeit gehabt, diesen Wein zu trinken (war aber nichts Ausgefallenes, ich glaube, Knipser Cuvee X).
                              So ganz verstehe ich das Problem nicht: falls es üblich sein sollte, angebrochene und vom Gast nicht leergetrunkene Weinflaschen zu entsorgen (worüber ich mich allerdings wundern würde), gibt es immer noch folgende schon mehrfach erlebte Lösung: Gast fragen, ob er die angebrochene Weinflasche mitnehmen möchte. Dann Korken drauf, eine schöne Tüte organisieren und dem Gast vor dem Verlassen des Restaurants in die Hand drücken.

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                              • #30
                                Zitat von Zeitblom Beitrag anzeigen
                                So ganz verstehe ich das Problem nicht
                                Ja, ich auch nicht. Korken drauf und mitnehmen wäre tatsächlich schön gewesen, wurde aber zumindest nicht angeboten. Ich war aber in der Situation vor allem von der plötzlichen Pampigkeit der Dame überrascht. Und schließlich haben wir die Flasche dann noch ausgetrunken.

                                Mein Beitrag sollte übrigens nicht zu negativ rüberkommen - das Essen war (wie ich damals weiter oben hier im Thread schon bemerkt habe) wirklich ausgezeichnet und auch eine nächste Reservierung bei Klaus Erfort ist bereits gemacht.

                                Mohnkalb

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