Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Gästehaus Erfort **, Saarbrücken

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Den Satz mit dem vor Glück weinenden Gast finde ich besonders schön (ohne Ironie und ganz ernsthaft). Kann es ein größeres Kompliment an ein Restaurant geben, als dass der Besuch einem angesichts der Glücksgefühle und der Ehre, so etwas erleben zu dürfen, Tränen in die Augen treibt? Wenn so etwas möglich ist, dann hat das Restaurant auch das Potenzial für eine Wahl zum Restaurant des Jahres.

    Kommentar


    • Lieber rocco,

      weinende Gäste sind ja nun auch nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Ich habe bei Erfort erlebt, wie einen Gast gegen Ende des Abends ein unglaubliches Nasenbluten befiel, inklusive versautes Bad und Blutspur durch die Halle. Messerscharf schließe ich nun auf eine instinktive Ablehnung der Küche...

      Grüße, Mohnkalb

      Kommentar


      • Irgendwie find ich das jetzt daneben.
        (Da bräuchte man einmal den bsteinmann ...:heulen: )

        Kommentar


        • Auweia, werte Morchel, da habe ich mir ja eine blutige Nase geholt :heulen: (und zum Glück hat der gute bsteinmann heute wohl seinen freien Tag ...)!

          Erleichterte Grüße, Mohnkalb

          Kommentar


          • Zitat von rocco Beitrag anzeigen
            Kann es ein größeres Kompliment an ein Restaurant geben, als dass der Besuch einem angesichts der Glücksgefühle und der Ehre, so etwas erleben zu dürfen, Tränen in die Augen treibt? Wenn so etwas möglich ist, dann hat das Restaurant auch das Potenzial für eine Wahl zum Restaurant des Jahres.
            Kürzlich am Nachbartisch... und das ganz ohne Sterne

            http://www.youtube.com/watch?v=b0OeM6UUAoI

            Kommentar


            • Ich bleibe dabei: auf dem Teller großartig, im Service einfach nur routiniert und distanziert (vor allem im Vergleich zu anderen Häusern). So haben wir es vor Monaten erlebt (siehe mein "Skandal-Beitrag" vom 01. 05. in diesem Thread), auch wenn wir damit laut soriso zu einer "absoluten Minderheit" zählen mögen, doch wir lassen uns bei erneuter Gelegenheit auch gerne eines Besseren belehren.

              Kommentar


              • Hier ein Bericht über unseren Besuch im Gästehaus Erfort in Saarbrücken. Als kleine Gedächtnisstütze habe ich von den einzelnen Gängen mit dem Handy ein Foto gemacht, diese aber aufgrund der nicht so berauschenden Qualität nicht in den Bericht integriert. Bei Interesse kann ich aber gerne noch einzelne Fotos hochladen.

                Einleitung
                Wir hatten unseren Tisch per Internet reserviert. Während ein Tisch unter der Woche relativ kurzfristig buchbar ist, muss man für den Samstag aktuell schon über zwei Monate einkalkulieren. Einige Tage vor dem Besuch wird man dann noch mal telefonisch kontaktiert.

                Restaurant
                Das Gästehaus Erfort liegt in einer klassischen Villa in Saarbrücken direkt neben einer Tankstelle. Passend zum Außenbild stellt sich auch der Gastraum mit hohen Decken, hellen Wänden und einem schönen Parkettboden dar. Man blickt dabei von Innen in den parkähnlichen Garten, der auch nach dem Essen zu einem kleinen Spaziergang einlädt. Kritisieren könnte man einzig die etwas zu puristische Raumgestaltung, die auf uns ein wenig kühl wirkte.

                Das junge Service Team agierte den gesamten Abend über freundlich und zurückhaltend. Besonders hervorheben muss man dabei Jerome Pouchére, der den Gästen mit einer gehörigen Portion französischem Charme gegenüber tritt und so dafür sorgt, dass man sich einfach wohl fühlen muss. Auch die von ihm ausgesuchten Weine waren tadellos.

                An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass die Kritikpunkte, die teilweise in vorherigen Berichten erwähnt wurden, inzwischen behoben scheinen. Zu jedem vorgestellten Wein wurden einige Informationen gegeben. Auch die Speisekarte kommt aktuell erst nach den ersten kleinen Grüßen.

                Menü
                Die verschiedenen Aperitife werden zu Beginn auf einem Wagen präsentiert, eine eigenständige Aperitifkarte gibt es allerdings nicht. Wir entschieden uns für einen mit Apfelstrudellikor verfeinerten Champagner, der sehr gut schmeckte, mich aber gleichzeitig in der Ansicht bestärkte, dass für mich Champagner gegenüber Winzersekt keinen wirklichen geschmacklichen Mehrwert darstellt. Nach dem Studium der Speisekarte entschieden wir uns für das ¾ Menü in 6 Gängen plus Weinbegleitung, tauschten aber den Käsegang gegen ein zweites Dessert. Bereits zu Beginn wurde eine Folge kleiner Häppchen gereicht, die allesamt lecker waren, bis es mit einem letzten Gruß in das eigentliche Menü startete:

                Variation vom Thunfisch (Gruß aus der Küche)
                Der Thunfisch war von sehr guter Qualität und harmonierte schön mit dem Süppchen und Eis von der Gurke, die dem Gericht eine erfrischende Note gaben.

                Sommerlicher Gemüseacker mit Bretonischem Hummer und Olivenkrokant
                Der Salat hatte einen angenehmes Eigenaroma. Auch der Hummer war sehr gut gegart. Leider war das Gericht teilweise relativ süß abgeschmeckt, was meiner Begleitung sehr gut gefiel, für mich aber ein wenig zu deutlich war.

                Langoustine Royale auf Meersalz gegart mit Pfirsisch

                Schon beim Anrichten am Tisch verbreitete sich ein toller Geruch. Geschmacklich setzte sich dieser Eindruck auch auf dem Teller fort. Die Langoustine hatte einen sehr feinen Geschmack und harmonierte wunderbar mit den Beilagen.

                Filet von der Rotbarbe mit breiten Bohnen und Escabech-Sud
                Die Rotbarbe war glasig gebraten. Herausragend war der Sud, der Pikanz, ganz leichte Süße und Säure in perfekter Harmonie vereinte. Im Gesamtschnitt war das mein Lieblingsgang.

                Rehrücken aus der Eifel mit Pain d´Épice und rotem Curry-Jus
                Das rosa gebratene und wunderbar zarte Reh harmonierte wunderbar mit kräftigen, eher süß abgeschmeckten Jus.

                Geeister Holunder mit marinierten Himbeeren

                Die Himbeeren waren sehr süß und hatten ein kräftiges Aroma. Der Holunder war dazu sehr erfrischend und etwas weniger süß. Im Zusammenspiel bildeten die verschiedenen Sorbets und Früchte eine tolle Einheit, die noch durch den dazu gereichten Süßwein, eine Riesling Spätlese, unterstrichen wurde.

                Zartbitterschokolade, glasierte Kirschen und karamellisierte Strudelblättchen
                Dieses Dessert wusste ebenfalls zu überzeugen. Das Kirschsorbet gab dem Gericht eine angenehme Säure und Frische, während die Schokolade eher kräftig und süß schmeckte. Unterstützt wurden diese Geschmackseindrücke von den Strudelblättern, die dem Gericht noch einen schönen Biss gab.

                Petit Fours
                Zum Abschluss wurden noch verschiedene Pralinen und Marshmallows gereicht, die das Menü wunderbar abschlossen

                Preisgestaltung
                Das 6-Gang Menü kostet 132 € . Für die dazugehörige Weinbegleitung aus sechs Gläsern wurden insgesamt 78 € abgerufen, wobei ein zweites Glas Rotwein ohne Berechnung nachgeschenkt wurde. Die Flasche Wasser liegt bei 9 € , die Tasse Kaffee bei 4,60 € und der Hausaperitif bei 15 € .

                Fazit
                Im Gästehaus Erfort haben wir ein hervorragendes Menü genießen können. Ganz besonders haben uns dabei die Desserts und die Rotbarbe gefallen. Wir können das Gästehaus Erfort also uneingeschränkt weiterempfehlen.

                Kommentar


                • Gastfreundschaft im Gästehaus: "Madame, Monsieur, wie war Ihre Anreise aus dem fernen Süden?" - "Ach, sie war weit und unerträglich viele Automobile auf den Strassen!" - "Oh, mon Dieu, dann müssen Sie hungrig sein!" - "Ja, das grosse Menü würde unsere Laune sicherlich aufhellen"

                  Gastgeber Jérôme Pourchère schmeichelt schon bei der Begrüssung in der weissen Stadtvilla mit französischem Charme. Er interessiert sich für seine Gäste, erkundigt sich nach dem Wetter im Heimatort der weit gereisten oder nimmt Bezug auf diesen grossartigen Wein vom letzten Besuch. Wir fühlen uns willkommen! Und lassen uns zu unserem Tisch begleiten, beobachten die zufriedenen Gesichter anderer Besucher, studieren bei einem Glas Champagner die Karte.

                  "Madame, wählen wir 4, 6 oder lieber 9 Gänge?
                  "Monsieur, wir sind hungrig, da bleiben nur die 9. Suche wir dazu die eine oder andere Bouteille aus oder begeben wir uns in die Hände des Sommeliers?"
                  "Madame, der vorgeschlagene Champagner macht Freude! Wir überlassen ihm auch für den Rest des Abends die Wahl. Ah, da werden ja schon die ersten Délices an unseren Tisch gebracht!"
                  "Ja, Monsieur, Flamkuchen und Macarons, wie fein! Lass uns beginnen…"


                  Les Délices

                  FLAMKUCHEN
                  OLIVENÖLDROP | EXTRAVERGINE
                  GOLDENES EI | WACHTELEI |TRÜFFEL
                  RINDERTATAR | KAPERNCRÈME | GERÖSTETE SCHALOTTEN
                  ROTE BETE-MACCARON | GÄNSELEBER | RÄUCHERAAL
                  GILLARDEAU-AUSTER | SOJA | APFEL

                  Hier sind sie, die "Les Délices", die kleinen Köstlichkeiten. Wir erblicken einen Flamkuchen (leicht und gar nicht plump), ein Rote-Beete Macaron (der süssliche Macaron schön harmonierend mit der enthaltenen Gänseleber), einen Olivenöl Drop.

                  Gästehaus Ehrfort
                  Danach das 'Goldene Ei', ein wachsweiches / noch flüssiges Wachtelei in einer Eierschale, darauf Schaum und geraspelte Trüffel - sehr fein!

                  Weiter zum Rindertatar, darunter eine Kaperncreme, geröstete Scharlotten und mehr. Die perfekte Fusion aus Tartar, Carpaccio und Vitello Tonnato - würden wir bei den Sterne fressenden Freunden abschreiben, so käme uns das Wort Götterspeise in den Mund.

                  Im Töpfchen von der Porzellanmanufaktur Hering serviert eine Gillardeau-Auster, gut kombiniert mit Apfel und Soja, wenn auch vom vorher genannten Superlativ ein Stückchen entfernt.

                  "Monsieur, das waren ja schon eine Menge Kleinigkeiten"
                  "Madame, das war gerade erst der Anfang!"


                  RÖLLCHEN VON DER GÄNSESTOPFLEBER MIT ROTE BETE -TEXTUREN

                  Winterzeit ist Rote Beete Zeit, und so bekommen wir Rote Beete in vielfältigen Formen und Texturen serviert, von roh bis zum getrockneten Rote-Beete Chip. Die Röllchen gefüllt mit Gänseleber; des weiteren ein erfrischender (Zitroniger?) Schaum am Teller. Toller Gang!

                  LANGOUSTINE «ROYALE» MIT GRÜNEM APFEL UND FENCHEL

                  Ein heisser Le Creuset Topf wird an den Tisch gebracht. Darinnen die Langoustine von guter Qualität, welche sodann ihren Platz an Seite von Fenchel (als Püree über dem Teller) und Apfel (liefert Frische und Säure) findet. Gelungene Kombination!

                  BRETONISCHE SANKT JAKOBSMUSCHELN MIT CHAMPIGNON - SUD UND MARKRAVIOLI

                  Gute Jacobsmuscheln, dazu ein toller Mark-Ravioli, umflossen von einem Champignonsud und Tupfen von Champignon-Creme. Kreativ, doch nicht 100 Prozent auf unserer Linie, doch der Champignon-geneigte wird sicherlich seine Freude daran haben.

                  MEDAILLON VOM KABELJAU MIT KÜRBIS UND STERNANIS

                  Ein Medaillion vom Kabeljau (gute Produktqualität, doch bereits einen Hauch zu trocken) in Kombination mit Kürbis in verschiedenen Texturen (im Teller Sud, über dem Kabeljau geraspelt, am Rande Tupfen) und Sternanis. Sehr spannende Kombination, welche nicht nur den Kableljau, sondern auch den manchmal geschmacklich als "einfältig" verschrieenen Kürbis wirken lässt.

                  Perigod TRÜFFEL MIT RAHMSPINAT UND EIGELB RAVIOLO

                  Ganz klassische Kombination, hier perfekt umgesetzt. Ein Ravioli mit flüssigem Eigelb, dazu ein cremiger Spinat und schwarze Perigod Trüffel (die Zeit der weissen Trüffel haben wir verpasst). Bitte noch 3 Teller!

                  HIRSCHKALBSRÜCKEN AUS DER EIFEL MIT PAIN DÉPICE, MARONENCRÈME UND ROTEM CURRY- JUS

                  Der Hirschkalbsrücken - gewälzt in einer Art Gewürzbrot - wunderbar zart schmeckend und mit feinem Aroma. Das Gericht ein klassisches Geschmacksbild, jedoch modern und leicht interpretiert, das Jus vom roten Curry gibt eine leichte Schärfe. Toll!

                  KÄSE VON MAÎTRE ANTONY

                  Der Käsewagen - mit einer nicht zu grossen, aber ausgezeichneten Auswahl - kam an unseren Tisch. Nein sagen wäre da schwer gewesen.

                  INTERPRETATION VON DER BIRNE HELENE

                  Noch ein klassisches Geschmacksbild modern interpretiert: Die Birne Helene - Birne, Schokoladenschaum, oben eine Birnenschweibe, Schoklade in unerschiedlichen Konsistenzen und ein weiterer Schaum. Gut gelungen!

                  MANDARINE VON DER MANDARINE MIT BALSAMICO EIS

                  Mandarine von der Mandarine? Wir sind verwirrt. Dcoh angeischts der feinen Mandarinenkugel, welche innen mit einem köstlichen Mandarinenschaum gefüllt ist, ignorieren wir die Verwirrung und wenden uns wichtigerm zu. Ein schöner süsser Gang!

                  Petit Fours

                  Ein kleiner Keks zum Kaffee hätte uns gefreut. Die angebotenen Petit Fours haben uns beeindruckt - sowohl hinsichtlich Menge, Vielfalt als auch Kreativität.

                  "Madame, hat es Dir denn gemundet?"
                  "Monsieur, hier könnte ich ewig weiteressen! Französisch, klassisch und höchste Qualität kommt mir bei diesem Menü in den Sinn"
                  "Ja, Madame, doch leicht und modern interpretiert, ohne sie durch Dekonstruktion komplett zu verfremden"
                  "Genau, Monsieur. Morgen müssen wir uns bewegen, unserer Bauch soll schliesslich auch nicht durch Dekonstruktion verfremdet werden."



                  Der um Bilder ergänzte Bericht auf kuechenreise.com: http://kuechenreise.com/2012/03/27/g...saarbrucken-d/
                  Zuletzt geändert von kuechenreise; 29.03.2012, 01:16.

                  Kommentar


                  • Vielen Dank für Ihren Bericht und die Bilder der einzelnen Gänge. Bei unserem zweiten Besuch im Gästehaus konnten wir beinahe das gleiche Menü wie Sie genießen, sodass ich Ihr Rating vollkomen unterstützen kann.

                    Kommentar


                    • Mundwässernd! Vielen Dank für Ihren Bericht.
                      Aber sagen Sie: Gibt es tatsächlich Töpfe von/nach Le Corbusier? Oder meinten Sie Le Creuset?

                      Herzliche Grüße
                      Q.

                      Kommentar


                      • Lieben Dank für den anschaulichen Bericht.

                        Wir hatten Anfang Januar fast das selbe Menue.
                        Und wir waren auch sehr zufrieden. Es war sicherlich 3*-Niveau.

                        Und trotzdem sprang der letzte Funke nicht über.
                        Woran lags?
                        Wie immer auf dem Niveau ist das schwer zu sagen.
                        War Gastgeber Jérôme Pourchère zu sehr der Alleinunterhalter? Blieb neben ihm das restliche Team zu blass?
                        War die Küche nicht so kreativ wie die von Wissler? Nicht so perfekt wie die von Thieltges? Aber auch nicht so selig machend wie die von Bau?
                        Will Erfort von allem ein bisschen sein?

                        Ich kann es nicht beantworten. Ich weiß nur, dass ich den anderen genannten den Vorzug gben würde.


                        Gruß!
                        fragolini
                        Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession
                        Zuletzt geändert von fragolini; 28.03.2012, 12:49.

                        Kommentar


                        • Vielen Dank für den wunderbaren Bericht, der -wie alle Ihre Berichte- einfach schön zu lesen ist. Und gleichzeitig will man zum Telefonhörer greifen und einen Tisch reservieren ...

                          Kommentar


                          • Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                            Ich weiß nur, dass ich den anderen genannten den Vorzug gben würde.
                            Na, es wär doch auch ein bisschen langweilig, wenn jeder denselben Favoriten hätte.

                            Kommentar


                            • Danke für die Kommentare. Und ja, der Topf natürlich von Le Creuset, danke für den Hinweis... Architektur und Geschirr ist halt doch nicht das gleiche...

                              Kommentar


                              • Zitat von Essenslieber
                                das mit Abstand beste ist was Deutschland zurzeit zubieten hat!
                                Hola, werter Essenslieber, da würde man ja mal liebend gerne widersprechen - wenn Sie denn dieses Statement überhaupt ein wenig plausibel zu machen versucht hätten! So bleibt mir nur übrig, vielsagend durch meine Zahnlücken zu pfeifen.:heulen:

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X