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Max Enk, Leipzig

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  • malbouffe
    antwortet
    Werter Qwertz,

    das habe ich mich zugegeben auch gefragt. Stilistisch würde die Einordnung meiner Ansicht nach aber auch keinen rechten Sinn ergeben. Ich würde statt der beiden "großen Namen" vielleicht eher "Niemann's Tresor" als sparring partner ins Auge fassen.

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  • QWERTZ
    antwortet
    ist mit "Zwischen Falco und Stadtpfeiffer" wirklich das Niveau, oder die Stilistik gemeint gewesen?

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  • malbouffe
    hat ein Thema erstellt Max Enk, Leipzig.

    Max Enk, Leipzig

    Eher zufällig bin ich in Leipzig auf eine neue Adresse gestoßen, das "Max Enk" im Städtischen Kaufhaus. Vom gehobener-Italiener-Charme des Vergängers "Kaiser Maximilian" hat sich der neue Betreiber, der in Leipzig recht umtriebige Dietrick Enk, zum Glück verabschiedet. Der hohe Raum strahlt durch seine estrichgrauen Wände und indirektes Licht stattdessen eher eine gewisse Kühle aus. Die - teilweise - blanken Tafeln und rustikalen Bugholzstühle passen dazu erstaunlich gut, sorgten aber bei der Eröffnung wohl eher für zurückhaltende Gäste-Begeisterung. Auch die Kunst an den Wänden ist offenbar (und teilweise nachvollziehbar) nicht jedermanns Geschmack.

    Zu Tisch, einem wohlgemerkt fein eingedeckten: Nach einer gelungen Brotauswahl (in Erinnerung blieben das hausgebackene Pfefferbrot und die Ziegenrahmbutter dazu), grüßte die Küche mit Steingarnele auf Lauchgemüse - auffällig hierbei die gelungene Balance zwischen Süße und Säure des knackigen Gemüses.
    Danach sollten es Jakobsmuscheln mit Sauerkraut und Estragon sein, eine spannend klingende Zusammenstellung, die im Endeffekt nicht ganz überzeugte, weil das Sauerkraut vielleicht doch etwas zu brav blieb (es gegen die Referenz-Bereitung am Vorabend aber vielleicht einfach schwer hatte). Der Estragon wurde zudem zu einer Art Pesto verarbeitet, so dass er im öligen Fluidum seinen erwarteten Reiz verlor.
    Durchaus unterstützenswert scheint mir dagegen der Mut der Küche, dem derzeitigen Trend zu Innereien zu folgen und mit Kalbsnierchen à la bordelaise mit Blattspinat und Kartoffelstampf einen Klassiker des gutbürgerlichen Lagers zu schicken. Überhaupt scheint mir die Küche in der "neuen Bürgerlichkeit" am meisten Potential zu haben, auch wenn sie die Quarkkeulchen mit hausgemachtem Vanilleeis durch schwarze Stellen am Gebäck und kristallines Eis zum Ende hin erstmal sauber versemmelte - ich verbuche es mal unter Anlaufschwierigkeiten.

    Das laut Service definierte Zielniveau "zwischen Stadtpfeiffer und Falco" fand ich persönlich reichlich hoch gegriffen; dennoch würde ich beim nächsten Besuch ohne Zögern wieder hingehen, wünschte mir bis dahin aber ein paar mehr Weine aus der Region.
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