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Villa Esche Chemnitz (14 GMP)

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  • Villa Esche Chemnitz (14 GMP)

    Es ist nicht einfach, in Chemnitz auswärts gut zu essen.
    In der Villa Esche gelingt uns dies.

    Architektur und Interieur sind schlicht, aber ansprechend, wertig und licht.
    Der Blick in den Garten der Villa durch die großen Fenster: für das Auge eine Wohltat.

    Der Gastraum ist überschaubar: 5 bis 6 Tische.
    Drüber und drunter gibts aber noch mehr.
    Im Sommer sitzt man unter alten Kastanien.

    Die Tische sind wertig eingedeckt.
    Gestärktes Tuch!
    Gläser und Porzellan heben sich angenehm vom Zeitgeist ab.

    Der Service ist jung, kundig, flink, freundlich und aufgeweckt.
    Es wird gesprochen, gefragt, geantwortet, gelächelt und meine Freude über eine (versteckte) Siebträgermaschine ehrlich geteilt.

    Zu Beginn zwei Sorten sehr gutes Brot, Fleur de Sel, Butter und Melissenschmand.
    Filet vom Reh, Quitte, Morcheln und Bratensaft: Produkt, Verarbeitung, Geschmack und Tellerbild jeweils wunderbar; allerdings waren die Morcheln wohl eingelegt (d.h. nicht frisch).
    Steinpilzsuppe: Das Pilzaroma gut herausgearbeitet und die Suppe nicht zu mastig, hätte ich mir gleichwohl noch etwas gebratene Piltzstücke gewünscht, v.a. um die Textur abwechslungsreicher zu gestalten.
    Tranche von der Dourade (Wildfang) mit Zuckerschote, Zitrusfrüchten und Hokaidopürée: Ein Teller voller guter und v.a. sehr gut schmeckender Produkte.
    Filet vom Reh, Selleriepürée, Gewürzzwiebeln, Hollersaft: dito!
    Getränkter Schokoladennusskuchen mit Portweinfeige, geflämmtes Ei und Buttermilcheiscrème: optisch hinreißend, für Bauch und Seele ein Glücksspender.
    Cappuccino: geschmacklich sehr, sehr gut - leider hätte er m.E. etwas heißer sein müssen.

    Zu trinken gab es einen 0,375 Tinhof Feuersteig 2007 und für die Dame zum Fisch Gosset Brut.

    Wir sind glücklich, in Chemnitz, wo wir uns privat bisweilen aufhalten müssen, einen solchen Ort gefunden zu haben.
    Dies gilt besonders für den Sonntag zu Mittag.
    Wir kommen - sicherlich - immer wieder.

    Wenn Sie in der Region sind: für uns ist die Villa Esche einen kleinen Umweg wert.


    KG
    Besseresser

    Was uns noch auffiel:
    Das Haus hat es sicherlich nicht einfach: Mittagangebote zwischen 20 und 25 Euro für drei Gänge sprechen m.E. für sich.
    Bei unseren Besuchen war der Gastraum zwar immer gefüllt, an den Tischen wird - trotz der zivilen Preise - gleichwohl zurückhaltend konsumiert.
    Die Weinkarte bietet Qualität und viel Interessantes - zu eher (sehr) zurückhaltenden Preisen.
    Zuletzt geändert von besseresser; 27.10.2014, 15:08.

  • #2
    Gestatten Sie mir, werter besseresser, zu Ihrem gelungenen Bericht noch einige Anmerkungen.
    Gebratene Pilzstücke in der Steinpilzsuppe wird jetzt insofern schwierig, weil die Biester, zumindestens in Bayern, ihr Wachstum eingestellt haben, also nicht mehr frisch zu haben sind. Nochmehr betrifft dies die frischen Morcheln, die im Jahreskreis in etwa parallel mit den Osterglocken wachsen.
    Die von Ihnen gelobte Weinkarte hab' ich mir im Internet angesehen. Zunächst verblüffend: unter Weinkarte Weissweine findet man z.B Österreich 2008 Chardonnay, oder Deutschland 2011 Riesling 38 €. (hat mich erinnert an eine Einkehr im Ratskeller des Roten Rathauses in den 70gern; ich hatte eine Flasche vom deutschen demokratischen bestellt und als ich den Ober fragte, ob er zu den Trauben genaueres sagen könne, kam die Antwort: Wein-Trauben)
    Halt, auf der Homepage kann man sich die Weinkarte auch 'runterladen. Nun ist alles genau beschrieben. Man hat sich auf eine alphabethische Reihenfolge festgelegt, wobei Namen, Vornamen, Regionen etc gleichberechtigt behandelt werden . Also beispielsweise (D - F - H - M) Domaine Trapet, gefolgt von Fronsac (ein Moulin Haut Laroque), dann Henri Bonneau (ein Ch.n.du Pape) und dann Madiran.
    Bei den weißen Franzosen findet man einen Château de Jurque, Jurancon sec aus dem (wahrscheinlich wie der Name schon sagt) Jura
    Gruß
    s.
    PS: wie läßt sich "Ambivalenz" schöner darstellen als in Ihrem schönen Satz:
    "Wir sind glücklich, in Chemnitz, wo wir uns privat bisweilen aufhalten müssen ..."

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    • #3
      .........Wir sind glücklich, in Chemnitz, wo wir uns privat bisweilen aufhalten müssen

      was haben Sie den verbrochen

      Sorry kleiner Scherz.
      Freut mich, dass es Ihnen gefallen hat. Für uns nun ein Grund mal wieder dort zu Speisen.

      kG

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      • #4
        Wir hatten in Chemnitz zu tun.

        Ein Grund die Villa Esche zu besuchen.
        Das Ambiente wie gewohnt. Der Gastraum war nur im unteren Bereich genutzt. In der Stadt der "Moderne" legt man wie gehabt nach wie vor nicht alzuviel Wert auf Spitzengastronomie.

        An der Qualität des gebotenen dürfte es nicht liegen.

        Der Küchengruß Eismeerforelle in einem Peperoncinischaum mundete vorzüglich. Das Rote Beete Süppchen mit Garnele überzeugte ebenfalls. Anzumerken ist, dass wir die Suppe und den Küchengruß als recht sahnelastig empfanden. Aber das ist reine Geschmackssache. Als Fisch des Tages wurde uns Seeteufel, auf Linsen und Paprika?gemüse offeriert. Dieses Gericht war im vergleich zum vorangegangenen deutlich leichter. Trotzdem war kein Platz mehr für ein Dessert.

        Hervorzuheben ist neben der recht passablen Küchenleistung der Service. Der junge Mann lebte seinen Beruf. Mit viel natürlichkeit und großem Engagement bereitete er uns einen sehr entspannten Abend. Der empfohlene Wein war gut und fair bepreist.

        Also falls Sie in Chemnitz die durchaus sehenswerte Kunstsammlung, das Museum Gunzenhauser, oder die ambitionierte Oper besuchen - Villa Esche gehört mit ins Programm.

        k.G. alex

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        • #5
          Lieber Alex,

          herzlichen Dank für diese Momentaufnahme. Der besondere Wert der Villa Esche liegt m.E. doch darin, im Großraum Chemnitz eine verlässliche und angenehme Adresse für wirklich handgemachtes Essen und gute Weine zur Hand zu haben. Ebenso wie Sie, mag ich dort Küche, Keller und vor allem den angenehm pfiffigen Service. Kommt es mal zu kleinen Schwächen, fallen diese für mich nicht ins Gewicht. V.a., weil das kleine Haus nicht mehr sein will, als es ist. Weil man dort ob der nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen eher kämpfen muss, als in vielen anderen Regionen, es den Gast aber nicht spüren lässt. Und, weil ich in dieser Region für vergleichbar gute Viktualien sicher bis Aue fahren müsste.

          KG
          Besseresser

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