Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Restaurant Falco**/Leipzig

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • stimmt. Aber möglich ist ja alles. Hendrik Thoma hat ja seine Sommeliere Karriere in dem Haus begonnen, lange bevor es das Falco gab, und in dem Zusammenhang hat er mal gesagt, dass damals die Bar eher, na ja, sagen wir, der Kontaktanbahnung auf monetärer Basis diente... Wer weiß. was die 27. Etage sonst noch so alles erlebt hat...

    Kommentar


    • Wie angekündigt habe ich diese Woche mal den Tisch im Falco ausprobiert. Das Konzept hat Qwerz auf der vorigen Seite ja schon zutreffend beschrieben. Das feste 4-Gang-Menü bestand grob aus folgenden Gängen (Hauptkomponenten):

      - Geeiste Gänseleber und Auster: Die geeiste Gänseleber war bei meinem ersten Besuch in anderer Kombination schon toll. Hier bildete die Auster die Basis und die Gänseleber wurde drübergerieben. Gegessen wird das Gericht "senkrecht" wie ein Sandwich, sodass die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen zusammen wirken.
      - Seehecht in heißem Zitronenschaum und Knollensellerie: Der Fisch war super und hat wenig überraschend mit dem Zitronenschaum und dem Sellerie gut harmoniert. Dazu gab es noch ein paar Cremes am Tellerrand, die ich aber als überflüssig empfand.
      - Entenbrust, gebrannte Ananas, Trüffel: Klassischer Hauptgang, der von der Ananas gut ergänzt wurde und dadurch auch überhaupt nicht langweilig war.
      - Kühle blonde Schokolade, Aloe Vera, Blutorange, Süßholz: Der Gang hatte kein besonderes Thema, war aber wie Gang 1 ein dennoch durchdachter Mix aus verschiedenen Aromen und Konsistenzen.

      Zusammengefasst fand ich das Menü diesmal deutlich besser als das letzte Mal. Wirkte auf mich deutlich fokussierter (v.a. der Hauptgang). Gang 1 & 4 hatten zwar viele verschiedene Zutaten, die aber dennoch miteinander harmonierten. Einzig beim Fischgang wäre für mich weniger mehr gewesen, da die zusätzlichen Crems für mich keinen Mehrwert boten bzw. eher vom tollen Seehecht abgelenkt haben. Das ist aber natürlich nur ein sehr kleiner Kritikpunkt.

      Ganz unabhängig davon hatte ich auch überhaupt nicht das Gefühl, dass ich im Gegensatz zum Hauptrestaurant "B-Ware" bekommen habe. Positiv hervorheben möchte ich noch die Portionsgröße. Da wird nämlich auch überhaupt nicht gegeizt und die Portionen waren im Vergleich zu meinen 7 Gang Menü bei letzten Mal doch deutlich größer. Insgesamt also toller Abend und eine dicke Weiterempfehlung des Konzeptes "Der Tisch!" für alle, die wie ich vor allem an gutem Essen interessiert sind.

      Kommentar


      • Werter Stardust,

        vielen Dank für diesen anschaulichen Bericht. Das hört sich ja alles mehr als positiv an, was sie über das Konzept des "Tisches" zu berichten haben! Ich habe heute für mich und meine Kollegen für Ende August reserviert und bin nach Ihrem Bericht nun noch mehr als vorher davon überzeugt, mit der Wahl des "Tisches" die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Werde dann in einem halben Jahr (was leider noch in allzu weiter Ferne liegt, denn mir läuft jetzt schon das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an geeiste Gänseleber, Seehecht, Entenbrust, blonde Schokolade und Co. denke...) berichten, ob mir dieses Konzept ebenso gut gefallen hat wie Ihnen!

        P.S.: Für den Abend vor dem Falcobesuch habe ich sozusagen als Ouvertüre das "Planerts" mit asiatisch angehauchter Küche ins Auge gefasst, welches vor kurzem vom ehemaligen Sommelier des "Stadtpfeiffers" (Herr Planert, wie der Name des Lokals schon sagt...) eröffnet wurde. Kann einer der Foristen diesen Laden aus eigener Erfahrung heraus empfehlen oder hat schon Gutes über ihn vernommen? Ansonsten gäbe es ja noch einige andere Adressen in Leipzig, die man ohne Gefahr für Leib und Magen ansteuern könnte...

        Kommentar


        • Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
          P.S.: Für den Abend vor dem Falcobesuch habe ich sozusagen als Ouvertüre das "Planerts" mit asiatisch angehauchter Küche ins Auge gefasst, welches vor kurzem vom ehemaligen Sommelier des "Stadtpfeiffers" (Herr Planert, wie der Name des Lokals schon sagt...) eröffnet wurde. Kann einer der Foristen diesen Laden aus eigener Erfahrung heraus empfehlen oder hat schon Gutes über ihn vernommen? Ansonsten gäbe es ja noch einige andere Adressen in Leipzig, die man ohne Gefahr für Leib und Magen ansteuern könnte...
          Auch wenn es nicht direkt zum Falco gehört, möchte ich die oben stehende Frage dennoch kurz hier beantworten. Ich war letzte Woche im Planerts und durchaus sehr angetan. Hatte ein 5-Gang-Menü, das man sich selbst zusammenstellen kann, für 71 €. Besonders hat mir der asiatische Einschlag der Küche gefallen und der Hauptgang (Kalbsrückensteak) wäre mir glaube ich auch in einem 1* Restaurant nicht negativ aufgefallen. Insgesamt also wirklich empfehlenswert und rein vom subjektiven Gefühl her (ohne jetzt einen direkten Vergleich zu haben) sind mir persönlich die 13 Punkte vom Gault Millaut durchaus 1-2 Punkte zu niedrig angesetzt.

          Kommentar


          • Werter Stardust, vielen Dank für die kurze Einschätzung zum "Planerts", die mich durchaus darin bestärkt hat, mit einer dortigen Reservierung die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Werde dann Anfang September vom "Leipziger Doppelschlag" (Freitagabend: "Planerts", Samstagabend: "Falco") berichten, und das hoffentlich positiv...

            Kommentar


            • Bin heute nach einem halben Jahr das zweite Mal im Falco am "Tisch" gewesen. Es gab das folgende Menü:

              1. Gang: Tatar vom Gelbflossen Thunfisch, Brokkoli Strunk, Aloe Vera, GOMASIO, Sesamsalz, gehobelte Saitlinge

              2. Gang: Cabeljau aus Island im Aromabeutel gegart, Sellerieknolle in der Birkenglut gegart, Birne, Meeresbohnen, heiße Zitrone

              3. Gang: Brust und Keule vom Perlhuhn, gehackte Pfifferlinge, braisierte Kopfsalatherzen, salziger Heidelbeer Wacholder Pudding

              4. Gang: Dracula: Rote Rübe, Goldaft, Tasmanischer Pfeffer, Brombeere, Ayran

              Der Thunfisch passte perfekt mit seinen asiatisch angehauchten Beilagen zusammen, die beiden Hauptgänge bekamen durch die kreativen Beilagen einen eigenen Charakter und das Dessert war schon durch die Aufmachung etwas Besonderes. Insgesamt war das also wieder sehr, sehr gutes Menü. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wäre das wohl der Nachtisch, der im Vergleich zu den anderen Gängen für mich schon etwas abfiel. Dafür würde ich aber hier für die Idee bzw. Präsentation ein Extralob geben.

              Ansonsten fand ich das Menü doch komplexer und fordernder als noch im Januar. Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch, wo mir die Komplexität nicht so zusagten, hat sie das Menü diesmal sogar noch besser gemacht. Sicher spielt dabei auch eine Rolle, dass ich damals ein 7 Gang Menü hatte und man bei einem 4 Gang Menü einfach mehr auf dem Teller hat, wodurch das "Verstehen" des Gerichtes einfacher ist. Zusammenfassend haben hier für mich diesmal wirklich alle Zutaten perfekt miteinander harmoniert und ich hatte im Gegensatz zum letzten Mal auch nicht den Eindruck, dass es zu viele bzw. unnütze Zutaten waren. Ergo alle Daumen für das heutige Menü nach oben!

              Kommentar


              • Danke für den Bericht - schön, dass es Ihnen nun besser gefallen hat - woran das auch immer liegt.

                Kommentar


                • Hier nun mein angekündigter Bericht über den Besuch des „Falco“ Ende August. Ich war mit vier Arbeitskollegen dort zu Gast, die ähnlich wie ich Spaß an gutem Essen haben, im Gegensatz zu mir aber noch nie im Zweisternebereich unterwegs und deshalb besonders gespannt auf diesen Abend waren.

                  Um ihnen den Einstieg in diese Sphäre ein wenig schmackhaft zu machen, hatte ich das recht lockere Konzept des „Tisches“ gewählt, der in der dem eigentlichen Restaurant vorgelagerten Lounge, welche sich ab ca. 21.00 Uhr mit Barpublikum füllt, beheimatet ist. Der „Tisch“ fasst insgesamt zwölf Personen und man muss damit rechnen, dass sich im Laufe des Abends auch andere Personen zu einem an den „Tisch“ gesellen, die ebenfalls das dort angebotene Menü zu sich nehmen oder sich einfach nur einen Cocktail bzw. ein Bierchen genehmigen, was uns als Lehrer, die ja nun den täglichen Kontakt mit vielen unterschiedlichen (wenn auch meist jüngeren) Personen gewohnt sind, nicht weiter störte. Das Menü kostet für „Falco“- Verhältnisse sagenhaft günstige 99 Euro (kleiner Vergleich am Rande: für die a la carte angebotene Dessertvariation wird der gleiche Obolus fällig (!)), für die man vier Gänge aus dem regulären Programm inklusive Wasser bekommt. Dafür muss man sich das Besteck, welches am Tisch bereitliegt, selber eindecken (Wasser und Wein muss man sich aber immerhin nicht selber nachschenken…). Unser Menü ähnelte dem, welches „Stardust“ weiter oben schon geschildert hat, wobei es teilweise Abweichungen gab:

                  Taubensalat: Brust in Pistazienöl gegart – Steinobst: eingeweckt – roter Shiso – Aji Limon Chili

                  Lachs von den Schafsinseln – Sellerieknolle in der Birkenglut gegart – Birne – Bleichsellerie – Meeresbohnen: entsaftet – Vinaigrette Transparence

                  Perlhuhn aus der Zucht von Madame Sibell: Brust und Keule – gehackte Pfifferlinge – braisierte Kopfsalatherzen – salziger Heidelbeer-Wacholder-Pudding

                  Dracula: Rote Rübe – Goldsaft – Tasmanischer Pfeffer – Brombeere – Ayran

                  Meine Kollegen, für die es das erste Zwei-Sterne-Essen ihrer bisherigen kulinarischen Laufbahn war, waren sich nach dem Menü einig, dass es das beste Essen war, welches sie bis dato zu sich genommen haben. Das würde ich jetzt mit etwas mehr Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten in diesem Bereich nicht sagen, aber auch ich fand die kulinarische Performance äußerst stark. Hatte man bei einigen Zusammenstellungen im Vorfeld noch gerätselt, wie einzelne Bestandteile sich harmonisch in die komplexen Kreationen einbinden lassen würden (z.B. der salzige Heidelbeer-Wacholder-Pudding), so löste sich diese anfängliche Skepsis schnell in geschmacklichem Wohlgefallen auf. Die Kreationen waren vielschichtig, aber nicht überfrachtet und trotz vieler verschiedener Elemente, die auf den ersten Blick vielleicht nicht immer ein gefälliges Ganzes ergaben, schmeckten die genossenen Gerichte äußerst rund sowie harmonisch und keineswegs experimentell-verwegen, die verschiedenen Zutaten gingen also immer eine äußerst gelungene Liaison innerhalb des Gesamtkontextes ein. Gekonnt war dabei auch das ausgewogene Spiel mit den Texturen sowie zwischen Süße und Säure. Einzig das etwas platt „Dracula“ titulierte Dessert fiel in meinen Augen ein wenig ab, da es nicht die Komplexität der anderen Gerichte erreichte und man den angekündigten Tasmanischen Pfeffer, der dem Ganzen eine durchaus spannende und eigenständige Note hätte mitgeben können, kaum wahrnahm. Auch der Blattgoldeinsatz, der seit Jahren (warum auch immer…) inflationär in der gehobenen Patisserie zu beobachten ist (und leider keinerlei geschmacklichen bzw. ästhetischen Mehrwert bietet), konnte diese Dessertkreation nicht in den Adelsstand der Patisseriekunst erheben…

                  Insgesamt aber eine starke gastronomische Gesamtleistung und eine klare Empfehlung für das Konzept des „Tisches“, von dem man übrigens auch noch einen hervorragenden Blick auf das abendliche Leipzig genießen konnte. Wann bekommt man abends schon ein Zwei-Sterne-Menü (teilweise schon mit Tendenz zum dritten Stern, was den Lachs und das Perlhuhn angeht) inklusive Wasser für unter 100 Euro serviert?

                  Eine kurze Anmerkung noch zur Selbstdarstellung von Restaurant und Personal: Dass Herr Schnurr durchaus ein „gesundes“ Selbstbewusstsein an den Tag legt, war mir im Vorfeld durchaus bekannt, aber muss man im Foyer des Hotels "Westin", zu welchem das "Falco" gehört, unbedingt ein überdimensionales Plakat platzieren, welches ihn mit einigen roten Paprikas sowie einem Küchenmesser zeigt und dass mit dem Slogan „Scharf – Schärfer – Schnurr“ untertitelt ist? Muss man im besagten Foyer mehrere Flachbildschirme aufstellen, auf deren Displays für Herrn Schnurr als Koch des Jahres (2016 wohlgemerkt…) und für Herrn Wilhelm als Sommelier des Jahres geworben wird? Muss man sich unbedingt durch ein Copyright die anscheinend einzigartige „cuisine passion légère“ schützen lassen?

                  Marketing in eigener Sache ist ja durchaus in Ordnung (und wohl auch nötig, denn komplett ausgebucht schien mir das Restaurant an jenem Samstagabend nicht zu sein…), solange es im Rahmen bleibt. Aber Herr Schnurr scheint ja gerne mal aus dem Rahmen zu fallen…

                  Kommentar


                  • Ja, die Optik der Selbstdarstellung ist nicht gerade "dezent" - andererseits: wenn man anderswo über fehlende Gäste fehlt, dann man ja wohl einem Hotel nicht vorwerfen, für seinen Küchenchef die Werbetrommel zu rühren.
                    Ansonsten freut es mich sehr, dass bei Ihren, vor allem aber bei Ihren Kollegen diese Art der Küche so gut angekommen ist.

                    Kommentar

                    Lädt...
                    X