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Restaurant Falco**/Leipzig

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  • stimmt. Aber möglich ist ja alles. Hendrik Thoma hat ja seine Sommeliere Karriere in dem Haus begonnen, lange bevor es das Falco gab, und in dem Zusammenhang hat er mal gesagt, dass damals die Bar eher, na ja, sagen wir, der Kontaktanbahnung auf monetärer Basis diente... Wer weiß. was die 27. Etage sonst noch so alles erlebt hat...

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    • Wie angekündigt habe ich diese Woche mal den Tisch im Falco ausprobiert. Das Konzept hat Qwerz auf der vorigen Seite ja schon zutreffend beschrieben. Das feste 4-Gang-Menü bestand grob aus folgenden Gängen (Hauptkomponenten):

      - Geeiste Gänseleber und Auster: Die geeiste Gänseleber war bei meinem ersten Besuch in anderer Kombination schon toll. Hier bildete die Auster die Basis und die Gänseleber wurde drübergerieben. Gegessen wird das Gericht "senkrecht" wie ein Sandwich, sodass die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen zusammen wirken.
      - Seehecht in heißem Zitronenschaum und Knollensellerie: Der Fisch war super und hat wenig überraschend mit dem Zitronenschaum und dem Sellerie gut harmoniert. Dazu gab es noch ein paar Cremes am Tellerrand, die ich aber als überflüssig empfand.
      - Entenbrust, gebrannte Ananas, Trüffel: Klassischer Hauptgang, der von der Ananas gut ergänzt wurde und dadurch auch überhaupt nicht langweilig war.
      - Kühle blonde Schokolade, Aloe Vera, Blutorange, Süßholz: Der Gang hatte kein besonderes Thema, war aber wie Gang 1 ein dennoch durchdachter Mix aus verschiedenen Aromen und Konsistenzen.

      Zusammengefasst fand ich das Menü diesmal deutlich besser als das letzte Mal. Wirkte auf mich deutlich fokussierter (v.a. der Hauptgang). Gang 1 & 4 hatten zwar viele verschiedene Zutaten, die aber dennoch miteinander harmonierten. Einzig beim Fischgang wäre für mich weniger mehr gewesen, da die zusätzlichen Crems für mich keinen Mehrwert boten bzw. eher vom tollen Seehecht abgelenkt haben. Das ist aber natürlich nur ein sehr kleiner Kritikpunkt.

      Ganz unabhängig davon hatte ich auch überhaupt nicht das Gefühl, dass ich im Gegensatz zum Hauptrestaurant "B-Ware" bekommen habe. Positiv hervorheben möchte ich noch die Portionsgröße. Da wird nämlich auch überhaupt nicht gegeizt und die Portionen waren im Vergleich zu meinen 7 Gang Menü bei letzten Mal doch deutlich größer. Insgesamt also toller Abend und eine dicke Weiterempfehlung des Konzeptes "Der Tisch!" für alle, die wie ich vor allem an gutem Essen interessiert sind.

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      • Werter Stardust,

        vielen Dank für diesen anschaulichen Bericht. Das hört sich ja alles mehr als positiv an, was sie über das Konzept des "Tisches" zu berichten haben! Ich habe heute für mich und meine Kollegen für Ende August reserviert und bin nach Ihrem Bericht nun noch mehr als vorher davon überzeugt, mit der Wahl des "Tisches" die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Werde dann in einem halben Jahr (was leider noch in allzu weiter Ferne liegt, denn mir läuft jetzt schon das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an geeiste Gänseleber, Seehecht, Entenbrust, blonde Schokolade und Co. denke...) berichten, ob mir dieses Konzept ebenso gut gefallen hat wie Ihnen!

        P.S.: Für den Abend vor dem Falcobesuch habe ich sozusagen als Ouvertüre das "Planerts" mit asiatisch angehauchter Küche ins Auge gefasst, welches vor kurzem vom ehemaligen Sommelier des "Stadtpfeiffers" (Herr Planert, wie der Name des Lokals schon sagt...) eröffnet wurde. Kann einer der Foristen diesen Laden aus eigener Erfahrung heraus empfehlen oder hat schon Gutes über ihn vernommen? Ansonsten gäbe es ja noch einige andere Adressen in Leipzig, die man ohne Gefahr für Leib und Magen ansteuern könnte...

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        • Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
          P.S.: Für den Abend vor dem Falcobesuch habe ich sozusagen als Ouvertüre das "Planerts" mit asiatisch angehauchter Küche ins Auge gefasst, welches vor kurzem vom ehemaligen Sommelier des "Stadtpfeiffers" (Herr Planert, wie der Name des Lokals schon sagt...) eröffnet wurde. Kann einer der Foristen diesen Laden aus eigener Erfahrung heraus empfehlen oder hat schon Gutes über ihn vernommen? Ansonsten gäbe es ja noch einige andere Adressen in Leipzig, die man ohne Gefahr für Leib und Magen ansteuern könnte...
          Auch wenn es nicht direkt zum Falco gehört, möchte ich die oben stehende Frage dennoch kurz hier beantworten. Ich war letzte Woche im Planerts und durchaus sehr angetan. Hatte ein 5-Gang-Menü, das man sich selbst zusammenstellen kann, für 71 €. Besonders hat mir der asiatische Einschlag der Küche gefallen und der Hauptgang (Kalbsrückensteak) wäre mir glaube ich auch in einem 1* Restaurant nicht negativ aufgefallen. Insgesamt also wirklich empfehlenswert und rein vom subjektiven Gefühl her (ohne jetzt einen direkten Vergleich zu haben) sind mir persönlich die 13 Punkte vom Gault Millaut durchaus 1-2 Punkte zu niedrig angesetzt.

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          • Werter Stardust, vielen Dank für die kurze Einschätzung zum "Planerts", die mich durchaus darin bestärkt hat, mit einer dortigen Reservierung die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Werde dann Anfang September vom "Leipziger Doppelschlag" (Freitagabend: "Planerts", Samstagabend: "Falco") berichten, und das hoffentlich positiv...

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            • Bin heute nach einem halben Jahr das zweite Mal im Falco am "Tisch" gewesen. Es gab das folgende Menü:

              1. Gang: Tatar vom Gelbflossen Thunfisch, Brokkoli Strunk, Aloe Vera, GOMASIO, Sesamsalz, gehobelte Saitlinge

              2. Gang: Cabeljau aus Island im Aromabeutel gegart, Sellerieknolle in der Birkenglut gegart, Birne, Meeresbohnen, heiße Zitrone

              3. Gang: Brust und Keule vom Perlhuhn, gehackte Pfifferlinge, braisierte Kopfsalatherzen, salziger Heidelbeer Wacholder Pudding

              4. Gang: Dracula: Rote Rübe, Goldaft, Tasmanischer Pfeffer, Brombeere, Ayran

              Der Thunfisch passte perfekt mit seinen asiatisch angehauchten Beilagen zusammen, die beiden Hauptgänge bekamen durch die kreativen Beilagen einen eigenen Charakter und das Dessert war schon durch die Aufmachung etwas Besonderes. Insgesamt war das also wieder sehr, sehr gutes Menü. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wäre das wohl der Nachtisch, der im Vergleich zu den anderen Gängen für mich schon etwas abfiel. Dafür würde ich aber hier für die Idee bzw. Präsentation ein Extralob geben.

              Ansonsten fand ich das Menü doch komplexer und fordernder als noch im Januar. Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch, wo mir die Komplexität nicht so zusagten, hat sie das Menü diesmal sogar noch besser gemacht. Sicher spielt dabei auch eine Rolle, dass ich damals ein 7 Gang Menü hatte und man bei einem 4 Gang Menü einfach mehr auf dem Teller hat, wodurch das "Verstehen" des Gerichtes einfacher ist. Zusammenfassend haben hier für mich diesmal wirklich alle Zutaten perfekt miteinander harmoniert und ich hatte im Gegensatz zum letzten Mal auch nicht den Eindruck, dass es zu viele bzw. unnütze Zutaten waren. Ergo alle Daumen für das heutige Menü nach oben!

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              • Danke für den Bericht - schön, dass es Ihnen nun besser gefallen hat - woran das auch immer liegt.

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                • Hier nun mein angekündigter Bericht über den Besuch des „Falco“ Ende August. Ich war mit vier Arbeitskollegen dort zu Gast, die ähnlich wie ich Spaß an gutem Essen haben, im Gegensatz zu mir aber noch nie im Zweisternebereich unterwegs und deshalb besonders gespannt auf diesen Abend waren.

                  Um ihnen den Einstieg in diese Sphäre ein wenig schmackhaft zu machen, hatte ich das recht lockere Konzept des „Tisches“ gewählt, der in der dem eigentlichen Restaurant vorgelagerten Lounge, welche sich ab ca. 21.00 Uhr mit Barpublikum füllt, beheimatet ist. Der „Tisch“ fasst insgesamt zwölf Personen und man muss damit rechnen, dass sich im Laufe des Abends auch andere Personen zu einem an den „Tisch“ gesellen, die ebenfalls das dort angebotene Menü zu sich nehmen oder sich einfach nur einen Cocktail bzw. ein Bierchen genehmigen, was uns als Lehrer, die ja nun den täglichen Kontakt mit vielen unterschiedlichen (wenn auch meist jüngeren) Personen gewohnt sind, nicht weiter störte. Das Menü kostet für „Falco“- Verhältnisse sagenhaft günstige 99 Euro (kleiner Vergleich am Rande: für die a la carte angebotene Dessertvariation wird der gleiche Obolus fällig (!)), für die man vier Gänge aus dem regulären Programm inklusive Wasser bekommt. Dafür muss man sich das Besteck, welches am Tisch bereitliegt, selber eindecken (Wasser und Wein muss man sich aber immerhin nicht selber nachschenken…). Unser Menü ähnelte dem, welches „Stardust“ weiter oben schon geschildert hat, wobei es teilweise Abweichungen gab:

                  Taubensalat: Brust in Pistazienöl gegart – Steinobst: eingeweckt – roter Shiso – Aji Limon Chili

                  Lachs von den Schafsinseln – Sellerieknolle in der Birkenglut gegart – Birne – Bleichsellerie – Meeresbohnen: entsaftet – Vinaigrette Transparence

                  Perlhuhn aus der Zucht von Madame Sibell: Brust und Keule – gehackte Pfifferlinge – braisierte Kopfsalatherzen – salziger Heidelbeer-Wacholder-Pudding

                  Dracula: Rote Rübe – Goldsaft – Tasmanischer Pfeffer – Brombeere – Ayran

                  Meine Kollegen, für die es das erste Zwei-Sterne-Essen ihrer bisherigen kulinarischen Laufbahn war, waren sich nach dem Menü einig, dass es das beste Essen war, welches sie bis dato zu sich genommen haben. Das würde ich jetzt mit etwas mehr Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten in diesem Bereich nicht sagen, aber auch ich fand die kulinarische Performance äußerst stark. Hatte man bei einigen Zusammenstellungen im Vorfeld noch gerätselt, wie einzelne Bestandteile sich harmonisch in die komplexen Kreationen einbinden lassen würden (z.B. der salzige Heidelbeer-Wacholder-Pudding), so löste sich diese anfängliche Skepsis schnell in geschmacklichem Wohlgefallen auf. Die Kreationen waren vielschichtig, aber nicht überfrachtet und trotz vieler verschiedener Elemente, die auf den ersten Blick vielleicht nicht immer ein gefälliges Ganzes ergaben, schmeckten die genossenen Gerichte äußerst rund sowie harmonisch und keineswegs experimentell-verwegen, die verschiedenen Zutaten gingen also immer eine äußerst gelungene Liaison innerhalb des Gesamtkontextes ein. Gekonnt war dabei auch das ausgewogene Spiel mit den Texturen sowie zwischen Süße und Säure. Einzig das etwas platt „Dracula“ titulierte Dessert fiel in meinen Augen ein wenig ab, da es nicht die Komplexität der anderen Gerichte erreichte und man den angekündigten Tasmanischen Pfeffer, der dem Ganzen eine durchaus spannende und eigenständige Note hätte mitgeben können, kaum wahrnahm. Auch der Blattgoldeinsatz, der seit Jahren (warum auch immer…) inflationär in der gehobenen Patisserie zu beobachten ist (und leider keinerlei geschmacklichen bzw. ästhetischen Mehrwert bietet), konnte diese Dessertkreation nicht in den Adelsstand der Patisseriekunst erheben…

                  Insgesamt aber eine starke gastronomische Gesamtleistung und eine klare Empfehlung für das Konzept des „Tisches“, von dem man übrigens auch noch einen hervorragenden Blick auf das abendliche Leipzig genießen konnte. Wann bekommt man abends schon ein Zwei-Sterne-Menü (teilweise schon mit Tendenz zum dritten Stern, was den Lachs und das Perlhuhn angeht) inklusive Wasser für unter 100 Euro serviert?

                  Eine kurze Anmerkung noch zur Selbstdarstellung von Restaurant und Personal: Dass Herr Schnurr durchaus ein „gesundes“ Selbstbewusstsein an den Tag legt, war mir im Vorfeld durchaus bekannt, aber muss man im Foyer des Hotels "Westin", zu welchem das "Falco" gehört, unbedingt ein überdimensionales Plakat platzieren, welches ihn mit einigen roten Paprikas sowie einem Küchenmesser zeigt und dass mit dem Slogan „Scharf – Schärfer – Schnurr“ untertitelt ist? Muss man im besagten Foyer mehrere Flachbildschirme aufstellen, auf deren Displays für Herrn Schnurr als Koch des Jahres (2016 wohlgemerkt…) und für Herrn Wilhelm als Sommelier des Jahres geworben wird? Muss man sich unbedingt durch ein Copyright die anscheinend einzigartige „cuisine passion légère“ schützen lassen?

                  Marketing in eigener Sache ist ja durchaus in Ordnung (und wohl auch nötig, denn komplett ausgebucht schien mir das Restaurant an jenem Samstagabend nicht zu sein…), solange es im Rahmen bleibt. Aber Herr Schnurr scheint ja gerne mal aus dem Rahmen zu fallen…

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                  • Ja, die Optik der Selbstdarstellung ist nicht gerade "dezent" - andererseits: wenn man anderswo über fehlende Gäste fehlt, dann man ja wohl einem Hotel nicht vorwerfen, für seinen Küchenchef die Werbetrommel zu rühren.
                    Ansonsten freut es mich sehr, dass bei Ihren, vor allem aber bei Ihren Kollegen diese Art der Küche so gut angekommen ist.

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                    • In den vergangenen eineinhalb Jahren lief es nicht gut mit mir und dem Falco, entweder war ich in den Schließzeiten in Leipzig, oder das Restaurant war schon ausgebucht und kein Gast wollte absagen, nun hat es endlich mal wieder geklappt. Bei meinem letzten Besuch habe ich eine Entwicklung verspürt, dass die Teller von Peter Maria Schnurr etwas „zentrierter“ werden, sich alles mehr auf das Hauptprodukt bezieht und insgesamt Schärfe und Aromendruck eine größere Rolle spielen. Beim letzten Besuch fehlte mir etwas die Differenzierung. Wie sollte es dieses Mal werden? Wie gehabt geht es mit einer großen in einem Rutsch servierten, vielfältigen Amuse Gueule Parade los.

                      Die Einstimmungen sind allesamt sehr kräftig, scharf, würzig und intensiv im Geschmack. Die Hauptprodukte vom Gamberoni über die Entenleber bis hin zum Kaviar sind aber dennoch gut erkennbar und werden durch die Würze nicht zu sehr überlagert.
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                      FOIREGOTT AGNI gefrostete Entenstopfleberspäne, Amchoor : Yoghurt : Curryblatt Citrus Tee : Cardamom : Minze : Tamarinde sieht auf den ersten Blick doch schon sehr rustikal aus. Von Spänen ist eigentlich nichts zu sehen, die Leber ist doch eher in Scheiben auf dem Teller. Aber sie ist kühl und erhält durch den Yoghurt noch mehr Cremigkeit ohne Schwere aufzubauen. Die Aromen dazu verbinden sich zu einem scharfen, vegetabil, zitrusfruchtig wirkenden Ensemble, das in der Intensität gut auf Höhe der Leber liegt, vielleicht sogar etwas mundfüllender ist. Das ist definitiv nicht der feinste oder differenzierte Gang, den man sich mit Entenleber vorstellen kann, aber er verbindet Frische und Aromenkraft auf eine animierende Art und Weise. Und animierend sind ja nicht unbedingt viele Lebergänge…
                      Dazu schmeckt optimal die 2016er Hallgartener Jungfer Versteigerungswein vom Weingut Prinz im Rheingau mit frischen Zitrusaromen und passender, dezenter Süße.

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                      WILD WILD EASET Tabasco Auster : Reh Keule ordinär, Topinambur : Maracuja Relish : Worcestershiresauce macht die Auster zunächst unsichtbar. Sie befindet sich unter dem rohen Rehfleisch. Sie ist mit Tabasco behandelt, was den klaren Eigengeschmack zunächst etwas überlagert. Die rohen und gerollten Topinamburscheiben bringen eine erdige Note dazu. Das Maracuja-Relish ist für eine säuerlich, fruchtig-frische Aromatik verantwortlich und die Sauce erhöht nochmal die Intensität. Während sich das Fleisch noch gut gegen das Aromenfeuerwerk behaupten kann, droht die Auster etwas unterzugehen. Aber sie hat eine Hilfe: mit dem haginoshiratsuyu-Sake wird die Würze und Säure beiseitegeschoben und der Iodigkeit Raum gegeben. Ein in der Kombination mit dem Sake spannender und vielschichtiger Gang, denn wenn die Auster zur Geltung kommt, ist der Gang zwar kräftig gewürzt, aber trotzdem sind Auster und Fleisch gut und pur schmeckbar.
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                      KINGFISH Gelbschwanz Makrele, Thai Ei : Mango Ketschup : Kopfsalat, gezupftes süßes Schwein : Minze löst bei mir zuerst die Frage aus: Wo ist der Fisch, sehe ich doch nur das lackierte Schweinefleisch. Unter diesem ist der Fisch und der ist nur gering temperiert. Dadurch wird wiederum die warm-würzige Wirkung des Schweinefleisches minimiert. Das Ei ist innen flüssig und gibt der Gesamtkombination eine schöne Fülle. Die vegetabilen Elemente um das Ei geben dem Gerichteine schöne Thai-Anmutung.
                      Dazu gibt es einen 1998er Pechtstein R von Dr. Bürklin-Wolf. Der Wein ist mit Coravin geschützt, denn sonst hätte die geöffnete Flasche wahrscheinlich Schwierigkeiten, einen Abend zu überstehen ohne zu oxidiert zu schmecken. Der Wein ist schon sehr reif und zu viel weitere Luft tut ihm nicht gut. Allein getrunken ist die Mineralik praktisch nicht mehr wahrnehmbar. Ich merke Aromen von getrockneten Früchten und einen leicht erdigen Abgang. Dieser verschwindet dann in der Kombination mit dem Essen. So gibt dieser Wein der Frucht-Komponente des Gerichts mehr Unterstützung und wirkt aromatisch wie eine Mosel-Spätlese, hat aber dann doch ein breiteres Kreuz, was auch notwendig ist, um sich gegen die Würze vom Fleisch behaupten zu können. Eine sehr schöne Kombination.
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                      STEINBUTT gegrillt aus der Gegen des Leuchtturms von Jument, falsche Sauce Périgordine crunchy : Gemüse aus dem Glas beginnt mit einem schön gebratenen, fleischigen Stück Steinbutt, dass die Grillaromen gut zeigt. Auf der anderen Seite kommt bei dem Gemüse vor allem Blumenkohl zur Geltung. Die Trüffelscheiben sind nicht temperiert und entsprechend dezent, das heißt gut wahrnehmbar, aber die Kombination wird von ihnen nicht beherrscht. Dazu kommt eine schöne cremige, vollmundige Sauce, die dem Gericht mehr Fülle gibt und alles gut einrahmt.
                      Dazu passt sehr gut der Gut Oggau Timotheus (Weiß). Mit seiner Cremigkeit kann der Wein den Trüffel gut einbinden, ist aber nicht zu üppig und passt auch gut zu dem Blumenkohl.
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                      ACHTUNG blutig! WAGYU STRIP LOIN Rücken vom australischen top Züchter David Blackmore, Tatar von Buchenpilzen & Schalotten, Hokkaido japonais : Markklöschen Schnee : heißer Beinscheiben Tee setzt das wunderschön marmorierte und saftige Rindfleisch in einen sehr aromatischen Zusammenhang. Erfreulicherweise war der Kürbis nicht zu süßlich, sondern er war mit leichter Schärfe abgeschmeckt. So passte er gut zu den sehr intensiven Pilzen. Eine markante Frische brachte ein kleiner Klecks von Zitronschalencreme ein. Ganz viel Umami kam durch den Beinscheiben-Tee dazu. Zwar war das Gericht aromatisch vollmundig und intensiv, aber in einem angenehmen Rahmen, so dass das Fleisch noch schön zur Geltung kam.
                      Dazu Omina Viognier aus Italien, der eine leichte Restsüße hatte, die aber mit dem Gericht verschwand. Der Wein hatte die richtige Fülle, um mit dem Gericht mitzuhalten.
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                      Eine kleine Erfrischung...
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                      CHALLANS ENTE TDF Brust & Keule, Salicornes Birnen Salat : Feuer Kastanien, Bisque von Krustentierköpfen – die Entenbrust mit der schön krossen Haust ist selbst bereits markant gewürzt und damit das kräftigste Element auf dem Teller. Die Kastanie hielt sich da schon zurück, hier trug die Würze dazu bei, dass die Süße nicht zu plakativ wurde. Schön schmeckt die saftige Birne in Verbindung mit den Meeresaromen von den Salicornes. Das beruhigte das Aromenspiel etwas. Die Bisque ist nicht zu kräftig und rundet den Geschmack schön ab.
                      Dazu ein AV01 Catarratto Orange aus Sizilien. Der Geschmack ist halt noch stark von der Ausbauweise gekennzeichnet, aber hier passt das gut. Denn der Wein stützt vor allem dir Birnen-Komponente im Gericht, ohne in die große Aromenfülle zu sehr einzugreifen.
                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC00308.jpg Ansichten: 0 Größe: 57,9 KB ID: 62987Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_2779.jpg Ansichten: 0 Größe: 48,1 KB ID: 62988

                      Als Presdessert gibt es ein sahniges Eis mit Yuzo-Kern. Ziemlich mächtig diese Portion (ist eigentlich für zwei Personen, ein paar Tage zuvor war Valentinstag…)
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                      FLÜSSIGES GLÜCK, Gyokuro Teeblätter Spinat aus den Teegärten der Familie Hayashi, Mangostane : seifenbaum Frucht, weiße Schokolade : Softeis von der Kefir Knolle ist dank Teein ein sehr erfrischendes Dessert. Perfekt integriert ist die weiße Schokolade, die gut mir frischen Komponenten funktioniert, ohne allzu sehr zu dominieren und die Kombination dann zu herb erscheinen zu lassen.
                      Die Scheurebe vom Weingut Spies aus Rheinhessen könnte aromatisch fast auch ein Sauvignon Blanc sein, so sehr geht sie in Richtung Stachelbeere, aber das passt hier sehr gut.
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                      SEXY … ne Waffel für die es keinen Waffenschein gibt…. Apfel Hüttenkäse : Amarena Kirschen, Schaumku$$ Crème : Vanille Sellerie Softeis ohne Zucker schmeckt tatsächlich wie eine Waffel mit Sahen und Kirschen, nur halt wesentlich leichter und die Waffelkomponente ist eher reduziert. Obwohl auch dieses Dessert nicht besonders süß ist, ist es durch die Cremigkeit sehr gaumenschmeichelnd. Ich finde ein durchaus ungewöhnliches Dessert, da das Waffel-Thema ja nicht allzu oft in Menüs zu finden ist.
                      Die Kirschfrucht bekommt durch den 2010er Olivares Dolce Monastrell Jumilla mehr Unterstützung.
                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC00322.jpg Ansichten: 0 Größe: 64,3 KB ID: 62991Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_2783.jpg Ansichten: 0 Größe: 52,3 KB ID: 62992

                      Die Badelatsche ist weiter im Programm und dieses Mal ist die Kugel mit Eis vom Purple Curry gefüllt…
                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC00326.jpg Ansichten: 0 Größe: 46,6 KB ID: 62993

                      Peter Maria Schnurr kocht inzwischen mit viel Aromenkraft und deutlicher Schärfe. Waren beim letzten Mal die Gerichte mir etwas zu plakativ und dadurch unnötig eindimensional, hat sich des nun wieder gebessert. Alle Gerichte enthalten Elemente, die die Aromenkraft besser ausbalancieren und begrenzen. Dadurch bekommen die Gerichte wieder ihre Vielschichtigkeit und die von mir zuletzt vermisste Differenziertheit. Mir hat das Menü sehr gut gefallen. Alle Gänge hatten ihren Reiz und lagen qualitativ für mich auf einem gleich hohen Niveau.

                      An dem schönen Abend hat natürlich auch mal wieder die Weinbegleitung von Christian Wilhelm einen nicht unbedeutenden Anteil. Es gelingt ihm mehrfach im Menü vorteilhaft in die Aromenkonstruktionen einzugreifen. Die Weine, die wiederum als klassische Begleiter gedacht sind, können den Gerichten gut standhalten – und alle Weine sind auch so interessant und schön zu trinken. So machen Weinbegleitungen richtig Spaß.







                      Angehängte Dateien
                      Zuletzt geändert von QWERTZ; 13.03.2019, 18:21.

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                      • Vielen Dank für den wundervollen Bericht über das Falco**. Darf ich fragen, ob Sie auch schon Eindrücke vom á la carte Angebot sammeln konnten? Berichtet wird ja häufig über das Menü, allerdings gibt es ja auch einige spannend Klinge á la carte Gänge.

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                        • Ich habe noch nie im Falco a la Carte gegessen. Ich denke, die a la Carte Karte ist ein Angebot vor allem für die Business Kunden, die es im Westin durchaus noch gibt, die vielleicht nicht unbedingt Zeit und Lust für ein langes Menü haben, denn preislich kommt man bei drei Gängen a la Carte ja schon annähernd beim 7-Gang-Menü ohne Kaviar (zur Zeit 199 Euro) raus.

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                          • Da hat der werte QWERTZ aber noch sehr gnädig kalkuliert... Wenn ich mir die derzeitige Karte im Netz anschaue und mir dort als Vorspeise die "Rote Bete mit Sauerrahm und Caviar" (160 Euro), als Hauptgang den "Steinbutt" (250 Euro) und als Dessert die "Dessertexplosionen" (99 Euro) a la Carte "herauspicken" würde, käme ich summa summarum auf schlappe 509 Euro für drei Gänge... damit dürfte das "Falco" preislich im a-la-Carte-Bereich deutschlandweit mit Abstand an der Spitze stehen und könnte wahrscheinlich selbst in Paris in dieser Kategorie ganz weit oben mitspielen...

                            Das heißt für mich als armen Pauker: Wenn "Falco", dann nur am "Tisch" in der Lounge, denn dort wurde mir letztes Jahr ein ganz hervorragendes 4-Gänge-Menü (zusammengestellt übrigens aus den Gängen des damaligen großen Abendmenüs) für wohlfeile 99 Euro inklusive Wasser kredenzt, was für das "Falco" als unglaubliches Schnäppchen gelten darf (bekommt man dort ansonsten für diese Summe doch nur die Dessertvariation...)!

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                            • Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
                              Da hat der werte QWERTZ aber noch sehr gnädig kalkuliert... Wenn ich mir die derzeitige Karte im Netz anschaue und mir dort als Vorspeise die "Rote Bete mit Sauerrahm und Caviar" (160 Euro), als Hauptgang den "Steinbutt" (250 Euro) und als Dessert die "Dessertexplosionen" (99 Euro) a la Carte "herauspicken" würde, käme ich summa summarum auf schlappe 509 Euro für drei Gänge... damit dürfte das "Falco" preislich im a-la-Carte-Bereich deutschlandweit mit Abstand an der Spitze stehen und könnte wahrscheinlich selbst in Paris in dieser Kategorie ganz weit oben mitspielen...

                              ..)!
                              Ich kann mich noch an unseren letzten Besuch vor 2 oder 3 Jahren erinnern, da waren wir mit 2 anderen Tischen die Einzigen, die das Menu gegessen haben. Dagegen gab es diverse Tische mit osteuropäischen Gästen, die a la Carte gegessen haben und denen auch die Kosten wohl weitgehendst egal waren.

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                              • Der Grund für à la Carte-Karte so hat man mir vor einigen Jahren mal gesagt, sei, dass es im Falco nicht selten Gäste gebe, die die Zeit für ein Menü nicht aufwenden wollten. Sind halt doch nicht so wenig Business Gäste dort...

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