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La belle Epoque, Travemünde

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  • kuechenreise
    antwortet
    Na das sind ja News! Bewegung bei den deutschen Dreisternern...

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  • rocco
    antwortet
    Gerade bei Facebook gelesen:

    "Bevor uns andere zuvorkommen, geben wir diese Meldung noch mal zu später Stunde bekannt:
    Nach zehn unglaublich intensiven und erfolgreichen Jahren im Restaurant La Belle Epoque im Columbia Hotel Casino Travemünde ist es nun Zeit, einen weiteren Schritt nach vorne zu gehen, den in die Selbständigkeit.
    Ich werde im Sommer ein einzigartiges Chefs Table Restaurant in der Hamburger Hafencity eröffnen, das es so in Deutschland noch nicht gibt. Wir werden dabei unserer weltoffenen Küchenstilistik, die durch Kreativität und dem Streben nach Perfektion geprägt ist, weiterhin treu bleiben.
    Mein allergrösster Dank gilt meinen jetzigen Mitarbeitern und all denjenigen, die in den vergangen 10 Jahren mit voller Leidenschaft und Aufopferung unser Restaurant La Belle Epoque zu dem gemacht haben, was es heute ist: eines der besten Restaurants der Welt.
    Und keine Angst, Liebe Gäste, David Eitel und viele mehr unseres genialen Teams werden mit von der Partie sein."

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  • QWERTZ
    antwortet
    und dabei bin ich eher klein gewachsen.

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  • merlan
    antwortet
    Ich bin schwer beeindruckt, .........auch was in einen QWERTZ so alles reinpasst!

    Schönen Gruß, Merlan

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  • QWERTZ
    antwortet
    Danke, es macht auch Spaß das Erlebte nochmal in Worte zu fassen.

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  • chess
    antwortet
    DANKE, DANKE und DANKE, dass Du Deine kulinarischen Erlebnisse mit uns hier in diesem Forum und auf diese genussreiche Art teilst! KG Chess

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  • QWERTZ
    antwortet
    Eineinhalb Jahre war ich jetzt nicht mehr in Travemünde bei Kevin Fehling. Seit geraumer Zeit plante ich schon mit Freunden dort vorbei zu fahren und immer wieder haben wir die Planungen verschoben. Jetzt war es endlich soweit. An bislang einzigen Schneetag dieses Winters – zumindest bei uns in Norddeutschland – ging es an die Ostsee.
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ID: 49373

    Meine Erinnerung an die Küche war die hohe Präzision, aber auch die Weiterentwicklung von Gängen über Menüs hinweg. Durch diese teilweise beeindruckenden Optimierungen, die zeigen, dass auch sehr gute Kreationen durch mehrfaches Überarbeiten noch an Qualität gewinnen können, verändern sich die Menüs in ihrer Dramaturgie nicht grundsätzlich oder sprunghaft. Ich hatte daraus für mich den Schluss gezogen, dass ein jährlicher Besuch im La belle Epoque eine gute Schlagzahl ist, um einerseits gut an die Erinnerung des vorherigen Menüs anknüpfen zu können, andererseits aber Veränderungen wahrnehmen zu können. Nun waren ein paar Monate mehr werden. Ob das Auswirkungen hatte?

    Zu Beginn gab es einen bemerkenswert guten Dreiklang: Das Hörnchen Florwers for you war recht fragil. Mit spitzen Fingern führte ich es zum Mund, es sollte nicht zerbrechen, denn innen war eine flüssige Konsistenz. Im Mund verbreitete sich dann ein floraler, klar vom Rosenwasser geprägter Geschmack.
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ID: 49374

    Das Taschenkrebsbrötchen war großartig: die Cremigkeit des Krebsfleischs war bemerkenswert. Das feine „Brötchen“-Baiser zergang schnell im Mund und gab den runden, schön puren Geschmack des Krebses frei.
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ID: 49375

    Der Gebeizte Lachs, Apfel / Dill, Preiselbeeren zeigte die genannten Aromen und war der geschmacklich einfachste der drei Happen. Eigentlich fiel er – auf allerhöchstem Niveau - wegen seiner geringeren Komplexität ein bisschen ab, schmeckte aber trotzdem sehr gut.
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ID: 49376

    Nach dem Dreiklang ging es mit einem Duett in die zweite Runde: Der Matjes Hausfrauenart war hier die einfachere Variante. Geschmacklich kam hier meines Erachtens der Fisch nicht ganz so zum Tragen, wie zuvor der Krebs – aber trotzdem ein sehr feiner Appetizer.
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ID: 49377


    Dieser wurde aber überstrahlt von der Jakobsmuschel & Ponzu. Dabei war auf kleinem Raum viel Geschmack abgezirkelt: die Cremigkeit der Jakobsmuschel wurde mit der säuerlich-salzigen Wirkung des Ponzu zu einer spannenden Kombination.

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ID: 49378

    Ein richtig kleiner Genusshappen war Schwarzer Trüffel & Topinambur der Abschluss der Einstimmungen. Ganz unten in der Rolle war ein flüssiges Wachtelei versteckt. Jedem dürfte klar sein, wie intensiv und rund dieser Geschmack war. Dass für meinen Geschmack der Trüffel obenauf ein Tick wärmer und damit aromatischer hätte sein können, ist da nur eine Petitesse.
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ID: 49379

    Diese Einstimmungen haben mir schon mal sehr gut gefallen und wieder in Erinnerung gerufen, was die Küche von Kevin Fehling ausmacht: ein hoher Grad an geschmacklicher und technischer Exaktheit. Dies sollte der erste Gang, Gelbflossen-Makrele mit Rettich, Matchatee. Limonenblatt-Staub & Kalamansi eindrucksvoll auch auf einem großen Teller unter Beweis stellen. Die Aromen waren recht Intensiv: leichte Schärfe und Säure, der Staub hatte auch eine gewisse Bitterkeit. Dies war klar die Hauptwirkung des Gangs. Der Fisch war eigentlich Nebendarsteller, ging dennoch nicht unter, auch da er eine herausragende Produktqualität aufwies. Seine seidig-fette Textur verband die Aromen. Gleichzeitig gab der feine pure Fischgeschmack doch etwas dazu, dass er so etwas wie die „Beste Nebenrolle“ ausfüllte. Auf bemerkenswert interessante Weise drehte die kleine Rolle auf dem zweiten Teller, die mit Hamachi-Tatar gefüllt war, die Vorzeichen klar um. Hier war der Fisch die Nr. 1 – ein schöner Kontrast. Der 2012er Le Haut des Clous von der Domaine Saint Nicolas von der Loire war ein kräuterwürziger Chenin blanc mit etwas Fenchel in der Aromatik, er ergänzte das Aromenspiel des Gangs nicht nur, sondern brachte sie einen Schritt weiter, zu mehr Tiefe. Ein großartiger Auftakt.
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ID: 49380

    Häufig wird Gänseleber ja im ersten Gang serviert. Nicht selten haben wir schon mal bei Club-Abenden gewitzelt, ob schon Zeit für das Dessert sei. Sso mancher könnte sich vorstellen, solche Gerichte auch weitaus später oder gar am Ender im Menü zu essen. Aber Kevin Fehling platzierte seine Gänseleber „Lübecker Marzipan“ mit Marzipancreme, Rotkohl, Feige & Rum-Nuss-Chutney auf der zweiten Position. In Anbetracht der Aromenintensität der folgenden Gänge passte das sehr gut. Zunächst, vor allem mit der Marzipancreme, wirkte die Kombination ziemlich süß. Aber die Feige und das Chutney brachten schon etwas mehr Würze ein. Ganz herausragend wurde es aber, wenn die Frische und gewisse Säure der Rotkohlstreifen dieses alles kontrastierte. Ziemlich salzig wirkte die die Funktion des Brioches übernehmende Kugel auf dem vorderen kleinen Teller, die ebenso die Süße konterte. Das hinten liegende Eis hat mich in dieser Kreation am wenigsten gepackt. Großartig aber wie hier noch mit Süße gespielt wird, ohne dass diese Gänseleberkreation zu sehr ins Süße abdriftet. Ein gelungener Tanz auf dem aromatischen Drahtseil, nicht zuletzt durch ein Glas des gekühlten 2008er X-Periment von Hans-Jörg Rebholz. Ein mir inzwischen durch diverse Weinbegleitungen bekannte Portwein-Kreation, die mir bislang immer gut gefiel. Aber hier konnte dieser Wein, leicjht gekühlt. logischerweise die Süße aufnehmen, brachte durch seine Tannine aber zusätzlich einen gewissen aromatischen Zugriff auf die Würze Feige und des Chutneys ein, dass ihnen noch mehr zur Geltung verhalf. Das hatte große Klasse.
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ID: 49381

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ID: 49382


    Während die ersten Gänge durchaus im positiven Sinne als fordernd empfunden werden können (was ich ja schätze), so war Unsere Bouillabaisse ein Schritt in Richtung eher harmonischer Kombinationen. Zunächst hat mir die Anrichteweise sehr gut gefallen. Die Fisch- und Krustentierstücken waren alle so in eine Ecke des Tellers „gepresst“, dass sie mit dem angegossenen, kräftig-cremigen Sud nicht sofort in Berührung kamen. Alle diese Fisch- und Krustentierstückchen waren hervorragend gegart, auch der Kontakt mit dem heißen Fond hat das nicht zu schnell verändert. Der Fisch- und Krustentiergeschmack wurde von dem Cremigkeit des Fond umschmeichelt und gepägt, aber keineswegs überlagert. Leider habe ich das oben am Tellerrand platzierte, sehr salzige Gel nicht bewusst genug und dosiert genug gegessen, um seine aromatische Wirkung optimal eingebunden zu haben, aber ich denke, mit bedachtem Einsatz dürfte dies den Fisch- und Krustentierstückchen noch mehr Kraft gegeben haben. Dazu gab es einen sehr schönen 2004er Geheimrat J Riesling von Wegeler. Dieser Rheingau- Klassiker war schön gereift, hatte eine klare Mineralität, die hier schön passte. Es macht Spaß so einen reifen Wein zu trinken, auch vor und nach dem Essen. In der Kombination mit dem Essen spielte er meines Erachtens aber deutlicher als die beiden Weine zuvor die zweite Geige. Ein perfekt austarierter und optimierter Genuss.
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ID: 49383

    Mit einer Flaschenpost stimmte Kevin Fehling auf Carabiniero „Message in a Bottle“ mit exotischem Chutney, Joghurt, Naanbrot & Tandori ein. Nichts Essbares war dabei, sondern nur der Hinweis in der Flasche, dass Kevin Fehling im Rahmen seiner Tätigkeit auf hoher See auch mal in Indien vorbei gekommen ist und sich von den dortigen Aromen zu diesem Gericht inspiriert fühlte.
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ID: 49384

    Carabiniero ist so ziemlich mein liebstes Krustentier, was Aromatik und Fleischigkeit betrifft. Die aromatischen Zutaten verbreiteten ein typisch indisches Aromenbild. Großartig war aber, dass dies so gezügelt war, dass der Carabiniero stets die Oberhand behielt, praktisch das Gegenstück zu der Markele im ersten Gang, die bewusst etwas hinter den anderen Aromen stand. Der Gang der bislang am „einfachsten“ vom Geschmack her wirkte, aber trotzdem ein großer Genuss war. Der 2012er Wei0burgunder Morstein „Reserve“ vom Weingut Seehof in Rheinhessen umrahmte mit einer gewissen Salzigkeit diesen Gang in einer gezügelten Mischung aus Kraft und Cremigkeit mit einem langen Abgang sehr gut.
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ID: 49385

    Nun wurde es mit einer neuen Ausgabe aus der Kombination Auster und Schweinefleisch wieder etwas fordernder. Jungschweinehaxe & Auster mit Grünkohl-Pinkel-Porridge und Senf war dieses Mal die Kombination. Im Grunde funktioniert dieses Gericht weiterhin nach der Idee vermeintlich feines Austernaroma mit Fleischigkeit und rustikalem Geschmack zusammenzufügen. Mittlerweile bin ich eigentlich der Meinung, dass Auster nur in unserem Kopf wegen Ihres Edel-Images gleich unter feinem Geschmack abgelegt wird. Eigentlich ist sie in diesem Gericht das rustikalste Aroma gewesen. Das Fleisch war fein und der aromatische Grundton. Die Grünkohl-Konstruktion hatte so viel Intensität und einen feinen Geschmack, eigentlich wie ein ganzer traditioneller Grünkohlteller aus Kevin Fehlings Heimatregion nahe Bremen. Der Senf war sehr gezügelt würzig. All dies war so schon perfekt. Die Auster war dieses Mal nicht in einem Stück, sondern – klugerweise – in zwei zerteilt, denn sie stoppte immer die geschmackliche Wirkung der übrigen Komponenten ab, wenn ich davon ein Stückchen aß, verband sich dann damit und gab dieser Kombination dann den letzten Schliff. Der 2012er Les Noels de Montbenault von Leroy an der Loire war ein anderer Chenin blanc als der aus dem ersten Gang. Hier war interessant, dass dieser Wein im Mund zunächst die übliche Wirkung aus Säure und Mineralität zeigte, dann sehr weich wirkte, aber vor allem im Abgang noch einmal kräftiger seine Krallen ausfuhr, als man es zu Beginn erwarten konnte. Also ein weiteres Highlight in der Serie der Austern&Fleisch-Kombinationen
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ID: 49386

    Im Hauptgang hatte ich mich für Kalbrücken & Bries mit Erdnuss, Kürbis, Quitte & Curry entschieden. Dieser Gang erschien mir der noch „unfertigste“ dieses Menüs, was mehrere Gründe hat. Das Bries war hervorragend gebraten und war für sich genommen ein Hochgenuss. Aber es fügte sich mit keinem anderen Aroma für mich optimal zusammen, sondern stand für sich. Der Rücken – von Natur aus ja nicht unbedingt das interessanteste Stück Fleisch - war im Verhältnis sehr aromatisch und verband sich mit dem Fond sehr gut mit Kürbis und Quitte. Auch mit der Erdnuss, aber diese Creme war etwas fester in der Konsistenz, lies sich daher schwer in kleineren Stücken dosieren und war so punktuell sehr dominant. Für mich griff dieses Uhrwerk nur bedingt ineinander, wenn ich mehr als zwei Dinge miteinander kombinieren wollte. Blieb es bei einem Stückchen Rücken und einem der anderen Komponenten, war aber alles sehr gut gelungen. Wenn ich mich recht entsinne, hat Kevin Fehling mal gesagt, dass er Hauptgänge zuweilen so konstruiere, dass man die Hauptkomponente praktisch Reihum mit den Beilagen kombinieren kann, was auch hier funktionierte, aber es verbreitet nicht den Zauber der vorherigen Gänge. Und das Bries habe ich einfach ganz für sich allein genossen. Dann begegnete mir mal wieder ein Wein aus Teneriffa, die offentlich im Moment gut bei Sommeliers platziert werden: ein 2012er El Ciruelo von Suertes del Marqués durfte ich genießen – ein frischer, gleichzeitig tiefer Wein. Etwas mehr Kraft als ein Spätburgunder, aber ähnliche Frische und Finesse, was nicht nur zu dem Kalbrücken und zu den süßlichen Beilagen sehr gut gepasst hat, sondern auch so einfach ein interessanter Wein war.
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ID: 49387

    Nun wurde es – leider – Zeit für süße Abteilung: Die Avocado aus Gurke & Shiso mit Pistazie, grünem Tee und weißer Schokolade war mich wegen der Fische eher ein ziemlich großes Predessert. Es hatte nicht ganz so viel Komplexität, war aber lecker. Die separat gereichte Weiße-Schokoladen-Creme war lecker, konnte aber den Eindruck nicht aufheben. Auch die 2004er Scheurebe Auslese von Heinrich Männle aus Baden passte, aber verblasste wegen der Frische im Gang etwas. Diese war geprägt von der Wirkung der Kresse und des Tees. Durchaus Lecker, aber für die Größe des Desserts war dies für mich nicht das Niveau der vorherigen Gänge.

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ID: 49389

    Der „The big Five“ Dessert aus Schokolade, Aprikose, Macamia, Süßkartoffel & Amarula war meines Erachtens ähnlich, nur auf der klassisch schokoladigeren Seiten. An den 2012er Bukkuram „Sole d’Agosto“ von Pssito di Pantelleria von Baroli aus Sizilien erinnere ich nicht mehr im Detail, aber die Wirkung ist mir noch im Gedächtnis: er gab es dem Gang Komplexität und machte ihn wesentlich interessanter.
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ID: 49390

    Wenn man hier den Eindruck haben könnte, dass die Desserts vielleicht lecker, aber doch eher einfach waren, dann zeigte das Abschluss-Trio, dass es auch viel forcierter und spannender geht: Aubergine mit Ayran, Zimt & Ras el Hanout war eine aromatisch tiefe und perfekt austarierte Kombination.
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ID: 49391

    Nigri mit Kokos und Shiso war erstmal ein optischer Hingucker und schmeckte ebenfalls herausragend.
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ID: 49392


    Der Mexikanische Taco gefiel mir ebenfalls – die Aromatik habe ich aber leider gerade nicht mehr parat, aber trotzdem war diese Triologie der Höhepunkt im Dessertbereich. Interessant, dass auf dem kleiner abgezirkelten Feld der Petit Fours meines Erachtens mehr ging, als auf dem größeren Spielfeld der Dessertteller.
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    Ich muss sagen, mir hat der gewisse zeitliche Abstand zum vorangegangenen Besuch bei Kevin Fehling sehr gut getan. Ich schätze jetzt seine Qualitäten nun mehr als je zuvor. Meines Erachtens hat sich seine Steuerung von eher fordernden und entspannenderen Gängen über das Menü hinweg noch einmal merklich verfeinert. Außerdem war ich am Ende des Menüs perfekt gesättigt. Ich fühlte mich nicht beschwert, war aber angenehm gesättigt. Ansonsten habe ich einen Kevin Fehling in Top-Form erlebt. Hohe Präzision wie man es kennt, spannende und entspannende Ideen und Gerichtskreationen in verschiedenen Entwicklungszyklen. Die Auster & Fleich-Kombi ist sicher schon so erprobt, dass da eigentlich nichts besseres, sondern nur noch anderes herauskommen kann (ich lasse mich natürlich da besonders gern eines Besseren belehren) und auch die Makrele hat für mich Maßstäbe gesetzt. Auch wenn das Konzept der Konstruktion des Hauptgangs ich ja eigentlich schon häufiger bei Kevin Fehling erleben durfte, meine ich, dass hier das Potenzial dieser Kombination aus einem intensiveren und einem eher saftigen Fleisch-Stück noch nicht voll ausgeschöpft ist.
    Dass in Travemünde die drei Sterne vollkommen verdient vergeben wurden, dürfte eigentlich niemand mehr bezweifeln. Für mich – und meine Begleiter – war es ein großartiges Genusserlebnis, zudem nicht zuletzt David Eitel mit seiner – wie immer – gekonnten Weinbegleitung und seine weiteren Kolleginnen und Kollegen, die unsere Runde kompetent und souverän durch den Abend begleiteten, enorm beigetragen haben.

    Und weil wir brav alle unsere Teller aufgegessen hatten, schien am nächsten Tag auch die Sonne…
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    Zuletzt geändert von QWERTZ; 03.02.2015, 09:06.

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  • schnecke
    antwortet
    Bei einem solchen enthusiastischen Bericht ist der Schmerz des nicht gewinnens sofort verflogen, einzig bin ich etwas erstaunt das Sie kein upgrade auf ein großes Menu gewählt haben, gewähren Sie uns einen tieferen Einblick in die Weinbegleitung?
    Vielen Dank für den erneuten Einblick in die Schaffenskraft von Kevin Fehling.

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  • spumante
    antwortet
    Lange hat‘s gedauert, aber endlich hat‘s geklappt. Meine Frau und ich haben ein langes Wochenende genutzt, das Töchterchen bei Freunden untergebracht und dann ging's ab nach Travemünde. Dank eines Gutscheins, den wir letztes Jahr hier bei einer Verlosung gewonnen haben, stand ein 4-Gang-Menu bei Kevin Fehling auf dem Programm, inkl. Aperitiv, Weinbegleitung, Wasser und Kaffee.

    Und was soll ich sagen....es war unfassbar gut. Ich werde nicht auf die Details eingehen, weil mir schlicht die Worte fehlen, um zu beschreiben, was die Kreationen des Herrn Fehling bei uns an Wohlbefinden, Euphorie und Hochgenuss ausgelöst haben. Da haben es meine Vorredner in ihren Schilderungen bereits gut getroffen.
    Es stimmt einfach alles - Angefangen beim souverän und herzlich auftretenden Service, über die ungewöhnliche und kunstvolle Präsentation der Speisen auf geschwungenen Glasgebilden bis hin zur perfekt abgestimmten und teilweise recht exotischen Weinauswahl (u.a. ein Rotwein aus Teneriffa).

    Und was auf den Tellern war, konnte sich sehen und schmecken lassen.
    Schon die Amuses in drei Gängen, darunter eine Art essbarer Mini-Blumenstrauß und die wohl beste Austernkreation, die ich je erlebt habe, lösten bei uns Begeisterung aus.
    Und auf diesem Niveau ging es weiter.
    Eine Gänseleber mit mexikanisch angehauchten Aromen - Mais, Guave, Avocado, Tamarinde - wunderbar.
    Eine Jakobsmuschel mit Bries, Yuzu, Kohlrabi, Sesam, Röstzwiebeln und Dashi klingt nach überladenem Teller, aber genau das Gegenteil war der Fall. Jede Komponente machte Sinn und ergab immer wieder neue, außergewöhnliche Geschmackserlebnisse.
    Eine Hauptspeise, die sich „Der asiatische, der orientalische & mediterrane Weg des Wagyu-Beef / Kagoshima“ nannte und tatsächlich in drei unterschiedlichen Zubereitungsarten auf den Tisch kam - unbeschreiblich gut.
    Nach diesem Defilee genialer Kochkunst konnte die Nachspeise nicht mehr ganz das Niveau halten. Das „Big Five“ Dessert, bestehend aus einem Schokoladentaler, aus dem die fünf Tiere Südafrikas reliefartig herausstachen, Süßkartoffeleis, Aprikose, Amarula und Macadamia, war schön anzusehen, aber etwas zu schokoladenlastig. Da hatten die anderen Aromen wenig Chance, auf der Zunge einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

    Aber das ist nur ein winziger, fast schon zu vernachlässigender Kritikpunkt bei einer Menüabfolge, die ich schlicht und einfach als genial bezeichnen würde. Zusammen mit unserem euphorisierenden Abend bei Sven Elverfeld vor zwei Jahren gehört dieses Menü von Kevin Fehling zu unseren absoluten Highlights.

    Liebe Grüße, spumante.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Ach so, ich dachte in der Flasche sei vielleicht etwas flüssiges gewesen...

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  • TaxAs
    antwortet
    Hallo Quertz,

    die "MitB" ist in der Tat nur einer kleiner Gag, eine lyrische Einstimmung auf die folgende Jakobsmuschel. Man entnimmt einfach die Nachricht, liest sie und führt sie zurück in die Flasche. Es ist nicht überliefert, ob sich jemand schon mal an den Muscheln versucht hat und wer anschließend die Kosten für die Jacketkronen übernehmen musste...

    Grüße aus Bad Salzuflen

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  • QWERTZ
    antwortet
    Lieber TaxAs, ich habe mir eben nochmal die Bilder angesehen: wie funktionierte die "Message in a bottle"?

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  • kgsbus
    antwortet
    Das " La belle Epoque" scheint mir in Zeiten von Schließungen und Konzeptänderungen ein Hort der "Sternetempel" zu sein.

    Ich kann und will nicht Vergleiche ziehen zwischen "Familenbetrieben" und "Hotelkonzernen". Viele "gute" Häuser ändern sich zur Zeit oder schließen ganz.
    Vielleicht ist auch schon morgen das Ende der Art des La belle Epoque - siehe Buddenbrooks, Wasserturm, Hugenpoet (Jörg Müller) etc.

    Aber noch gibt es solche Häuser - und das ist gut so.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Vielen Dankt für Bericht und Bilder!

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  • TaxAs
    antwortet
    Liebe Feinschmecker,

    ich möchte den Bericht von kgsbus noch mit den Fotos http://www.pixum.de/meine-fotos/album/7049103 und einigen persönlichen Anmerkungen ergänzen.

    Wir hatten ebenfalls des Degustationsmenue, entschieden uns aber dafür, das „oder“ zwischen den Hauptgerichten auf der stillvollen Karte einfach zu ignorieren. So gab es dann Ente und - neu auf der Karte - Rosa Rehrücken (+ 40€).

    Hamachi mit grünen Aromen
    besonders erwähnenswert war das Dill-Sorbet, herrlich frisch mit einer eleganten Dill-Note sowie die Haube aus Limettenschaum,

    Kalbstatar „Wiener Art“
    großartig und optimal temperiert wurde jeder Bissen zu etwas Besonderem, weil es mal Kapern, mal süße oder mal saure Beeren waren, die den Geschmack ausmachten,

    Taschenkrebs, Hummer & Kaisergranat - mit 3erlei Kaviar & Cognac
    alle 3 waren sehr schmackhaft, die kleinen Kügelchen waren wie ein mildes Cognac-Eis,

    Kabeljau - mit Kohlrabi, brauner Butter, Wasabi & Dashi-Vinaigrette
    der Fisch war von einer Konsistenz, wie ich sie bisher noch nicht erleben durfte, der „braue-Butter-Schaum“ war leicht und sehr aromatisch, der gefrorene Wasabi-Staub war geschmacksintensiv und vor allen Dingen ohne die oft übertriebene Schärfe, weshalb er sich mit dem Fisch sehr gut ergänzt,

    Jakobsmuschel „Message in the Bottle“ - mit exotischem Chutney, Joghurt, Naanbrot, Tandoori
    schon der Duft lies eine Aromenvielfalt erahnen, die dazu einlud, zu kombinieren und sich nur allzu schnell eine weitere Portion zu wünschen…,

    „Die Weiterentwicklung“ Kassler & Auster - mit gefrorenem Senf, Weisskrautsalat, Kartoffel & Petersilie
    darauf hatte ich mich am meisten gefreut und wurde entsprechend ein wenig enttäuscht, weil der „aha-Effekt“ irgendwie ausblieb. Das Kassler war sehr mild und die Auster konnte, obwohl an der Produktfrische nicht gezweifelt wurde, nicht diesen frischen Geschmack (salzig, säuerlich…) bieten, die ich mit dieser Muschel verbinde. Allerdings muss gesagt werden, das gerade hier der Wein mit einer sehr mineralischen Noten genau diesen Salzgeschmack, den ich mit Kassler oder Auster verbinde, hin das Gericht hineinbrachte,

    Rosa Rehrücken - mit roten Aromen, & geschmorter Schulter mit Rumfrüchte Eintopf
    Kirschen, Beeren, rote und weiße Beete als Kontrast zu dem Reh waren natürlich sehr schmackhaft. Besonders die Schulter hatte ein sehr intensives Aroma,

    Challans Entenbrust „La Belle Epoque“ - mit Erdbeere, Rhabarber, Mandel & Waldmeister
    wie schon bei der Jakobsmuschel lud auch dieses Gericht dazu ein, zu kombinieren. Die kräftige Sauce mit dem feinen Waldmeisteraroma war beeindruckend gut gelungen. Diese in Verbindung mit etwas fruchtiger Erdbeere, ein wenig säuerlichem Rhabarber und Mandelcreme waren eine perfekte Bühne für die Entenbrust.

    Geschälte Kaffir-Limette - mit Caipirinha-Bon-Bon, Thaibasilikumsorbet, Bergamotte & Limonenblattschaum
    das Thaibasilikumsorbet war ausgezeichnet, frisch und sehr aromatisch

    Herr Fehling liebt offensichtlich die Aromenvielfalt und überlässt es dem Gast, sich die letztendliche Kombination selbst zusammenzustellen. Die Weinbegleitung war, wie kgsbus bereits beschrieben hat, sehr spannend. Auf jeden Fall ein Abend, der zum Wiederkommen einlud.

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