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La belle Epoque, Travemünde

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  • #31
    Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
    das ist ein 1000. Beitrag
    auch von mir herzlichen Glückwunsch, werter qwertz! Und ein Dankeschön für viele interessante Berichte und Anregungen.

    Grüße, mk:cheersLeitungswasser)

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    • #32
      Lieber QWERTZ,

      herzlichen Glückwunsch zu 1.000 Beiträgen und vielen Dank für die regelmäßige Berichterstattung aus Travemünde und Leipzig (und natürlich auch aus anderen Teilen der Republik) und die Moderation mit behutsamer Hand. Ich muss wirklich versuchen, ob nun zum Forumstreffen im Juli oder nicht, mal ins La Belle Epoque zum Essen zu gehen.

      Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
      PS: ich weiß nicht mehr, in welchem Lokal es war; aber die Idee dort, zu jedem Gang zwei Weine in deutlich unterschiedlichen Preiskategorien anzubieten, war gut.
      In London gibt es wohl in einigen Restaurants auch eine Premium-Weinbegleitung zum höheren Preis als die normale Weinbegleitung, die aber - so habe ich mal gelesen - teilweise v.a. auf große Namen (Ch. d'Yquem, usw.) setzt. Ich würde mir ja manchmal in Deutschland (v.a. in den Weinbauregionen, aber auch außerhalb derselben) eine Weinbegleitung wünschen, die einen roten Faden hat. Das Hüpfen von Baden, an die Rhône, in die Toskana, nach Neuseeland und in die Steiermark mag zwar viel Gutes von überall her bieten, mir persönlich fehlt aber der Kontext.

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      • #33
        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
        Huch, stelle gerade fest, das ist mein 1000. Beitrag - darauf stosse ich mal mit einem Kaffee an, Wein folgt dann heute Abend.
        Lieber, hochgeschätzter und gerngelesener QWERTZ,

        herzlichen Dank für die bisherigen feinen 1000 Beiträge. Ich durfte ja auch schon einmal live mit Ihnen und anderen Forumianern Spaß haben, mit großer Bewunderung für Ihre Ausdauer bei Bahnreisen...

        Ich darf Ihnen zum Anstoßen gern einen brasilianischen Arabica (Fazendas Dutra, Varietät Catuai amarelo, geröstet am 11.2. bei MaronOro in KL) durch die Bezzera Magica jagen.
        Morgen werde ich dann zum Geburtstagsessen meiner Liebsten auch einmal auf Sie mit einem ´03er BW Forster Kirchenstück anstoßen !
        :cheers:

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        • #34
          Den Glückwünschen zum 1000sten Bericht möchte ich mich anschliessen - welch umfassende Berichtserstattung! Schön, dass Sie uns so regelmässig an Ihren kulinarischen Erlebnissen teilhaben lassen! Hoffentlich auch an den nächsten paar Tausend...

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          • #35
            Die besten Wünsche zum ersten Kilo, aber um den Stein des empfundenen Anstoßes aufzugreifen, unter Berücksichtigung von Herrn S.´s (ihm seins) Beitrag könnte man es als Nachtreten empfinden, muss ich anmerken, dass ich teure auch äußerst teure Weinbegleitungen, als ein Geschenk betrachte, sofern die Kalkulation halbwegs angemessen ist.
            0,1l Wein für 70-80€ ist durchaus teuer. Wenn man, um es zu bekommen aber nicht die ganze Flasche des Wunschweines zu 500+€ ordern muss, sondern sich der Sommelier zuversichtlich zeigt, auch die übrigen 0,5-6 L zu verkaufen, ist dies eine wunderbare Dienstleitung, die ich gern in Anspruch nehme. Dinge haben ihren Preis, Wein auch und manchmal ist dieser sogar angemessen.

            Gute Nacht

            Passepartout

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            • #36
              Vielen Dank für die vielen Wünsche - in Gedanken habe ich gestern mit Ihnen allen angestoßen. Der Bericht folgt...

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              • #37
                Mein Sohn (22) und ich haben gleichermaßen eine empfindsame wie neugierige Zunge – was also lag näher, ihm zu Weihnachten ein Acht-Gänge-Menü bei Kevin Fehling zu schenken und gemeinsam einen solchen Abend, am 8. März 2013, zu genießen… Endlich ein Drei-Sterne-Restaurant auch in Lübeck-Travemünde - wir waren natürlich sehr gespannt! Gleichzeitig erhob sich bei mir innerlich die Frage, mit welchen anderen Restaurants ich diesen Gourmet-Abend vergleichen könnte (Christian Scharrers "Buddenbrooks" habe ich bislang noch nicht besucht). In Lübeck selbst bietet sich lediglich das "Wullenwewer" auf diesem Niveau an (allerdings nur mit einem Stern ausgezeichnet); allerdings habe ich noch vom letzten Jahr Harald Wohlfahrts "Schwarzwaldstube" wohltuend am Gaumen hängen, die wie das "La Belle Epoque" ebenfalls dreifach besternt ist. Es sei mir daher im Verlauf der Kritik erlaubt, Vergleiche vor allem auf gleichhoch ausgezeichnetem Niveau zu ziehen.

                Das an diesem Freitag zu etwa zwei Dritteln gefüllte Restaurant im Columbia-Hotel hat ein klassisch-vornehmes Ambiente; auf den angenehm großen Tischen gibt es konsequent nur Weiß und Silber – Farbe bringen allein die Gerichte selbst – perfekt! Als Aperitif wurde uns ein besonderer Champagner angeboten, der mir allerdings mit 26,- Euro pro Glas etwas überteuert erschien.
                Zur Einstimmung ins Menü kamen, ausgezeichnet dekoriert und überaus geschmacksintensiv zubereitet: Travemünder Shrimpsbrötchen; Bauernfrühstück; Jakobsmuschel, Avocado & Ponzu; Wagyu-Beef, Yuzu, Kaviar & Rote Bete; Trüffeleis, Süßkartoffel & Bucheckernöl. Einzig das Trüffeleis vermochte uns dabei geschmacklich nicht zu überzeugen, da durch die Absenkung der Temperatur das Trüffelaroma sich nicht sehr angenehm entwickelte.
                Dann folgten die acht eigentlichen Gänge.
                1. Carpaccio vom Kaisergranat nach „Waldorf Art“ verfeinert mit Mandarine & Haselnüssen: Absolut phantastisch mit unglaublich angenehm sich vereinenden Geschmacks-Nuancen.
                2. Gänseleber „Maya“ mit Tomatillochutney, Salsa Roja, Tacochips & Joghurt: Was für ein Traum von dahinschmelzender Gänseleber, perfekt arrangiert!
                3. Seezunge & Teppichmuscheln im Mikansud mit Kürbis, Passionsfrucht & Miso: Die Seezunge ideal pochiert, aber die Teppichmuscheln unangenehm fischig – schade.
                4. Auster & Aal-Unagi mit gefrorenem Wasabistaub, Gurke & Granny-Smith: Zum Dahinknieen und eines der besten Gerichte, die ich je erleben durfte – die leicht pochierte Auster zusammen mit dem leicht knackigen Aal und der Wasabi-Komponente – einfach irre!
                5. Hummer „Thermidor 2013“ mit glasiertem Spinat, Reisschaum & Möhrenpraline: Mehr kann man aus einem Hummer geschmacklich nicht herausholen; als Begleitung dazu kühles Hummer-Tartar – sehr pfiffig!
                6. Limousin-Lamm mit „Senf, Honig & Dill“ Apfel, Staudensellerie & fermentierten Schalotten: Wie es sich für die hochqualitativen Fleischprodukte aus der Limousin gehört – extrem zartfaserig und aromatisch – dazu perfekt gebraten; allerdings war die dazugelegte sehr muskulöse Zungen-Scheibe nicht mein Fall; und auch die ein wenig übersalzene risottoartige Beilage schwächten leicht den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck dieses Ganges.
                7. Sonne, Mond & Sterne Streuselkucheneis mit warmer, weißer Schokolade & Anisgelee: Grandios! Und eine Confiserie-Meisterleistung – ein wahres Bilderbuch, eigentlich zu schade, um es zu essen.
                8. Ganache von Cru Virunga mit Mai Tai Aromen & Koriander: Auch hier eine Augen- und Gaumenfreude mit ganz vielen interessant-intensiven Geschmacks-Erlebnissen. Danach folgten zwei weitere kleine Desserts, die uns allerdings nicht völlig überzeugten, da eines zu flach, das andere zu säurebetont war.

                Trotz der kleinen Beanstandungen, zu denen auch zählen, dass das Personal nicht immer ganz sicher war (zweimal wurde das falsche Besteck aufgelegt und kurz darauf wieder ausgetauscht) sowie Brötchenkrümel erst nach Aufforderung entfernt wurden, war der Abend ein hervorragendes Geschmacks-Erlebnis. Im direkten Vergleich mit der "Schwarzwaldstube" sehe ich einige Punkte, die mir im "La Belle Epoque" nicht so gut gefielen. Bei Herrn Wohlfahrt stimmt einfach alles: Noch bessere Harmonie auf dem Teller, noch homogenere Service-Leistung und deutlich moderate Getränke-Preise (Wasser, Espresso). Außerdem: Auch wenn Harald Wohlfahrt ein eher zurückhaltender Mensch im abschließenden Tisch-Besuch seiner Gäste ist und doch zumindest einige Worte mit diesen wechselt, so ist der 5-Sekunden-Durchgang von Kevin Fehling mit einem eher beiläufig dahingemurmeltem "War's so recht?" doch ein wenig sehr knapp bemessen…
                Und noch eines hat mich in Travemünde etwas geärgert: Mein Sohn wollte nur eine ganz kleine Käse-Auswahl mit drei Sorten – trotzdem wurde der volle Preis für die normale Käsedegustation berechnet. Gleichwohl: Nur zu gerne komme ich wieder, auch wenn der Abend zeigte, dass es durchaus leichte Unterschiede zwischen drei Sternen und drei Sternen gibt… Aber Herr Fehling lässt Roy Petermann's "Wullenwewer" klar hinter sich und hat ein sehr hohes Potential – freuen wir uns darüber, dass das "La Belle Epoque" diese grandiose Aufwertung erhielt!
                Zuletzt geändert von archglas; 15.03.2013, 14:10.

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                • #38
                  Vielen Dank für Ihren Einstand hier im Forum. Ich würde mich freuen, wenn Sie aber demnächst ein paar Absätze in den Text einfügen, dann liest es sich einfach leichter.

                  Was die Vegleichbarkeit angeht, heißt ja nicht, dass es nicht persönliche Präferenzen geben kann und darf. Die Sterne sind ja nur Orientierungspunkte, die mehr oder minder einen objektivierbaren Qualitätsmaßstab bieten sollen. Gerade die Unterschiede im Küchenstil unserer Dreisterner sind ja ein Markenzeichen der deutschen Top-Küche. Wer natürlich eher aus Klassik steht, wird dann mit den eher modernen Ansätzen weniger anfangen können und umgekehrt. Von daher ist das Ergebnis Ihres Vergleichs für mich eher ein Spiegelbild Ihrer Geschmackspräferenz.

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                  • #39
                    Natürlich ist diese Brötchenkrümelgeschichte bemerkenswert. Viel mehr würde mich interessieren, welche Getränke zu den einzelnen Gängen gereicht wurden,
                    Aber aus den Zeilen des werten archglas' läßt sich noch etwas herauslesen: die Sorge, in einem hochsternigen Lokal finanziell womöglich etwas zu hart angegangen zu werden. Bei a. also der Champagner, der zu zweit, in alter Währung, mit nem Hunni zu Buche schlägt ( was ja gar nicht überteuert sein muß, allein, der Preis wurde nicht ausreichend kommuniziert (kann man das so sagen?); diese Geschichte mit den drei Käseteilchen wage ich nicht zu beurteilen.
                    s.

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                    • #40
                      Sehr geehrter QWERTZ,
                      vielen Dank für Ihre prompte Reaktion auf meinen Premieren-Beitrag...
                      Ihren Bemerkungen zur besseren Lesbarkeit des Berichtes stimme ich absolut zu und habe diesen auch sofort dementsprechend bearbeitet.

                      Was ich allerdings weniger nachvollziehen kann, sind Ihre Kommentare zu meinem Beitrag selbst.
                      Ich kann Küchen- bzw. Service-Leistungen und Geschmacks-Eindrücke lediglich mit denen vergleichen, die ich selbst gewonnen habe. Ich gebe gerne zu, dass ich bei Weitem nicht über den Erfahrungshorizont verfüge, wie die meisten Mitglieder hier; daher sind meine Vergleichsmöglichkeiten dementsprechend gering. Gleichwohl ist mir völlig schleierhaft, wie Sie auf die Idee kommen, dass ich "natürlich eher auf Klassik stehe"... Und mir weiterhin zu unterstellen, dass ich mit den "eher modernen Ansätzen weniger anfangen kann" - finde ich, gelinde gesagt, unpassend! Mit keiner Silbe habe ich bei den von mir genannten Köchen deren KüchenSTIL kritisiert - ganz im Gegenteil: Für mich waren die Gänge 1, 2, 4(!!), 5 und 7 mit das Beste, was ich je erleben konnte! Aber wenn mir (und meinem Sohn) die Teppichmuscheln zu fischig schmecken und eine Beilage leicht übersalzen ist, dann hat das überhaupt nichts mit junger oder klassischer Küche zu tun! Sie werden ja auch wohl Herrn Wohlfahrt nicht unterstellen wollen, dass er nicht kreativ sei...

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                      • #41
                        In der Tendenz, verehrtes Schlaraffenland, haben Sie schon recht: Für mich sind und bleiben die Besuche von Gourmetrestaurants etwas Besonderes, die ich mir hin und wieder leiste. Da ich selbst mit großer Begeisterung und guten Zutaten koche, zudem weiß, wie aufwändig und zeitintensiv manche Gerichte sein können, bin ich nur zu gerne bereit, für sehr gute Küchenleistungen auch angemessen zu bezahlen.
                        Ich gebe zu, dass ich im Hinblick auf meinen eigenen finanziellen Rahmen, ab und an darauf verzichte, Wein zu den einzelnen Gängen zu trinken und dafür Mineralwasser trinke (so wie auch im "La Belle Epoque") - andererseits habe ich des Öfteren Menüs mit begleitenden Weinen genossen (z.B "Wullenwewer", Lübeck und "Essigbrätlein", Nürnberg), die natürlich eine ganz besondere Harmonie bieten.

                        Nein - "Sorge, finanziell zu hart angegangen zu werden" habe ich nicht, denn ich weiß vorher, was auf mich zukommt - und stelle mich dementsprechend darauf ein. Natürlich hätte mein Sohn seine Käse-Auswahl üppiger gestalten können - was ihm ja auch angeboten wurde -, aber er hatte nur Appetit auf drei kleinere Kostproben. Und natürlich kann ein Restaurant eine Käse-Auswahl, unabhängig von ihrer Dimensionierung, zu einem bestimmten Preis abrechnen. Ich hätte es einfach nur fair gefunden, wenn die kleinere Portion auch auf der Rechnung ihren Niederschlag gefunden hätte...

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                        • #42
                          Herzlich willkommen, werter Archglas!

                          Ich freue mich darauf, weiter von Ihnen zu lesen.

                          M.

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                          • #43
                            Oh, da haben Sie mich missverstanden, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Ich schrieb ja "WER eher auf Klassik steht..", das WER war nicht auf Sie bezogen, sondern es war eher allgemein gedacht.

                            Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, wie schwer es ist, zwei Restaurants zu vergleichen (und da gehören ja auch Service und Ambiente dazu), die so unterschiedliche Stilrichtungen pflegen, obwohl sie formal gleich hohe Bewertungen haben. Ist so wie ein Vergleich von klassischer und Popmusik. Kann man eben nur bedingt objektiv miteinander vergleichen. Irgendwann spielen dann eben auch persönliche Präferenzen eine Rolle.

                            Ansonsten würde ich mich freuen, wenn Sie sich ermutigt fühlen, sich hier weiter einzubringen.

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                            • #44
                              Wir waren vor einigen Tagen auch bei Kevin Fehling und soviel sei schon verraten: Es war ein toller Abend an dem wir eine sehr leichte und eigenständige Küche genissen durften. Dass Essen war zweifellos auf ***-Niveau ujnd zeigte somit, daß die für viele überraschende Michelin-Entscheidung wohlüberlegt war. Es ist sicherlich noch Potential vorhanden, aber das sollte es ja bei einem Koch dieses Alters auch sein. Die von manchen kritisierte Konstanz auf der Karte konnten wir nicht vorfinden, denn es gab ein komplett neues Frühlingsmenü.

                              Die Gelegenheit haben wir natürlich auch genutzt, um mit Deutschlands jüngstem Dreisternekoch ein Interview zu führen, über Familienspaziergänge am Strand, wie sich sein Leben durch den dritten Stern verändert hat und warum er großer Fan von Ferran Adrià ist.

                              Ein Interview mit einem wie wir finden sehr sympathischen Koch

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                              • #45
                                Es steht die Frage im Raum, ob diese Auszeichnung, die nun weltweit viele positive Schlagzeilen liefert, nicht auch ein cleverer PR-Schachzug des Michelin in Sachen Eigenwerbung ist, um im Gespräch zu bleiben und die Auflage zumindest zu halten. Die ersten Kritiken sind durchaus positiv, aber der Hype, den der dritte Stern verursacht, geht natürlich weiter.

                                Wir haben am Abend vor der Bekanntgabe des Michelin das Glück, noch das „letzte **-Menü“ vom Kevin Fehling zu genießen. Obwohl er verständlicherweise unter extremer Anspannung steht und nachts noch nach Berlin zur offiziellen Ehrung muss, genießen wir tolle Gänge an diesem Abend. Daher versprechen wir ihm, ihn zu besuchen, wenn wieder etwas Ruhe einkehrt, denn diese Zeit wollen wir ihm und uns lassen. So warten wir, bis der Großaufmarsch der Branche sich etwas gelegt hat und sich Presse und Essensverrückte nicht mehr ständig „die Klinke in die Hand“ geben. Nachdem es zunächst nur sanfte Änderungen im Menü gibt, bringt der Frühling auch in die Karte frischen Wind, so dass unser Entschluss schnell feststeht, dass nun der richtige Zeitpunkt für eine Reise an die Ostseeküste gekommen ist.

                                Hier unser Bericht: Drei Nordsterne am Himmel

                                Fazit:
                                Um die Eingangsfrage zu beantworten: Diese Auszeichnung ist sicherlich kein PR-Gag sondern in jeder Beziehung gerechtfertigt. Kevin Fehling hat einen ganz eigenen Stil, der auf keinem Trend surft und seine persönlichen Ideen auf den Teller bringt. Er gibt sich nicht mit hervorragenden aromatischen Kombinationen zufrieden, sondern bringt diese durch seine außergewöhnlichen Kreationen nochmals auf ein höheres Niveau. So ergeben sich erinnerungswürdige Gänge, eben genau das, was man in einem ***-Restaurant erwarten darf. Sicherlich gelingt nicht jedes Gericht auf diesem Niveau und an manchen Stellen ist noch etwas Feinschliff nötig, aber das ist in jeder Beziehung besser als kreativer Stillstand in der Küche. Deutschland kann froh sein, ein solch phantasievolles junges Talent zu haben, von dem wir in den nächsten Jahren sicherlich noch viel hören werden. Der nächste Besuch in Travemünde ist jedenfalls schon fest eingeplant und wir sind gespannt, mit welchen neuen Ideen Kevin Fehling uns dann überraschen wird.

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