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Restaurants auf Sylt

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  • Restaurants auf Sylt

    Werte Forumianer,

    da ich beruflich nächste Woche für 2 Tage auf Sylt verkehre, würde ich natürlich auch gerne eines der vielfältigen Angebote an Sternerestaurants nützen.
    Besonders ins Auge gefallen sind mir das Restaurant Bodendorf's * im Landhaus Stricker, der Dorint Sölring Hof (Johannes King)** und das Restaurant Jörg Müller *. Hat jemand Erfahrungen mit einem der drei Restaurants und kann eine Empfehlung aussprechen? Wegen der begrenzten Zeit die ich dort verbringe ist es mir leider nur möglich, eines dieser drei Restaurants aufzusuchen.
    Das Restaurant Jörg Müller soll ja sehr klassisch sein, etwas mutiger geht es schon im Bodendorf's zu. Und bei Johannes King sind vor allem die Preise mutig: 138 Euro für das 5-Gang-Menü fand ich im ersten Moment schon etwas heftig.
    Ich bin im Moment noch etwas unentschlossen und würde mich sehr über Ihre Meinung dazu freuen!

    Gruß Keboli

  • #2
    Werter Keboli, Sie haben schon selbst die richtige Auswahl und Wertung getroffen. So ist es! Danach müßten Sie eigentlich ins Bodendorf´s gehen und hätten sicherlich eine gute Wahl getroffen. Ich würde mich allerdings für Johannes King entscheiden, da er meines Erachtens die gradlinigste und spannungsreichste Küche auf Sylt macht.

    Schauen Sie mal in den aktuellen FS; dort finden Sie einen aktuellen Bericht über die Insel; danach liegen Jörg Müller und das Fährhaus mit einem halben Punkt vor dem Söl´ring Hof und dem Bodendorf´s.

    Falsch machen können Sie aber mit keinem der Genannten etwas! Viel Vergnügen!

    Beste Grüße, Merlan

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    • #3
      Neben dem Feinschmecker gibts gerade eine à la carte (D) Ausgabe die sich ausschließlich um Sylt dreht und auf hunderten Seiten die ganze Gastronomie und Hotelerie der Insel erfasst....
      bon appetit...
      twitter.com/cisfotografie

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      • #4
        Keboli
        ich würde zu Jörg Müller gehen. Mein letzter Besuch vor gut vier Wochen hat mich wieder einmal bestätigt, Müller ist Nr. 1 auf der Insel.
        Die Besuche bei Bodendorf und Fährhaus liegen bereits zwei Jahre zurück. Sehr gut, aber kamen an Müller nicht heran.

        PS. Bin Müllerfan......

        Siehe auchhttp://29alwi.wordpress.com/2010/06/...ylt-juni-2010/

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        • #5
          Vielen Dank für Ihre Antworten!

          Ich habe mir gleich heute die benannte Zeitschrift "a la carte" besorgt und somit einen guten Gesamtüberblick über das Angebot auf der Insel bekommen.
          Da bei Johannes King kein Tisch mehr frei war auf Grund der Kürze der Zeit und die Speisenfolge bei Jörg Müller mir doch etwas zu klassisch ist, bin ich jetzt letztendlich bei Holger Bodendorf angekommen.
          Der Tisch im Gourmetrestaurant ist reserviert und das Degustationsmenü dort klingt auch sehr ansprechend für mich.

          Bericht wird folgen!

          Gruß Keboli

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          • #6
            Zitat von Keboli Beitrag anzeigen
            Holger Bodendorf
            Bericht wird folgen!
            Prima, hatten wir noch nicht!

            Ich wünsche Ihnen ein nachhaltiges kulinarisches Erlebnis!

            Beste Grüße, Merlan

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            • #7
              Zitat von Keboli Beitrag anzeigen
              Da bei Johannes King kein Tisch mehr frei war auf Grund der Kürze der Zeit und die Speisenfolge bei Jörg Müller mir doch etwas zu klassisch ist, bin ich jetzt letztendlich bei Holger Bodendorf angekommen.
              Der Tisch im Gourmetrestaurant ist reserviert und das Degustationsmenü dort klingt auch sehr ansprechend für mich.

              Bericht wird folgen!

              Gruß Keboli
              Wunderbar, gut gewählt! Sie werden nicht enttäuscht werden! Für mich ist Holger Bodendorf der Sterne-Koch auf Sylt, der die abwechslungsreichsten und gleichzeitig harmonischsten Menüs kreiert.

              Vielleicht haben Sie Glück und der Sommelier Helge Hagen ist auch mit an Bord - dann ist nicht nur ein unterhaltsamer Abend gewährleistet (sofern erwünscht), sondern auch kompetente Weinberatung auf höchstem Niveau. Überlassen Sie Herrn Hagen getrost die Weinauswahl nach vorheriger grober Richtungsangabe (deutsche/italienische/französische etc. Weine; ganze/halbe Flaschen bzw. glasweise Begleitung; Klassiker oder "mal was anderes"; u.a.) und Sie werden positiv überrascht werden!

              Ich wünsche Ihnen einen tollen Abend!
              lagomaggiore

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              • #8
                Zitat von lagomaggiore Beitrag anzeigen
                Vielleicht haben Sie Glück und der Sommelier Helge Hagen ist auch mit an Bord -
                Danke für Ihren Sommelier-Tipp, Lagomaggiore!

                Ist Herr Hagen denn so selten im Haus oder wie war diese Aussage gemeint?

                Ich handhabe es eigentlich meistens so, dass ich mich (insofern ich nicht irgendeinen besonderen Wein in der Karte entdeckt habe, der es unbedingt sein muss) in die Hände des Sommeliers begebe und mir eine glasweise Weinbegleitung zusammenstellen lasse. Bin auf diese Weise (fast) noch nie enttäuscht worden.

                Gruß Keboli

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                • #9
                  Gourmetrestaurant Bodendorf’s * im Landhaus Stricker, Tinnum Sylt

                  Nun, hier ist also der verspochene Bericht über unseren Besuch im Restaurant Bodendorf's vor 2 Wochen:

                  Gourmetrestaurant Bodendorf’s * im Landhaus Stricker, Tinnum Sylt

                  Das Restaurant befindet sich im 5-Sterne-Superior Hotel Landhaus Stricker im kleinen Tinnum nahe der Touristenmetropole Westerland. Neben dem Gourmetrestaurant gibt es noch eine Bistro-Stube in der gut-bürgerliche Speisen zu ebensolchen Preisen angeboten werden.
                  Wir werden freundlich im Gourmetrestaurant von Frau Bodendorf empfangen und an unseren Tisch gebracht.

                  Ambiente: Das Restaurant ist sehr klein und umfasst gerade mal 5 Tische. Die Decke ist sehr niedrig, sodass die Atmosphäre irgendwie erdrückend wirkt. Zudem war es an diesem Abend sehr stickig und schwül im Gastraum. Das tut dem Essen zwar keinen Abbruch, verhindert aber sich im Restaurant allzu sehr wohl zu fühlen.

                  Zur Auswahl an Speisen stehen entweder ein 7-gängiges Degustationsmenü oder ein 4-gängiges Menü zum Selber wählen (aus jeweils 2 Vorspeisen, 2 Hauptspeisen etc). Diese Gerichte sind auch einzeln a la Carte bestellbar.
                  Wir entschieden uns für das Degustationsmenü und die dafür empfohlene Weinreise von Sommelier Helge Hagen (der sich im Laufe des Abends als lustiger Gesprächspartner entpuppte und die Weinreise als perfekter Begleiter zum Menü).

                  Zum Aperitiv (zur Abwechslung mal ein Martini für uns) gab es schon mal ein paar Appetizer: Tatar vom Loup de Mer auf Röstbrot; Tomatenmarmelade auf Rosmarin-Foccacia; Confierte Taubenbrust auf Kartoffelkuchen
                  Allesamt gut zubereitet und schmackhaft.

                  Das erste Amouse: Praline von Kaninchen auf Sepia-Fenchelsalat
                  Die Praline war außen kross und das Fleisch darin sehr zart und gut gewürzt. Der Sepia allerdings etwas zu fest und durch die großzügige Verwendung von Oliven im Salat auch geschmacklich eher untergeordnet.

                  Zweites Amouse: Kabeljau im Shi-Take-Mantel mit Limonensauce und irgendeiner Kartoffelcreme. Ich weiß es leider nicht mehr ganz genau, jedenfalls hinterließ auch dieser Gruß Wohlwollen bei uns.

                  Zweierlei von der Seezunge mit jungen Erbsen, Trüffel-Vinaigrette, Sc. Gribiche und Erbsensprossen
                  Die Seezunge war einmal als kleines Stück an der Gräte gebraten und als Zweites noch mit einer Farce ummantelt zur Roulade gewickelt. Die Roulade war perfekt gegart und ausgewogen im Geschmack, während das Filet an der Gräte gebraten schon deutlich zu weit war. Die Trüffel-Vinaigrette war leider so spärlich dosiert, dass wir sie geschmacklich nicht erfassen konnten. Die leicht scharfen Erbsensprossen und die knackigen Erbsenkerne, die durch ein paar ausgebratene Schinkenwürfel ihre Deftigkeit behielten, passten allerdings hervorragend dazu. Insgesamt ein gelungener Auftakt.

                  Jakobsmuscheln mit Pinienkerncreme, Artischocken, Feldsalat und Ahornsirupmarinade
                  Die Jakobsmuscheln waren einmal halbiert und sehr glasig, allerdings von fantastischer Qualität. Das ganze Gericht war sehr „süffig“, da es fast nur cremige Bestandteile enthielt und auch eine Spur zu süß für unseren Geschmack. Ein frisches, knackiges Element hätte hier Wunder gewirkt.

                  Getränktes Bauernbrot mit Entenstopfleber, Schalottenconfit und Thymianfond
                  Dieser Gang übertraf alle unsere Erwartungen: Die Leber war butterzart und ging mit dem süß-säuerlichen Confit, dem noch leicht krossen Brot und dem süffig-würzigen Fond eine fantastische Verbindung ein. Absolutes Highlight und für uns fast schon ** wert.

                  Cappuccino von jungem Spinat, pochiertem Hühnerei, Schaum von Steinpilzen und krossem Panchetta
                  Der Cappuccino wurde in einem Cocktail-Glas serviert, mit der Bitte einmal das komplette Glas zu durchstoßen, damit sich die Aromen vermischen können. Im Nachhinein ein Fehler: Die verschiedenen Schichten ergaben eine unansehnliche Masse und waren geschmacklich auch nicht mehr auseinanderzuhalten. Letztendlich war das Gericht dann auch noch viel zu schwer für ein so großes Menü.

                  Confierter Schweinebauch und glacierter Carabiniero mit grünem Spargel, Tortellini von der Schweineschulter, SafranfondDer Bauch war butterweich und harmonierte auch sehr gut mit dem schön knackig gebratenem Carabiniero. Der Spargel war bissfest und gut gewürzt, nur der Tortellini konnte mit seiner mehligen Füllung nur bedingt überzeugen. Von einem Safranfond war nichts zu sehen, statt dessen wurde uns am Tisch eine Schmorsauce (ohne einen Hauch von Safran) auf den Teller geträufelt.

                  Lauwarmer Morbier mit Safran-Fenchel, Wildkräutern, Süßholzessig und Briochewürfeln
                  Dieser Gang war leider überhaupt nicht unser Fall. Der Käse war warm und sehr muffig im Geschmack. Der zuckersüße Fenchel konnte mit dem ebenfalls sehr süßen Essig und den pappigen Briochewürfeln leider auch nichts mehr herausreißen.

                  Pre-Dessert: Cremino von der Vanille mit Champagner-Eis und Ragout von der Thai-Mango(Anmerkung des Service: Ein Cremino ist eine kleine Creme. Aha. Wieder was dazu gelernt
                  Das Pre-Dessert war trotzdem sehr gut, auch wenn das Champagner-Eis in keinster Weise an das Sorbet bei Elverfeld herankommt.

                  Krosse Lasagne von Himbeeren und Crème brûlée mit karamellisierten Oliven, Paprika-Himbeereis Die Lasagne war sehr gut, da sie ein perfektes Spiel an Süße, Säure und Texturen bereithielt. Das Eis war intensiv und fruchtig, allein die karamellisierte Olive wirkte bei diesem Dessert deutlich fehlplatziert. Dazu wurde eine Himbeer-Paprika-Gazpacho gereicht, die zusätzlich erfrischte.

                  Danach erreichte uns noch ein kleiner Wagen mit einer beachtlichen Pralinen-Auswahl, die allesamt gekonnt zubereitet waren und unseren Eindruck vom hohen Niveau der Patesserie von einmal bestärkte.

                  Service: Die Patronin war überaus herzlich, aber auch nach der Begrüßung und einmaligem Fragen nach dem Wohlergehen schon wieder verschwunden. Den eigentlichen Teil übernahmen die jungen Service-Damen, die allesamt professionell und freundlich am Gast zu Gange waren. Zum Glück nicht zu ernst und verkrampft hatten sie auch den ein oder anderen lustigen Spruch auf den Lippen.

                  Fazit: Wir hatten einen schönen Abend mit gutem Essen, das fast durchgängig auf *-Niveau war. Sicher gelingt nicht jedes Gericht zu 100%, aber das erwarte ich bei * ja auch gar nicht. Auch die 17 Pkt im GM sind mMn berechtfertigt. Wenn wir allerdings noch einmal auf der Insel verweilen sollten, würde ich das nächste Mal Johannes King besuchen und nicht nochmals das Landhaus Stricker.

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                  • #10
                    Haben Sie vielen Dank für diesen Bericht, der aus geographischen Gründen mein Interesse weckt und ein wenig von den etwas überhitzten Debatten der vergangenen Tage abzulenken vermag. Danke!

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                    • #11
                      Danke für den informativen Bericht.

                      Das ganze klingt sehr aufwendig und lässt einen hohen Preis vermuten.
                      Darf ich fragen, was das Menü gekostet hat?


                      Gruß!

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                      • #12
                        Natürlich dürfen Sie! Wir haben für das Menü 128 Euro bezahlt. Im *-Bereich für mich die Höchstgrenze, sonst lege ich lieber noch 30 € drauf und esse bei Bau das große Menü. So wie diesen Samstag :hungry: Gruß Keboli

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                        • #13
                          128€ sind sicher für einen 1* ein grenzwertiger Preis.
                          Da muss man wohl den Aufwand und die Insel berücksichtigen, sonst würde man da klar "zu teuer" sagen.
                          Meine Grenze bei einem 1* sind +/- 110,-€.


                          Gruß!

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                          • #14
                            Sylt ist halt eine Sonderwirtschaftszone

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                            • #15
                              Aber dafür gab es dann auch keine doppelbelegung der Tische.
                              In der Saison auf Sylt durchaus üblich. Dafür bekommen Sie dann aber auch nur Prominente oder wichtige als Nachbarn auf den Schoß gesetzt.

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