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Lissabon-kulinarische Wüste

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  • #31
    Da hier lange Zeit nichts mehr geschrieben wurde, kann ich ja mal ein grobes Update aus meinem Portugalurlaub geben.

    Minibar
    Wird wie auch das Belcanto von José Avillez betrieben. Wie der Name schon sagt ist es kein klassisches Restaurant, sondern eher eine stylische Bar. Dem Ambiente angemessen gibt auch eine eher kreative Küche und ausgefallene Cocktails. Ich hatte das Epic-Menü bestehend aus 11 Gängen in Amouse Bouche Größe - unter anderem mit Foie Gras Rocherpralinen, einem Miniburger und einer Vanilleschaum gefüllten Limette - was für 55 € wirklich empfehlenswert ist.

    100 Maneiras
    Ist ein Restaurant mit einem bosnischem Koch, das vor allem durch den Einsatz von Gewürzen und die Kreativität besticht. Highlights waren bspw. die Küchengrüße zu Beginn mit Brot, verschiedener Butter, Pasteten usw. (alles was es früher im Dorf des Kochs gab), einem Wrap zum selbst bauen sowie verschiedene Foie Gras Variationen. Ebenfalls hat das Restaurant drei verschiedene Räume: Wintergarten, klassischer Restaurantraum und einen großen Holztisch vor der offenen Küche. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich hatte dort sehr viel Spaß, von den 13 Gängen waren aber nur 1-2 auf Sterneniveau. Dafür fand ich den Preis von 110 € fast schon etwas zu hoch.

    Belcanto**
    Um das Fazit vorweg zu nehmen: Das Belcanto war von den drei Restaurants wenig überraschend das beste, hatte aber im meinem Menü doch einige Schwächen.
    Positiv die drei Vorspeisen (Aal, Stockfisch und Krebs), die einzeln schon richtig gut waren, hinsichtlich der Geschmacksrichtungen aber super zusammengepasst haben. Ebenso toll Seebarsch mit Avocado und Roter Beete, Eigelb in Bratensoße mit salzigem Brot sowie endlich mal ein tolles Schokoladendessert.
    Warum ich dennoch etwas enttäuscht war: Auf den Krebsgang folgten zwei Hummergänge. Der erste davon war relativ klassisch auf dessen Fleisch fokussiert, allerdings auch eher spannungsarm und dem Krebs sehr ähnlich. Der zweite war eher ein "Showgang", bei dem man das Restfleisch aus dem ganzen Hummerkörper (ohne Kopf) herausziehen sollte. Fand ich persönlich eher widerlich. Der nächste Gang war ein als sehr berühmt angepriesener Krautsalat. Auch unabhängig davon, dass mir dieser einfach nicht geschmeckt hat, hat die reine Produktpräsentation irgendwie nicht so richtig zu den restlichen Gängen gepasst. Enttäuschung Nr. 3 war, dass es keinen echten Fleischhauptgang gab. Stattdessen wurde hier Risotto mit Trüffel und Pilzen serviert. Das war ansich nicht schlecht (wenn auch eindimensional), aber irgendwie hat mir etwas zum beißen gefehlt.
    Insgesamt klingt das jetzt negativer, als es letztlich war. Auf 2-Stern-Niveau habe ich für mich persönlich das Belcanto an diesem Abend auf Grund der Ausrutscher allerdings nicht gesehen. Lag vielleicht aber auch daran, dass ich das angeblich innovativere "Evolution-Menü" und nicht das klassische Tasting Menü hatte.

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