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Ron Gastrobar*, Amsterdam (vormals Ron Blaauw)

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Werter thomashaj, vielen Dank für den animierenden Bericht! Ich habe die Gastrobar schon länger auf dem Zettel, es bis dato aber nie geschafft, sie zu besuchen.

    Im letzten Jahr, als ich mit meiner Schulklasse einen Tagesauflug zum Anne-Frank-Haus nach Amsterdam unternommen habe, habe ich kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, die drei Stunden zwischen Museumsbesuch und Busrückfahrt für einen spontanen Kurzbesuch bei Ron zu nutzen. Da die Führung durch das franksche Hinterhaus aber länger als geplant dauerte und - dies kam noch erschwerend hinzu - der Busfahrer auf eine frühere Rückfahrt drängte, musste ich diesen ausgeklügelten Plan leider schnell zu den Akten legen, aber so weit ist Amsterdam ja von meiner westfälischen Heimat nicht entfernt, sodass ich, angestachelt von Ihrem Bericht über dieses lockere und unkomplizierte Gastrokonzept, das in dieser Form in Deutschland ja leider noch immer nicht allzu oft zu finden ist, demnächst noch einmal einen neuen Versuch in diese Richtung starten werde.

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  • thomashaj
    antwortet
    Zu einem Amsterdam-Besuch gehört bei uns immer auch eine Reservierung in „Ron Gastrobar“. Das Konzept, kreative Gerichte zu erschwinglichem Kurs in lebendigem, lockerem Ambiente anzubieten, hat auch nach mehreren Jahren nichts von seinem Reiz verloren.
    Und es ist auch weiterhin offenbar sehr erfolgreich. Ron Blauuw, ehemals mit zwei Sternen dekorierter Spitzenkoch, hat nach der Neuausrichtung ein ständig volles Haus und mittlerweile noch Gastrobar-Dependancen mit den Themen „Oriental“, „Indonesia“ und „Paris“.

    Uns zieht es aber weiterhin ins Original, das auch vom Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wird. Die Gerichte kosten immer noch fast durchgehend einheitlich 15 Euro, die Desserts 9 Euro. Einige Gerichte und Steaks für zwei Personen stehen ebenso auf der Karte wie neuerdings ein Best of 6 Gang-Menü zu schlanken 62,50 Euro.

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    Interieur & Fleischreifeschrank

    Tradition hat hier das köstlich knusprige Brot in der Tüte und eingelegte, gepickelte Zwiebeln zum Beginn. Dazu gibt es aufgeschlagene braune Butter, die mit Grammeln einen zusätzlichen Pfiff bekommt.
    Etwas ungewohnt ist die rumpelige Hektik, die der Service an den Tag legt. Im Laufe des Abends wird sich das zum Glück legen.

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    Brot, aufgeschlagene Butter, gepickelte Ziebeln

    Die Creme von der Foie Gras im Cocktailglas ist fein abgestimmt, muss sich aber gegen recht dominante Rote Bete behaupten. Kirschsauce und in Madeira eingelegte Rosinen runden die dennoch passende und stimmige Kombination ab.

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    Foie Gras mit Rote Bete vom BBQ und Kirsch-Vinaigrette

    Völlig unerwartet das Erscheinungsbild des geschnittenen Steak Tartar mit Tapioca-Perlen von lokalem, gepickeltem Gemüse und Knochenmark. Das Tartar ist in eine Zwiebel gefüllt und mit einer würzigen Vinaigrette versehen. Das ist eine schöne Idee und die Präsentation macht auch Sinn, denn Zwiebeln sind als Ergänzung zum Tartar ja eine durchaus klassische Beigabe. Selbst die Tapioca-Perlen, die sich oft eher durch Geschmacksneutralität auszeichnen, steuern hier eine deutlich erkennbare säuerliche Note bei.

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    Steak Tartare mit Tapioca von Amsterdam Pickles und Knochenmark

    Der Graved Lachs erhält mit Gurke, Buttermilch und Dill eine sehr säuerliche Einfassung, die dem Fisch aber gut steht und das Ganze sehr frisch gestaltet.

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    Graved Lachs mit süß-saurer Gurke und Vinaigrette von Buttermilch und Dill

    Neugierig war ich auf den nächsten Gang, den Flan von Jakobsmuscheln. Und in der Tat weist der warme Flan einen sehr eindeutigen und typischen Geschmack auf. Mit etwas Tomatenconcassée, Blutorangen und Fenchel bleibt die Küche hier auf sicherem Terrain und entscheidet sich für einen klassischen Aromenakkord. Der Schaum von Beurre Blanc macht da keine Ausnahme, ebenso wenig wie der milde Forellenkaviar, mit dem das Ganze getoppt ist. Wenn auf dieses Gericht eine Beschreibung zutrifft, dann wohl die der süffigen Harmonie. Mild und rund würden auch noch passen, Comfort Food ebenso. Oder auch einfach nur gut.

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    Flan von Jakobsmuschel mit Fenchel, Blutorange und Beurre Blanc

    Zu Ron Blauuws Klassikern in der Gastrobar gehören seit jeher die unfassbar zart geschmorten, knochenlosen Spare Ribs mit der hausgemachten Sambalsauce. Neu ist für uns das Sauerkraut, das hier in knuspriger Form, ähnlich wie Röstzwiebeln, das Fleisch begleitet. Auch die wiederholte Bestellung bestätigt: Diese Spare Ribs können gut und gerne als Referenz dienen.

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    Spare Ribs mit Sauerkraut und hausgemachtem Sambal

    Ich mache mit Fisch weiter und bin erneut von der überraschenden Präsentation angetan. Die Seezunge ist als Rolle in Kataifi-Fäden gearbeitet und frittiert worden. Etwas Sauerampfercreme kann als Tupfen nur sehr dezente Akzente setzen. Dafür ist die Rotweinbuttersauce sehr intensiv und fast schon zu dominant. Aber eben nur fast und das zeichnet die Küche hier aus. Sie ist beherzt beim Würzen, aber genauso auch mit einem feinen Händchen dafür ausgestattet.

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    Knusprige Seezunge mit Kataifi, Sauerampfer und Beurre Rouge

    Bei den Desserts hätte man den verwegenen Weg gehen und sich Schokoladenganache mit Karamell von geräuchertem Speck wählen können. Wir bleiben aber auf der eher klassischen Linie und ordern ein Millefeuille von Schokoladenmousse und Tonkabohne mit einem Bananeneis mit Rum. Letzterer ist, wenn überhaupt, nur homöpathisch wahrnehmbar. Alles andere ist aber sehr ordentlich gemacht.

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    Millefeuille von Schokoladenmousse und Tonkabohne mit Bananeneis und Rum

    Erheblich spannender klingt, zumindest nach der Speisekarte, die Kombination aus Kokosnuss, Schaum von weißer Schokolade und Kaviar. Beim Lesen ist mir eigentlich schon klar, dass es hier mehr um den optischen Effekt geht und mich vermutlich eine Weiß-Schwarz-Spielerei erwarten würde. Da aber auch für alle anderen Gerichte die Option besteht, sie mit 2g Black Pearl Kaviar für 10 Euro zu pimpen, ist auch klar, dass ich hier jetzt keine üppige Nocke Kaviar zu erwarten habe, sondern lediglich ein paar Kügelchen. Das Dessert ist mit 15 Euro zwar etwas teurer als die regulären Gerichte, aber große Sprünge sind auch damit nicht auszurichten.

    Und in der Tat werden meine Erwartungen ziemlich genau erfüllt. In die Innenseite einer Kokosnuss ist ein schmackhaftes Kokoseis gearbeitet, die Schokoladencreme ist relativ leicht, der Schaum ziemlich neutral und der Kaviar tatsächlich zu knapp portioniert, um wirklich Wirkung entfalten zu können. So bleibt eine hübsche Idee ohne nennenswerten Erinnerungswert.

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    Kokosnuss mit Black Pearl Kaviar und Schaum von weißer Schokolade

    Nach dem etwas holprigen Service-Start, der sicherlich dem voll besetzten Haus zuzuschreiben ist, wird es im Laufe des Abends alles deutlich flüssiger. Der Service, der alleine in unserem Bereich etwa 30 Plätze nahezu alleine bedienen muss, wird entspannter, die Abstände zwischen den Gängen stimmen und zum Ende hin ist auch ein Smalltalk drin.

    Zum Wesen der Gastrobars gehört, dass den Gästen hier alle Freiheiten gelassen werden. Ob man anstelle eines Desserts noch mal die Foie Gras bestellt, wie wir es an einem anderen Tisch beobachten, oder sich sonst wie aus der Karte bedient, ist hier alles kein Problem.

    Die Stimmung ist ausgelassen, angesichts der Qualität auf dem Teller sieht man nur zufriedene Gesichter und auch wir haben unseren Spaß an den kreativen Schlenkern und der durchweg guten Umsetzung – auch wenn nicht immer jedes Detail 100% ins Schwarze trifft. Angesichts der mehr als moderaten Preise, die geradezu animieren, sich einmal quer durch die Karte zu probieren, ist das allemal zu verschmerzen. So bleibt „Ron Gastrobar“ auch weiterhin eine sichere Bank für uns.


    Bericht auch auf meinem Blog unter http://tischnotizen.de/ron-gastrobar-amsterdam/

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  • thomashaj
    antwortet
    Nein, so stark war mein Bedürfnis nach einem Benelux-Wein nicht... Kennen Sie den Wein? In meiner Wahrnehmung rangiert das eher unter "Exotischem"...

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  • malbouffe
    antwortet
    Danke für den Bericht! Sie haben nicht zufällig den Maastrichter Müller-Thurgau getrunken, oder?

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  • thomashaj
    antwortet
    Manche Gastronomiekonzepte sind so bestechend sympathisch, dass man sich als Gast vom ersten Moment an wohl fühlt und sich wünscht, dass es so etwas auch zuhause gäbe.
    Ron Gastrobar in Amsterdam ist so ein Beispiel. Vor zwei Jahren das erste Mal besucht und es war keine Frage, dass wir auch heuer wieder herkommen würden.
    Ron Blaauw, ehemals mit zwei Sternen ausgezeichnet, hat vor einigen Jahren sein Konzept deutlich verändert. Fine Dining adé, Gourmet-Food ab jetzt für die Massen. Mittlerweile ist er damit so erfolgreich, dass es allein vom Gastrobar-Konzept bereits einen asiatischen Ableger gibt (Ron Gastrobar Oriental), ab Mai auch noch einen indonesischen (Ron Gastrobar Indonesia). Auch vor Hot Dogs macht er nicht halt und serviert im "The Fat Dog" extravagante Varianten, wie auch neulich in einer Folge der Mälzer-Show "Kitchen Impossible" zu sehen. Mit dem "Pasta e basta" betreibt er eine italienische Trattoria. Und daneben ist Blaauw auch Namen- und Ideengeber für das "Bridges", dem Gourmet-Restaurant im Sofitel. Nichts scheint in Amsterdam also ohne ihn zu gehen.

    Die Gastrobar ist an diesem Abend wieder knackvoll, auch sämtliche Plätze an der Bar sind belegt, der Geräuschpegel großstädtisch, das Publikum bunt gemischt und überwiegend relativ jung. Die Speisekarte kommt immer noch als Zeitung daher und die Gerichte kosten auch weiterhin überwiegend 15 Euro pro Gang, einige einen kleinen Aufschlag von 5 Euro, Desserts 9 Euro. Dry aged Rind gibt es, weil auch hier schwer angesagt, natürlich auch. Vom Holsteiner bis zum Simmentaler für 75-90 Euro für 2 Personen. Fürs Wagyu allerdings ist man als Paar mit stolzen 275 Euro dabei. Nun ja - wir wollen es origineller und bleiben bei der normalen Karte. Drei Gänge plus Dessert reichen uns völlig. Und da man sich sein Menü munter zusammenstellen kann, wie man mag, wählen wir auch zwecks Querprobiererei acht verschiedene Gerichte.

    Das Tatar von der Jakobsmuschel mit etwas Hibiskusstaub, einem Kartoffelschaum und kräftigem Old Beemster Käse als krosse Mikroelemente funktioniert ganz hervorragend zwischen Frische und Deftigkeit.

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ID: 50384

    Noch besser ist das Lachs Sashimi mit Ingwer, Sesam und Yuzu, das sich zunächst unter einem dünnen, knusprigen Teigblatt versteckt. Soja-Tapiokaperlen geben eine angenehme Würze, der Fisch ist von sehr guter Qualität und kräftig abgeschmeckt, Creme und Teigblatt liefern Textur. Große Klasse!

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    Etwas unkoodiniert wirkt der zweite Gang, bei dem sich BBQ Tintenfisch mit Fregola, einer Bouillabaisse-Sauce (sehr cremig) und gepoppter Salami vermischen. Sieht wild aus, ist aber ein absolutes Feelgood-Gericht, bei dem man am besten von allen Komponenten gleichzeitig probiert. Auch hier herrscht ein kräftiger, aber nicht plumper Grundakkord vor, bei dem vor allem die Grillaromen des Tintenfischs spannende Akzente setzen.

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    Enttäuschender dagegen die Gänselebercreme, die laut Karte mit Coulis von Mandarine, Haselnuss und Pomelo kommen soll. Indes, all diese Komponenten suchen wir unter der Champignon-Verkleidung vergeblich. Die Creme ist köstlich, bleibt aber in Ermangelung der - wenn schon nicht sichtbaren - auch nur sehr bedingt schmeckbaren fruchtigen Elemente doch etwas eindimensional und massig.

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ID: 50388

    Mehr aus Neugierde, um was für ein Stück Fleisch es sich bei einem Hanger Steak ("gebakken Longhaas") handelt und weil mich die Tarte Tatin von Zwiebeln und Chorizo reizte, habe ich mich für diesen Gang entschieden und bin zufrieden. Das Fleisch ähnelt einem Entrecôte, ist perfekt gegart, das knusprige gehobelte Knochenmark bleibt eher dezent. Die Tarte Tatin ist eine leckere und originelle Beilage.

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    Der zweite Hauptgang ist ein alter Bekannter und - zu Recht - immer auf der Karte (übrigens auch im Oriental-Ableger). Die Spare Ribs, bereits ausgelöst, mit hausgemachtem, sensationellem Sambal Oelek sind die zartesten Exemplare, die ich kenne und selbstverständlich wunderbar kräftig mariniert. Dazu fabelhafte Fritten mit Estragon-Mayonnaise und alles ist gut.

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ID: 50391

    Bei den Desserts muss es wieder das obligatorische Überraschungsei sein, das immer wieder anders gefüllt ist und in einem Nest aus Kataifi-Fäden liegt und von einem Eis begleitet ist. Ich habe mir nicht gemerkt, was Creme und Eis waren, aber es war lecker und nicht zu süß.

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ID: 50392

    Im Gegensatz zum zweiten Dessert, das erneut das Resultat von Neugierde war. Italienischer Schaum war angekündigt. Doch anstelle eines luftigen Desserts kam eine relativ massige Angelegenheit, die vor allem aus sehr süßem Eischnee und einer mächtigen Creme aus Baileys, Kakao und Haselnuss bestand und nur mühsam zu schaffen war. Leicht ist anders.

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    Aber solche kleinen Ausreißer können den positiven Gesamteindruck nicht schmälern. Ganz überwiegend wird in Ron Gastrobar kreative, unkomplizierte und sorgfältig zubereitete Bistroküche geboten, die großen Spaß macht und ihren Stern allemal wert ist.
    Das einzig Bedauerliche an diesem Restaurant ist, dass es halt in Amsterdam ist. Womit ich wieder bei meinem Wunsch vom Anfang bin.

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  • Sphérico
    antwortet
    Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
    Und schöner Doppelerfolg in der Korklotterie.
    Auch von mir Glückwunsch zum Doppel-Pasch !

    Dank für Ihr angenehmes "Heruntererzählen", das paßt auch schön zu so einem Resto, in dem ich mich auch gerne durch die Karte vieler kleiner Gänge schnabuliere...für den unwahrscheinliche Fall eines Amsterdambesuchs subcortical gespeichert !

    MkG, S.

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  • Mohnkalb
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Daurade mit Fenchel? Hier gewiß nicht!
    Hier ja leider nicht mal ohne Fenchel...
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Wenn ich allerdings etwas wie die Pest hasse, st es, vor leeren Gläsern zu sitzen
    Das gäbe auf Latein sicher ein wunderbares Motto fürs Familienwappen ab. Trotz des grummeligen Untertons ein appetitanregender Bericht, werter Schlaraffe. Und schöner Doppelerfolg in der Korklotterie.

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  • Schlaraffenland
    antwortet
    Ron Gastrobar * (bzw Placebo die Zweite)

    Die Stimmung in diesem Lokal ist großartig; wir werden etwas an die Ssäm Bar erinnert, obwohl es dort noch deutlich entspannter zugeht. Die Speisekarte ist umwerfend; es gibt etwa zwanzig Gerichte, und dabei ist keines, das man nicht sofort essen möchte. Daurade mit Fenchel? Hier gewiß nicht! Alle Gerichte kosten fünfzehn Euro, wir sollten doch erst mal zwei auswählen, je nach Hunger ggfs noch was drittes draufpacken. (Man könnte allerdings sich auch ein Steak bestellen: Blonde d'Aquitaine, US Black Angus, ein asturischer Zosse oder ein Friesen Wagyu, die Preise, für zwei, eskalieren von 75 bis 160 €)
    Kleine, charmante Weinkarte, wir wählen einen mir unbekannten Albarino, Kork. Zweite Flasche, Kork. Kleines Mißtrauen beim jungen Ober, er müsse nun den Sommelier befragen. Ob er uns nicht einen anderen Weissen bringen könne, womöglich liege ja ein systematischer Fehler vor, schlechtes Material, aber er will nicht.
    Erster Gang: McFlurry von der Gänseleber mit Tangerine und VOC Gewürzen; und obwohl es mir nicht gelingt, aus den Beschreibungen des überaus charmanten jungen Kellners schlau zu werden, nein, ich weiß nicht, was ein McFlurry ist, nein, ich war in letzter Zeit nicht bei McDo, kann daher diese Assoziation nicht nachempfinden, und diese Gewürzgeschichte hab ich auch nicht kapiert, bin ich vom Ergebnis begeistert. In einem Cocktail-Glas ist eine Lebercreme, deutliche Bittertöne, wunderbare Geschmeidigkeit, Zitrusnoten, allerlei Gewürztöne, kleine krachende Kügelchen, genug, ein perfekter Einstieg. Mein Gegenüber vergnügt sich derweil mit gebackenern Langustinen, Zwiebeln und Chorizo. Sowas kann ja oft grauenhaft daneben schmecken, hier ist es schlicht ein Glücksbringer.
    Wenn ich allerdings etwas wie die Pest hasse, st es, vor leeren Gläsern zu sitzen bzw einen Gang weinunbegleitet verzehren zu müssen. Die Teller werden abgetragen, Pause, noch ne Pause, dann kommt wieder der Ober mit der dritten Flasche Albarino, er riecht, strahlt, statt stinkendem Muff nun Frucht und Frische.
    Der zweite Gang nun läßt etwas auf sich warten, aber unser galizischer Freund vertreibt die Zeit. Als die Flasche, nach einer knappen Stunde, fast leer ist, geht es schon weiter.
    Tartaar van Coquille mit Crème van Parmezaanse Kaas, die Jakobsmuscheln oberfrisch, die Parmesancreme zum Reinlegen, auch hier wieder diese Gefahr der Plumpheit grandios umschifft, ein Könner am Herd! Der Wagyuburger ist toll, in NY haben wir's noch toller erlebt ... oder sind wir womöglich von den kleinen Widrigkeiten angenagt? BBQ Spare-Ribs mit geräucherten Be(e)ten und Meerrettich und hausgemachtem Sambal, der Sambal, leck mich fett, was für eine Granate, das Fleisch schon vom Knochen gelöst, aber, s.o., ist das wirklich so oder schmecke ich nur diese Art des Fleischgeschmackes, die genau dann entsteht, wenn das Fleisch zu lange warmgehalten wird?

    Wir waren ja nicht verärgert, aber diese kleinen Ungenauigkeiten haben unsere Grundstimmung etwas gedämpft; die Idee, am nächsten Abend gleich nochmals hier einzukehren, um uns durch diese geniale Karte zu spachteln, wurde schließlich fallengelassen.
    Ein unbedingt empfehlenswertes Lokal!

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  • QWERTZ
    antwortet
    Den Thread habe ich zumindest eingerichtet...http://www.forum.restaurant-ranglist...9811#post19811

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  • Schlaraffenland
    antwortet
    Zitat von brigante Beitrag anzeigen
    Was mich wiederum über den "Placebo-Effekt" von Bewertungen nachdenken ließ – schon oft fragte ich mich bei bestimmten Gerichten in mehrfach besternten Lokalen, ob ich sie genauso begeisternd fände, wenn ich sie in einem simplen Eckbistro serviert bekäme. Oder umgekehrt.
    Ich bin sicher, dass der Placebo-Effekt funktioniert.
    Klingt interessant. Hätten Sie, lieber brigante, nicht Lust, dazu einen eigenen Placebo-Thread zu eröffnen?
    Gruß
    s.

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  • brigante
    antwortet
    Zitat von Zeitblom Beitrag anzeigen
    Bei dem Preis-Leistungs-Verhaeltnis haengt meine Entscheidung, wieder zu kommen, nicht davon ab, ob das Restaurant in einem Jahr vielleicht 15 Punkte / einen Stern "wert" ist.
    Schon klar. Ich fand es auch vor allem interessant, dass Sie ja durchaus noch 2 Sterne gesehen bzw. geschmeckt haben, auch wenn diese gar nicht mehr angestrebt werden.
    Was mich wiederum über den "Placebo-Effekt" von Bewertungen nachdenken ließ – schon oft fragte ich mich bei bestimmten Gerichten in mehrfach besternten Lokalen, ob ich sie genauso begeisternd fände, wenn ich sie in einem simplen Eckbistro serviert bekäme. Oder umgekehrt.
    Ich bin sicher, dass der Placebo-Effekt funktioniert.

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  • Zeitblom
    antwortet
    Zitat von brigante Beitrag anzeigen
    Danke sehr für den Bericht, lieber Zeitblom.

    Was vielleicht interessant ist: Bis Mai diesen Jahres war das Ron Blaauw in Sachen Menü und Preisen anders strukturiert. Es gab ein 8-Gang-menü mit einer Reihe Amuses vorweg, der Preis lag bei ca. 110 Euro, glaube ich.
    Dann gab Blaauw recht kurzfristig bekannt, dass er das Konzept ändert und das Lokal in Ron Gastrobar umbenennt.
    Insofern beziehen die aktuellen Wertungen sich noch auf das "alte" Restaurant.
    danke fuer diese Info! Bei dem Preis-Leistungs-Verhaeltnis haengt meine Entscheidung, wieder zu kommen, nicht davon ab, ob das Restaurant in einem Jahr vielleicht 15 Punkte / einen Stern "wert" ist.

    Dennoch: bei "einfachereren" Zweisternerestaurants wie etwas den Pariser Restaurants von Joel Robuchon habe ich auch andere Erwartungen als bei luxurioeseren - das Konzept in dem hier diskutierten Restaurant ist sicher noch einfacher.

    Zitat von brigante Beitrag anzeigen
    Wir waren kurz vor der Konzeptänderung dort (einen Bericht mit Bildern finden Sie bei Interesse auf SF.de) und am Ambiente hat sich meines Wissens nicht allzu viel geändert. Locker und lebendig ging es schon damals zu, ähnlich wie im Londoner Viajante. Anders gesagt: es hat richtig Spaß gemacht, dort zu sitzen und zu essen (anders als in manch höher bewertetem oder auch "besser" kochendem Restaurant).
    Freut mich, das zu lesen.

    Zeitblom

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  • brigante
    antwortet
    Danke sehr für den Bericht, lieber Zeitblom.

    Was vielleicht interessant ist: Bis Mai diesen Jahres war das Ron Blaauw in Sachen Menü und Preisen anders strukturiert. Es gab ein 8-Gang-menü mit einer Reihe Amuses vorweg, der Preis lag bei ca. 110 Euro, glaube ich.
    Dann gab Blaauw recht kurzfristig bekannt, dass er das Konzept ändert und das Lokal in Ron Gastrobar umbenennt.
    Insofern beziehen die aktuellen Wertungen sich noch auf das "alte" Restaurant.

    Wir waren kurz vor der Konzeptänderung dort (einen Bericht mit Bildern finden Sie bei Interesse auf SF.de) und am Ambiente hat sich meines Wissens nicht allzu viel geändert. Locker und lebendig ging es schon damals zu, ähnlich wie im Londoner Viajante. Anders gesagt: es hat richtig Spaß gemacht, dort zu sitzen und zu essen (anders als in manch höher bewertetem oder auch "besser" kochendem Restaurant).
    Die Gerichte sind nun wohl leicht abgespeckte Versionen der früheren Kreationen.

    Vergleichbare Änderungen kenne ich aus dem Formel B in Kopenhagen und ab 1.9. auch aus dem Beluga (aktuell 2** und 19,5 GMP) in Maastricht.

    Was ich mich frage ist: wieso müssen die "Lockerungen" in Ambiente, Service etc immer mit einer "Vereinfachung" der Küche einhergehen? Oder anders gesagt: wieso kocht nicht mal einer auf 3 Sterne in einem so "lockeren" Ambiente, auf das sich nun Ron Blaauw und offenbar auch Beluga ummodelliert haben? Okay, in Paris gibts das zum Teil (mit 2**) und Viajante hat sicher hohe Ambitionen, aber das ist halt Paris und London...

    Gruß
    b.

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  • Schink
    antwortet
    Vielen Dank für die Zeilen, werter Zeitblom.
    Ich finde es macht richtig Spaß an einem lauen Sommerabend draußen zu speisen. Dies ist aber nur in wenigen Sterne-Restaurants in Deutschland möglich.
    Preislich würde ich sagen, fast unschlagbar ?!

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  • Zeitblom
    antwortet
    Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
    Leider sehe ich auf der Internetseite keine Bilder des Restaurants, können Sie noch ein paar Warte zum Ambiente und der Atmosphäre ergänzen?
    Freut mich, dass Sie meinen Bericht gern gelesen haben. Es war Hochsommer, die Gaeste sassen draussen, vom Gehweg durch eine Hecke getrennt. Unter der Woche waren Mittags nur wenige Tische besetzt; auf der Bank am Nebentisch schlummerte eine Katze (ob sie das nur deshalb durfte, weil ausser mir sie niemand gesehen hat, oder ob sie zum Restaurant gehoert kann ich nicht beurteilen). Die Atmosphaere war eher wie in einem Cafe als in einem edlen Restaurant. Die Innenraeume habe ich nur fluechtig gesehen, wenn ich mich richtig erinnere wirkten die Innenraeume eher modern und hell als luxurioes und prunkvoll.

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