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Amsterdam unter den Sternen

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  • Amsterdam unter den Sternen

    Für einige Tipps wäre ich sehr dankbar.
    Gruß
    s.

  • #2
    De Klos, Kerkstraat 41-43. Da gibt es vor allem Geräuchertes und Gegrilltes, sehr herzhaft und salzig, aber gut. Reservieren ist leider nicht möglich, die Wartezeit für einen Tisch beträgt gerne mal zwei bis drei Stunden. Deshalb lohnt es sich, früh hinzugehen, sich anzumelden und dann ein Bier in der Kneipe gegenüber zu nehmen (gehört demselben Betreiber).

    Dann gab es da noch einen sensationellen Laden für Kroketten & Co., den uns mal eine holländische Freundin gezeigt hat. Leider mag mir nicht mehr einfallen, wo der ist, und ihr auch nicht.

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    • #3
      Wir waren indonesisch im Tempoe Doeloe, ich kann nicht beurteilen wie authentisch das Essen war, die Reistafel hat uns sehr gut geschmeckt, sehr nette Bedienung, Wein überraschend gut. Ambiente ist eher schlicht, ohne Reservierung geht gar nichts und es wird mindestens doppelt besetzt.

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      • #4
        Da Amsterdam ja durchaus für seine vielen Nationalitätenrestaurants bekannt ist, habe ich vor Jahren einmal das Lokal "Memories of India" nahe des Rembrandtplein angesteuert (das damals auch im Michelin verzeichnet war), um mir einmal ein Bild einer relativ authentischen indischen Küche zu machen. Ich fand die Preisgestaltung damals für Amsterdamer Verhältnisse sehr moderat, und auch die Küchenleistung war durchaus angemessen (vor allem die Spezialitäten aus dem Tandoori-Ofen gefielen mir dereinst gut), wobei ich mich nun wahrlich nicht als Experten für die Küche(n) des Subkontinents bezeichnen würde. Was mir aber durchaus authentisch vorkam, war die Würzung der Speisen, die für einen europäischen Gaumen wie dem meinen doch etwas zu scharf erschien. Ich weiß noch, wie meine Tischnachbarn (und auch die Kellner) durchaus ihren Spaß hatten, als ich nach den ersten Bissen panisch mit hochrotem Kopf nach dem nächsten Humpen Bier verlangte (Wein hätte gegen diese Gewürzgewalt sowieso nichts ausrichten können) und nach weiteren Kostproben einen Mango-Lassi "auf Ex" in mich hineinschüttete. Eines habe ich mir nach diesem Abend geschworen: Bestelle nie wieder ein Gericht bei einem Amsterdamer Inder, das mit dem Button "Extra Hot" in der Karte markiert ist, denn das ist fast noch untertrieben; vielmehr sollte man es in der Tat als das verstehen, was es sein soll: eine Warnung....
        Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 13.03.2014, 23:16.

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        • #5
          Zunächst einmal ein herzliches bedankt an die Antwortgeber - wie jedoch so oft kommt es dann schließlich doch (fast) ganz anders.
          Ich hatte noch einen Tipp von J.Boer erhalten; nicht persönlich, vielmehr nennt er in einem Buch, das so ähnlich heißt wie Wo die Chefs gerne essen gehen (im Deutschlandteil dieses Bandes erfahren wir, daß Dreisternekoch A am liebsten bei Dreisternekoch B einkehrt, während der wiederum am liebsten bei Dreisternekoch A und aber auch bei C, der dann wiederum auch bei B, jedoch auch noch bei D, der zufälligerweise auch drei Sterne hat, essen geht), ein Lokal:

          A-Fusion: auf den Tellern viele chinesische, aber auch japanische Elemente. Allerlei in Teighüllen Eingepacktes, gedämpft, aber auch frittiert, z.B. Austern von enormer Größe; schließlich auch Sushi-Phantasien, wie irgendetwas Lackiertes im Reismäntelchen. Den Bib des Michelin erkennt man genau dann am sichersten, wenn man dort die Hauptgerichte meidet; und zwar in aller Konsequenz.

          Tja, de Klos in der Kerkstrat, das ist schon so was. Wir hätten sogar schon nach einer knappen Stunde einen Tisch haben können, entschieden uns aber für den Tresen, wo schon links und rechts wohlig gemampft wurde. Zum Bier zunächst eine Pastete, die gelungen ist, in ihren Dimensionen jedoch schon erahnen läßt, was da noch auf einen zukommt. Im Hintergrund werkelt einer an einem riesigen Holzkohlegrill; und da bekommt auch schon der Nachbar Spareribs, nicht bernaise, eher zermattaise zu einem Matterhorn aufgeschichtet. Unsere Rindersteaks sind wunschgemäß gegart, zart, wohlschmeckend, doch, so ein blutiger Fleischlappen, nicht zu verachten.
          Roccos Salz-Kritik hatte man sich anscheinend zu Herzen genommen, eine Prise Salz hatten wir sogar noch nachgestreut

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          • #6
            PS: als "größter Strassenmarkt" gilt der Albert Cuypmarkt, eine, was den Marktinhalt betrifft, eher bescheidene Angelegenheit. Dennoch, obwohl ja längst keine Saison, war es unumgänglich, diese leicht bräunlich schmierigen Matjes, die dort "Haring" heißen, was einen unweigerlich an die grauenhafte Geschichte von Polt über den Lungenhering, ja, der Lungen -Haring, die Auster des kleinen Mannes, erinnert, zu verkosten. Durch dieses für strenge deutsche Ansicht nur unzureichende Ausnehmverfahren des Harings bleiben ja bestimmte, vor allem enzymhaltige Innereien im Fisch zurück, so dass es zu einer Art Fermentation kommt, die für diesen wunderbaren Geschmack sorgt.
            Schließlich lohnt es sich auch, den Markt zu besuchen, weil direkt daneben Duikelman, dieses großartige Küchengeschäft, liegt.

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            • #7
              Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
              Tja, de Klos in der Kerkstrat, das ist schon so was. Wir hätten sogar schon nach einer knappen Stunde einen Tisch haben können, entschieden uns aber für den Tresen, wo schon links und rechts wohlig gemampft wurde. Zum Bier zunächst eine Pastete, die gelungen ist, in ihren Dimensionen jedoch schon erahnen läßt, was da noch auf einen zukommt. Im Hintergrund werkelt einer an einem riesigen Holzkohlegrill; und da bekommt auch schon der Nachbar Spareribs, nicht bernaise, eher zermattaise zu einem Matterhorn aufgeschichtet. Unsere Rindersteaks sind wunschgemäß gegart, zart, wohlschmeckend, doch, so ein blutiger Fleischlappen, nicht zu verachten.
              Roccos Salz-Kritik hatte man sich anscheinend zu Herzen genommen, eine Prise Salz hatten wir sogar noch nachgestreut
              Es freut mich, dass es Ihnen leidlich gefallen hat. Mir ist aber bei Ihrem Bericht aufgegangen, dass ich vergessen hatte, vor den Riesenportionen zu warnen .

              Haben Sie während des Amsterdam-Aufenthalts auch einmal Kroketten gegessen?

              Und gibt es eigentlich in Holland, wie jetzt ja fast überall, auch eine Craft-Beer-Kultur?

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              • #8
                Es hat uns, lieber rocco, nicht "leidlich" gefallen, wir haben dort sehr schöne zwei Stunden verbracht.
                Kroketten hatte ich in dem oben erwähnten A-Fusion mit Garnelchen-Füllung, gut. (um das Wort lecker zu vermeiden)
                Zum Bier: in denen von uns besuchten Restaurants -zwei werden noch nachgereicht - gab es nichts dergleichen zu trinken. Aber in einem sogenannten Marqt, einer Art Bio-Markt, der sich eher mit den NY- whole-food-Geschäften vergleichen läßt, als mit unserern Bio-Läden (ohne Droste-Fan zu sein, aber sein Text von 1997 ist ja bis heute noch aktuell: "Einkaufen im Bioladen ist wie Konfirmationsunterricht: Man fühlt sich ständig ertappt. Ein Sünder ist man, das kriegt man immer schön reingereicht. Der alternative Protestantismus müffelt nach Geiz und Getreide; seine Protagonisten sind mürrisch, übellaunig, rechthaberisch; geschlechtsneutral aussehende Figuren, die eine Aura derart knieperiger Zugekniffenheit umgibt, gegen die selbst ein Zeuge Jehovas noch Hedonismus und Daseinsfreude verströmt") konnte ich einige Fläschchen ergattern, die mir den Schlaf in unserer Bleibe auf angenehmste Weise erheblich erleichtert hatten.

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