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&samhoud places**. Amsterdam

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  • &samhoud places**. Amsterdam

    Zugegeben, &samhoud places war nicht unsere erste Wahl. Wir hatten ein anderes Restaurant bevorzugt, der aber ausgebucht war, so dass wir nach Alternativen suchten.

    Wie es sich herausstellte, war es eine glückliche Fügung. Es wurde ein erlebnisreicher und vergnüglicher Abend.
    Moshik Roth, ein gebürtiger Israeli, der im Alter von 23 Jahren mit seiner holländischer Frau nach Holland kam, also eigentlich bereits seit Jahren im Ausland lebend, ist trotzdem so etwas wie Nationalheld in Israel. (das alles haben wir vorher nicht gewusst, jedoch an unserem Nachbartisch gelauscht). Er war der erste Koch aus Israel, der Michelin Stern bekommen hat, und der erste und einzige Israeli, der 2 Michelin Sterne bekam. 2012 zog er von Overveen nach Amsterdam und eröffnete zusammen mit dem Geschäftsmann Salem Samhoud das Restaurant &samhoud places, whelches sofort 2 Michelin Sterne bekam.

    Wir waren leicht skeptisch: es gab gleich drei Sachen, die uns vorsichtig in unserer Erwartungen gestimmt haben. Erstens hieß es, Moshik verwendet zu viele Süßkomponenten in seinen Menus, was wir nicht unbedingt mögen. Zweitens, der ist der bekannteste Molekularkoch Hollands, und wir haben zwar nichts gegen der Verwendung von Molekulartechniken hier und da, mögen aber keine Küche, welche ausschließlich auf Molekularbasis arbeitet. Drittens, der Service sollte… na ja sein.

    Es gab aber eine Sache, die trotzdem unser Interesse geweckt hat: Moshik soll eine besondere Beziehung zu Jean-Georges Klein haben. Die beiden arbeiten viel zusammen und entwickeln einiges zusammen.

    Also, sind wir hin gegangen, und wir haben es geliebt!

    Ambiente ist großstädtisch modern, mit Riesenfenster und Blick auf Ostdocks, und Hauptbahnhof, welcher auf anderer Hafenseite liegt. Publikum international, viele Gäste aus Israel, wahrscheinlich durch den Umstand bedingt, dass zurzeit in Amsterdam eine große internationale Messe läuft. Es ist laut, teilweise sehr laut, aber irgendwie entspannt. Service sehr freundlich, aber nicht bemüht. Die Weinkarte gibt es hier auf Tablet, man kann nach Region, oder auch Traubensorte suchen. Die charmante Sommeliere Yoshiko hat uns zu schönen Weinen verholfen, ohne uns zu sehr bevormunden.

    Wir wählten das große Inspirationsmenu:

    Zuerst Amuse:

    Goose Liver Bonbon / Black Olive / Yogurt / Pineapple
    Saffron Madelaine / Coquillage / Zucchini / Tamarind
    Coconut Millefeuille / Sea Urchin / Coffee / Kombu
    Cocktail / Mangostan / Cachaca / Lime

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    Gillardeau Oyster / Orange / Pomelo / Yuzu

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    Alle Amuses waren auf unglaublich hohem Niveau, besonders gefallen hat uns Millefeuille und Oyster.
    Und bei allem Amuses hat sich sofort die Besonderheit von Moshik Roth‘ Stil gezeigt, die uns durch ganze Menu begleitet hat. Es sind immer und unbedingt präsent 2 Geschmackskomponenten: süß und sauer, die bei jedem Gang ein interessantes Zusammenspiel ergaben, ohne das es zu viel wurde.
    Und es gab immer eine besondere Zutat, welche das ganze rund machte und unglaubliche Geschmacksexplosionen hervorgerufen hat. Hier fanden wir die Parallelen zum Stil von L’Arnsbourg. Allerdings fanden wir auch, dass Moshik durchaus sein eigener Stil hat, er agiert zum Teil sogar etwas mutiger, was Zutatenauswahl betrifft.

    Weiter geht’s:

    Perfect Egg
    Quail Egg / Gorgonzola Dolce / Mango / Kiwi / Celery / Star Anis
    (hier haben wir das Foto vergessen)

    Corn Collection
    Corn / Tomato / Chili / Avocado
    Corn Pappardelle / Jalapeno / Cumquat / Coriander / Tequila
    Beef Tartar / Corn / Sour Cream
    Dieser unglaubliche Gang wurde in 3 Mini-Gängen serviert. Absolut genial: die Pappardelle.
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    Waldorf
    Langoustine / Horseradish / Radish / Oxalis
    Grape / Apple / Double Cream / Walnut / Celery

    Die Languste wurde in Varianten serviert. Einmal traditionell mit den Zutaten, die normalerweise zu Waldorfsalat gehören, und einmal modern interpretiert. Sehr schöner Gang, links etwas spritziger, rechts sehr harmonisch und fein.
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    Etappe Tomato

    Wild Yellow Tomato / Passion Fruit / Apricot / Mango


    Green Tomato / Apple / Angelica


    Peach / Yogurt / Marrowfat Pea Flower / Gnocchi Red Tomato / Basil / Burrata

    Uns viel auf, das in der letzten Zeit ziemlich viele Sterne-Restaurants sich mit der Tomatentematik beschäftigen. Der schönste Tomatengang hatten wir bei Andreas Kaminada gegessen.
    Dieser hier, auf drei Arten serviert, war sehr vielseitig. Die erste Variante als Apfelsorbet mit grünen Tomatenkugeln, die zweite mit dem wunderbaren Frucht-Säure-Spiel, und die dritte eine Interpretation von Tomaten/Mozarella, die unglaublichen Nachgang im Geschmack hatte.

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    Sea Bass Back to Jaffo

    Chamomile Vinegar / Sweet Sour Cucumber / Hendrick’s Gin / Raspberry

    Was für ein schöner Fischgang! Sehr subtil und doch aromatisch durch Gin und Himbeere. Wer hatte es gedacht, dass beide zum Fisch passen!
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    European Lobster

    Lobster / Carrot / Mascarpone / Elderberry Blossom / Coconut Rice / Orange

    Was mich richtig umgehauen hat, war die offene Karottenravioli. Diese hatte eine unglaubliche Textur und Geschmack. Die Holunder- und Orangenschaum waren so zu sagen I-Tüpfelchen.
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    Mein Man hatte statt Lobster:

    Foie…

    Pan Fried Duck Liver / Griottes Compott / Almond / Vanilla Infusion

    Leber konnte man auf die Zunge zergehen lassen, so zart war die Konsistenz. Hier kamen die sauren Komponenten sehr angenehm zur Geltung. Häufig wird Foie eher süß-betont serviert, hier dagegen war beides harmonisch miteinander verbunden.
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    Anjou Pigeon

    Pigeon / Beetroot / Verbena / Griottes / Balsamic

    Wunderbar fanden wir die Variation von Schwarzwälder Kirschtorte zum unglaublich zarten Taubenfleisch.
    Dessert wird auf der Karte nur erwähnt, es gibt zum Menü ein Dessertgang, man konnte natürlich auch Käse bekommen.
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    Schokolade / Sauer Sahne / Heidelbeeren

    Angenehm erfrischend durch Sauersahne-Eis und nicht zu süß.
    Zum Kaffee natürlich die obligatorische Petit Fours

    Hier muss auch erwähnt werden, dass wir in Amsterdam ausnahlos und überall ein ausgezeichneter Kaffee und Espresso bekommen haben.
    Zu trinken gab es einen Saint Aubin Premier Cru Morey-Blanc Les Combes.
    Das gesamte Menü war auf einem unglaublich hohen und gleichmäßigen Niveau. Bei fast jedem Restaurantbesuch, auch bei Sternerestaurants, gibt es immer ein oder anderen klitzekleiner Schwachpunkt. Hier hatten wir absolut gar nichts zu kritisieren. Wir haben das Essen geliebt, Service war ausgezeichnet, Weinberatung sehr gut. Wir waren rundum glücklich.


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    Zuletzt geändert von wi090365; 21.09.2014, 10:53.

  • #2
    Liebe Wi,

    ganz ganz interessantes Restaurant und Bericht! Herzlichen Dank! Wenn ich demnächst in Amsterdam bin, ein Muss!

    Auch ich bin immer zu doof, die Fotos zu vergrößern und die Berichte zusammen zu führen. Aber ich glaube, Qwertz richtet es schon!! (Anfrage an Qwertz?!!) ( off topic: Und ich glaube auch, man hat da als Moderator mehr Möglichkeiten).

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    • #3
      Vielen Dank für die Mühen, es ist in der Tat etwas lästig mit Bildern zu hantieren, ich hoffe alles ist nun richtig zugeordnet. Aber nach dem Hochladen kann man - soweit ich weiß unabhängig von den Mod-Rechten - auf ein Bild doppelt klicken, dann kann man Größe und Formatierung im Text einstellen.

      Aber auch für den Bericht meinen Dank!
      Zuletzt geändert von QWERTZ; 20.09.2014, 06:48.

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      • #4
        Lieber Qwertz,

        vielen Dank für die Bilder. Die Zuordnung stimmt nicht ganz. Kann ich selbst die Zuordnung korrigieren?
        LG
        wi

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        • #5
          Ich denke schon. Einfach auf "Bearbeiten" gehen und dann die Bilder einmal anklicken mit Strg-x und Strg-V verschieben.

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          • #6
            Vielen Dank, liebe Wi! Interessant finde ich die Idee mit dem durchgängigen Spiel von Süße und Säure. Das kann ja über ein langes Menü nur klappen, wenn es sehr fein ausbalanciert ist. Hat ja hier offenbar gut funktioniert.

            LG
            Mohnkalb

            Was ist denn die Mondrian-Platte im Dessert??

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            • #7
              Liebe Wi,

              Vielen Dank für den ausführlichen und interessanten Bericht. In Port Culinaire #29 gab es übrigens einen eindrucksvollen Artikel über Herrn Roth und jede Menge seiner Rezepte.

              Nach Lektüre und den schönen Geschichten des Herrn Schlaraffenland aus Amsterdam, wollten wir eigentlich schon da gewesen sein. Seit einigen Minuten bin ich nun Eigner von Bahnkarten und freue mich sehr auf ein hoffentlich ähnlich schönes Essen. LG Cynara

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              • #8
                Lieber Mohnkalb,

                die Platte war eine Art Schokotafel, oben fest, darunter Dunkelschokolade mit Nüssen, sehr soft, so ähnlich wie französischen Schokokuchen. Allerdings nicht so schwer, war ziemlich locker und luftig.

                LG
                wi

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                • #9
                  Liebe Cynara,

                  vielen Dank, Port Culinaire muss ich mir unbedingt besorgen.

                  Euch wünsche ich schöne Tage in Amsterdam, die Stadt ist eine Reise wert.

                  LG
                  wi

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                  • #10
                    Liebe wi's ,

                    großartiger Bericht, ich kann halt auch in der Ferne nicht ohne...

                    Besten Dank und liebe Grüsse,
                    S.

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