Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

The Jane **, Antwerpen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • #16
    Ja, will ja nur sagen: auch ohne laute Musik wäre dies Akustik sicher nicht unanstrengend.

    Kommentar


    • #17
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19.jpg
Ansichten: 476
Größe: 109,2 KB
ID: 64786
      Es geht zum Gottesdienst, für die orthodoxen Juden am Straßenrand und als unser Taxi ein paar Straßen weiter gekurvt ist, auch für uns. Also na ja, wir gehen in ein Gotteshaus, ein ehemaliges jedenfalls. So passt die die eigentlich überholte Bezeichnung Gourmettempel bestens für die hippe Location des The Jane. Um das Restaurant herum, auf den Wiesen spielen Kinder. Der Stadtteil, auf dem Gelände eines ehemaligen Militärkrankenhauses, scheint sich gerade zu entwickeln.
      Nach einigen Minuten Wartezeit auf der Terrasse, weil die letzten Mittagsgäste erst das Restaurant verlassen haben, dürfen wir den frisch wieder hergerichteten Gastraum betreten. Die Bässe der elektronischen Musik wummern. Dadurch ist von den anderen Gästen nur noch ein Gemurmel zu hören und alles hallige, dass ein Kirchenschiff mit sich bringt, wird weggebügelt- so oder so, laut ist es im The Jane auf jeden Fall und der Fluss der Musik erzeugt auch beim Essen einen gewissen Fluss des Genusses.

      Bereits zu Beginn gibt es einen „Fahrplan“ durch das Menü. Die Gerichte werden als „Flavours“ bezeichnet. Davon gibt es derer zehn, die noch um Käse und ein Signature Dish, nämlich Steinbutt mit Hummer, ergänzt werden kann. Aufgrund unserer Gruppengröße verzichten wir auf Extratouren und schon kann das Menü beginnen:

      we got burnt heißt es zu Beginn und der erste Snack soll an das Feuer im The Jane kurz vor Ostern erinnern, infolge dessen das Restaurant seine ohne anstehende die Urlaubspause etwas verlängern musste. Dieses Gericht wird als einziges mit einer „Zusatzkarte“ auch schriftlich genauer erklärt. Letztendlich ist es geflämmter und marinierter Seebarsch, der mit Zwiebelasche bestäubt wird. Dazu kommt ein frisch-säuerliches Gel auf gegrillten Zwiebeln und Zitronen, ein Dashi aus gerösteten Kombu-Algen und geräucherten Bonito-Flocken, Öl aus verbrannten Zwiebeln sowie Kugeln aus geräucherter Creme fraîche – das klingt alles sehr nach Raucharomen, aber ähnlich wie ich es im Ekstedt erlebt haben, nehmen Säure und Fett dem Rauchgeschmack dir Wirkung und so ergibt sich ein er erfrischender Einstieg.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-3.jpg
Ansichten: 395
Größe: 158,1 KB
ID: 64785

      blue fin, rührei, spaghetti con pulpo ist auf kleinem Raum ein eigentlich zweiteiliges Gericht, auch weil es mit Stäbchen zu essen ist. In einer Schüssel wird sehr schönes Thunfischtatar gereicht. Das Rührei ist eher mit Chawanmushi vergleichbar und hier als kleine Portion auf das Tatar gegeben, so dass dieses der bestimmende geschmackliche und texturelle Faktor ist. Das zweite Schüsselchen beinhaltet sehr al dente gekochten Spaghetti. Die Nudeln sind die letzten Minuten in Jasmin-Tee gekocht worden, was man auch schmeckt. Das erhöht den Umami-Effekt. Darauf liegt ein Scheibchen Pulpo und etwas Forellenkaviar. Die Verbindung zwischen den Komponenten erschließt sich mir nicht so richtig. Aber da ich es mit Stäbechn esse, vermischen sie die Aromen nicht allzu sehr und so spielt die Interaktion der Komponenten keine wesentliche Rolle. Einzeln überzeugen vor allem die Spaghetti.

      Zu den Einstimmungen gibt es, neben einem Champagner den wir als Flasche aus der Karte wählen, den I wish I was a Ninja von Testalonga, ein einfach strukturiert Colombard, der Aperitif in Ordnung geht, aber ohne das Etikett sicher keine besondere Beachtung finden würde.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-4.jpg
Ansichten: 472
Größe: 122,0 KB
ID: 64787Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-5.jpg
Ansichten: 386
Größe: 122,0 KB
ID: 64788Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4219.jpg
Ansichten: 392
Größe: 1,46 MB
ID: 64789

      Carabinero, quinoa, karotte, vadovan besteht ebenfalls aus zwei Teilen. Ganz hervorragend fein gestaltet ist das Tatar des Carabinero. Frisch und fein ist es gewürzt, aber es steht der Fleischgeschmack im Vordergrund. Dazu gibt es pro Person einen halben gegrillten Carabinero in einer schönen Sauce bzw. den Innereien des Tiers. Dieser ist wunderbar saftig gegrillt und wird am Tisch mit einem Bunsenbrenner nochmal bearbeitet – der Geschmack ist einfach, aber herausragend. Ein Gericht das den Lustfaktor mit der Feinheit des Tatars wunderbar verbindet.

      Der 2017er Feldmarschall von Fenner von Tiefenbrunner aus Südtirol ist ein bemerkenswerter Müller-Thurgau. Südtirol-typisch ist er sehr rund und kompakt, hat aber auch eine gute Tiefe, die beiden Tellern des Gangs gerecht wird.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-9.jpg
Ansichten: 381
Größe: 127,9 KB
ID: 64790
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-8.jpg
Ansichten: 374
Größe: 152,1 KB
ID: 64791Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4222.jpg
Ansichten: 383
Größe: 1,76 MB
ID: 64792

      foie gras, rhabarber, haselnuss, nanko-hoshiko ist an sich keine hochaufregende Gänselebervariation. Interessant ist hier das Spiel aus der Säure vom Rhabarber und die feine Bitterkeit durch die Haselnuss, die ein fein austariertes Geschmacksbild zeigen. So richtig komplett wird das Gericht erst mit dem außergewöhnlichen Wein:
      Der Rosé auf dem Burgund hat ein regelrechtes Haselnuss Aroma und eine feine Säure, er wirkt wie die kulinarische Verlängerung der Aromatik des Gerichts. Extrem spannend, eine absolut perfekte Kombination. Erst durch den Wein wird das Gericht interessant.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-11.jpg
Ansichten: 377
Größe: 119,3 KB
ID: 64793Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4224.jpg
Ansichten: 387
Größe: 1,57 MB
ID: 64794

      weisser spargel, geräucherter aal, erbsen verbindet einen gut gegrillten und weich gegarten Spargel mit der Frische der Erbsen und der Üppigkeit, sowie den rauchigen Aromen des Räucheraals. Dieser ist in sehr kleine Stücke geschnitten, so dass dieser Effekt nur punktuell auftritt. Ohne den Aal wirkt die Kombination stimmig, aber eher puristisch.

      Der Les Onglés ist ein Chenin Blanc von der Loire von Stéphane Bernardeau – natürlich ein Vin naturelle, aber das kehrt er weniger nach außen. Die Frische des Weins passt gut zur Sauce und auch zu den übrigen Komponenten.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-14.jpg
Ansichten: 394
Größe: 133,6 KB
ID: 64795Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4226.jpg
Ansichten: 377
Größe: 1,90 MB
ID: 64796

      perle blanche von bourcefrance-le-chapuss, plankton, kaffir kombiniert eine ziemlich fleischige Auster mit frischen Aromen und einer feinen Säure. Es ist vor allem die Auster, die mir in Erinnerung geblieben ist, die Aromen waren eher dezent.

      Dazu der Manzanilla Velo Flor, der uns als „only for the oyster“ präsentiert wird und in der Tat sehr gut passt.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-16.jpg
Ansichten: 375
Größe: 166,3 KB
ID: 64797Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4228.jpg
Ansichten: 378
Größe: 1,67 MB
ID: 64798

      flachs wittling, graue nordseegarnele, château chalon – auch wenn es wie eine Jakobsmuschel aussieht, ist es ein sehr, sehr gut gegartes Stück vom Wittling. Die Aromen sind fein, vor allem durch die Vin jaune-Sauce, die klar erkennbar und schön süffig ist. Die übrigen begleitenden Aromen bleiben auch hier etwas zurückhaltender.

      Dazu gibt es einen 2015er Les Cailloux du Paradis Racines.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-17.jpg
Ansichten: 382
Größe: 146,8 KB
ID: 64799Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4229.jpg
Ansichten: 374
Größe: 1,65 MB
ID: 64800

      lamm aus lozère, zucchini, nordafrikanische aromen besteht aus wunderbarem Lammfleisch. Dieses schmeckt gut nach Lamm. Die Aromen mischen frische, vegetabile Anteile und orientalische Anklänge gut miteinander.

      Zum Hauptgang gibt es einen 2015er Les Hauts de Carol’s La Terrasse d‘Elise
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-20.jpg
Ansichten: 377
Größe: 87,7 KB
ID: 64801Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4232.jpg
Ansichten: 378
Größe: 1,61 MB
ID: 64802

      Burrata, mara de bois, celina di naidó, mélange d’hiver wirkt wie eine süße Caprese-Abwandlung. Die milchigen Bestandteile mit kräutrigen Aromen und der dezent fruchtigen Erdbeere wirken entsprechend zusammen.

      Der 2017er Felseneck Kabinett von Schäfer-Fröhlich ist sehr gut, mir eine Spur zu säurebetont für das Gericht (bzw. zu jung)
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-21.jpg
Ansichten: 376
Größe: 141,2 KB
ID: 64803Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_4234.jpg
Ansichten: 377
Größe: 1,52 MB
ID: 64804

      Malz, guanaja, pastinake ist das etwas interessantere Dessert. Es schmeckt süßlich, getreidig und röstig.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: The Jane_06_19-23.jpg
Ansichten: 376
Größe: 132,7 KB
ID: 64805

      Das The Jane lebt ein Stück weit von seiner quirligen Atmosphäre. Der Raum der Kirche, der Blick in die verglaste Küche und der Service führen dazu, dass ich viel hin und her schaue – und bei unserem Menü spielt die interessante Weinbegleitung auch eine wichtige Rolle. Sie setzt doch dem ein oder andere Gericht ein Krönchen auf, dass die Gerichte spannender macht. All das ergibt einen gewissen Sog, dass mich gar nicht so intensiv über die Qualität der Gerichte nachdenken lässt, wie in einer gesetzteren Umgebung. Dabei sind einige Gerichte richtig interessant und die übrigen sind makellos und entsprechen der Zwei-Sterne-Bewertung des Restaurants. Ein sehr gutes Menü ist die Grundlage, warum das The Jane offensichtlich so anziehend ist, aber das Essen allein würde ich nicht als so „outstanding“ bezeichnen, dass es den Zuspruch allein erklären würde. Es ist vielmehr das funktionierende Mosaik aus einer stimmigen, interessanten Küche, einer lebendigen Atmosphäre, einer einmaligen Location und einem professionellen, angenehmen und gut eingespielten Service, der den Besuch des The Jane zu einem Erlebnis macht.



      Kommentar


      • #18
        Es gibt ein paar kulinarische Orte, die für mich eine nahezu magische Anziehungskraft ausüben. Denkwürdiges Essen haben wir oft erlebt, aber nur wenige gehören zu der Handvoll Restaurants, die bei jedem Besuch ein nahezu vollkommenes Erlebnis versprechen. Dass mich das Gesamtensemble aus herausragender Küche, überragendem Service, tollem Wein, faszinierendem Ambiente und Musik im „The Jane“ vom ersten Besuch an begeisterte, ist aus meinen bisherigen Berichten sicher deutlich geworden.

        So gehört ein Besuch in Antwerpen eigentlich zum jährlichen Pflichtprogramm und dieses Jahr war ein Mittagessen an Karfreitag geplant. In Belgien nimmt man es offenbar mit der religiösen Askese an solchen Feiertagen nicht so genau, was uns durchaus entgegenkommt. Dazwischen gekommen ist uns aber Corona und so war dies die erste Pandemie-bedingte Stornierung, die wir nun im Juli nachgeholt haben.

        Auf die Hygieneregeln hat man sich gut eingestellt. Die mit etwas mehr Abstand besetzten Tische sind durch mobile, textile Trennwände voneinander abgeteilt, die sich auch designtechnisch gut einfügen. Die üblicherweise auf der Empore bespielte Bar ist vorerst einem Open Air-Konzept gewichen. Und Desinfektion allerorten. Nick Bril erklärt uns, dass man trotz dieser Umstände froh sei, überhaupt geöffnet zu haben. Auch angesichts der gerade erst wieder verschärften Regeln in Belgien ist zu spüren, wie wichtig es allen ist, dass man zumindest diesen Zustand halten kann. Die Angst vor einem erneuten Lockdown ist allgegenwärtig.

        All das hemmt aber weder Küche noch Service. Beide geben von Anfang an, wie gewohnt, Vollgas. 13 Gänge sind heute vorgesehen und damit ist klar, dass dies wieder ein denkwürdiges Mittagessen nicht unter fünf Stunden wird.

        Es startet mit einer Perle Blanche Auster, dickfleischig, angenehm salzig und mit Kirsche, Buchweizen, Kodium und Ponzucreme und -sud füllig eingefasst. Eine wahre Umami-Bombe.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_87c.jpeg
Ansichten: 119
Größe: 1,86 MB
ID: 66828
        Perle Blanche / Kirschen / Ponzu

        „The Jane“ kultiviert im Rahmen des „PAKT“-Projektes, das als nachbarschaftliche Initiative städtischen Anbau von Gemüse und Kräutern auf den Dächern benachbarter Lagergebäude betreibt, zahlreiche Produkte für die eigene Küche. Der nächste Gang wird in drei Teilen serviert und beinhaltet ebendiese. Leider erinnere ich genau hierzu nicht mehr alle Details, denn auch auf der Menükarte wird der Gang nur als „PAKTs Dach“ angekündigt.

        Den ersten Teil bildet Matjes, der mit einem Eis von Fetakäse einen frischen und fülligen Charakter erhält. Darauf folgt Makrele mit Kohlrabi und einer Sauce auf Basis von schwarzem Knoblauch. Zum ersten Teller gestaltet sich das bereits deutlich kräftiger.
        Von einem belgischen Produzenten, der sich vor allem provenzalischen Sorten widmet, stammen die folgenden Tomaten, die mit marinierter Burrata und gelben Linsen einen gekonnten Spagat zwischen würziger indischer Aromatik und mediterranem Geschmacksbild bilden. Das dazu gereichte indische Brot zum Auftunken unterstützt diese Crossover-Komposition gekonnt.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_87d.jpeg
Ansichten: 124
Größe: 3,00 MB
ID: 66841Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_87e.jpeg
Ansichten: 123
Größe: 2,91 MB
ID: 66840Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_87f.jpeg
Ansichten: 126
Größe: 2,62 MB
ID: 66834
        PAKT's Dach I: Matjes / Feta
        PAKT's Dach II: Makrele / Kohlrabi
        PAKT's Dach III: Tomate / Linsen

        Dass im nächsten Gang Foie Gras die entscheidende Rolle spielt, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Sie befindet sich als gestockte Creme am Boden. Aal hingegen, obwohl angekündigt, ist kaum schmeckbar. Dafür sorgen die übrigen Mitspieler, vor allem ein Eis von Granny Smith, Gemüseröllchen, Haselnüsse und schwarze Walnüsse für einen unerwartet frischen Gesamtakkord, der allerdings durch die Æbleskiver, eine dänische Version der holländischen Poffertjes aus Sauerteig, einen warmen und fettigen Kontrast erhält. Ein Wohlfühlgang im besten Sinn.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_881.jpeg
Ansichten: 128
Größe: 2,36 MB
ID: 66843
        Aal / Foie Gras / Æbleskiver

        Mit dem folgenden Gambero und X.O. Beef in der pulled Version, fermentierter Bete und Nori-Alge kommt der bis dahin beste Gang auf den Tisch. Die Kombination aus erdigen Noten vom Fleisch, der betörenden Süße vom Krustentier und einer angenehmen Säure ist ausnehmend gut. Im Glas dazu serviert Gianluca Di Taranto einen Chablis und parallel dazu einen Sake, der in diesem Spiel für mich die Nase vorne hat, weil er das Säurethema mild und sehr elegant aufnimmt.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_882.jpeg
Ansichten: 127
Größe: 2,72 MB
ID: 66837
        Gambero rosso / XO / Fermentierte Bete

        Aber die Küche gibt weiter Gas und liefert uns mit dem Schellfisch einen TOP 10 Gang des Jahres. Das prächtige Filet ist mit Furikake, einer japanischen Gewürzmischung, versehen. In der Nick Bril eigenen „Müllerin Art“ ergänzt er den Fisch mit einer buttrigen Sauce mit Muscheln und Sauerampfer sowie einer großzügigen Nocke Kaviar. Das alleine ist schon großartig, aber erneut hebt Gianluca das Gericht noch einmal in zusätzliche Sphären. Vorgesehen ist ein gereifter Riesling von Trimbach aus dem Elsass und eigentlich möchte er den als Blindtasting dazu reichen. Dumm allerdings, wenn man vorher schon eine Karte mit den vorgesehenen Weinen bekommt. Kurzerhand reicht er also auch hier noch eine Alternative und die überrascht enorm. Den 2017 Kumeu River Chardonnay aus Neuseeland hätte ich mit absoluter Sicherheit im Burgund verortet. Was für eine Entdeckung! Toller Gang, tolle Weine!


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_884.jpeg
Ansichten: 126
Größe: 2,54 MB
ID: 66831
        Nordsee Schellfisch / Furikake / Meunière

        Für den folgenden Steinbutt wird der Fisch am Tisch mit glühend heißer Binchô-tan-Kohle abgeflämmt. Nordseekrabben und Bumbu-Butter, die ihre indonesische Aromatik eher dezent im Hintergrund hält, sorgen für ein harmonisches Gericht, das insgesamt trotzdem einen Gang zurückschaltet.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_885.jpeg
Ansichten: 126
Größe: 2,20 MB
ID: 66829
        Steinbutt / Binchô-tan / Bumbu Butter

        Ganz ausgezeichnet das gegrillte Kamper Lamm mit schöner Fettschicht, das Nick Bril mit einem Ragout von Pfifferlingen, Lammniere und Bries sowie anfrittiertem Gemüse begleitet. Dazu gibt es eine ausgewogene, aber nicht zu dominante Sauce. Es bleibt, wie immer eigentlich im „The Jane“, der einzige Fleischgang und er enttäuscht nicht im Mindesten, weil er erneut ein fabelhaftes regionales Produkt in den Mittelpunkt stellt und einfallsreich und harmonisch begleitet.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_886.jpeg
Ansichten: 126
Größe: 2,78 MB
ID: 66838
        Kamper Lamm / BBQ

        Vor der Dessertparade gibt es nun auf einem gekühlten Marmorblock ein Sorbet von Charentais-Melone mit einer mexikanischen Gewürztagetes. Das Topping bleibt zwar etwas undefinierbar, aber das Eis ist von ausgeprägter Fruchtigkeit und als Erfrischung mehr als willkommen.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_887.jpeg
Ansichten: 124
Größe: 2,50 MB
ID: 66833
        Charantais Melone / Wakatai / Il Granito

        Optional entscheiden wir uns diesmal zusätzlich für die Käseauswahl, die wir uns teilen. Auch hier legt man viel Wert auf die Präsentation. Zusätzlich zu den sechs Sorten (dreierlei Comté, sowie jeweils ein französischer, portugiesischer und englischer Käse) gibt es ein Chutney passend zum Blauschimmel sowie noch eine separate Zubereitung von Ziegenkäse und Pfirsich.
        Ins Glas kommen dazu ein lokales Bier sowie ein Masala, was für die dazu empfohlenen Sorten in der Tat prima Begleiter sind.
        Das ist alles so liebevoll und klug zusammengestellt, dass das wirklich Spaß macht. Ich frage mich, warum wir nicht auch bei früheren Besuchen davon Gebrauch gemacht haben, zumal auch diese Portion trotz des fortgeschrittenen Sättigungsgrades für zwei Personen genau richtig war.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_889.jpeg
Ansichten: 125
Größe: 2,90 MB
ID: 66836Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_88c.jpeg
Ansichten: 126
Größe: 3,22 MB
ID: 66842
        Käseauswahl
        Ziegenfrischkäse / Pfirsich

        Den süßen Teil leitet eine recht konventionelle, aber deshalb nicht weniger köstliche Kombination aus Garriguette Erdbeeren, Rhabarber und weißer Schokolade ein. Ein klassischer Crowdpleaser, der durch die bildhübsche Präsentation zusätzlich gewinnt.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_88d.jpeg
Ansichten: 123
Größe: 2,56 MB
ID: 66832
        Garriguette Erdbeere / Ivoire 35% / Feigenblatt

        Deutlich ungewöhnlicher wird es aber mit dem finalen Dessert, das noch einmal eine Brücke schlägt zum Beginn des Menüs, als es um die Gemüse und Kräuter vom PAKT Garten ging. Zu der Komposition um Hanf, Quitte und Honig (ebenfalls vom Dachgarten) gibt es dehydrierte und gefrorene Blüten von dort, die natürlich einen schönen optischen Effekt, aber auch jede Menge Geschmack beisteuern. Im Inneren befinden sich noch Crumble, so dass sich hier aufs Wunderbarste Komplexität der Texturen und abwechslungsreiche, gar nicht mal zu süße, Aromen harmonisch verbinden. Ein ganz und gar großartiges Dessert!


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_88e.jpeg
Ansichten: 125
Größe: 2,76 MB
ID: 66835
        Cannabis sativa / PAKT Honig / Nordic lemon

        Natürlich ist es auch damit noch nicht getan. Denn zum Kaffee gesellen sich zu Trüffel, Praline und Macaron auch noch eine Zubereitung von Erdbeeren, die sechs Monate in Rum eingelegt wurden mit weißer Schokolade und Pistazie.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_88f.jpeg
Ansichten: 124
Größe: 2,84 MB
ID: 66845
        Petits Fours: Erdbeere / Weiße Schokolade / Pistazie

        Völlig begeistert und auf positive Weise freudig ermattet widmen wir uns den letzten Resten in unseren Gläsern. Nick Bril und Gianluca Di Taranto haben nicht zu viel versprochen. Ein wunderbarer Lunch solle es werden und genau das war es wieder. Nick Bril versteht es, die Produkte der Region und hier vor allem der Nordsee in fantasievolle Gerichte zu verwandeln, die komplex sind, aber immer unmittelbar zugänglich und damit leicht zu verstehen. Ihm geht es nicht um Irritationen, sondern um den bestmöglichen Rahmen für ein fabelhaftes Produkt und dafür darf auch die Gewürzwelt der weiten Welt herhalten. Und Gianluca? Er hat jedes Mal eine der spannendsten Weinbegleitungen in petto, die man sich wünschen kann. Neuentdeckungen, Unerwartetes, aber auch Klassiker. Auch hier geht es um den perfekten Match und da gibt es keine Scheuklappen. Dass er dazu einer der humorvollsten Sommeliers und Gastgeber ist, die man sich nur wünschen kann, sei nur der Ordnung halber erwähnt. Das Duo Bril / Di Taranto ist jedenfalls ein perfect Match!
        Und das wird flankiert von einem ebenso perfekten Service, der Herzlichkeit und Natürlichkeit in der DNA zu haben scheint.


        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: fullsizeoutput_89a.jpeg
Ansichten: 134
Größe: 566,2 KB
ID: 66827
        Weinbegleitung

        Eigentlich sollte 2020 die Präsentation der Pellegrino-Liste der 50 Best Restaurants in Antwerpen stattfinden. Nun mag man über die Liste denken, was man will. Sie ist zweifelsohne streitbar, ebenso wie der dahinter stehende Nestlé-Konzern wegen seiner Wasserpolitik aufs Schärfste zu verurteilen ist, aber die Marketingwirkung ist nun mal nicht zu unterschätzen. Ich gehe davon aus, dass Antwerpen nicht umsonst gewählt wurde und dass „The Jane“ hier sicherlich mit einem ordentlichen Sprung nach vorne vom derzeitigen Platz 99 hätte rechnen können. Nun wird das wohl erst im kommenden Jahr passieren.
        Aber ich habe ja meine eigene Liste – und in der ist „The Jane“ ohnehin ganz vorne mit dabei!


        Bericht und mehr Bilder wie immer auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/the-jane-antwerpen-3/

        Angehängte Dateien

        Kommentar


        • #19
          Im Moment ja leider eine Risikogebiet - zum Glück kein kulinarisches...

          Ach so: Antwerpen war übrigens als Autragungsort gewählt, weil dort parallel das Gifpel-Treffen der UN-Tourismusorganisation stattfinden sollte.

          Kommentar


          • #20
            Stimmt - wir waren auch sehr froh, dass es noch geklappt hatte, denn just an jenem Wochenende begannen die ersten Verschärfungen, bis dann 2 Wochen später Antwerpen und Region zum Risikogebiet erklärt wurden.

            Kommentar

            Lädt...
            X