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Aan de Poel **, Amstelveen

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  • Aan de Poel **, Amstelveen

    Manchmal sind es Bilder, die in mir den Wunsch nach einem Restaurantbesuch aufkommen lassen. Schon länger bin ich im Internet immer mal wieder über Fotos von Gerichten aus dem „Aan de Poel“ gestolpert, die durchweg eine faszinierende Ästhetik ausstrahlten. Ob dies nur der professionellen Qualität der Aufnahmen zuzuschreiben ist oder auch der Realität auf dem Teller standhalten würde, hat mich schon eine Weile gereizt zu überprüfen.

    Dass das Restaurant in Amstelveen, einem beschaulichen Vorort von Amsterdam, über zwei Michelinsterne verfügt, wusste ich. Und dass der Chef Stefan van Sprang heißt. Aber das war es dann auch schon. Jetzt ist Amsterdam wahrlich nicht arm an interessanten Adressen und mit jedem Besuch wird die Auswahl für uns schwieriger. So viele gute Adressen – so wenig Zeit. Und auch dieses Mal waren die Abende bereits gesetzt. Also musste es zumindest noch ein Mittagessen sein.

    Im „Aan de Poel“ gibt es einen Lunch mit 3 Gängen für 52 Euro oder 4 Gängen zu 58 Euro, daneben das Chef's Menü und einige à la Carte Gerichte.

    Mit dem Bus sind wir in etwa 30 Minuten in Amstelveen. Nach einem Fußweg von noch mal 10 Minuten erreichen wir das Restaurant, das an einem See liegt und auf dessen Terrasse man im Sommer sicher sehr schön sitzt. Auch innen ist es sehr komfortabel und hell, die Tische mit angenehmem Abstand und die offene Küche ist von überall gut einsehbar.

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    Außen- und Innenansicht

    An diesem Freitag Mittag wird der Hauptraum ausgebucht sein und nahezu alle Gäste wählen, so wie wir, das Lunchmenü.

    Dieser startet mit zwei kleinen Apérohappen, einem Taco mit Auberginen-Apfel-Chutney, das eine deutliche Kreuzkümmelnote aufweist und einem Filoteig-Cracker, der vor allem von einer intensiven Currycreme dominiert ist.

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    Apéro: Taco mit Aubergine und Filoteig & Curry

    Das Amuse spielt mit unterschiedlichen Texturen und setzt, durchaus ungewöhnlich, Estragon in den Mittelpunkt in Form eines Salates, der von diversen Cremes geschmacklich abgepuffert ist und mit dem Pommes Soufflé ein auch optisch schönes Knusperelement bekommt. Dieser Gruß erfüllt seinen Zweck wirklich ganz ausgezeichnet.

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    Amuse Bouche: Pommes soufflé, Estragon, Rauke

    Visuell beeindruckend dann die Vorspeise. Auf einer Schicht angemachten Taschenkrebses befindet sich eine dünne Schicht Gelee aus Litschi und darauf eine weitere Schicht Thunfisch. Wasabi-Mayonnaise, eine Zitrusvinaigrette und etwas Knusper runden die leichte Komposition ab, die ebenso elegant schmeckt, wie sie präsentiert wird.

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    Taschenkrebs, Litschi, Thunfisch

    Mit dem Fischgang wird es deutlich deftiger. Zu dem saftigen und einwandfrei gebratenen Stück Wolfsbarsch gesellen sich kleine Abschnitte Cecina de León, ein getrockneter, geräucherter spanischer Rinderschinken, Rote Bete in diversen Texturen, darunter ein gefülltes Teigröllchen mit Mohn und vor allem eine herzhafte Haselnuss-Vinaigrette. Das ergibt alles einen warmen, erdigen Grundton und fühlt sich sehr wohlig an.

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    Gebratener Wolfsbarsch mit Strukturen von Roter Bete, Cecina, Mohn und Haselnuss-Vinaigrette

    In der Ankündigung hörte sich der Hauptgang, Entrecôte in dünnen Scheiben, zunächst etwas unspektakulär an. Bei einem Entrecôte wünsche ich mir eigentlich ein schönes, dickes Stück Fleisch mit kräftigen Röststoffen und innen rosa gebraten. Was vor mir steht, sind in der Tat dünne Scheiben, eng an eng zu einem Ring geformt – und es ist fabelhaft!

    Grünkohl, frittiert und gedünstet, Schalottenelemente mit Meerrettich, eine knusprige Kartoffel und Knochenmark sind passende Begleiter und am Tisch wird das unglaublich aromatische und zarte Fleisch mit einer tiefgründigen Rotweinjus getränkt. Das ist Comfort-Food vom Allerfeinsten!

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    Entrecôte in dünnen Scheiben, Grünkohl, knusprige Kartoffel, Meerrettich und Rotweinjus

    Auf der Höhe der Zeit auch die Präsentation des Desserts, eine Variation von Birne, Schokolade und Karamell. Im ersten Teller eine Birnenmousse, ein Birnen- sowie ein Karamellgelee. Der zweite Teller stellt Schokolade in den Mittelpunkt, dazu ein fabelhaftes Birneneis und Karamellsirup. Auch das ist abwechslungsreich, technisch makellos gemacht und erneut wunderschön anzusehen.

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    Birne, Schokolade, Karamell

    Den letzten eindrucksvollen Schlusspunkt setzt der Petits Fours-Wagen, von dem wir unter anderem grandiose Mini-Canelés, Pasteis Nata, Macarons, weiße Schokolade mit Himbeercrumble und noch das ein oder andere mehr wählen. Ein würdiger Abschluss eines tollen Mittagsmenüs!

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    Petits Fours

    Wie schön, wenn die Erwartungen, die sich nur auf die Ästhetik von Internet-Bildern gründen, so sehr erfüllt werden. Die Küche von Stefan van Sprang überzeugt nicht nur durch eine ausgefeilte Optik und Präsentation, sondern vor allem auch durch kluge Kompositionen, die bei allem Abwechslungsreichtum immer ein klares Harmoniebild in den Vordergrund stellt.

    Die zwei Sterne, die das „Aan de Poel“ seit 2013 hält, scheinen mir sehr angemessen. Der Service ist versiert, freundlich, aber immer locker und trägt so ebenfalls dazu bei, dass wir uns wohl fühlen.

    Auch wenn die Menüpreise in den Niederlanden generell noch recht niedrig sind, ist der Preis für diesen Lunch in jedem Fall ein veritabler Schnapper. Als wir das Haus verlassen, ist bereits klar, dass wir wieder kommen werden. Dann auch gerne am Abend.


    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/aan-de-poel-amstelveen/

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