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August, Antwerpen

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  • August, Antwerpen

    Die Eröffnung des „August“ gehörte vor einigen Monaten zu den Aufsehen erregendsten Hoteleröffnungen in Antwerpen. In einem alten Augustinerkloster wurde ein Boutique-Hotel gestaltet, das in einer ohnehin für Mode und Style bekannten Stadt wie hier markante Maßstäbe setzt.
    Schon die Bar in der ehemaligen Kapelle rechter Hand der Rezeption ist ein echter Blickfang. Im Korridor daneben ist in einem länglichen Gang das Restaurant untergebracht.

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    Bar

    Die Lage des Hotels auf dem gleichen Gelände und in unmittelbarer Nachbarschaft zum mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant „The Jane“, einem der heißesten Gourmet-Hot Spots Europas, legte es nahe, für die Restaurantkonzeption ebenfalls Nick Bril zu gewinnen. Der hat für das „August“ ein À la Carte-Menü kreiert, das sich deutlich vom „The Jane“-Angebot unterscheidet und sich auf Gerichte mit saisonalen und lokalen Zutaten konzentriert, die leicht zugänglich, aber mit einem Schuss Kreativität gestaltet sind. Damit ist es sowohl für den klassischen Hotelgast kompatibel, aber auch für Gourmets ausreichend interessant.
    Nick Bril ist bei unserem Besuch auch präsent. Mutmaßlich pendelt er ab jetzt permanent zwischen beiden Küchen hin und her - bei nur etwa 100m Luftlinie auch kein Problem.

    Nachdem wir den Aperitif in der eleganten Bar eingenommen haben, wechseln wir in das Restaurant, wo wir uns der Karte widmen, die neben einigen Snacks zum Einstieg acht Vorspeisen (14-24 Euro), fünf Hauptgerichte (21-35 Euro) nebst einigen Side Dishes (5-8 Euro) sowie vier Desserts (10-12 Euro) und Käse (18 Euro) aufweist.

    Bedauerlich ist, dass ausgerechnet die beiden Weine, die wir uns aus der recht überschaubaren Karte auswählen, gerade nicht vorhanden sind. Das sollte so kurz nach Eröffnung nicht passieren.

    Als Amuse Bouche schickt die Küche ein Schälchen, das auf den ersten Blick dann doch nach einem typischen Nick Bril-Gericht aussieht. Eine Tofu-Creme, gepickelte Gurken, Bohnenkerne und Crumble von Nori wirken als Kombination ungewöhnlich und doch leicht zugänglich. Und genau so ist es auch. Mit dem Löffel arbeitet man sich einmal durch ein cremiges Vergnügen, das durch den Nori einen leichten Meerestouch erhält. Der Tofu ist schön aromatisiert, so dass man nicht unbedingt als erstes darauf käme, dass es sich darum handelt. Insgesamt ist das sehr schlotzig und schmackhaft.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: August_2_Tofu_Nori.jpg Ansichten: 31 Größe: 43,7 KB ID: 63920
    Amuse Bouche: Creme von Tofu, marinierte Gurke, Crunch von Nori

    Ich starte mit einem grünen Risotto, das perfekten Biss hat und eine dezente Kräuternote aufweist. Darauf platziert zwei Stücke vom Oosterschelde Aal, der naturgemäß durch seinen Fettanteil eine ordentliche Üppigkeit mitliefert. Diese wird noch unterstützt von der angegossenen Zitronenvinaigrette, die auch eher ölig ausfällt. Dadurch wird das Gericht noch eine Spur opulenter, was ihm aber gut steht. Röstbrot, mit Estragonpuder versehen, steuert Crunch bei und die zwei Stangen Spargel fühlen sich in diesem Ensemble offensichtlich auch sehr wohl. Das ist sehr gut.

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    Grünes Risotto, Oosterschelde Aal, Spargel, Zitronenvinaigrette

    Für meinen Mann geht es mit einer Portion Vongole los, die verhältnismäßig klassisch zubereitet sind mit reichlich Gemüse und, um zusätzliche Geschmackstiefe reinzubringen, Chorizowürfeln. Dazu gibt es recht fettes Röstbrot, das aber ganz gut passt. Die ganze Qualität offenbar sich, wenn man die Muscheln verzehrt hat und sich ganz dem Sud widmen kann, denn der ist herrlich kräftig mit intensivem Geschmack nach Meer und von großer Klasse.

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    Vongole, Chorizo, Petersilie

    Bei den Fleischgerichten gibt es nur die Auswahl zwischen einem Gericht für 2 Personen von der spanischen Txugitxu-Kuh und Taube. Das ist für mich als bekennendem Tauben-Fan nicht tragisch, aber vielleicht sollte man wenigstens noch ein weiteres Gericht auf die Karte nehmen, damit dies nicht die einzige Alternative ist, falls zwei nicht dasselbe essen möchten.

    Die Taube ist relativ rustikal zubereitet und leider nicht an allen Stellen gleichermaßen zart. Vor allem die Keulen sind ziemlich kaubedürftig. Gut gefallen mir aber die Beilagen, allen voran die würzige Creme von der Blutwurst mit gerösteten Haselnusskernen und die klassische Jus.

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    Taube, Topinambur, Blutwurst, Bittersalate, BBQ Sauce

    Sehr ordentlich auch die zwei Steaks vom Glattbutt, die an der Gräte zubereitet wurden. Spinat, Bohnenkerne und Sauce Hollandaise sind auch hier eher traditionelle Mitspieler. Neben der ausgezeichneten Fischqualität überzeugt vor allem die Jus, die aus den Köpfen von Shrimps gezogen wurde.

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    Glattbutt am Knochen, Krustentierjus, Spinat, Kartoffel, Olivenöl

    Als Beilage teilen wir uns eine recht üppige Portion sehr guter Pommes Frites. Aber will man in diesem Haus und in diesem Land etwas anderes erwarten als erstklassig frittierte Kartoffelstäbchen?

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    Pommes Frites

    Beim Dessert entscheide ich mich für ein Tartelette mit roten Früchten und einer prägnanten Limonencreme. Ausgezeichnet das Sorbet Berriolette, das ich erst mal nachschlagen muss, da es mir nicht bekannt ist. Es handelt sich um eine Mischung aus Himbeeren und Heidelbeeren mit Veilchenaroma. Das schmeckt ungewohnt, aber sehr gut. Leicht störend sind nur die kleinen Baiserstäbchen, die etwas seifig wirken. In Summe ist das aber trotzdem gut.

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    Tartelette mit roten Früchten, Verbene, Sorbet Berriolette

    Das zweite Dessert wirkt auf den ersten Blick nicht unbedingt ansprechend. Viel Braun und eine Konsistenz, die zweifelhafte Assoziationen weckt – allerdings bestätigt sich beim ersten Bissen, dass das natürlich wesentlich besser schmeckt, als es aussieht. Der geeiste Kaffee und die Mousse von Pastinake gehen harmonisch miteinander, der Haselnusscrumble sowieso.

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    Geeister Kaffee, Pastinake, Haselnuss-Crumble

    Eine ordentliche Praline und ein mittelmäßiger Keks in Heidesand-Art zum Kaffee beschließen unser Essen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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    Petits Fours

    Die Küche im „August“ ist in der Tat deutlich einfacher konzipiert als im „The Jane“ nebenan. Aber das muss sie wohl auch sein, denn schließlich gilt es, hier auch und vor allem Hotelgäste zufrieden zu stellen. Die Küche überzeugt vor allem mit sehr guten Zutaten und einer ordentlichen Zubereitung. Bei der Taube hätte sie noch etwas sorgfältiger sein können, aber alles übrige passte schon. Stilistisch könnte man das „August“ wohl am ehesten im Bistronomie-Segment einordnen und da macht es eine durchaus gute Figur. Und wer Nick Bril-Stil erwartet, für den schimmert hier und da ja auch immer etwas davon durch.


    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/august-antwerpen/
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von thomashaj; In den letzten 4 Wochen.

  • #2
    Danke für den Bericht. Das wäre bei unserem Antwerpen-Besuch kürzlich natürlich eine gute Lunch-Möglichkeit gewesen, aber wird sind natürlich auch so nicht verhungert...

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