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Nathan *, Antwerpen

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  • Nathan *, Antwerpen

    In Belgien hat Antwerpen der Hauptstadt kulinarisch schon lange den Rang abgelaufen. Nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch in deren Peripherie befinden sich einige der aufregendsten Adressen des Landes und dass Sergio Herman, Mastermind auch hinter „The Jane“ ausgerechnet hier sein neues Restaurant eröffnet hat und damit quasi sein Comeback hinterm Herd, dürfte den auch internationalen Zulauf der Foodies weiter anheizen. Da kann Brüssel mit seiner betulichen Beamten- und Diplomatenmentalität schlichtweg nicht mithalten.

    Die kreative und moderne Atmosphäre Antwerpens macht sich aber auch in der Breite bemerkbar. 2016 eröffnete Nathan Van Echelpoel zusammen mit seiner Partnerin Eva Van De Peer, die als Gastgeberin auch für die Weinberatung zuständig ist, das mit knapp 30 Plätzen nicht allzu große Restaurant. Klare, helle Formensprache und eine offene Küche bestimmen das Interieur. Seit 2019 hält man auch einen Michelinstern.


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    Außenansicht

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    Interieur

    Das Angebot konzentriert sich im Wesentlichen auf ein Menü in vier bis sechs Gängen (60-90€) und einige à la Carte-Gerichte. Mittwochs bis freitags hat man auch mittags geöffnet. Freitags und samstagabends ist nur das Fünf- oder Sechsgang-Menü erhältlich.
    Käse kann, wie häufig in Benelux, alternativ oder optional zusätzlich geordert werden.

    Den Auftakt bilden zwei Fingerfood-Grüße, ein Tartelette mit lauwarmer Füllung aus kleinen, weichen Oktopusstücken, die mit Würfelchen von der Ibericosalami einen schön würzigen Gegenpart bekommen. Außerdem ein Kohlrabi-„Taco“ mit Füllung vor allem aus Quinoa und leicht geräuchertem Fisch. Beides sind fein abgeschmeckte Happen, die jeweils ein durchaus differenziertes Geschmacksbild aufweisen.


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    Amuse Bouche: Tartelette mit Oktopus und Iberico-Salami & Kohlrabi-Taco mit Räucherfisch & Quinoa

    Zum ordentlichen Brot weiß vor allem die mit Soja aromatisierte Butter sehr zu überzeugen.


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    Brot & Butter

    Der erste Gang präsentiert sich durchaus verspielt mit vielen Komponenten. Im Mittelpunkt steht ein sehr gutes Sashimi vom Thunfisch mit Sojaperlen und einer auf Soja basierten Vinaigrette. Dazu gesellt sich eine „Springroll“ aus Spitzkohl, die mit Sojasprossen, Ananas und Algen gefüllt ist. Koriander ist dezent, aber punktuell und damit geschickt eingesetzt, Avocadocreme bringt ein fülliges Element und Gurkeneis sorgt für zusätzliche Frische in diesem abwechslungsreichen Gericht. Was überladen klingt, gestaltet sich als absolut stimmig und subtil abgeschmeckt.


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    Thunfisch / Avocado / Soja

    Gemessen an der Anzahl der Komponenten geht es geradezu konträr weiter. Denn auf dem nun folgenden Teller konzentriert sich alles auf Tomaten in ausgezeichneter Qualität, Tomatenjus und -crumble sowie einen perfekt mit rosa glasigem Kern gegarten schottischen Lachs, der mit Miso lackiert wurde. Erstaunlicherweise ist hier keine übermäßige Säure präsent. Erneut bleibt der Eindruck eines elegant abgestimmten Gerichts, bei dem nichts plakativ wirkt und die Harmonie im Vordergrund steht.


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    Lachs / Tomate / Miso

    Hier reiht sich auch der Kaisergranat ein, der mit Blumenkohl in Texturen und einem aromatischen Schaum auf Basis einer Bisque gut passende Mitspieler erhält. Kokosnuss mache ich nicht explizit aus, vermisse sie aber auch nicht.


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    Langoustine / Blumenkohl / Kokosnuss

    Am Gargrad des Rehrückens im Hauptgang ist nichts zu meckern. Indes leidet das ansonsten sehr schöne Stück wie so oft für mich daran, dass ihm jegliche Röstaromen fehlen, was eindeutig auf eine Sous Vide-Garung deutet. Die Macadamiakruste kann zwar etwas Crunch beisteuern, aber die – zumindest von mir – vermissten Röstnoten nicht ersetzen.
    Spannender machen sich hier aber ohnehin die Beilagen. Erneut kommt Weißkohl, im Fine Dining eigentlich ein sehr oft verschmähtes Gemüse, hier eine zentrale Rolle zu. Wie ein Tortenstück blättern sich die bissfesten, aber gut gegarten und abgeflämmten Schichten auf, denen auch noch Roscoff-Zwiebeln, Gremolata und etwas geschmacksarme Nashi-Birnensegmente sowie ein sehr schöner Kartoffelwürfel als Millefeuille beigegeben wird. Das ist alles sehr aufwändig gemacht und eigentlich spannender als das Fleisch selbst.


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    Reh / Weißkohl / Gremolata

    Als Pré-Dessert erfrischt ein sehr gutes Basilikumsorbet mit Mandelcrumble und einem Ingwer-Baiser, das erneut eine präsente, aber gut austarierte Würze liefert.


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    Pré-Dessert: Basilikum / Ingwer / Mandel

    Alternativ zum ersten Dessert gibt es einmal am Tisch die Käseauswahl, die vier gut temperierte und gereifte Käse aus Belgien, Frankreich und Deutschland präsentiert. Alle Sorten zeigen gutes Handwerk und sind klug ausgewählt, Dazu werden Honig, Dattel und ein Sirup auf Basis von Birnenessig serviert.


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    Käseauswahl

    Für mich geht es derweil mit dem ersten Dessert weiter, einem Eis von Pfirsich, das sich mit einer Pistaziencreme und einem Sud von Mascarpone und Verbeine mild-fruchtig darstellt.


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    Pfirsich / Verbeine / Pistazie

    Wie so häufig endet das Menü mit einem Schokoladendessert. Nathan Van Echelpoel schafft es aber, dies nicht zu einer schweren, erschlagenden Angelegenheit werden zu lassen. Die Vollmilchganache auf einem Knusperboden ist im Zusammenspiel mit außergewöhnlich schmackhaften Piemontaiser Haselnüssen, Vanilleeis und einem Kiwi-Coulis verhältnismäßig leicht und elegant. Für uns jedenfalls ein ausgezeichneter Abschluss.


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    Schokolade / Kiwi / Haselnuss

    Aber natürlich ist damit noch nicht das Ende erreicht, denn zum Espresso gibt es noch einige gut gearbeitete Mignardises, darunter eine Buttercreme auf einem Millefeuille, ein Baiser mit luftiger Schwarzwälder Kirsch-Variation, einem Trüffel mit Passionsfruchtcreme und noch warmen Madeleines.


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    Petits Fours & Madeleines

    Man merkt es bereits: Durch meine Beschreibung zieht sich sehr häufig das Attribut elegant. Und genau so habe ich die Küche im „Nathan“ auch erlebt. Ich habe hier keine vordergründigen Effekte erlebt, sondern klug durchdachte und abgestimmte Gerichte, die eine klassische Grundlage nicht verhehlen, aber trotzdem nicht altbacken daher kommen.
    Der Michelinstern schien uns durchgehend mehr als berechtigt.

    Die Weinbegleitung zum Menü ist durchaus als preisgünstig zu betrachten. In der relativ übersichtlichen Weinkarte geht es dafür deutlich hochpreisiger, aber auch hochklassiger zu.
    Eva Van De Peer versieht den Weinservice mit viel Spaß an der Sache, die sich auch auf den Gast überträgt.
    Das „Nathan“ ist eine uneingeschränkt empfehlenswerte Adresse.



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/nathan-antwerpen/
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