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Lola, Brüssel

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  • Lola, Brüssel

    In Belgien ist Brüssel offenbar zwar schon lange nicht mehr das Zentrum der kulinarischen Welt. Den Rang hat Antwerpen der Hauptstadt seit geraumer Zeit abgelaufen. An der Lust auszugehen, ändert das aber auch dort nichts. Schließlich wollen auch die Europa-Bediensteten gut essen gehen. An einem Montag indes ist dies, wie in vielen anderen Städten, nicht ganz so einfach.
    Auch der rote Guide listet für diesen Tag nur wenige Häuser. Eins davon ist das „Lola“, eine Brasserie, ohne Stern oder Bib, aber angesichts unserer Planung für die kommenden drei Tage ist dies auch genau, wonach uns der Sinn steht.

    Das „Lola“ bietet auf den ersten Blick die typischen Klassiker von Kroketten, Carpaccio, Schnecken und Foie Gras bis zu Kalbsbries, Steak und Cordon Bleu. Preise liegen bei Vorspeisen zwischen 15 und 24 Euro, bei Hauptgerichten von 22 bis 37 Euro, Desserts zwischen 9 und 12 Euro.


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    Außenansicht & Interieur

    Wir starten mit der Pâté en croûte des Tages. Wie genau sie gefüllt ist, wird zwar nicht beschrieben, aber sie ist kräftig und würzig abgeschmeckt, die Zubereitung makellos. Zusammen mit den eingelegten, Rettichscheiben und den Geleewürfeln ist das Comfortfood vom Feinsten.


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    Pâté en croûte

    Ich entscheide mich für Thunfisch. Der kommt in Olivenerde gewälzt und als Terrine aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt. Für sich genommen ist das ganz in Ordnung, aber die Beilagen dazu irritieren doch etwas. Eine ziemlich diffuse Ricottamasse und eine undefinierbare rote Creme passen aromatisch für mich nicht zum feinen Fisch, der durch den Olivenmantel ohnehin schon einen recht rustikalen Charakter bekommen hat. Ein Gang der verpassten Möglichkeiten.


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    Marbré vom Roten Thunfisch mit Oliven, Ricotta, Piquillos und Zitronenconfit

    Als Vol-au-vent angekündigt bekommt man in Frankreich gerne das, was man hierzulande als Königinpastete kennt, in jedem Fall aber etwas mit Blätterteig. Hier ist es eine dekonstruierte Version aus wunderbar zartem Geflügelragout in Estragonsauce mit einer Scheibe perfekt aufsouffliertem Blätterteig. Darauf ein exzellent gebratenes Stück Kalbsbries und eine luftig leichte Mousseline. Separat gibt es die in Belgien unverzichtbaren Pommes Frites, die auch hier aller Ehren wert sind. Hier bin ich ausgesprochen zufrieden, denn die Küche zeigt hier ein feines Händchen für die moderate Modernisierung eines Klassikers.


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    Blätterteigpastete mit Geflügel, Kalbsbries, Mousseline, Pommes frites

    Auch auf dem Teller meines Mannes sieht es anders aus, als man erwarten würde. Das Cordon Bleu ist in kreisrunde Form gebracht und auf den Punkt ausgebacken. Spargel und Erbsen künden vom nahenden Frühling. Die angekündigten Morcheln mache ich leider nicht aus, aber das ist auch schon das Einzige, das man beklagen könnte. Erneut eine erfreulich zeitgemäße und gelungene Umsetzung von etwas Altbekanntem.


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    Cordon Bleu mit Morcheln, Gemüse der Saison

    Bei den Desserts dominieren eindeutig die Klassiker von Crème brûlée über Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern, Dame Blanche oder geeisten Café. Wir entscheiden uns für die Apfeltarte, die hier als relativ feste, gestockte Masse, aber nicht minder köstlich gerät. Auch das Eis mit Madagaskarvanille dazu ist ganz vorzüglich.


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    Apfeltarte, Vanilleeis

    In der Auswahl weckt vor allem das neu interpretierte Bounty meine Neugierde. Und enttäuscht leider. Zwei schokolierte Kugeln mit Kokosschaum und ein nahezu geschmacksfreies Eis fügen dem Original nichts Neues bei und bleiben schnell sehr eindimensional.


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    Bounty neu interpretiert

    Waren wir bei unserer Ankunft die ersten Gäste, ist das Restaurant mittlerweile komplett gefüllt. Die Atmosphäre ist international, lebhaft und ausgelassen. Der Service bleibt auch bei vollem Betrieb aufmerksam, die fast ausschließlich französisch bestückte Weinkarte mit Schwerpunkt bei Rotweinen bietet für diesen Rahmen etwas für jeden Geschmack und Geldbeutel.

    Dass mich die von mir gewählte Vorspeise und das Dessert nicht besonders überzeugt haben, ändert nichts an dem insgesamt guten Eindruck, den das „Lola“ hinterlassen hat. Die Küche bemüht sich um Neuinterpretationen bekannter Gerichte und vor allem bei den Hauptgerichten ist dies auch gut gelungen. Auch traditionelle Klassiker beherrscht man tadellos. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit, hier einen guten Griff in der Karte zu machen, ziemlich hoch.

    Wir hatten erst am Nachmittag reserviert. Im Laufe des Abends und bei vollem Haus wird uns klar, dass wir einen der letzten Plätze ergattert haben müssen. Es war wohl unser Glück, denn Spaß hat es allemal gemacht.



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/lola-bruessel/
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