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Osteria Francescana ***, Modena

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  • Sphérico
    antwortet
    Zitat von Haldir Beitrag anzeigen
    Als ich letztes Jahr in Modena war, empfand ich die ganzen Ferrari Museen als ziemlichen Bauernfang. Um alles zu sehen, musst du erst das Museum in Modena besuchen, da sind die Straßenfahrzeuge und dann mit Shuttlebus nach Maranello um die Rennsportfahrzeuge anzuschauen. Ganz preiswert ist das ganze auch nicht.
    Vielen Dank, lieber haldir, für die Warnung. Wir werden es bei Modena selbst belassen. Ganz ohne wird jedoch nicht gehen, sonst ist das Abendessen zuvor meine Henkersmahlzeit Ich persönlich wäre auch gern nach Varano de´Melegari, aber das ist ein anderes Thema...

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  • Haldir
    antwortet
    Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
    Wir machen im Sommer auch eine klassische Italientour mit Stop in Modena.
    Gerne würde ich zu Massimo, ich vermute aber, meine Jungs wollen lieber zu Enzo
    Als ich letztes Jahr in Modena war, empfand ich die ganzen Ferrari Museen als ziemlichen Bauernfang. Um alles zu sehen, musst du erst das Museum in Modena besuchen, da sind die Straßenfahrzeuge und dann mit Shuttlebus nach Maranello um die Rennsportfahrzeuge anzuschauen. Ganz preiswert ist das ganze auch nicht.

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  • Sphérico
    antwortet
    Wir machen im Sommer auch eine klassische Italientour mit Stop in Modena.
    Gerne würde ich zu Massimo, ich vermute aber, meine Jungs wollen lieber zu Enzo

    Für den ein oder anderen aktuellen Florenztipp wäre ich auch dankbar. (eines meiner ersten Gourmeterlebnisse vor über 20 Jahren in einem winzigen Resto namens Peppolino, grandiose gefüllte Zucchiniblüten...mmh)

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  • kuechenreise
    antwortet
    Liebe Heike - eine gute idee, so scheint mir; Modena ist bezaubernd, Florenz ist wunderschön (Siena auch nicht zu verachten) und Rom toll; die Osteria spannend und Heinz Beck, darüber würde ich gerne einen Bericht lesen!

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  • HeikeMünchen
    antwortet
    Lieber Küchenreise,

    so ein Zufall, gerade heute habe ich über einen Besuch und eine Gourmetreise nach Modena und anschließend über Florenz nach Rom nachgedacht. Das auch deshalb, weil ich letzten September bei Winkler von den zwei italienischen Gängen von Heinz Beck so begeistert war.

    Ganz herzlichen Dank für den Bericht!

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  • kuechenreise
    antwortet
    Die italienische Küche habe ich früh zu lieben begonnen, und das hat sich bis in die Studentenzeit und danach fortgesetzt. Doch als sich mein Fokus dann immer mehr in Richtung der Sternegastronomie verschob, habe ich sie aus den Augen verloren. Die wenigen Erfahrungen auf diesem Level waren meist eher enttäuschend, ob vom manchmal schwülstigen Ambiente oder vom Verharren in der Klassik.

    So hat mich auch die Osteria Francescana nie wirklich gereizt. Ihr Aufstieg auf den ersten Platz der World's Best 50 Restaurants Liste meine Skepsis eher vergrössert, ist die Liste ja als undurchsichtig in ihren Bewertungen und recht kommerziell verschrien.

    Und auch die einschlägige Bloglandschaft schwankt zwischen Begeisterung und harscher Kritik. Doch zufällig wurde mein Interesse dann durch eine begeisterte Schilderung geweckt, und dann ergab sich auch noch kurzfristig die Gelegenheit zu einem Tisch. Gelegenheit macht ja bekanntlich Diebe, oder in meinem Fall Restaurantbesuche. Und schon fand ich mich in einem Zug vom nahen Bologna in Richtung Modena wieder. Selbstverständlich noch immer skeptisch, doch zunehmend zumindest durch die genannten Städte verzaubert. Noch ahnte ich nicht, dass innert weniger Stunden meine Skepsis in Begeisterung umschlagen würde.

    Wir wählten das "modernere" der beiden Menüs - weniger altbekannte Signature Dishes (doch noch immer einige, und das war gut so). Das Ambiente - modern, der Service - charmant. Die Kunst an den Wänden - mindestens so modern wie das Ambiente; bei den Müllsäcken unter den ausgestopften Tauben fiel mir das Bild an der Wand des Restaurants Tim Raue ein.

    Die Küche von Massimo Bottura ist lokal verwurzelt, meist nimmt er regionale Gerichte und Zutaten auf. Doch tut er das nicht mit der manchmal zwinglianischen Reduziertheit und Verkrampftheit der nordischen Küche, sondern voll italienischer Lebensfreude und (manchmal überbordernder) Kreativität.

    So sind die Passatelli as if pizza eigentlich eine ganz einfache Teigware (altes Brot, Ei, Parmesan); in der Osteria Francescana wird das Brot durch alten Pizzateig ersetzt und das Ganze mit einem genial-kraftvollem Tomatensud mit einem Tick Oliven- und Chilliöl ersetzt.



    Die Five ages of Parmigano Reggiano in different textures and temperatures wurden schon viel beschrieben, sie inszenieren das lokale Produkt Parmesan auf faszinierende Weise.



    Und Sometimes mallard, sometimes partridge and even bollito baut ebenfalls auf lokalen Ideen auf, entwickelt diese jedoch weiter.



    Massimo Bottura versteht es auch, zu überraschen. Ganz in weiss kommt die Mediterranean sole daher - mediterran ist doch rot? Und so wird es auch schecken.



    Das A winter ceviche in Modena enthält alle winterlichen Geschmäcker wie die von Ceviche, doch keinen Fisch.



    Und das Tiramizucca ist in wirklichkeit eine wohlschmeckende Kürbiscreme.



    Auch der eine oder andere Signature Dish findet seinen Weg in das Menü; meist-fotografiert wahrscheinlich Oops! I dropped the lemon tart. Zitronengraseis in Kombination mit Zabaglione mit Zitrone/Limoncello, Mürbteig und süditalienische Geschmäcker/Zutaten wie Kapern, Oregano und Bergamotte ergeben ein tolles Gericht.



    Ich war sehr skeptisch, doch die Osteria Francescana hat mich überzeugt. Manchmal überbordernd scheinende Kreativität ist kombiniert mit präziser Umsetzung und tollem Geschmack am Teller, es ist weit mehr als nur Show-Effekte. Wer die italienische Küche kennt, wird sich über die Anleihen an klassische Gerichte und an ihrer Weiterentwicklung erfreuen (oder sich darüber effauchieren). Und wer zuhöhren mag, wird wunderbare Geschichten über Italien und über die Freude am guten Essen und an den schönen Seiten des Lebens hören!

    Der vollständige Bericht mit allen Gängen am Blog: http://kuechenreise.com/2017/02/19/i...cana-modena-i/
    Angehängte Dateien

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  • kuechenreise
    antwortet
    Besten Dank für das Feedback, werter Matthias!

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  • Muck
    antwortet
    Mir hat es Spaß gemacht den Bericht zu lesen, lieber Küchenreise. Ich mag aber die schön strukturierten, effizienten Berichte fast mehr. Was ich so bei Ihnen, aber auch bei anderen Bloggern über die Osteria lese, fasziniert mich wenig. Es lässt bei mir, im Gegensatz zu anderen Top 10 Restaurants der SP Liste, wenig Sehnsucht aufkommen.

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  • kuechenreise
    antwortet
    Ein Experiment auf dem Blog - ein Gastartikel, ein Essay, welch Ehre!

    "Also gut, sagte der pinguinisierte Kellner im schwarzen Anzug, bei sichtlichem Unwohlsein, machen Sie, wie Sie wollen. Wunderbar!, freuten wir uns, und ließen loslegen."


    Und statt der akribisch genauen Beschreibung aller Speisen erzählt der Artikel über einen zweimaligen Besuch in der Osteria Francescana, und über die Emotionen und die Freude, welche dabei geweckt werden:

    "Der Gaumen amüsiert sich, und das ist auch gut so"


    Er beschreibt den einen oder anderen Konflikt auf dem Weg zum kulinarischen Genuss:

    "Charmant und arrogant gleichzeitig, wie das nur mediterrane Männer können, wurde uns erklärt, dass es nun einmal so sei, dass Frauen eine preislose Karte erhielten. Das sei immer schon so gewesen, und man sehe nicht ein, warum man das ändern sollte. Sogar der Chef wurde hinzugezogen. Er sei mit einer emanzipierten Amerikanerin verheiratet, meinte Bottura schulterzuckend, und auf solche Themen sensibilisiert."


    Er zeigt, dass die Reduktion auf das Wesentliche glücklich machen kann:

    "Nicht das Feinste, nichts das Teuerste, nicht das Beste von allem, nur das, was am meisten Spaß macht, am meisten schmeckt, am meisten glücklich macht."


    Und er zieht ein klares Resümee:

    „Das Fazit ist ein fröhliches Glück



    Vielleicht hat ja die eine oder der andere Forumianer(in) Lust, in diese Liebeserklärung an die Küche von Massimo Borutta hineinzulesen: http://kuechenreise.com/2016/03/06/z...escana-modena/


    Und da es stilistisch mal "etwas anderes" ist, bin ich dankbar über jedes Feedback, ob das eine gelungene Abwechslung zu den mehr technischen Artikeln ist... Merci beaucoup!

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  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Ich kenn' nur den endemischen Blubber
    (bin aber auch kein Fachleut)

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  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Guten Abend, nun noch den Wein für die Fachleute:

    Endemischer Blubber, rose
    Sorriso di cielo Pacentini 2009, sehr klasse
    SP 68 Bianco Terre Siciliane 2013 Occhipinti
    La Tosa Sangiovese 2009
    Filaricorti zum Dessert

    Kennen Sie da Einen, Herr Schlaraffenland?

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  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Werter Herr Brigante - danke und zum Glück haben sich die "glatzköpfigen" Zeiten zumindest an diesem Abend nicht fortgesetzt....
    Der Spaß dauerte etwa 4,5 Stunden. Zum Service noch: mir ist es in einem 3 Sterner in D mal passiert, dass der Sommelier not very amused darüber war, dass wir keine Weinbegleitung wollten, sondern ganze Flaschen. Bei Bottura war das überhaupt kein Problem, auch als die von uns gewählten Weine eher nur in der 50+ Preislage waren - aber durchaus spannend.
    Grüße
    S.

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  • brigante
    antwortet
    Vielen Dank für den spannenden Bericht!
    Die Meinungen über die Osteria gehen ja, wenn man sich internationale Foren und Blogs anschaut, sehr auseinander - von hellauf begeistert bis ziemlich enttäuscht.
    Ich empfand es ebenfalls als durchwachsen. Das war zwar bereits 2009, aber da wir das Klassiker-Menü wählten, bestand eine gewisse "Zeitlosigkeit". Vieles schmeckte damals etwas "plump", wenig differenziert oder einfach langweilig. Wobei ich bislang noch in keinem italienischen Mehrsterner wirklich begeistert war, von Beck bis Bottura.

    Interessant finde ich die Anmerkungen zum Service, der war bei uns nämlich, naja, nicht nach unserem Geschmack: extrem formell und so merkbar hierarchisch, dass ich mich wie in dem De-Funes-Film "Le Grand Restaurant" fühlte. Gibt es den glatzköpfigen Maitre noch? Zumindest damals war der ein zwar freundlich-jovialer, dabei aber überheblicher Schnösel wie aus dem Bilderbuch.
    Ach ja: wie lange dauerte denn der Spaß bei Ihnen? Bei uns waren alle Tische in gut 2 Stunden abgefertigt...

    Aber vielleicht muss ich der Osteria einfach nochmal eine Chance geben.

    Grüße
    b.

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  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Meine Frau hat mich inzwischen darauf hingewiesen, dass die aufgestreuten Beine der "Krabbe" eher aus pulverisierten Panzern war, vielleicht mit Hilfe von etwas Tomatenpulver? Wer weiß...

    Das reichliche Krebsfleisch lag auf einem Polentaspiegel und diversen Algenteilen obenauf. Das Mundgefühl war gerettet - die Zahnärzte mussten nicht bemüht werden...
    Herr Sternentor

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  • QWERTZ
    antwortet
    Ich steige i.d.R. bei Restaurants in die Diskussion ein, die ich entweder besucht habe, oder konkret besuchen will. In diesem Fall steht beides derzeit für mich nicht auf dem Plan, insofern habe ich den Bericht natürlich interessiert gelesen, aber keine Frage, oder Anmerkung. So geht es wohl vielen.

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