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Ristorante Laite | Sappada (BL)

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    Ristorante Laite
    Borgata Hoffe, 10
    32047 Sappada (BL), Italien
    Web

    Vergangenen Dienstag, den 21.09. nutzte ich die günstige Witterung um bei traumhaftem Herbstwetter einen kulinarischen Ausflug in die erweiterte Nachbarschaft zu machen. Ziel der Begierde war das beschauliche Dorf Sappada, gelegen in den Dolomiten des Cadore in der Provinz Belluno in Italien. Eine gute Stunde nach Überquerung des Kreuzbergpasses bei Sexten erreiche ich alsdann das Restaurant Laite gegen 13:30. Roberto begrüßt mich wie immer herzlich, ich bekomme einen der wenigen – dafür großzügig bemessenen Tische in der alten Bauernstube und verzichte Dankend auf die nach wie vor handgeschriebene Speisekarte. Stattdessen bitte ich, Fabrizia freien Lauf zu lassen.
    Die nette Dame im Service bringt Leitungswasser und verschiedenes, hausgemachtes Brot, wären dessen ich mit Roberto die Weinbegleitung abspreche.
    Forelle und Kürbis machen den den Auftakt als Gruß aus der Küche. Ein Pouilly Fumé 2008 von Massan Blondelet wird eingeschenkt, dazu als 1. Gang eine Millefoglie von Melanzani und Schaf-Kuhmilchfrischkäse mit Tomate und Basilikumzabaione. Zugegebener maßen war ich anfangs eher skeptisch ob der im Öl gebackenen Auberginenscheiben, jedoch waren sie nicht im geringsten „fettig“ und ergänzgen sich wunderbar – insbesondere mit der formidablen, luftig leichten Zabaione.
    Das folgende Hirschcarpaccio zeigte sich fein mariniert. Darauf kam butterzartes Kalbsbries mit Gänsestopfleber, Steinpilzen und Mangoldsauce. Ein wunderbar erdiger Akkord, erfrischend, dass ausnahmsweise mal nicht die Gänsestopfleber im Mittelpunkt steht, sondern eine Zutat aus der ursprünglichen „Arme-Leute-Küche“. Sonniger Süden kam nun mit dem nächsten Weinglas an den Tisch: Ein 2009er Frappato d’avola von Occhipinit SP 68 – ein würzig süffiger Wein, den man nicht unbedingt von Sizilien wähnen würde. Das erste Gericht, dass er begleiten durfte waren Tagliolini aus (schwarzem) Venere-Reis mit Lauch und geräucherter Forelle. Auch hier ein schön abgestimmtes Gericht welches erstaunlich leicht und doch komplex war. Ein kleiner Zwischengang wurde eingeschoben: Gebackene Weinbergschnecke mit Toast und Salbei. Wunderbar, insbesondere wie die Schnecke samt Kraut mit dem Wein korrespondiert. Als 2. Pasta des Tages kam ein Tortello mit Dotter gefüllt, knusprigem Bauchspeck und Parmesan sowie sautiertem Mangold. Pasta mit Eigelb perfekt im Garpunkt, wenige, präzise Aromen am Teller. Ein Gericht, an dem sich das Können in der Küche gut ablesen lässt. Als Hauptgang nunmehr ein schönes Stück vom Hasenrücken bei Niedertemperatur gegart. Fleisch mit Charakter, dazu eine Kürbiskern-Sauce und etwas Gemüse. Das Fleisch per se wunderbar gemacht, auch das Kürbiskernöl machte Sinn, nur der Brückenschlag mit zweiter Buttersauce zum Gemüse gelang für mich nicht komplett. Gut getragen wurde die Speise von einem 2007er Palistorti – ein schöner Sangiovese-Wein aus der Toskana, unterstüzt von etwas Syrah und Merlot. Danach Fabrizias wunderbares Olivenöleis mit Obst-Gemüsesalat als Pré-Dessert.
    Den Abschluss des Essens bot eine Desservariation mit viererlei Klassikern der Küche. Sowohl Tiramisù als Mandelgebäck und Vanillemousse in Ordnung, jedoch sind die Süßspeisen im Verhältnis zum Rest klar die schwächsten Gerichte im Laite.

    Fazit:
    Das Laite ist für mich nach wie vor einen Umweg Wert. Die sehr bodenständige, verwurzelte Küche ist ein schönes Lehrstück für „Regionalküche auf elaboriertem Niveau“.
    Etwas überrascht war ich diesmal jedoch von der Rechnung über € 130,-- - insbesondere wenn wir € 110,-- für das Essen in Relation zu € 20,-- für den Wein setzen. Das Preisniveau hat seit meinem letzten Besuch auf jeden Fall merklich angezogen.
    Zuletzt geändert von andrecis; 06.10.2010, 00:57.
    bon appetit...
    twitter.com/cisfotografie

  • #2
    Täusche ich mich oder haben Sie das im alten Forum schon einmal beschrieben?

    Klingt hochinteressant, allerdings ist der Preis (Essen) schon happig. Getränke wie immer in Italien einfach nur günstig.

    Danke!


    Gruß!

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    • #3
      Ich finde den Preis garnicht so happig das sind je nach sichtweise 8-10 Gänge und dann wär wir bei "deuscher" Quersubvention bei einem Restaurant mit ca 10 Euro pro Gang.

      Danke für den Bericht, andre

      Schnecke
      Zuletzt geändert von schnecke; 05.10.2010, 20:17.

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      • #4
        @ Fragolini: korrekt, ich hatte bereits im Alten Forum einen Bericht. Damals war Fabrizia Meroi grad "Köchin des Monats" im FS.

        @ Schnecke: Nun ja - ich will auch nicht total mäkeln, das Essen war ja auch sehr gut. Nur haben wir hier eine Preissteigerung von doch bald 20 % ... Sagen wir, dass es zumindest eine Erwähnung wert ist - nicht mehr, nicht weniger. Das Lokal wird ja uneingeschränkt von meiner Warte aus empfohlen.
        Wir können auch sagen: Meine Schuld ... nächstes mal halt doch die Speisenkarte studiert
        bon appetit...
        twitter.com/cisfotografie

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