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Uliassi in Senigallia

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  • Uliassi in Senigallia

    Das Restaurant Uliassi in Senigallia hattten wir in den Jahren zuvor 2/3x besucht, waren eher entäuscht und wollten eigentlich dort nicht wieder hingehen.

    In 2009 erhielt das Uliassi aber den zweiten Michelinstern und somit sagten wir uns im September 2010 "schaunmermal", was sich als Glücksentscheidung herausstellte.:cheers:

    Es gab 4 himmlische Vorspeisen für zusammen 40 Euro:

    >Kartoffelpüree/Trüffelgelee/Langostinos
    >Krebsgelee bestreut mit Pinienkernen
    >Jacobsmuscheln mit Kräutern
    >Seezunge mit Paprikagemüse
    Alles **+
    Und nein - das waren nicht etwa nur kleine Amuseportionen, das waren vergleichbare Vorspeisen wie in unseren **/*** Restaurants

    Der Hauptgang war ein mit der Rute geangelter Spigola aus der Adria, was nur noch sehr selten für einige Restaurants passiert. Nur begleitet von herrlich gewürztem Pastinake-Püree. Ganze 35 Euro kostete dieser üppige Hauptgang!
    Danach ging bei uns außer Eis mit Vodka nichts mehr.

    Wie im Madonnia di Pescatore (Bericht folgt) so auch im Uliassi ohne nenneswerte Saucen, aber welch ein grandioser Geschmack. Der Spigola - ***+
    Getrunken wurden natürlich die Verdicchios der Region (25/30 Euro)

    Einige Tage später erfolgte ein zweiter Besuch:

    Hier ein Auszug von der Menükarte:

    7Corse
    I classici

    Tagliatella di seppia e pesto di alga nori

    Fondente di patate, mazzancolle e tartufo nero

    Albanella di molluschi e crostacei

    Spaghetti affumicati alle vongole e datterini alla griglia

    Rana pescatrice, patate cotte nel grasso d’oca,
    murici e sugo di piccione

    Dessert

    Euro 115.00

    Fazit - eine Reise wert und wir haben das Uliassi eher *** als ** erlebt.

    Gruß
    Soriso

  • #2
    Danke für den interessanten Bericht.

    Für einen italienischen 2* wirklich ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Gerade in Italien nicht immer selbstverständlich.


    Gruß!

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    • #3
      Sensationell! Herzlichen Dank für den Bericht, soriso!
      Ich bin schon gespannt auf den Bericht der Madonnina...

      Würden Sie sagen, dass wir in Senigallia nachhaltige Modernisierung der ital. Küche vorfinden?

      :hungry:
      bon appetit...
      twitter.com/cisfotografie

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      • #4
        Zitat von andrecis Beitrag anzeigen
        Würden Sie sagen, dass wir in Senigallia nachhaltige Modernisierung der ital. Küche vorfinden?
        Das ist für mich eine sehr schwierig zu beantwortende Frage. Frau Soriso ist kompetenter und bescheingt dem Uliassi moderne italienische Kochkunst in Vollendung.

        Vor vielen Jahren gab es mit einigen italienischen Gästen des Hotels "Emilia" (ein damals* Restaurant) in Portonovo/Ancona Streitgespräche über die italenische und französische Küche. Damals war es für uns keine Frage, dass trotz der grandiosen Pastakreationen in diesem Restaurant die französische Küche letztlich Vorrang hat. Die italienischen Gäste hatten das nachdrücklich bestritten.

        Heutzutage sehen wir das anders und würden auf der Rückreise aus Italien nicht mehr wegen der vermeintlich besseren Küche Frankreichs den Umweg über die Provence oder Burgund nehmen.

        Der Umgang mit dezenten Aromen bei einem sonst ganz unspektakulär servierten Spigola, (lange Jahre mein Lieblingsfisch) nur begleitet von etwas toll gewürztem Pastinake-Püree,(aber welch ein himmlischer Geschmack) dürfte eine besonders modere Uliassi-Kreation zu sein.

        Die genannten 4 Vorspeisen und die Spigola-Krönung waren allesamt ein Feuerwerk an Hochgenuss und so unglaublich das auch klingen mag:

        Selbst der nur ca. eine Woche zuvor auf der Italien-Anreise erfolgte Besuch unseres Lieblings-Restaurants "Sonnora" in Dreis, wurde von uns nicht viel höher eingeschätzt und das soll etwas heißen.

        Beide ** Senigallia-Restaurants sind eine herrliche Abwechlung zur klassischen französischen Küche.

        Wir sind noch immer aus der Erinnerung heraus derart begeistert, dass wir erwägen im Januar von Düsseldorf für ca. 80 Euro/Person Nonstop für eine Woche nach Ancona zum schlemmen zu fliegen. Dabei sind je 2 Besuche der beiden Tempel in Senigallia angedacht.

        Hier - http://www.uliassi.it/
        - können Sie sich ua. über das Ambiente informieren.

        Der von mir zuvor unerwähnte Service entsprach dem Niveau des Hauses:
        Kompetend, freundlich - bestens.

        Die Verabschiedung war freundschaftlich, besonders nach dem zweiten Besuch innerhalb weniger Tage.

        Gruß
        Soriso

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        • #5
          Meiner Ansicht nach gibt es eine neue Generation italienischer Köche, die zwar durchaus in der Tradition verwurzelt sind, aber, bei weitestgehendem Verzicht von Luxusprodukten, diese Tradition neu und spannend interpretieren.
          Ich kenne die zwar von Ihnen genannten Restaurants nicht, aber sowohl im Il Duomo in Alba, wie auch im Molino in Cavalese durfte ich diese Neuinterpretation kennenlernen.
          Beide Restaurants begeisterten mich mit ihren unkonventionellen Interpretationen, die doch praktisch überall erkennen ließen, dass man sich in Italien befindet.

          Für mich ein richtiger Weg, zumal es gelingt durch eingeschränkten Gebrauch von Luxusprodukten das Preisniveau vernünftig zu halten.


          Gruß!

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          • #6
            Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
            Für mich ein richtiger Weg, zumal es gelingt durch eingeschränkten Gebrauch von Luxusprodukten das Preisniveau vernünftig zu halten.Gruß!
            Stellt sich die Frage werter Fragolini - was sind aus Ihrer Sicht Luxusprodukte?

            Vermutlich Trüffeln / Kaviar Gänseleber / wilder Steinbutt / wilder Wolfsbarsch / Tunfisch / Kabeljau / Peterfisch / Hummer / Langostinos / Langusten / Flusskrebse / Seezunge / Seeteufel / Wildlachs / Koberind / Parmaschinken vom schwarzrn Schwein / Schinken aus Jabugo / wildes Reh / Sisteronlamm / Bressegeflügel / Wildenten aus Frankreich, ect, ect.

            Alles was ich rot markiert habe, führen beide Senigallia - Tempel.:hungry:
            Demnach außer Pasta /Kräutern und Gemüse eher wenig regionale Produkte.

            Nur dass dass Preissegment in Senigallia trotz der Edelprodukte ca. 40% niedriger ist als in Deutschland und vermutlich auch den sonstigen ** Restaurants in Italien.

            Wenn man bedenkt, dass aus dem üppigen Spigolahauptgeng des Uliassi in Deutschland mindestens 2 Hautgänge gemacht werden, ist/sind es noch viel mehr als - 40%.

            Offen gesagt und sorry:
            Beim Besuch eines **/*** Restaurants möchte ich einige der oben genannten Produkte auf der Karte sehn.

            Uns konnte leider kein noch so hoch dekorierter Koch mit einer Forelle aus dem nahen Gebirgsbach überzeugen. Mit Hühnern / Enten oder Fleisch vom Biobauern ebenfalls nicht. Mit Zuchtfischen aus regionalen Teichen sowieso nicht. Winklers Enten kommen aus Norddeutschland.
            Ein Zander aus dem Bodensee - naja.

            Beste Grüße
            Soriso

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            • #7
              @ soriso

              Wie ich geschrieben habe kenne ich das Senigallia nicht.

              All die von Ihnen aufgeführten Produkte gehören natürlich zu einer hochklassigen Küche dazu. Und ja, ich mag sie auch.

              Für mich stellt sich aber die Frage in welcher Menge und in welchen Gängen man sie einsetzt.
              Im Gegensatz zu Ihnen konnte mich manch Fisch aus heimischen Gewässern durchaus überzeugen. Auch Lamm muss nicht immer aus Schottland oder Frankreich kommen. Bergwiesenlamm schlägt diese beide um Längen im Aroma.

              Ein zurückhaltender Einsatz solcher Produkte muss natürlich mit einem mehr an Rafinesse und einer größeren Fantasie bei der Verwendung von Gemüse und Kräutern ausgeglichen werden. Das erwarte ich heute mehr denn je von einer Küche, die ganz nach oben will.


              Gruß!

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              • #8
                Ab Mitte Oktober habe ich in der Regel die Gelegenheit, mich zu Hause etwas rar zu machen – und da mein letzter Besuch im mittleren Italien doch schon einige Jahre her ist und eine Veranstaltung in Brescia zu besuchen war packte ich die Gelegenheit am Schopf und gestaltete meine Reise so, als das sie im Süden beginnen sollte um mich in ihrem weiteren Verlauf stetig nordwärts zu führen. Doch bleiben wir für diese Geschichte an ihrem Ausganspunkt: Senigallia in den Marken! Dieses fünfzigtausend Einwohner zählende Städtchen unweit von Ancona wäre vermutlich nicht weiter der Rede wert, wenn nicht zwei ihrer Söhne zu Italiens begnadetsten Kochkünstlern gehören würden. Mein letzter Besuch in dieser Region 2006 führte mich zum Piraten unter den beiden: Moreno Cedroni. Doch bereits kurz nach meiner Rückkehr beschlich mich der Verdacht, dass ich vielleicht einen Fehler begangen hatte. Mehrere euphorische Berichte über Mauro Uliassi, den zweiten großen Koch der Stadt ließen mich zweifeln, ob ich mich von der auf mich attraktiv wirkenden Unkonventionalität, mit der im Madonnina del Pescatore gekocht wird, habe blenden lassen.

                Viel Wasser ist seither über die Misa in die Adria geflossen, und nunmehr wurde es Zeit, der kulinarischen Sache auf den Grund zu gehen. Ein Abendessen sollte es bei Uliassi sein, gefolgt von einem kleinen pranzo in der Madonnina, bevor es mich weiter nach Modena trug.

                Nach einer vielstündigen Zugfahrt endlich am Ziel angekommen empfing mich eine wohlige Meeresbriese; Ja, ich war schon viel zu lange nicht mehr am Mittelmeer. Die Gastgeberin meines Quartiers empfing mich in herzlich italienischer Manier am Bahnhof, der Nachmittag lud ein sich die Beine zu vertreten. Es trug mich unter anderem in eine Ausstellung des zeitgenössischen italienischen Malers Paolo Cotani, eine gute Einstimmung auf den Abend, wie sich später herausstellen sollte. Das Restaurant Uliassi liegt an der Marina von Senigallia, sollte meiner Auffassung nach also spielend leicht zu finden sein. Ich schlenderte gemächlich Richtung Strand, die Promenade auf und ab und mir wähnte, dass ich eigentlich schon da sein müsste. Ein erneuter Anlauf überführte mich mangelnder Aufmerksamkeit, war ich doch tatsächlich geradewegs Vorbeigelaufen, als ich an der Marina ankam. Nach meinem Klingeln werde ich freundlich hereingebeten, man befreit mich von meiner Garderobe und geleitet mich zu Tisch. Das Lokal erinnert spontan an einen gediegenen Strandclub, Weiß in Weiß mit nur wenigen farbigen Akzenten sowie schlicht anmutendem Mobiliar.

                Die Karte bietet zwei Degustationsmenüs sowie eine überschaubare à la carte Sektion. Nach einem netten Plausch mit der Patronin Catia – der Schwester des Chefs – lasse ich Küche und Service vergnüglich zur Tat schreiten. Mit Trentiner Wasser in meinem weißen Becher erreicht mich der Gruß aus der Küche:

                „Shot di kir royale e loaker di fegato grasso con pralina di nocciole“ (Kir-Royal Shot und “Loacker” (Keks-Schnitte) von Gänsestopfleber und Nougat)

                Nun sollte man vielleicht anmerken, dass ich nur wenige Kilometer entfernt von einer der Produktionsstätten der Firma Loacker lebe und einige kenne, die mit der Herstellung des Italieners liebsten Naschwerks beschäftigt sind – so ein Exemplar ist mir allerdings noch nie untergekommen. Der Gag ist allerdings eindeutig gelungen, neben meinem Schmunzeln ob der Idee überzeugt mich der Geschmack spontan, eine klein wenig grobes Salz an der Oberfläche der Schnitte hilft, die Süße auszutarieren, der Cocktail dazu bringt die nötige Säure mit. Heimische „Bollicine“ von Stefano Antonucci kommen in Form eines Rosé’s ins Glas, nach einem gut gemachten Grissini bekomme ich mit etwas Brot Gesellschaft zu Tisch. Wir starten mit einer
                loaker di fegato grasso con pralina di nocciole Shot di kir royale Ristorante Uliassi

                Zuppa di Vongole (Venusmuschelsuppe),

                welche zu Tisch mit ihrem Sud angegossen wird. Am Tellerrand drapiert einige Croutons. Unmittelbar bin ich von dem intensiven und klaren Muschel-Aroma begeistert. Es folgt eine kulinarische Novität für mich:

                Cannocchie, succo di cannocchie, limone e aglio da taglio ( Heuschreckenkrebs mit seinem Sud, Zitrone und (junger) Knoblauch)

                haben etwas garnelenartiges, auf jeden Fall ein sehr feines Aroma, das gut kombiniert mit den anderen Aromen am Teller ein Auslangen hat. Der Sommelier bleibt dem Winzer treu und schenkt mir nunmehr etwas Verdicchio ein, nach einem ersten Plausch mit Chef Uliassi folgt

                Seppie giovani arrostite “sporche”, granita di ricci di mare e erbe selvatiche (Junger, „dreckiger“ Sepia (Tintenfisch) vom Grill, Seeigel-Granita und Kräuter).

                Der Sepia mit seiner Tinte befleckt ist zart und zeigt leichte Röstnoten, die Granita punktet mit seiner Jodigkeit, das „Grün“ zwischendrin sort für eine gewisse Länge und Fülle. Nächstes Gericht hat dann Imbiss-Charakter:

                Triglia croccante, zuppa di prezzemolo e colatura di alici, (Krokante Meerbarbe, Petersiliensuppe mit Sardinenstückchen).

                Die Meerbarbe ist in ein getoastetes „Tramezzino-Brot“ gepackt und lädt zum eintunken in die Petersiliensuppe, ein Canollo-Röllchen mit Sardine unter dem Brot kann mit den sonstigen Aromen am Teller gut mithalten. Nunmehr bekomme ich einen körperreichen Weißen aus Sizilien ins Glas: Reinsortige Insolia von Cubìa. Dieser dient zur Begleitung für die eher belanglosen

                Capesante tandoori, zenzero e pompelmo (Tandoori-Jakobsmuscheln mit Ingwer und Grapefruit).

                Die an Aromen vielversprechende Kombination ist unaufgeregt bzw. viel zu verhalten und verblasst gegenüber dem Wein.

                “Scarpetta di pane” e sugo di brodetto all’anconetana
                (“Brotsauce” und Fischsuppe nach Ancona Art)

                ist abstrakt, präsentiert mit einer Art Biskuit, welcher Fischaromen transportieren soll.
                Zuppa di vongole Cannocchie, succo di cannocchie, limone e aglio da taglio “Scarpetta di pane” e sugo di brodetto all’anconetana

                Mazzancolla fritta e acqua di pomodoro (Mazzancolla Garnele mit Tomatenwasser)

                hingegen wunderbar minimalistisch mit glasklaren Aromen die förmlich helfen, den Gaumen wieder “sauber” zu bekommen. Nächster Wein im Glas ist der Ritratto Bianco von La Vis, eine spannende Trentiner Cuvée aus Chardonnay und Grauburgunder. Ein zu vernachlässigender Zwischengang, schlicht „green“ betitelt, wird eingeschoben, danach die viel gerühmten

                Linguine “Antonio Mattei” granceola, lime, menta e cocco (Linguine Nudeln „Antonio Mattei“, Seespinne, Limette, Minze und Kokos):

                Die Kombination klingt zwar abenteuerlich, jedoch erfreut sich der Esser bereits mit dem ersten Bissen an der perfekten Pasta mit Königskrabbe und dem Aromen-Strauß, der diesem Gericht zu ungeheurer Leichtigkeit ob Tiefe verhilft. Danach eine kühlende Erfrischung in Form einer Kräuter-Granita, der Sommelier bringt einen Cabernet Sauvignon Akronte von Boccadigabbia zu Tisch welcher den Hauptgang begleitet:

                Il colombaccio con le sue interiora (Ringeltaube mit ihren Innereien).

                Leider sagt mir die Präsentation des Geflügels nur bedingt zu, die mit Innereienfarce überzogene Brust wirkt erdig dominant, ich hätte die Komponenten separat bevorzugt.

                Als Vor-Dessert kommt ein geeister Mojito Cocktail – dessen Platz im Menü sich mir nicht erschließt, zu guter Letzt

                Zuppa di frutto della passione, gelato di yogurt, pepe rosa e banana caramellata (Passionsfrucht-Jus, Joghurt-Eis, Rosa Pfeffer und karamellisierte Banane):

                Optisch ansprechend, das Eis in eine Art Reisflakes gewälzt, der Sud zu Tisch angegossen liest sich dieser Menüabschluss leider viel aufregender, als er sich schlussendlich isst. Das Gericht wirkt recht eindimensional, was bleibt, ist das dominante Aroma der Passionsfrucht über allem. Zum gedeckelten Kaffee gibt’s noch ein paar kleine Süßigkeiten bevor es heißt Abschied zu nehmen.
                Linguine “Antonio Mattei”, granceola, lime, menta e cocco Zuppa di frutto della passione, gelato di yogurt, pepe rosa e banana caramellata Caffè

                Falls Sie sich nun Fragen – da war doch was mit der Kunst am Anfang – in der Tat: Frau Catia scheint leidenschaftliche Malerin zu sein und gibt sich für das Layout der Speisenkarten verantwortlich…

                Für das eine und andere Foto bitte hier folgen:
                http://wp.me/pOtpy-6H

                ps: 2. Teil mit einem Conclusio folgt
                Zuletzt geändert von andrecis; 26.10.2011, 19:18.
                bon appetit...
                twitter.com/cisfotografie

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                • #9
                  Das klingt sehr spannend. Wenn wohl auch nicht alles 100prozentig glückte. aber das gehört ja auch dazu.

                  Preislich?


                  Gruß!

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                  • #10
                    Werter andrecis,
                    danke für den etwas kritischen Bericht.

                    Wir waren im Juni 2011 erneut 3x im Ulliassi (2x im Madonnia)
                    und jedesmal von beiden Restaurants in allen Belangen begeistert.

                    Abgesehen von den beiden Tempeln:

                    Für so kleines Geld und dazu noch relativ gut - wie in den Strandrestaurants und in der Altstadt von Senigallia,
                    kann man in Italien nirgends essen.

                    @All - niemals im Juli/August nach Senigallia reisen.

                    Gruß
                    Soriso

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                    • #11
                      Zitat von andrecis Beitrag anzeigen
                      2. Teil mit einem Conclusio folgt
                      Sie machen es aber ganz schön spannend, lieber Andre. Ich bin jedenfalls gespannt auf mehr! (Btw: schon mehrfach habe ich Ihre vergnüglichen Berichte aus der Neuen Welt im alten Forum gelesen - die kann ich jedem hier nur empfehlen!)

                      Gruß & Dank, Mohnkalb
                      Zuletzt geändert von Mohnkalb; 27.10.2011, 11:46. Grund: komfortabel verlinkt

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                      • #12
                        Zu den Preisen:
                        Menü wurde mit 130 Euro taxiert was ein sehr guter Preis ist, Wein pauschal mit EUR 50,-- was nicht zwingend mit dem PLV vom Essen mithalten kann. Negativ viel der Espresso mit EUR 6,-- auf
                        bon appetit...
                        twitter.com/cisfotografie

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                        • #13
                          Da von den Herren Soriso und andrecis schon so ausführlich und, das will betont sein, zutreffend berichtet wurde, will ich gleich mit dem Fazit beginnen: gäbe es bei uns ein Lokal, das ein zehn-Gänge Menü auf der Basis der allerfrischesten Meerestiere für 125 € anböte, es wäre das Oberammergau, was sag ich, das Lourdes der Fischfreaks.

                          In einer freundlich-großzügigen Art wurden vom Champagner bzw vom lokalen Winzersekt überreichlich eingegossen; aus der Weinkarte, in der so ziemlich alles zu finden ist, was das Herz des Vinophilen begehrt, empfiehlt man uns einen 11er Verdicchio für 25 €, um kurz danach mit Bedauern mitzuteilen, daß gerade der nicht verfügbar sei, wir sollten den (um fünf Euro teureren) Verdicchio Classico Riserva 2010 Stefano Antonucci probieren, sollte er uns nicht angenehm sein, würden sie natürlich sofort eine andere Flache aufmachen. Es ist tatsächlich diese großzügige Art, die mit dafür sorgt, daß man sich vom ersten Moment an wohl fühlt, daß man weiß, hier steht im Vordergrund, uns ein grandioses Mittagessenserlebnis zu gestalten.

                          Diese Gänseleberwaffel sieht tatsächlich genau so aus, wie diese Waffeln, die ich als Kind von diversen Tanten, die sich bei mir unbeliebt machen wollten, geschenkt bekam: weiches Waffelmaterial mit widerwärtigem Pseudonussnougatinterieur. Hier aber nun ein umwerfend gutes Geschmackserlebnis.
                          Nun folgen gambero rosso, ein angenehm säuerlicher und erfrischender Mozzarellagang (di Pian del medico) und dann die von M. André so großartig beschriebenen dreckigen Seppie, die, da sind wir uns einig, auf Dreisternniveau liegen, ausgerechnet der Gang, der mit den am wenigsten luxuriösen Produkten auskommt.
                          Nach den Cannocchie und den Cannolicchi die Pasta, die in sehr kurzer Sauce, dafür mit Unmengen Bottarga (muggine) gereicht wird.
                          Der Fisch ist ein Rombo - und waren wir schon von dem in Fano servierten angetan, so zeigte sich hier die Meisterklasse (der Verdicchio nun Jahrgang 2008)

                          Das Dessert war wiederum die cis'sche zuppa und da ich mit dem Fazit schon begonnen hatte ...
                          Gruß
                          s.

                          PS: Als sich unser Mahl schon fast dem Ende zuneigte, erschien am Nachbartisch noch ein Herr zum luncheon. Die Haare zusammengebunden, aber nicht nur zu einem gewöhnlichen Zopfe, vielmehr war da noch eine Art Zwischendutt, wie man es bei würdigen Samurai-Kriegern bewundern kann. Die Jeans teils abgewetzt, teilweise zeigten sich auch schon deutliche Substanzdefekte, sowas sei sündteuer, sagte meine Frau, und sie, also die Jeans, endete knapp oberhalb der Kniegelenke. Das Hemd hing lässig über dem Hosenbund. Kraft seines Herrenwesens verlor er auch kein Wort des Bedauerns, daß er erst so spät käme; nach kurzem Blick in die Karte orderte er -und hier wurde klar, daß "ordern" etwas vollkommen anderes ist als "bestellen" - drei Gerichte, natürlich ohne irgendeinen beratenden Kontakt mit dem Service aufgenommen zu haben. Was für ein Herr! Der Herr im Antischniepel.

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                          • #14
                            Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                            Da von den Herren Soriso und andrecis schon so ausführlich und, das will betont sein, zutreffend berichtet wurde, will ich gleich mit dem Fazit beginnen: gäbe es bei uns ein Lokal, das ein zehn-Gänge Menü auf der Basis der allerfrischesten Meerestiere für 125 € anböte, es wäre das Oberammergau, was sag ich, das Lourdes der Fischfreaks.
                            .
                            Werter Schlaraffenland,
                            über Ihr Uliassi Erlebnis und den euphorischen Bericht,
                            freut sich sicher Herr andecis und darüber freut sich auch Frau Soriso und ich.

                            Es ist ja immer erfreulich, wenn eigene Esserlebnisse bestätigt werden.

                            Ihr Bericht erweckt bei uns Vorfreude auf die in wenigen Wochen erfolgende Reise nach Senigallia.

                            Besten Dank und besten Gruß
                            Soriso.

                            Kommentar


                            • #15
                              Lieber Schlaraffe,

                              Sie sollten Ihren Bericht "Das Eisenbahnunglück in Torre de Venere" übertiteln! Was wird Z. zu Ihren lübischen Kenntnissen sagen? Jedenfalls Dank von mir einfachem Manne!

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