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Restaurants im Trentino

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  • #16
    Danke für den wunderbaren Hinweis.
    Klingt sehr spannend und besuchenswert.

    Gruß!

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    • #17
      Eine relativ neue Adresse im Val di Fieme ist: http://www.osteriadelacquarol.it/

      Die jungen Witsleute in der neuen, typischen Trattoria haben umfangreiche Erfahrungen in einer der spannendsten Restaurants Italiens (Il Molino, Cavalese) gesammelt.
      Es gibt viele kreative Gerichte zu einem unschlagbaren PLV.
      Unglaublich gute Nudelgerichte oder auch ein Rinderfilet aus dem Heurauch.
      Klasse gemacht und teilweise sehr spannend.

      In Italien ist man bereits aufmerksam geworden und man sollte abends vorreservieren.

      Alls Tipp unter Freunden:
      Direkt gegenüber ist Hotel Castelir. Einer der schönsten und intimsten Hotels in den ganzen Alpen.
      Herzliche und rührige Gastgeber. Gerade 7 Zimmer, aber komplette Wellnessanlage und Schwimmbad.


      Gruß!

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      • #18
        Dann belebe ich die Diskussion zur Provinz Trentino einmal wieder!

        Zum wiederholten Male hat uns der Urlaub in den italienischen Skiort Pinzolo in der Region Trentino, knapp unter Südtirol, gezogen und hier in das wirklich sehr empfehlenswerte 5-Sterne-Spa-Hotel Lefay. In der Nähe ist unter anderem der Ski-Weltcup-Austragungsort Madonna di Campiglio, den vielleicht der ein oder andere Wintersportfan kennt. Das Hotel hat eine tolle, erholsame Spa-Anlage mit riesigem beheizten Außenpool, Ruheräumen und Massagen – wer das mag ist hier wirklich genau richtig (und muss auch darüber hinwegsehen, dass insbesondere hier die Gruppe der Instagram-Influencer ihr Unwesen treibt – aber wir sind davor in den deutschen Spa-Hotels in den Alpen leider auch nicht gefeit!).

        Auch in so einer erstklassigen Anlage muss man ja hin und wieder etwas essen und so haben wir das lokale Gourmet-Restaurant Grual für einen Geburtstag unter die Lupe genommen, der in unseren Urlaub reinfiel. Wir sind Montagabend mitten in der tiefsten Nebensaison Anfang Juni da (in den Nachbarorten haben viele Läden sogar ganz geschlossen) und es war schon eine bizarre Situation: Das Restaurant hat zwar 20 Tische, ist aber komplett leer. Aber, es wird nicht zugemacht – man wartet nur auf uns und so kriegen wir einen Tisch ganz hinten zugewiesen um den dann drei Servicekräfte herumwuseln. Später setzt sich noch ein zweites Pärchen rein, aber die ersten Stunden sind wir hier alleine. Nichtsdestotrotz, zwar war es eine komische Erfahrung aber man erspannt sich hier recht schnell. Erstens sitzt man sehr bequem, zweitens rekrutiert sich der Service hier nahezu komplett aus den 1- und 2-Sterne-Restaurants Norditaliens – man ist also bestens umsorgt. Witzig fand ich, dass unserer Servicedame dann doch immer der Druck beschlichen hat nach wenigen Sätzen mit uns in die Küche zurückzueilen (für wen eigentlich?) was sie dann später als „so einen Tick, den man im gehobenen Service antrainiert bekommt“ beschrieben hat. Das habe ich mir schon öfters gedacht – bleibt doch am Tisch und redet mit euren Gästen, wenn eure Gäste an euch Interesse zeigen! Trotzdem ist alles hier sehr entspannt und wir fühlen uns sehr gut aufgehoben.

        Zum Essen: Es wird hier eine „Mountain Cuisine“ serviert, den Begriff mögen sie in Südtirol und der Region Trentino. In meinen eigenen Worten ist das eine Art italienisch-insprierte Küche, die ausschließlich auf Produkte aus Südtirol / den Bergen zurückgreift. Also „Ja“ zu Wild, Fischen aus den lokalen Seen und Flüssen oder Bergkartoffeln. Starken Käse, Aubergine oder hohen Tomateneinsatz wird man hier eher nicht finden. Man kann hier ein Menü auswählen aber genauso auch à la Carte. Etwas verwirrend: Die Gerichte sind nicht Vor- und Hauptspeise oder Primi und Secondi zugeordnet sondern nach ihrer Höhenlage sortiert unter den Gruppierungen „Valley Floor“, „Alpine Pasture“, „High Mountain“. Was davon jetzt Vor- oder Hauptspeise ist kann selbst der Service nicht so genau sagen, aber man findet sich mit etwas Gespräch und Rückfragen dann doch zurecht.

        Was hier dann zu einem kühlen Glas Trento DOC serviert wird ist dann sehr sehenswert: Spaghetti Monograno Felicetti, smoked mountain butter, cornelian and deer präsentieren perfekt al dente gekochte Spaghetti in der geräucherten Butter. Der Hirsch wird in ein einer Art Gyros neben die Spaghetti serviert und lässt sich so sehr gut auf die Gabel dazu dosieren und Kirsche passt zu Wild natürlich ideal. Darunter ein Bratenjus – das ist ein Teller, der auch vielen Sternerestaurants gut zu Gesicht stehen würde und den ich generell ohne zu zögern wieder bestellen würde (*).



        Und wo ich dann dabei bin, bleibe ich dann nach reiflicher Überlegung auch schon beim Wild – in diesem Fall Saddle of roe deer, asparagus and cherries. Die Garpunkte sind perfekt getroffen, die Beilagen sind es auch – einfach ein tadelloses Gericht (*).





        Dazu gab es Brot, Butter, Olivenöl und – ohne geht es in Italien ja nicht – natürlich auch wieder trockene und bröselige Grissini. Damit sind wir schon satt und lassen das Dessert aus. Die Petit Fours in Waldoptik sind dann aber nochmal ein echter Hingucker und auch Pralinen sowie ein schmackhafter Macaron sind nochmal ein echter Genuss.





        Auf dem Radar des Guide Michelins ist das Restaurant ja schon – es würde mich nicht wundern, wenn es für das Restaurant Grual bald einen Michelin-Stern gibt. Für zwei hat sich das Dinner auf €200 mit einer Flasche Rosé-Sekt belaufen – das fand ich ein ganz gutes Preis-Leistungsverhältnis.

        Wer sonst noch in die Region kommt und auch mal das Hotel verlassen möchte, hier meine Empfehlungen:
        • Rendenèr Alpine Food unten in Pinzolo präsentiert eine gute italienische Küche – dem Stil aus dem Grual gar nicht so unähnlich – natürlich etwas günstiger und auch nicht mit derselben Produktqualität. Trotzdem sitzt man hier sehr gut und es wird eine ansprechende Kochkunst geboten.
        • Osteria Bagat ist die lokale Après-Ski-Bar in Pinzolo. Das Essen ist wirklich nicht besonders aber die Betreiber sind mit Herz und Seele dabei, es wird viel Pizza und ähnliches geboten und es ist nach Jahren in München schön, wenn sowas auch mal wieder deutlich einstellig kosten darf :-) Es gibt in der Gegend noch mehr einfache italienische Restaurants mit Pizza und Pasta aber keiner wird so frequentiert wie Bagat (die anderen italienischen Restaurants in der Umgebung sind da im Vergleich eher trostlos)
        • Muss es sonst immer ein Restaurant sein? Der lokale Feinkostladen Alimentari Caola hat erstklassigen Käse, Aufschnitt und Brot sowie Wein aus der Region. Das kann man gut mitnehmen und picknicken oder auf dem Balkon genießen. Das Lefay Hotel veranstaltet übrigens auf Rückfrage kostenfreie Tastings im Alimentari Caola.

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