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Alex Sushi in Oslo

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  • Alex Sushi in Oslo

    Wertes Forum,

    auf unserem 3 tägigen Kurztrip nach Oslo haben wir uns nicht nur die Stadt angesehen, sondern natürlich auch ein paar Restaurants besucht. Oslo ist eine sehr schöne Stadt, die Preise in Norwegen sind allerdings gesalzen. Ein Hamburger kostet über 10 € und eine Pizza über 15 €, in der Topgastronomie ist der Teuerungsfaktor nicht ganz so krass.

    Über Oslo gibt es ja noch nichts im Forum, dann fange ich mal an. Alex Sushi gilt als das beste Sushi Restaurant in Oslo bzw. Norwegen. Das machte uns neugierig.



    Alex Sushi liegt etwas unscheinbar in einer Seitenstrasse. Im Restaurant gibt es zwar auch ein paar einzelne Tische aber die meisten Gäste sitzen an einer grossen ovalen Theke in deren Mitte zwei Köche das Sushi zubereiten. Aufgrund der geringen Platzzahl ist ein Reservierung zwingend erforderlich.

    Meine Frau hatte das kleine Menü (63 €) , ich das große Menü (92 €). Die beiden ersten Gänge waren sehr ähnlich, beim großen Menü (Fotos) etwas umfangreicher. Der dritte Gang (Hummer) war eine Portion für uns beide.



    Im ersten Gang gab es Sashimi. V.l.n.r Jakobsmuschel, Lachs, Heilbutt und Hamachi (Yellowtail). Zur Jakobsmuschel gab es etwas Salat mit Seegras, Gurke, Staudensellerie, Apfel, Radieschen und Zwiebel. Dazu ein fein gewürztes Dressing auf Basis von Sojasauce. Dekoriert war das Sashimi mit etwas Lachsrogen. Sehr lecker, frischer Fisch in Topqualität.



    Anschließend gab es Nigiri-Sushi. V.l.n.r Lachs, Heilbutt, Hamachi (Yellowtail), Jakobsmuschel und Garnele. Dazu gab es zwei Gunkanmaki-Sushi mit Lachsrogen und einem rohen Wachteleigelb und Heilbutt mit Chili. Als Beilage gab es Wasabi und eingelegten Ingwer. Die Nigiri-Sushi waren sehr lecker, die Gunkanmaki-Sushi waren nicht so nach meinem Geschmack.



    Als Höhepunkt des Menüs gab es dann Hummer (eine Portion für uns beide), Schwanz und Scheren waren ausgelöst in der Karkasse angerichtet. Der Hummer hätte etwas zarter sein können, nach der grandiosen Languste am Vortag hatte er es aber auch schwer. Dazu gab es eine Art California Roll Sushi, gefüllt mit Königskrabben und knusprigen Elementen, umhüllt von Lachs und Avocado. Dekoriert waren sie mit Lachsrogen und mit Wasabi aromatisiertem Fliegenfischrogen. Das Königskrabben-Sushi war sehr lecker, Klasse. Als Beilage gab es Wasabi und eingelegten Ingwer.



    Als besondere Zugabe gab es noch etwas "Free Willy" Sashimi (in Anlehnung an den Blog vom Nordic Nibbler). Das entspricht zwar nicht der allgemeinen Political Correctness aber dem entspricht Foie Gras auch nicht. Und schlieslich sind wir in Norwegen, einer Walfangnation. Pikanterweise gibt es im Alex Sushi keinen Thunfisch da man dessen Überfischung nicht unterstützen möchte. Das Walfleisch war aussen ganz leicht angebraten. Es war sehr zart mit einem feinen Aroma aber mit einem leicht bitter metallischem Abgang.



    Da wir von den Menüs nicht wirklich satt geworden waren konnten wir noch etwas anderes probieren. Eine halbe Portion Garnelen-Tempura mit einem Seegrassalat. Das Tempura war auf einem Bett aus Avocado und weißem Rettich angerichtet, aromatsch und sehr lecker. Der Seegrassalat war recht fest, diese eigenwillig knackige Konsistenz muß man mögen.



    Eine Portion frittierte Lachshaut, angerichtet auf einem Bett aus Gurke und weißem Rettich. Ganz lecker, meine Frau mag es sehr gerne. Dazu gab es ebenfalls Seegrassalat.

    Zu dem Menü hatten wir normales Wasser geordert. Dabei bekommt man in Oslo offenbar gekühltes Leitungswasser das nicht berechnet wird.

    Der Service war sehr freundlich und zuvorkommend. Alex Sushi bietet Sushi in ausgezeichneter Qualität, wenn auch nicht immer klassisch japanisch. Insgesamt ein Abendessen für 180 €.

    Gruß

    Jürgen

  • #2
    Schade, hätte ich diesen Bericht mal früher entdeckt, wären wir hingegangen!
    Nachdem wir dieser Tage Ylajali und Maaemo erleben durften (Berichte folgen), bestärkt mich das aber in dem Eindruck, dass Oslo ein echter kulinarischer Hotspot geworden ist (und eine hübsche Stadt natürlich auch). Preislich sind die High-End-Restos gar nicht mal so weit über Deutschland bzw. fast gleichauf: 150 bzw. 230 € für die großen Menüs (Und das bei 25% Mst. und hohem Lohnniveau...).
    Es lohnt!

    Grüße
    b.

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    • #3
      Werter brigante,

      auf Ihren Bericht zum Maaemo bin ich gespannt, als wir in Oslo waren hatte es leider geschlossen. Wir waren dann noch im Statholdergaarden und Bagatelle.
      Sehr informativ ist auch der Foodblog von Nordic Nibbler, dort hatte ich auch Alex Sushi entdeckt.

      Zitat von brigante Beitrag anzeigen
      Preislich sind die High-End-Restos gar nicht mal so weit über Deutschland bzw. fast gleichauf:
      In der Tat, das kann man von McDonald´s dort nicht sagen.

      Gruß
      Jürgen

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      • #4
        Zitat von Jürgen3D Beitrag anzeigen
        Wir waren dann noch im Statholdergaarden und Bagatelle.
        Oh! Wie waren die denn?

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        • #5
          Zitat von brigante Beitrag anzeigen
          Schade, hätte ich diesen Bericht mal früher entdeckt, wären wir hingegangen!
          Nachdem wir dieser Tage Ylajali und Maaemo erleben durften (Berichte folgen), bestärkt mich das aber in dem Eindruck, dass Oslo ein echter kulinarischer Hotspot geworden ist (und eine hübsche Stadt natürlich auch). Preislich sind die High-End-Restos gar nicht mal so weit über Deutschland bzw. fast gleichauf: 150 bzw. 230 € für die großen Menüs (Und das bei 25% Mst. und hohem Lohnniveau...).
          Es lohnt!

          Grüße
          b.
          Das Menü im Maaemo ist 235 €, die Weinbegleitung 170 €. Für ein 2-Sterne Restaurant schon sehr sportlich.

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          • #6
            Zitat von Screamer Beitrag anzeigen
            Das Menü im Maaemo ist 235 €, die Weinbegleitung 170 €. Für ein 2-Sterne Restaurant schon sehr sportlich.
            Stimmt schon, aber für uns waren das auch eher 3 Sterne. Die Weinpreise muss man auch im Skandinavian-Kontext sehen – und diese "Begleitung" verdient den Namen mal wirklich, da sie ausgesprochen treffend zu den Gerichten war. Wir fanden das Paket jedenfalls diesen Preis wert. Ebenso im Ylajali.

            Grüße
            b.

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            • #7
              Das Ylajali markierte unseren ersten Besuch eines Osloer Spitzenrestaurants, und dabei setzte sich der in Stockholm gewonnene Eindruck von der skandinavischen Küche fort: Auch hier spürt man den Willen, einen eigenen Stil zu erkochen und nicht auf weltweite Trends aufzuspringen.

              Highlights waren u.a.:
              -Jakobsmuschel aus Frøya und Seeigel aus Steigen. Unter einer Hülle aus Seegras vebirgt sich ein sensationell gewürztes St.-Jaques-Tatar mit Seeigel, das durch etwas Gurke aufgefrischt wird. Obenauf getrockneter Muschelrogen und Meerettichschnee, die für Würze und Schärfe sorgen. Nimmt man alles zusammen auf die Gabel, ergibt sich am Gaumen ein wahres Feuerwerk – das dennoch nicht plakativ, sondern hochfein wirkt.
              -Langoustinen vom Holzfeuer, fermentierte Rote Bete, Estragonemulsion und gebrannter Langoustinenjus. Die Krustentiere werden für 3 Minuten in einem 800 Grad heißen Holzofen über feuriger Glut gegart, wodurch sie nicht nur ein herrliches, aber dezentes Grillaroma, sondern auch eine ganz eigene Textur bekommen: außergewöhnlich knackig und doch butterzart. Dazu nur ein wenig Naturjus sowie pfeffriger Estragon und die säuerlichen Betenscheiben als erfrischenden Kontrapunkt

              Even Ramsviks Kreationen sind filigran und zugleich äußerst aromenstark. Beim Fleisch setzt er auf ältere Tiere (Hammel, alte Milchkuh...), bei den Würzzutaten auf Umami-Träger (Pilze, Algen) und Pfeffriges wie Zwiebeln, Estragon und Bärlauch. Die aromatische Wucht mancher Gerichte passt dabei ebenso zu Norwegen wie die vermeintliche Simplizität einzelner Gänge. In einem deutschen Spitzenrestaurant würden wir ein noch so gutes Dessert aus Pfannkuchen mit Eis vermutlich belächeln – hier aber wirkt es absolut stimmig.

              Manche Gerichte könnten noch etwas Feintuning und Finesse vertragen, insgesamt aber gab es bei unserem Menü gleich mehrere Highlights und keinen einzigen wirklich schwachen Gang zu beklagen – allein das ist schon eine Seltenheit.

              Fazit: Even Ramsvik serviert in seinem wunderschönen Lokal eine moderne Nordic Cuisine mit klar norwegischen Wurzeln: kraftvoll, eigenwillig und dabei sehr elegant.

              Güße
              b.

              PS: Den ausführlichen Bericht mit Fotos findet man auf sternefresser.de
              Zuletzt geändert von brigante; 11.01.2014, 17:11.

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              • #8
                Und hier noch ein paar zusammenfassende Worte zum Maaemo:

                Wir verlebten im Maaemo einen außergewöhnlich genussreichen Abend: Es gab keinen einzigen Ausfall und kaum langweilige Gerichte. Esben Holmboe Bang bringt mit seiner New-Nordic-Küche das gastronomisch nicht sehr renommierte Norwegen auf die kulinarische Weltkarte und verdient dafür jede Anerkennung – denn wie wir feststellen durften, verfügt dieses Land über einen seltenen Produktreichtum, der die perfekte Basis für grandiose Küche bildet: Es ist lange her, seit wir Seeigel, Austern, Jakobsmuscheln und Langoustinen von so enormer Qualität gegessen haben.

                Dabei verlässt Bang sich nicht auf die schiere Produktqualität, sondern macht aus den Rohstoffen gleichermaßen köstliche und originelle Kreationen. Bemerkenswert ist dabei einmal mehr der typisch skandinavische Purismus: Am nachhaltigsten beeindruckten uns die scheinbar simpelsten Gerichte, etwa die Jakobsmuschel, die Kartoffeln und die Zwiebeln. Lediglich bei den Desserts würden uns etwas mehr Abwechslungsreichtum wünschen: Drei Mal hintereinander ein Eis mit knuspriger Beigabe ist vielleicht etwas zu viel des Guten.

                Man kann sich natürlich fragen, ob eine so reduzierte Küche auch in Deutschland funktionieren und von Kritik und Publikum so gut angenommen würde. Wir denken: ja – sofern sie einer wahrhaftigen Philosophie und nicht einem strategischen Trend-Kalkül entspringt.

                Grüße
                b.

                PS: Fotos sowie weitere Infos gibt es bei sternefresser.de

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