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Geist, Kopenhagen

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    Als wir Anfang August mit einigen Gourmet-Club-Mitgliedern Kopenhagen bereist haben, ist die Stadt angenehm leer. Viele Einheimische sind mutmaßlich in ihrem Sommerhaus und wegen Corona fehlen Touristen. Trotzdem sind die Top-Restaurants gut ausgebucht – offensichtlich sind auch einheimische Gourmets gern dort, was natürlich optimistisch stimmt, wenn die ambitionierte Restaurant-Szene dort sich auch auf eine lokale Basis stützen, sollte der reisende Gast noch länger nicht nach Kopenhagen komme (können /dürfen)

    Eine Ausnahme ist – zumindest zum Lunch am zweiten Tag – das Geist. Das Restaurant von Bo Bech ist eine Mischung aus Bar und Restaurants. Man kann der Theke sitzen, aber auch auf Bänken in Halbkreisform. Die Tapas-Gerichte im skandinavischen Stil sind eigentlich für ein Mittagessen ideal, aber wir sind lange die einzigen Gäste. So wählen wir das preisgünstige Mittagsmenü, das wir um einen Gang erweitern.

    Tatar mit Rettich und Öl – würde ich eher als gehobelten Rettich mit ein wenig Tatar beschreiben, denn der Rettich überwiegt eindeutig in der Menge und geschmacklich. Das Tatar ist zudem ohne jede weitere Würzung. Der Rettich hat ein eine feine, frische Schärfe. An einigen Stellen ist etwas Öl auf den Rettich geträufelt. Dies erhöht etwas die Geschmacksintensität und macht die Kombination runder, davon könnte ruhig mehr auf dem Teller sein.
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    Spring Onions with Sorrel and Jalapeno – Ganz schön scharf, die Verbindung von Frühlingszwiebel und dem Jalapeno. Einige Salzflakes erhöhen die Intensität noch. Die Säure des Ampfers verbindet sich gut mit der Schärfe.
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    Suckling Pig With Truffle and Potato Mash – nach zwei eher geradlinig-puristischen Gerichten, wird es nun etwas ausladender. Alles ist gut aufeinander abgestimmt und Trüffel, Schweinefleisch und Kartoffeln kommen mit ihrem Eigengeschmack gut zur Geltung.

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    Raspberry Sorbet with Raspberries – klingt eigentlich ganz einfach, ist auch, aber das beste Himbeersorbet, das ich je gegessen habe. Es schmeckt ungefähr so intensiv nach Himbeeren, wie ein Himbeer-Brand, nur ohne Alkohol. Zudem ist das Sorbet extrem cremig. So puristisch wie das Dessert ist, so gut ist es auch.
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    Die Beschreibung der Gerichte deutet es schon an: Hier wird puristisch gekocht. Der Eigengeschmack der Produkte steht im Mittelpunkt der Gerichte. Bisweilen wirkt das durchaus auch etwas simpel, aber da die Gerichte eher Tapas-Größe haben, ist das eine stimmige Sache. Für ein Abendessen dürfte es für mich ruhig etwas komplexer sein, aber für ein Mittagessen ist das eine angenehme, klare Küche.

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