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Sevilla Abantal *

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  • QWERTZ
    antwortet
    Werte knusprige Ente,
    wenn Sie an der Art der Gastronomie interessiert sind, über die wir uns hier im Forum austauschen, seien Sie herzlich willkommen. Links zu anderen ggf. werblichen Aspekten lassen Sie bitte außen vor. Daher habe ich Ihren Beitrag entsprechend verändert.

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  • knusprige-ente
    antwortet
    Das Essen klingt wirklich sehr vorzüglich! Schade, dass ich erst jetzt diesen Eintrag lese. Im Sommer habe ich 16 Tage in Sevilla in Südspanien verbracht um mein Spanisch aufzubessern. Abends haben wir uns immer in einer kleinen Gruppe zusammengefunden, um die heimischen Restaurants auszukosten. In Sevilla gibt es wirklich ein paar herrliche Ecken. Im Restaurante El Giraldillo haben wir sehr gut gegessen, obwohl uns zuvor gesagt wurde, dass es zwar gut sei, aber nicht überragend. Wir waren alle höchstzufrieden. Vielleicht war der Koch an dem Tag besonders gut gelaunt... Häufig sind wir jedoch ohne darüber nachzudenken einfach in kleine unscheinbare Restaurants gegangen und haben uns einfach einmal durch-probiert. Das war natürlich so manches Mal ein Reinfall, aber auch so manche Male ein erstaunlich günstiger Gaumenschmaus! Leider kann ich euch ansonsten keins von den kleineren Plätzen empfehlen, da ich erst vor Kurzem begonnen habe ein wenig buch über meine kulinarischen Entdeckungen zu führen. Im Nachhinein ärgere ich mich natürlich darüber, dass ich damit nicht eher begonnen habe... Dafür versuche ich dann ab jetzt mit nützlichereren Beiträgen euer Forum zu bereichern
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 26.10.2011, 14:32. Grund: werblicher Link entfernt

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  • cynara
    antwortet
    Lieber Herr Schlaraffe,

    danke für den Bericht. Sie vermitteln mir mit Ihrer Erzählweise immer das Gefühl am Nachbartisch gesessen zu sein. Das gleiche Kompliment geht auch an Ihren Debattanten rocco. LG. Cynara.

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  • rocco
    antwortet
    Lieber Schlaraffenland,

    besten Dank für den schönen Bericht, samt der dazu gehörigen Weine. Das in Spanien sehr gängige Prinzip des Menu Degustacion finde ich großartig. So kann man alles einmal probieren, ohne völlig überfordert zu werden.

    Zitat von Morchel
    PS: Ihr Essen klingt so, wie wenn ich es in weiten Teilen sofort und hier auf meinem Tisch haben möchte.
    Das ging mir genauso.

    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    dazu einen Albarino von den Rias Baixas; ich bin, seit einem Aufenthalt in Galicien, ein großer Albarinofan geworden
    Auch wenn ich leider selber noch nicht in Galizien war, habe ich die Albarino von den Rias Baixas dieses Jahr auch für mich entdeckt. Tolle, spannende, vielschichtige Weine in ganz unterschiedlichen Stilen, zu akzeptablen Preisen, die hervorragend zu allen möglichen Gerichten passen.

    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Allein für Sekt, Wasser und Kaffee ist man hierzulande mit 30 € dabei, wie machen die das denn dort? Und warum muß man hier mindestens das Doppelte für ein vergleichsweises Essen&Trinken bezahlen?
    Leider kann auch ich diese Frage nicht beantworten. Ich habe aber ein paar Ideen, woran es liegen könnte, ohne dass ich sicher wäre, dass es daran liegt.
    - Höhere Mieten, höhere Personalkosten
    - Eine andere Tradition. Bei uns hat die gehobene Küche unterhalb der Zwei- und Dreisterner vielleicht (bin nicht sicher) lange Zeit v.a. von Geschäftsessen nicht auf die eigene Rechnung gelebt. Dabei hat sich ein gewisses Kostenniveau eingespielt, von dem man nur noch schwer runterkommt. Hinzu kommt eine gewisse Erwartungshaltung der Gäste nach teureren Produkten, die vermeintlich erfüllt werden muss.
    - Kein Mittagsgeschäft. Nur sehr wenige Sternerestaurants in Deutschland haben mittags geöffnet oder bieten ein günstiges Mittagsmenu an (Ausnahmen bestätigen die Regel), wahrscheinlich weil die Nachfrage zu gering ist. Damit fehlt für die Neulinge unter den Gästen häufig die Eingangstür, um günstig die Küche kennenlernen zu können, die vielleicht dazu führen würde, dass die Gäste wiederkommen. Die entsprechenden Angebote in Berlin (Raue, FF, Facil, Vau) finde ich großartig, habe aber bei den zwei letzten Besuchen mittags festgestellt, dass sie selbst am Samstag nicht ausreichend angenommen werden.
    - Das Image der Sternerestaurants als formell und beizeiten auch dekadent verhindert eine größere Nachfrage. Wenn ich mich im Bekanntenkreis umhöre, kriege ich sehr oft zu hören, dass man z.B. in Berlin gerne privat in die Bar 25 (jetzt Kater Holzig), ins Soho-House und für Geschäftsessen in den Grill, ins San Nicci, usw. geht und dort mit Wein, etc. in Richtung Sterneküche Geld für eine sehr konventionelle Küche ausgibt. Ein Besuch im Sternerestaurant steht gar nicht erst zur Debatte. Dieser Eindruck ist vielleicht nicht repräsentativ. Trotzdem habe ich oft den Eindruck, dass bei den allermeisten jüngeren Leuten (< 35) kein besonders großes Interesse an Sterneküche besteht.
    - Teils fehlt es evtl. an fähigen Köchen mit ausreichend Mut. Gerade Berlin wäre prädestiniert für ein Restaurant mit Küche auf Sterneniveau mit Bistro-Charakter. Um wirklich mit einem solchen Konzept punkten zu können, braucht es aber m.E. einen sehr gut ausgebildeten Koch. Vielleicht findet kein ausreichender Transfer von Talenten aus der Südwest-/Süd-/West-Provinz (z.B. Saarland, Schwarzwald, Bergisches, usw.) nach Norden und Osten in die größeren Städte statt.

    Ich denke, Deutschland hat sich mit seinen Dreisternern und einigen Zweisternern international wirklich etablieren können und kann Maßstäbe setzen. Preislich ist man auf dem Niveau auch eher nicht teuer. Darunter stimmt die Relation oft auch, häufig aber auch nicht. Jedenfalls erscheint es mir, als wäre es mit etwas Mut und auch etwas PR-Arbeit durchaus möglich, auch bei uns in Deutschland eine Tradition der sternefähigen oder besternten Küche zu leicht über spanischen (und französischen in der Provinz oder italienischen) Preisen zu etablieren. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Angebot Nachfrage schafft. Leider bin ich mir unsicher, ob die Nachfrage tatsächlich da wäre.
    Zuletzt geändert von rocco; 06.10.2011, 09:04.

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  • Morchel
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Allein für Sekt, Wasser und Kaffee ist man hierzulande mit 30 € dabei, wie machen die das denn dort? Und warum muß man hier mindestens das Doppelte für ein vergleichsweises Essen&Trinken bezahlen?
    Spannende Frage. Ich hoffe, jemand kompetenter hier kann sie beantworten. Ich kann es leider nicht.

    PS: Ihr Essen klingt so, wie wenn ich es in weiten Teilen sofort und hier auf meinem Tisch haben möchte. :heulen:

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  • Schlaraffenland
    hat ein Thema erstellt Sevilla Abantal *.

    Sevilla Abantal *

    Zusammenfassend läßt sich sagen, daß wir dort sehr gut gegessen haben, der Stern des Michelin ist vollkommen gerechtfertigt (nicht annähernd vergleichbar mit dem aus schierem Mitleid, wie man meinen möchte, in die portugiesische Hauptstadt vergebenen). Mit gutem Gewissen können wir dieses Lokal, in dem wir uns so wohl gefühlt haben, empfehlen.
    Gruß
    s.

    PS: für die, die noch etwas mehr von den einzelnen Gängen lesen möchten - es wird zugegebenermaßen jedoch etwas ausführlicher, da ich mit diesem Bericht die an verschiedenen, gerne ja auch mit meiner Beteiligung, Stellen immer wieder aufflackernde, zuletzt ja auch bei den "Bistro/Foodingsbums", Preisdiskussion etwas anheizen möchte - geht's hier weiter.
    Das Mittagessen wird ab 14 Uhr serviert, wir beginnen mit Cava, vier kleine A.gueule, z.B. Karottensalat mit Oregano.
    - Rote Rüben, Meerrettich (gab's das nicht neulich auch in Nürnberg?), Knoblauch, getrockneter und gehobelter Thun
    - Gänseleberpastete, Grapefruit, Honigbrot, interessante und gute Kombination, dazu einen nicht zu süßen Monastrell aus der Region Murcia
    - Salat von grünen Bohnen mit Rochenflügel, die Bohnen längs in feine Streifen geschnitten so daß sie sich diesem Streifigen des Rochens optisch annähern
    dazu einen Albarino von den Rias Baixas; ich bin, seit einem Aufenthalt in Galicien, ein großer Albarinofan geworden, bin mal gespannt, wie der aus dem Novemberclubmenü in Lerbach ankommt.
    - Nudeln, wie dünne Spaghetti und so drei/vier Zentimeter lang, Sardinen, kleine Tintenfischchen, Petersilie, Knoblauch, Tinte, Öl .. schlicht, schlicht genial. Dazu ein enorm fruchtiger und recht
    kühl servierter Roter aus der Region, neben etwas Tempranillo und Syrah hauptsächlich Cabernet Franc! (das ! dafür, weil diese Wein nun garnichts von diesen zahnziehenden Tanninbomben vieler
    CabernetFrancLoireweine hat.
    - irgend ein festfleischiger weißer Fisch aus Cadiz mit Spinat (teils cremig, teils blättrig), Kreuzkümmel, Kichererbsen, Feigenbrot. (sozusagen das maurische Element der Speisenfolge); der Wein
    ebenfalls aus der Region Sevilla, ein Chardonnay, der Sommelier hat keine Probleme, nach einem Roten wieder einen Weißen zu servieren ... und wir auch nicht
    - das Schweinefilet ist scharf angebraten, dabei erstaunlich rosa, das Tomatenpürree besteht aus frischen und getrockneten Tomaten, Senfsauce und Honignudeln; diese Galertwürmer puffern mit ihrer
    Süße die Säure der Tomaten gut ab, so daß auch dieser Gang wieder sehr harmonisch erscheint; der Tempranillo vom Douro ist ein gehaltvoller Bursche.
    - Nun vier wunderbar reife Käse, Kuh, Schaf, Ziege und Kuh/Schaf; aus der Region Cordoba stammt der dazu servierte PX, den es auch zum
    - Dessert gibt: saftige Schokokuchenteilchen mit Schokosorbet und Vanillesahne (hatte ganz vergessen, wie gut Schlagsahne schmecken kann)

    Das Menü kostet 55, die Weine dazu 15, auf der Rechnung stehen also 140 €. Den Cava hätte er vergessen, nein der sei, quasi nachträglich, bei der Weinbegleitung dabei; erst jetzt fällt uns auf, daß auch das Wasser (Pelle) und der Kaffee mit seinen süßen Teilchen nicht berechnet wurde.
    Allein für Sekt, Wasser und Kaffee ist man hierzulande mit 30 € dabei, wie machen die das denn dort? Und warum muß man hier mindestens das Doppelte für ein vergleichsweises Essen&Trinken bezahlen?
    Gruß
    s.
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