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Cinc Sentits* in Barcelona

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  • Cinc Sentits* in Barcelona

    Lang ist’s her… am Wochenende bin ich zufälligerweise über das Menü gestolpert, das damals meine erste Berührung mit der Sterneküche war. Ich war zuvor schon immer begeistert von verschiedenen Zubereitungen und Geschmäckern, mein erster Besuch bei einer besternten Gourmetküche bleibt trotzdem fest in meiner Erinnerung – nicht zuletzt weil es im Rahmen meiner Hochzeitsreise war. In Barcelona besuchte ich mit meiner frisch gebackenen Frau das Restaurant Cinc Sentits unter der Führung von Jordi Artal – damals wie heute mit einem Michelin Stern prämiert.

    Das Ambiente:
    Recht unscheinbar in ein paar Seitenstraßen in Barcelona versteckt befindet sich der Eingang zu dem Restaurant. Das Interieur ist sehr modern gehalten. Im Inneren ein länglicher kleiner Raum in Kupfer und Schwarz. Die Beleuchtung ist sehr gedimmt, nur einzelne Spots auf den Tischen setzen klar den Fokus auf das, was sich später auf dem Teller befinden wird.

    Das Essen:
    Nachdem ich damals zwar dem Wein schon zugetan war, aber irgendwie noch nicht so sehr dem Champagner (was sich heute definitiv geändert hat!), bestellte ich als Aperitif ein Craft Beer (Hipster-Alarm!). Zu dem Craft-Beer wurde mir noch erklärt, dass das Bier ob des trüben Erscheinungsbildes nicht gekippt sei, sondern es sich um ein unfiltriertes Bier handele und das ganz normal sei – als Franke konnte ich darüber schumunzeln. Schon bei der Reservierung mussten wir uns für ein Menü entscheiden. In diesem Falle fiel unsere Wahl auf das Sensations Menü mit 9 Gängen für sehr günstige 79 EUR. Im Vorfeld besprachen wir noch die ein oder andere Änderung für meine Frau, da diese zur Zeit schwanger war.

    Zu Beginn bekamen wir eine Reihe von Grüßen aus der Küche. Herausragend darunter ein flüssiges Amuse Gueule in einem tiefen Glas geschichtet mit Ahorn-Sirup, einer Creme, Cava Sabayone und Meersalz. Danach folgten Schwarzwurzel mit Pilzen und Limette, unterschiedlich gegarte und texturierte Karotte mit mit Carabinero, Senfsamen und Lakritze, karamellisierte Foie Gras mit Nüssen und Lauch, Thunfisch mit Samfaina (Katalanischer Gemüseeintopf) und geräuchter Aubergine (dazu ein rauchiger Cava), Rinderbacke vom Rind aus den Pyrenäen mit Tomate, Zwiebeln und Bohnenkraut, dreierlei Käse, Zitronentarte mit Cava Eis, gebackener Apfel karamellisiert mit weißer Schockolade und Cookie Streuseln und zu guter Letzt verschiedene süße Abschlüsse aus Schockolade mit Olivenöl und Brot, Bananenmuffin und Blutorangen-Marshmallow.

    Der Service:
    Der Service war, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte. Den Gästen wurde, wenn auch etwas demütig, wirklich jeder Wunsch erfüllt und abgelesen. Da wurden Brillen geputzt und auf dem Silbertablette wieder an den Tisch getragen, Handys aufgeladen, beim Aufsuchen der WCs blieb die komplette Brigade stehen und ebnete einem den Weg in die Toiletten, maximal 5 Sekunden nach dem Aufstehen wurde sofort der Stuhl in Position und mit Gabel und Löffel bewaffnet die Serviette wieder fein säuberlich gefalten, etc.

    Das Fazit:
    Ob ich heute mit mehr kulinarischer Erfahrung genauso begeistert gewesen wäre, kann ich nicht beantworten. Damals war es für mich phänomenal und ein Türöffner zu einer Passion.
    Zuletzt geändert von Junggaumen; 05.11.2015, 11:17.

  • #2
    Dein estes Sternerestaurant vergisst Du nie ...

    Tatächlich geht das wohl wirklich jedem von uns so.
    Wir hatten sogar einmal einen Thread darüber.

    Vielen Dank für die anregenden Zeilen.


    Gruß!
    J.F.

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