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Enigma, Barcelona

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  • Enigma, Barcelona

    Wir saßen auf Plastikstühlen, an Plastiktischen, auch das Besteck war aus Plastik und das Licht war neonhell und dazu noch alles grau in grau gestaltet – klingt nach einem grässlichen Mahl, war ein Restaurantbesuch der Superlative im Enigma….

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_0586.jpg Ansichten: 1 Größe: 50,4 KB ID: 58831
    Einige Teilnehmer unserer Gourmet-Club-Reise hatten sich für eine Erweiterung des Programms um das Enigma interessiert. Zunächst hatten wir keine Plätze bekommen, aber am Abend der Anreise, die uns zunächst nach Girona führte und durch französische Streiks leider etwas erschwert wurde, erreichte Hannes Buchner eine Mail, dass wir doch einen Tisch bekommen könnte. Bis dann geklärt war, dass wir tatsächlich am Samstagmittag in das Restaurant durften, waren noch diverse Telefonate notwendig, da es etwas unklar war, wie viele Leute wirklich kommen durften. Dann musste auch noch eine Anzahlung geleistet werden – ein verständliches Mittel um kurzfristige Absagen zu unterbinden, aber für Nachrücker, die bereits auf Reisen sind, ist natürlich etwas komplizierter umzusetzen ist, als wenn die Buchung bereits Wochen vor dem eigentlichen Termin fest steht. Nach so viel hin und her waren die vier glücklichen der Runde der Meinung: Das muss jetzt großartig werden, sonst hat sich der ganze Aufwand nicht gelohnt….Wir waren also gespannt. Das Restaurant ist von außen äußerst unscheinbar. Je nachdem, aus welcher Richtung man kommt, kann es leicht übersehen. An einer Seite ist immer hin ein Schild angebracht.

    Um das Restaurant betreten zu können, bekommen wir nach der erfolgreichen Anzahlung eine ID mit Türcode, der dann am Eingang eingegeben werden muss. Und dann muss man auch noch die Tür in die Richtige Richtung bewegen – eine Herausforderung…



    Der Besuch des Restaurants ist in mehrere Stationen unterteilt, die aber architektonisch so spektakulär sind, wie im Azurmendi. Es gibt die Stationen La Cava, La Barra, La Planxa, Dinner, Dolc und 41°, also im Grunde Aperitif, Bar, Grill, Dinner + Dessert und nochmal Bar. Die Stationen werden Enigma, also Rätsel genannt und gruppieren sich um den Hauptgastraum. Alles ist durch schmale Glasscheiben voneinander abgetrennt. Die Durchgänge sind zunächst nicht erkennbar. Die Decken sind mit lichtdurchlässigem, grauen Stoff abgehängt. Darunter ist eine recht helle Beleuchtung Man fühlt sich also wie in einer Wolke oder einem Eisberg. Gemütlich kann man das nicht nennen, auch die Mitarbeiter tragen alle graue und bzw. schwarze Kleidung. Die Tische und Stühle sind – wie schon erwähnt – auch einem Kunststoff, ebenso durchsichtig bzw. leicht milchig. Also alles ganz schön cool – also muss das Kulinarische Farbe ins Spiel bringen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_0598.jpg Ansichten: 1 Größe: 45,0 KB ID: 58832Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07590.jpg Ansichten: 1 Größe: 72,8 KB ID: 58833

    Zunächst werden wir an einen Stehtisch gebeten. Es gibt Wasser: Zunächst gibt es Ryokan, 22 Artisan Water – zur Erfrischung und wir werden nach Allergien und Unverträglichkeiten gefragt.

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    Dann geht es weiter an eine Sitzgruppe auf Lounge-Höhe. Wir „fläzen“ uns in die ungepolsterten Kunststoffstühle und studieren die Wein- und Getränkeauswahl. Im Preis von 220 Euro für das Menü sind bereits das Wasser und die Drinks der ersten Bar-Station eingerechnet. Dazu gibt es zwei Weinbegleitungen mit je fünf Positionen zu ca. 85 und 120 Euro, aus der man aber auch glasweise wählen kann (ich wähle drei Weine). Übrigens sind in beiden Begleitungen deutsche Weine dabei, auch die Weinkarte enthält einige Rieslinge. Daher heißt diese Station La Cava. Die ersten Kleinigkeiten werden serviert. Die Mitarbeiterinnen müssen sich jedes Mal hinhocken, um die ersten, sehr fragilen Kleinigkeiten unfallfrei zu servieren. Das wirkt etwas anstrengend bzw. nicht unbedingt kommunikativ – zumal in relativ schneller Taktung serviert wird – denn die kleinen Happen sind ja schnell im Mund:

    Red Plum – ein frischer Saft-Mix
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    Fresh Pine-Nut wirkt ein wenig so wie Milchreis mit Pinienkernen
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    Ginger & Flowers | Rasperry Pods ist extrem fragil, aber hat schon eine hohe Geschmackstiefe mit einer frischen Säure-Struktur
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    Green Mandarine soll das nächste Gericht gewesen sein (laut der Karte, die wir am Schluss bekommen). Ich erinnere mich eher an einen Geschmack von Roter Bete durch die Rolle und etwas kräutrigen Akzenten - ich glaube, das Grüne waren Mandarinenblätter.
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    Shiso Leaf with Grapefruit besteht aus einem Saftglas mit einem zitrisch-frischen Saft. Aus dem Blatt liegen meines Erachtens Pomelo-Segmente, das heißt das Ganze ist erfrischend und säuerlich.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07599.jpg Ansichten: 1 Größe: 40,0 KB ID: 58839
    Frozen Coconut | Kombu-Kumquat nimmt durch die gefrorene Kokous-Milch-Unterlage etwas die Extreme, der weiteren Bestandteile, aber auch diese Kleinigkeit hat schon viel Geschmack.
    Die zwischen zwei Papierdünne Blätter aufgetragene Kumquat-Masse hat einen intensivierten, aber unverfälschten Kumquat-Geschmack.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07604.jpg Ansichten: 1 Größe: 51,0 KB ID: 58840Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07606.jpg Ansichten: 1 Größe: 36,6 KB ID: 58841
    Nun geht es weiter in das „Enigma“, La Barra. Die Bar ist keine klassische Bar, sondern ein ovaler Tisch, hinter dem zwei Bartender die Getränke zu den nächsten Kleinigkeiten mixen. In dem Raum haben etwa sechs Personen Platz. Schon deswegen gibt es Enigma keine größeren Tische.
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    Escencia Vermouth ist nur ein Tropfen auf dem Handrücken, hat aber einen fast medizinalen, tiefen Geschmack.
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    Ahmar | Demistrawberry – ist, wie ich auf Basis einer Cocktail-Website rekonstruieren kann, vom Enigma-Bartender Marc Alvarez entwickelt worden und besteht aus Lorbeer-Gin, Erdbeer-Soda und Oregano. Mit der dazu servierten gefriergetrockneten Erdbeere wird der Geschmack des Drinks deutlich in der fruchtig-kräutrige Richtung intensiviert.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07609.jpg Ansichten: 1 Größe: 52,2 KB ID: 58844
    Red Lake |Pomegranate „Madreperla“ – ist eine frisch-rotfruchtiges Zusammenspiel mit dem zweiten Cocktail, zu dem mir aber die Einzelheiten entfallen sind.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07612.jpg Ansichten: 2 Größe: 61,6 KB ID: 58847Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07614.jpg Ansichten: 2 Größe: 48,1 KB ID: 58848

    Shioso | Parmesan Sphere – für den Drink wird zunächst etwas Gefrorenes geraspelt und dann mit irgendwas, was ich nicht mehr weiß aufgegossen. Dies reagiert so, dass es leicht roséfarben wird. Der Drink schmeckt als habe er mindestens 40 Umdrehungen, aber wir werden beruhigt, dass er aufgrund der japanischen Aromenwelt für uns schwerer wirkt, als er in Wirklichkeit ist. Dazu gibt es eine leichte, aber geschmacksintensive Parmesankugel, die den Geschmack des Drinks verstärkt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07618.jpg Ansichten: 1 Größe: 56,0 KB ID: 58849Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07619.jpg Ansichten: 1 Größe: 65,4 KB ID: 58850
    Nach der zweiten Genussstufe werden wir von einem der Köche abgeholt, der uns kurz alle Köche in der offenen Küche vorstellt. Die ist nur durch die schmalen Glasscheiben vom Hauptgastraum und der Bar abgetrennt, also de facto offen, ohne dass man jede Kleinigkeit beobachten könnte. Von dort geht es für uns direkt weiter an die Grillstation „La Planxa“
    Der dortige Koch stellt sehr kommunikativ vor, was er macht, fragt im Plauderton, wo wir herkommen und erzählt kurz, wo er in Deutschland schon unterwegs war. Das wirkt sehr locker und zugewandt. Dazu präsentiert er mit einem Assistenten mit gekonnten Handgriffen seine Gerichte – wirkt irgendwie wie Sushi-Bar mit spanischer Kulinarik.

    Und los geht's:
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    Zuletzt geändert von QWERTZ; 22.10.2017, 20:00.

  • #2

    Blini Caneloni with smoked Cream and Fish Roe ist ein wunderbar fluffiger, feiner Blini. Da die Crème geräuchert ist, bekommt er viel Geschmackstiefe. Nur der Lachskaviar könnte für mich noch eine Spur salziger sein – also nahezu perfekt.

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    Zuletzt geändert von QWERTZ; 22.10.2017, 18:25.

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    • #3



      Squid with Soya | The Prawn
      – Das Stück vom Tintenfisch wird kurz angegrillt und mit etwas flüssiger, heller Sojasauce benetzt. Das Stück schmeckt sensationell cremig und hat einen schönen Biss. Das Soja wirkt eher wie mildes Salz, denn ein weiter Geschmack neben dem Tintenfisch kann ich nur minimal wahrnehmen – ein Hochgenuss. Die Garnele wird im Ganzen gegrillt. Dann trennt der Grillmeister den Kopf ab und presst ihn mit Hilfe eines Druckstempels aus. In Spanien ist Garnele ohne das Innere des Kopfes ja nicht komplett, für meinen Geschmack kommen dadurch immer die typischen Krustentierfond-Aromen hinzu, aber klarer und unverfälschter als durch die bei uns typische Verarbeitung. Die Garnele hier schmeckt lecker, aber nicht so spektakulär, wie der Tintenfisch.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07626.jpg Ansichten: 1 Größe: 43,3 KB ID: 58854Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07629.jpg Ansichten: 1 Größe: 59,4 KB ID: 58855
      Espardenya with Kalix – ist, wenn ich das richtig verstanden habe, Seegurke mit einer Sauce. Insgesamt erinnere ich mich an einen cremigen, sehr angenehmen Geschmack.
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07631.jpg Ansichten: 1 Größe: 59,6 KB ID: 58856
      Fige with Foie – die Leber wird kurz angegrillt und dann auf eine schöne reife, nicht zu süße Feige gegeben. Sehr lecker vor allem in der Abfolge mit dem nächsten kleinen Gericht:


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07633.jpg Ansichten: 1 Größe: 43,1 KB ID: 58857


      Cheese Bread – dazu wird Parmesan gegrillt und um ein fluffiges Stück Brioche gewickelt. In Zeiten der lauwarmen Gerichte bemerkenswert: man muss richtig einen Moment warten, bis das Gericht, frisch von der Grillplatte soweit abgekühlt ist, dass man es gut essen kann - aber dann ist es ein großer Genuss.

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      Insgesamt war die ganze Präsentation an der Grillplatte sensationell. Die kleinen Gerichte kamen in hoher Schlagzahl, waren puristisch und voll von Geschmack. Ich lasse mich bei den Gerichten von einem Glas tollen Cava, Heretat Mestres, Mas Via 2000 Gran Reserva Brut begleiten – ein Hochgenuss.

      Nun geht es weiter weiter in das eigentliche Restaurant, zum Dinner, wie der Abschnitt heißt. Immer wieder fragen die beiden uns betreuenden Damen, ob wir eine Pause machen wollen. Aufgrund der schnellen Abfolge der Gerichte ist es sinnvoll, Raucher- oder Toilettenpausen sofort anzuzeigen, denn es ist zu sehen, wie präzise die ganzen Abläufe für alle Gäste ineinandergreifen, wann welche Gäste an die Grillplatte dürfen usw.
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      Da das Restaurant Enigma, also Rätsel, heißt, werden die Gerichte nur in ihrer Zubereitungsart beim Servieren vorgestellt, beim Abservieren wird dann verraten, was es genau war. Da man bei den kleinen Portionen ja auch nicht lange mit einem Gericht beschäftigt ist, kann man sich in kleinen Gruppen kaum über anderes unterhalten, als über das, was gerade auf dem Tisch passiert. Das ist ein Gasterlebnis, das man vielleicht nicht immer haben möchte, aber bei der Performance, die die Gerichte bieten, sollte es eigentlich auch kein anderes Thema am Tisch geben, als das Essen, dass man gerade vor sich hat. Die uns betreuenden Damen des Service machen das locker und angenehm, gehen auf Fragen ein, aber man muss sich auch mit dem Gefühl arrangieren, dass man nur begrenzt die „Kontrolle“ über das hat, was passiert -der klassische Restaurantgast, der sich nicht unbedingte einlassen, sondern bestimmen will, was passiert, wird vielleicht so viel Spaß haben im Enigma.

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      Nun werden die Gänge teilweise etwas größer:

      Frozen Caviar with Yoghurt Whey | Nori Cube ist ein Zweierlei von kleinen Kügelchen. Der echte Kaviar auf dem Nori-Blatt kann man wie einen Ring auf den Finger und dann in den Mund schieben. Der gefrorene ist aus Molke, hat aber noch eine weitere Würze und damit Geschmackstiefe, die vor allem von der durchsichtigen Flüssigkeit herkommt.

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      „Tarama“ Sardine & Fresh Pistachio – schmeckt schön mediterran und ist voller Pistazienaroma.
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      „Fed de Tudela“, Lettuce & Avocado ist eine nicht allzu süße Tomate, die mit passenden Salat- und Avocado-Aromen umrahmt wird.

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      Funghi Porcini Cloud – ist recht üppig und weich, der Steinpilz ist leider nicht besonders geschmacksintensiv, aber durch die verschiedenen Texturen wird der herbstlich-waldige Geschmackseindruck schon noch deutlich.

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      Acid Razor Clam. Lemon & Seaweed die Muschel ist von cremiger Textur und von ähnlicher Qualität, wie der Tinenfisch vom Grill. Sie wird vor allem durch die Schnitzer von der Salzzitrone, aber auch der säurehaltigen Creme zu einem frischen Gericht.
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      Tucupi with Pequi Oil & Pumpkin Gnocchis – die gelbe Sauce, Tucupi, ist ein südamerikanisches Rezept und schmeckt recht fruchtsäuerliuch und erfrischend, was in Anbetracht umfänglichen Speisefolge natürlich sehr willkommen ist. Der Kürbisgeschmack bleibt eher zurückhaltend.
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      Sea Anemone, Anchovis & Earl Grey – in den frittierten ist die Seeanemone, das alles ergibt ein herzhaft, etwas mit Bitterstoffen spielende Kombination.

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      Der erste Teil des „Dinner“ wird mit einem Alba Viticultores, Pago des Mirafolores 2016 begleitet – ein sehr frischer Wein, ähnlich eines Beaujolais. Geschmacklich nicht unbedingt überzeugend, aber als Begleiter zu den Gängen passt er gut. Weiter geht es dann mit einem Grünen Veltliner von Veyder-Malberg namens Liebedich, 2016.
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      Wild Pigeon with Peach & Blackcurrant with Terrine in „Escabeche“ Sauce –die perfekte und schön aromatische Taubenbrust verbindet sich gut mit dem fruchtigen Aroma des Pfirsich, der aufgrund der tiefgründigen rotweinlastigen Sauce einen klassischen Touch bekommen. Der zweite Teller bringt die Innereien der Taube als Creme auf einem winzigen Cracker und in einem schlotzigen Würfel mit Fleisch von den Schenkeln. Das zusammen ist sehr wohlschmeckend, wirkt durchaus üppig, aber nicht zu füllig.
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      Zuletzt geändert von QWERTZ; 22.10.2017, 19:03.

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      • #4
        Eel, Aubergine & Black Garlic zeigt ein durchaus voluminöses Gericht, dass aber durch die Bitterstoffe des schwarzen Knoblauch seine Balance behält.

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        Daikon Miroir – der Rettich mit etwas Pistazien als Topping erfrischt dann.
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        Walnut ist das dann in Wirklichkeit das Hirn vom Kaninchen (ganz zu Beginn wurden wir gefragt, ob wir etwas gegen die Innerei hätten) und ist gut zu essen. Ein schöner Innereien-Geschmack mit briesähnlicher Konsistenz lässt den fleischigen Teil des Menüs zum Abschluss kommen.
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        Diese Gänge werden binnen gut 75 Minuten, also in relativ rascher Folge serviert. Das macht es gar nicht so einfach zu jedem Gang sich Eindrücke zu merken. Aber ich stelle fest, dass mir alles durchweg wunderbar schmeckt, alles ist perfekt oder annähernd perfekt balanciert, ein bisschen ungewöhnlich, aber auch nicht zu experimentell, dass man nicht mit den kleinen Portionen und den schnell vorbeiziehenden Geschmackseindrücken es als zu fordernd empfinden kann. Außerdem bleibt die Lust auf den nächsten Gang stets bestehen – bei einem so vielteiligen Menü bemerkenswert, dass die Dramturgie der Gänge bestens gelingt!

        Chocolate, Hazelnut, Passion fruit hat einen tiefen, leicht bitteren Haselnussgeschmack – so wie ich ihn in dieser Dimension bislang nur vom Nutella-Dessert von Joachim Wissler kannte.
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        Glassy Bread | Lulada – Lulada ist wieder eine südamerikanische Anleihe. An den Geschmack kann mich aber nicht mehr genau erinnern, aber war frisch.
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        Melon & Peach & Mint ist ein schönes, frisch-fruchtiges Dessert, dass den reifen Fruchtgeschmack gut mit den Kräuteraromen verbindet.
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        Nun geht es zum Abschluss in die alte 41°- Bar. Sie existierte mal dort, wo jetzt Albert Adriàs Gastro-Imperium das Tickets betreibt und wurde originalgetreu neben den Hauptgastraum des Enigmas wiederaufgebaut. Durch einen Lagerraum geht es etwas geheimnisvoll in die Bar. Es ist zwar etwas komisch nach einem Lunch in einer Bar zu sitzen, die eher Nachtstimmung verbreitet,aber das Enigma bietet ja auch nur samstags einen Lunch an. Aber so oder so kann man einen schönen Drink zu sich nehmen. Die Preise jedenfalls sind, wie die aller Weine auf der Karte, für deutsche Verhältnisse moderat. Wir bleiben beim Kaffee und bekommen noch fünf Kleinigkeiten

        Strawberry with Miso & Yuzo, The Pearl and the Pear
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        Dried Peach |Panlotón, Mató Yoghurt
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        Popcorn Bonbon |Dragon Egg
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        Die Kleinigkeiten zum Schluss sind allesamt gut.

        Ich kann nur sagen WOW, WOW, WOW – was für ein Erlebnis! Das Enigma ist in zweierlei Hinsicht ein Genuss-Erlebnis: alle Gerichte sind perfekt konstruiert und wohlschmeckend. Zwischen den eher technisch orientierten kleinen Happen zu Beginn, der puristischen und handwerklichen Präsentation der Grillplatte, bis hin zu technisch anspruchsvolleren Gerichten am Tisch wird die komplette Bandbreite der modernen Kochkunst zelebriert. In der zweiten Hinsicht ist die Präsentation in den verschiedenen Räumen des Restaurants so gestaltet, dass während des gut 3,5 bis vier Stunden dauernden Lunches keine Langeweile aufkommt, immer wieder strömen neue Sinneseindrücke auf den Gast ein. Vielmehr als sich darauf einzulassen, sollte man sich nicht vornehmen, hier steht das Essen und die Präsentation klar im Vordergrund – einfach Genießen und Staunen ist angesagt.

        Für mich war das Enigma eines der allerbesten Restaurant-Gesamt-Erlebnisse, das ich je erleben durfte. Ich kann mir nun gut vorstellen, warum das El Bulli einst einen solchen Hype ausgelöst hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Enigma schon bald alle Listen stürmen wird. Wenn man also in Barcelona ist, sollte man nichts unversucht lassen, dort einen Platz zu ergattern. Ich bin begeistert!
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        Zuletzt geändert von QWERTZ; 10.01.2019, 13:25.

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        • #5
          Wow, ich bin überrascht. Würde ich deinen ausgebildet guten Geschmack nicht kennen, vom Konzept, den Portionsgrössen, dem ganzen Drumherum - hätte ich gesagt, es gibt kaum eine Küche die mich weniger reizt als die des Enigma.

          Dass es dich so maximal begeistert hat, macht es schon wieder spannend. Ob das ausreicht dort mal einzukehren, weiß ich noch nicht. Hätte man mich vorher gefragt wie du das Enigma bewerten wirst, hätte ich gesagt, bestimmt nicht sonderlich gut.

          Wart ihr denn alle ähnlich begeistert? Und wie ist sonst eure Einstllung zur spanischen GourmetGastro?
          Zuletzt geändert von Junggaumen; 23.10.2017, 20:18.

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          • #6
            Dass es in Spanien viele kleine Gänge gibt, ist natürlich der Tradition von Pintxos bzw. Tapas geschuldet. Das heißt natürlich, dass die Gänge nicht mit den bei uns üblichen Tellern mit vielen Komponenten vergleichbar sind. Auch, dass in gewisser Weise hier die molkulare Tradition noch etwas hoch gehalten wird, ist in Anbetracht der jüngsten Geschichte logisch.Das muss man naütrlich berücksichtigen.

            Man kann auch darüber streiten, ob das graue, eisige Ambiente und das Herumführen im Enigma so gelungen ist. Aber bei der Vielzahl von Gängen sind unterschiedliche Settings und Menüteile ein grundsätzlich gutes Konzept, insofern passt es also zur Logik der Küchentradition, auf der sich das Enigma beruft.

            Letztendlich ist das aber alles egal, wenn von den rund 40 Menüpositione ohne Ausnahme alle gut harmonieren, interessant und einfach lecker schmecken, man nie die Lust verliert auf die nächste kleine Portion, dann ist das einfach Weltklasse und nicht besser zu machen. Kein Vergleich mit dem Totalausfall im Mugartiz, wo im vergangenen Jahr von 25 Gängen mich keiner überzeugt hat.

            Hinzu kommt fürs Enigma, das gilt aber für alle Restaurants auf unserer Reise - mit einer kleinen Ausnahme -, wir einen perfekten, sehr professionellen, zugewandten Service erlebt haben, wie man es, wenn man die Sprachbarriere berücksichtigt, nicht besser haben kann. Bemerkenswert, dass wir in allen Restaurants im besten und verständlichen Englisch, bzw. sogar deutsch betreut wurden. Dies war in Madrid und San Sebastian eher nicht durchweg auf dem Niveau..

            Ich nehme schonmal vorweg, dass mir in Barcelona eigentlich alle Restaurantbesuche sehr gut bis exzellent gefallen haben - eigentlich vergleichbar mit Paris. Welchen Stil man jetzt lieber mag, ist halt Geschmacksache.

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            • #7
              Beeindruckend und spannend. Es erscheint mir tatsächlich mehr wie das Konzeptalbum eines Musikers, bei dem ich mich am Ende vielleicht nicht mehr an alle Details, aber eine Gesamtstimmung und Eindrücke erinnere. Das ist auch mit seiner minutiösen Taktung mehr eine Inszenierung. Wenn man sich nicht gerade auf ein romantisches Tête-à-tête einstellt, kann das schon spannend sein. Der Vergleich zum El Bulli ist sicher naheliegend, wenngleich dort trotz der vielen Gänge zumindest das Ambiente außerordentlich klassisch war. In sehr präsenter Erinnerung sind mir heute mindestens noch ein halbes Dutzend Gänge (übrigens gab es auch dort einen Gang, der nur aus einem einzigen Tropfen bestand...) und es war sicherlich eines der aufregendsten Menüs, die ich je genießen durfte.
              Aber auch nach Deinem begeisterten Bericht bin ich hin- und hergerissen, ob ich diese massive Inszenierung von Avantgarde heute noch bräuchte. Ich überlege noch...

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              • #8
                Ist vielleicht eine Once in a Lifetime Geschichte.

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