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    Am ersten Abend in Barcelona pausiert das Club-Programm. Außerhalb dessen hat ein Teil der Gruppe einen Tisch im Tickets bekommen. Wir dürfen mit sieben Leuten kommen, der Tisch ist aber eigentlich nur für sechs, eigentlich wären acht Leute gern hingegangen. Ein Aufteilen in zwei Gruppen o.ä. ist trotz diverser Versuche leider nicht zu arrangieren. So sitzen wir mit sieben Personen etwas beengt, aber noch bequem im Tickets. Komischerweise sind aber stets noch kleinere Tische frei, zwar kommen die Gäste ziemlich zeitversetzt, aber warum es nicht möglich war uns entsprechend zu verteilen bleibt unklar.
    Natürlich sind wie als deutsche die ersten Gäste (eigentlich sind wir sogar die ersten die vor dem Restaurant warten)



    Das Restaurant hat eine offene Küche und erinnert in der Einrichtung an einen Zirkus oder eine Kirmes. Es gibt viele kleine Tische, unseren 6er und einen größeren, sowie eine Theke und auch Stehplätze. Es wird als ein Menü ein Querschnitt durch die Karte für etwas mehr als 100 Euro angeboten. Dazu kann man noch Upgrades wählen, aber man kann sich auch selbst ein paar Tapas zusammenstellen. Wir wählen der Einfachheit halber das Menü mit einem Upgrade (Königskrabbe). Sehr schön wird das Thema Weinbegleitung gelöst. Fünf Leute am Tisch trinken Wein, so dass sich eine flaschenweise Begleitung anbietet. Wir nennen dem Sommelier ein Budget pro Person und überlassen ihm die Auswahl der Weine – was super funktioniert. Er fragt kurz unseren Grundgeschmack ab und zwischendrin, ob wir eher hochwertige aber weniger Flaschen wollen, oder mehr Wein.Das ist wirklich sehr gastorientiert gestaltet.Es geht los mit einem schönen Champagner:

    IMG_0538a.jpg

    Die Gänge werden relativ flott serviert, einige auf zusammen.
    Pan con Tomate schmeckt wie Pizza und bringt das Tomatenaroma schön zur Geltung.


    Der Jamon Iberico schmilzt zart auf der Zunge... hmmmm


    Krosse Hühnerhaut mit Anchovibutter – fragil und lecker. Eine Oliven-Sphäre darf natürlich nicht fehlen. Diese platzt flüssig im Mund und schmeckt mehr nach Olive als im El Celler de Can Roca.


    Auster Esabeche mit feiner Säure in Öl leicht gegart -verbindet das Beste aus den Welten der rohen und der gegarten Auster

    Wenn ich das richtig rekonstruiere, gibt es nun den nächsten Wein:


    Der Thunfischbauch schmeckt großartig. Er ist gegart, hat aber Zimmertemperatur. Tolles Aroma, schöne Textur. Dazu gibt es geschälte und geräucherte Weintrauben, die extrem lecker schmecken, da sie sowohl saftig sind aber durch das Raucharoma eine zusätzliche Geschmackstiefe bekommen.


    Pizza Crujiente mit Burrata und Bottarga – hat ein ziemlich frisches Zitrusaroma. Schmeckt toll.


    Die Garnele ist kühl – nicht vergessen, den Kopf auszusaugen, so kommt der volle unverfälschte Geschmack heraus.


    Dann gibt es ein Nigri auf Baiser mit Aubergine, Soja und Sesam


    Vermutlich kommt an dieser Stelle der nächste Wein:


    Das Noriblatt mit Thunfischtatar und und das Wagyu-Tatar auf einem Ring durch den man den Finger und dies so gefahrlos zum Mund transportieren kann, schmecken pur nach den jeweiligen Produkten.


    Mini-Airbags heißen die kleinen gefüllten Taschen, die nach meiner Einnerung cremig, leicht nach Käse und etwas Olivenöl schmecken.


    Dann gibt es ein innen hohles Minibrot. das mit einer dünnen Scheibe Rindfleisch umwickelt und sehr natürlich im Geschmack ist


    Optisch das bislang aufwendigste Gericht ist der Raviolo aus Korriander und Avocado mit Chia Samen und Mayonnaise.


    Das dünne Brot mit Rindfleisch und Zwiebel bekommt durch ein Essigpuder einen spannenden Kick.


    Dann gibt es Aal und Gänseleber. Sehr auf sich selbst zurückgeworfen und damit unverfälscht im Originalgeschmack.


    Vermutlich folgt hier ein Weinwechsel:
    IMG_0544.jpg

    Die Miesmuscheln mit Tomate und Café de Paris-Butter schmecken richtig gut – zum Glück gibt es zwei pro Person.


    Dann folgt eine feine Seegurke mit Fischhaut, frittiert, und einer chinesisch inspirierten Suppe, mit diversen Pilzen. Schön umami-Lecker.


    Ein echter Höhepunkt ist die Königskrabbe. Das Fleisch ist sehr fein, dazu passt die gegrillte, ziemlich fruchtige Zitrone sehr gut. Außerdem gibt es eine Chili-Sauce

    Für den Hauptgang folgt dann dieser Wein:
    IMG_0546.jpg

    Dann wird am Tisch die Wachtel zu Ende gegrillt und tranchiert. Die Wachtel ist gefüllt mit Aubergine, Wachtelei und Koriander. Die Röstaromen kommen gut zur Geltung.


    Damit die Tische für ein zweites Mal belegt werden können, werden werden die Desserts in einem zweiten Raum serviert. Dieser ist ein bisschen im Alice im Wunderland-Stil gestaltet. Erdbeeren und Zuckerstangen hängen von der Decke. Als wir den Raum betreten. bekommen wir eine Rose die mit einem floralen Duft besprüht wird und auf der eine rote, nach Rose schmeckende Sphäre liegt.Auf mich wirkt sie eher belanglos.


    Danach folgt eine Mango mit Mandarinenaroma und das gleiche Zusammenspiel ist nochmal mit einem Eis präsentiert. Sehr aromatisch.





    Am Tisch flambiert wird ein Eis mit Basilikum-Geschmack und Ananas, die von Eischnee umhüllt wird. Es schmeckt ein bisschen süßlich-salzig.


    Die weiße Schokoladencreme mit Haselnuss erinnert mich in der salzigen Cremigkeit und einem durchaus an Käse erinnernden Geschmack an einen Gang in der CODA Dessertbar. Hier schmeckt es milchig-nussig.


    Zum Schluss wird es schokoladig mit einer fruchtigen Creme.



    Das Menü im Tickets fand ich sensationell. Es hat richtig Spaß gemacht. Die kleinen Gerichte bestachen durch den unverfälschten Geschmack guter Produkte. Sie sind orientiert an der Tapas-Küche Spaniens und füht diese auf ein High-End-Niveau ohne auch nur eine Sekunde (wenn man mal die zwei Sphären außen vor lässt) die Bodenständigkeit zu verlieren.
    Manche konzeptionelle Paralelitäten zum Enigma sind nicht zu übersehen – vor allem aber die geschmackliche Präzision aller Gerichte, ein sehr guter Service, der den Abend wirklich gestaltet und das Ansinnen aus dem gesamten Besuch ein Erlebnis zu machen.
    Wenn ich hier die von Rocco angestoßene Diskussion aufgreifen darf, ist es vielleicht ein solches Restaurant, dass es mit deutscher Küche bräuchte.
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    Zuletzt geändert von QWERTZ; In den letzten 3 Wochen.

  • #2
    Komischerweise wird der Beitrag gar nicht oben in der Liste als aktuellster angezeigt. Daher ist das ein Test.

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    • #3
      Lieber QWERTZ,

      danke für den Bericht. Das finde ich ganz interessant, da es im Tickets wohl weniger um eine Technikshow geht, sondern mehr um klare Produktfokussierte Tapasküche. Das ragt dann in der spanischen Sterneküche schon fast exotisch heraus. Da wäre ich gerne dabei gewesen. Die Weine haben gut gepasst?

      M

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      • #4
        Die Weine waren jedenfalls alle gut und interessan, die passten gut zu den Gerichten bzw. der Küche insgesamt. Aber es waren jetzt keine speziell auf die Gerichte abgestimmte Weine.

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