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Hibiscus**, London

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  • Hibiscus**, London

    Nach der Buchner´schen Rangliste für GB ist das Restaurant Hibiscus mit Küchenchef Claude Bosi nach Gordon Ramsay und Marcus Wareing die Nr. 3 in London und die Nr. 7 in GB. Leider hat man hier im Forum noch nichts über dieses **-Restaurant gelesen. Kennt es jemand? Kann man es empfehlen? Ich bin auf der Suche nach einem kulinarischen Highlight in London und ziemlich unschlüssig.

    Beste Grüße, Merlan

  • #2
    werter merlan,
    vor kurzem gab es einen film über claude bosi bei servus tv ,da ist er z.z gastkoch,mit einem guten eindruck seiner küche und philosophie.
    kg knurrhahn

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    • #3
      Lieber merlan,
      ich/wir waren zwar noch nicht dort, aber auf den einschlägigen Blogs (Andy Hayler, Skinny Bib, FDE etc) finden Sie eine Reihe von bebilderten Kritiken zum Hibiscus, wobei die Meinungen bez. Essen/Service sehr auseinander gehen. Mir erschien es stets etwas zu, sagen wir, konservativ.

      Meine uneingeschränkte Empfehlung: Viajante. Nicht jeder Gang "sitzt" zu 100%, aber dennoch ist es ein lohnendes Erlebnis.
      Wenn Sie auf tolle Pasta stehen: Heinz Becks Apsleys (Fisch und Fleisch fand ich dort eher "solide").
      Wenn es auch etwas weiter draußen sein darf: Hedone.

      Grüße
      b.

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      • #4
        Hier der link zu dem von Herrn Knurrhahn erwähnten Film:
        http://www.servustv.com/cs/Satellite...11259498331516

        Wir waren vor drei Jahren im Hibiscus zum Mittagessen. Erinnern kann ich allerdings nur noch an ein Getränk mit einer zerplatzenden Kapsel, die mit Hibikusblütensaft gefüllt war. Und daß es uns im Vergleich zum Wild Honey und zum St.John's dort am besten geschmeckt hat. Konservativ? Nö.
        Mit freundlichen Grüßen aus dem Schlaraffenland

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        • #5
          Dank für Hinweis, Tipp und Link. Habe Hibiscus gebucht und werde berichten.

          Beste Grüße, Merlan

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          • #6
            Und noch zwei Coups de Coeur: ein Bummel über den
            www.boroughmarket.org.uk
            geht gut en bloc mit der Tate Modern
            Peter Ackroyd: London, Die Biographie

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            • #7
              Waren Sie denn, werter merlan, inzwischen schon dort gewesen?

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              • #8
                Noch in diesem Monat! Dann, wenn in London 5 Tage lang die Sonne scheint und im Hibiscus in trauter Zweisamkeit ein ganz besonderer Tag gefeiert wird.

                Beste Grüße, Merlan

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                • #9
                  Dann wünsche ich eine wunderschöne Feier und alles Gute für Sie beide :cheers:

                  MkG, S.

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                  • #10
                    Dann, werter merlan, bleiben ja nur noch zwei Fragen:
                    1. der wievielte?
                    2. warum sollten ausgerechnet Sie wissen, wann in London die Sonne fünf Tage lang scheint? oder sind Sie etwa Sven Plöger?
                    MkG
                    Ihr Schlaraffenland
                    PS: übrigens S.P. für mich klare 19,5/20

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                    • #11
                      Ach, Sie sind immer so aufmerksam, lieber Schlaraffe! In diesem Zusammenhang auch Dank an Sphérico für das :cheers

                      Ad1: Es ist ein runder, aber noch keiner, bei dem Bürgermeister und Pfarrer nach Hause kommen.

                      Ad2: Im Rhein-Main-Gebiet sind wir doch alle ein wenig wetteraffin, liegt in ihm doch die Wetterstadt Deutschlands (Offenbach am Main). Die angestellte Langfristprognose ist aber allein auf den guten Draht zu Petrus zurückzuführen.

                      Beste Grüße, Ihr Merlan

                      PS: Ja, S.P. ist ein ganz Guter: Fachmann (was man nicht zu allen Wettermoderatoren und -moderatorinnen sagen kann) und Showtalent.

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                      • #12
                        Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                        ist aber allein auf den guten Draht zu Petrus zurückzuführen
                        Ein guter Draht zu CHATEAU Petrus wäre mir persönlich lieber.

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                        • #13
                          Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                          Ein guter Draht zu CHATEAU Petrus wäre mir persönlich lieber.
                          nice.:cheers:

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                          • #14
                            Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                            Ein guter Draht zu CHATEAU Petrus wäre mir persönlich lieber.
                            Ein schlechter, jedoch besonders günstiger Draht wäre mir ausreichend. So muß ich seit Jahren auf eine leere 90er am Küchenfenstersims schauen...

                            Zurück zu London, ich war leider lange nicht mehr vor Ort, habe aber das "Maze" (-örtlich- nicht so weit weg vom Hibiscus, gehört zu der Ramsey-Kette) sehr schön und leger in Erinnerung, nicht zuletzt wegen des sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses.

                            MkG, S.
                            Zuletzt geändert von Sphérico; 03.07.2013, 19:02.

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                            • #15
                              Eben noch im quirligen Trubel des Oxford Circus, schnell noch ein bisschen nostalgische Gefühle in der Carnaby Street zulassen, um dann in einer ruhigen Seitenstraße der Regent Street in ein von außen unscheinbares Refugium einzutreten, das den Zweisterner „Hibiscus“ beherbergt.

                              Innen schlichte Eleganz, freundlicher Empfang und die schnelle Erkenntnis, dass man fein gekleidet zur Minderheit gehört. Links von uns zwei junge Engländer im T-Shirt mit nur einem Smartphone, das sie sich ständig hin- und herschieben, rechts zwei hemdsärmelige junge Chinesen mit zwei Smartphones, die alles fotografieren, was auf den Tisch kommt und sich gegenseitig Licht für eine gute Ausleuchtung des Bildes geben (ich wusste bisher nicht, dass ein iPhone auch eine Taschenlampe ist!). Ich „fremdele“ etwas. Meine Frau ist da deutlich entspannter. Ein Glas Champagner hilft und lenkt die Gedanken auf das Wesentliche, weshalb wir das Restaurant für diesen Abend ausgewählt haben.

                              Der vielköpfige – übrigens fein gekleidete – Service ist sehr aufmerksam und freundlich, manchmal witzig und charmant bemüht, über die eine oder andere Sprachhürde hinweg zu helfen. In diesem Zusammenhang ist es bedeutsam, dass wir uns für das sechs-gängige Überraschungsmenü entschieden haben, da wir die Erläuterungen zu den einzelnen Gängen nicht immer ganz verstanden haben und, wie sich später bei Durchsicht des Wörterbuches im Hotel herausstellte, auch nicht alles erschmeckt haben (was für meine Frau in einem Fall auch gut war, aber darauf komme ich noch zu sprechen).

                              Und dann ging es auch schon los mit den Kreationen des Franzosen Claude Bosi:

                              Hibiscus & Holunderblüte Soda
                              Ein netter Schluck, der dem Restaurantnamen geschuldet ist, aber wegen seiner leichten Süße während des Aperitif-Champagners eher stört.

                              Erbsenvelouté, Cochin Curry Royale & Buttermilch
                              Ein sehr schöner Einstieg ins Menü. Serviert wird zunächst lediglich die Curry Royale mit Spänen von Buttermilcheis, um dann mit einer intensiven Erbsenvelouté umgossen zu werden. Sehr spannend der Dialog zwischen der warmen Gemüsecreme und der eiskalten Buttermilch; dazu der leichte Currygeschmack, wobei die als „Cochin Curry Royale“ annoncierten Nocken wohl noch mit einer Farce von „Irgendwas“ unterzogen war. Sei´s drum, gaumenschmeichelnd war es allemal.

                              Krabbensalat, Melonensorbet, süßer & saurer Wasabi
                              Der beste Gang im Menü! Das fein abgeschmeckte Tatar vom Taschenkrebs war auf einem Melonenkreis angerichtet und mit einem Melonengelee abgedeckt. Beide Melonenelemente waren klar herausschmeckbar und kongeniale Partner für den Salat. Auch das Melonensorbet war perfekt, fand aber keine Bindung zum Tatar (zu kalt) und musste alleine stehen. Das Ganze wunderbar kontrastiert durch süße und saure Wasabipunkte auf dem Teller.

                              Strandschnecken, Pfifferlinge, Vin Jaune & grüner Speck
                              Eigentlich muss man sich diesen Gang als wohlschmeckende „Schwammerln in Rahm“ vorstellen, wären da nicht diese grau-grünen gebogenen Teilchen, die wir nicht identifizieren konnten und zunächst als weiteren Pilz ausmachten. Auch der Dialog mit dem Oberkellner brachte uns nicht weiter. Wie soll er auch einem unwissenden deutschen Menschen „Cornish Winkles“ erklären? So mundeten uns die „Schwammerln in Rahm“ und wurden erst im Hotel mittels Wörterbuch als solche „mit Strandschnecken“ geoutet. Hätte meine Frau es vorher gewusst, sie hätte es nie und nimmer gegessen! Aber so war´s ganz lecker…!

                              Pochierter Rochenflügel, braune Butter, Kapern & Zitrone
                              Sehr gute Fischqualität mit einem feinen Butter-Zitrus-Kontrast. Besonders apart waren die dazu gereichten angeschwitzten und dadurch knusprigen Kapern. Herausgeschmeckt haben wir als verbindendes Element auch noch etwas Kartoffeliges. Passte gut!

                              Gegrillte Ente, geröstetes Tomatenpürée, Karotte, Kumquat, Minze & Koriander
                              Reicht eigentlich als Beschreibung dessen, was auf dem Teller lag und harmonieren sollte. Tat es auch, nicht mehr und nicht weniger!

                              Erdbeeren, Sellerie & Szechuan Pfeffer
                              Als Pré-Dessert gab es pürierte Erdbeeren mit „irgendeinem“ Schaum obendrauf. Dass dessen Basis aus Selleriesaft bestand, wurde uns erst hinterher klar als uns die Menükarte übergeben wurde. Annonciert wurde der „seleriac“ jedenfalls nicht; geschmeckt haben wir ihn auch nicht.

                              Tarte von neuen Erbsen & marokkanischer Minze, Kokosnuss-Sorbet
                              Die Enttäuschung des Abends! Da liegt ein kleines Schokokuchenförmchen auf dem Teller und darin befindet sich pürierte Erbse mit Minze. Daneben ist ein Kokos-Sorbet gesetzt. Fertig! Wie hat Alfons Schubeck vor 30 Jahren schon zu uns Kochenthusiasten gesagt: „Am Anfang und am Ende des Menüs müsst ihr´s krachen lassen. Daran erinnern sich die Leute; was dazwischen war, haben sie am nächsten Tag sowieso längst vergessen.“. Leider hat Claude Bosi diese Regel nur zur Hälfte beherzigt und es nur am Anfang krachen lassen.

                              Fazit:
                              Die Küche des Franzosen im Londoner Hibiscus ist handwerklich ohne Fehl und Tadel. Sie schwankt zwischen klassischen Geschmacksbildern (Pfifferlinge, Rochenflügel, Ente) und Positionen der Moderne (insbesondere Krabbensalat mit Melone, Erbsenvelouté mit Buttermilcheis-Spänen), ohne aber das Terrain der Avantgarde zu tangieren. Insofern geht Bosi auch keinerlei Risiken ein, bedient tradierten Wohlgeschmack und reizt hier und da mit geschmacklichen oder Produktbesonderheiten, die man nicht überall serviert bekommt. Das sind auch die Kreationen, für die man die vom Michelin vergebenen ** nachvollziehen kann. Alles andere bleibt unseres Erachtens im sicheren *-Bereich, wobei dies jedoch nicht für die allzu schlichten Desserts gelten kann.

                              Es war ein Abend, den wir zweifelsohne unter den „sehr guten“ verbuchen werden, doch ist dieses herausragende Prädikat weniger der Küche des Hibiscus geschuldet, als vielmehr unserem persönlichen Wohlergehen an einem für uns bedeutsamen Tag.

                              Beste Grüße, Merlan

                              PS: Gerne möchte ich noch die Empfehlung von Schlaraffenland unterstreichen, nach Möglichkeit den wunderbaren Borough Market zu besuchen. Die London-Biographie von Peter Achroyd liegt zur Nacharbeit bereit (797 Seiten!).
                              Zuletzt geändert von merlan; 31.07.2013, 11:29.

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